Planai: Unterschied zwischen den Versionen
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== Aufstiegshilfen == | == Aufstiegshilfen == | ||
Die [[Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH]] ist die Betreibergesellschaft von [[Aufstiegshilfen]] auf die Planai. | |||
== Geschichte == | |||
Der im Garten des Stadtgemeindeamtes von Schladming aufgestellte [[Schladminger Burgfriedstein|Burgfriedstein]] mit der Jahreszahl [[1588]] ist ein stummer Zeuge aus der Zeit, da Schladming von einem kleinen Hochgerichtsbezirk umschlossen war, der durch Burgfriedsteine begrenzt war. Der letzte, seinerzeit noch aufgefundene Stein stand ursprünglich am [[Pichlhof]] und wurde anlässlich der Neutrassierung der [[Ennstal Straße]] in das Stadtzentrum versetzt. | |||
[[1523]] wurde der Verlauf der Burgfriedgrenze ausgehend vom Pichlhof über die Planai zum „[[Gasthof Tetter|Tetter]]“ und weiter zum „Fenz“ im [[Obertal]] beschrieben. Der weitere Grenzverlauf des Schladminger Burgfrieds zog sich gegen Westen zum vlgo. Starchi hin, wo in unmittelbarer Nähe die Richtstätte, der „[[Galgenbichl]]“ war. | |||
Die [[Planai- | Die Planai war also auch aus historischer Sicht traditionsreich. Bewegte Zeiten erlebten die Bewohner der Gehöfte am [[Fastenberg]] im unmittelbaren Bereich der Planai während der Zeit der Grundherrschaft. Die Abhängigkeit vom Grundherrn und die damit verbundene Ablieferungspflicht des Getreidezehents und anderer Auflagen bereiteten den Bauern manche Sorgen. | ||
Wenn man in den alten Urbarien (Grundbüchern) blättert, wird man an heute noch geläufige Vulgarnamen erinnert, wobei in den Eintragungen auch vermerkt ist, welche Abgaben dieser oder jener Bauer zu leisten hatte, egal ob die Ernte gut oder schlecht ausfiel. | |||
So wird zum Beispiel im „[[Pfarr Hauserischen Urbarium]]“ von [[1695]] vom „Zechenta m Vastenperg“ berichtet und dabei werden unter anderem folgende Häuser erwähnt: das „Venzl-Gueth“, der „Prechtler“, der „Pertiller“ (Bereier), der „Mitterwaldtner“, der „Jager oder Khössler“, der „Kössler“, der „Oberrinderpichl“ und der „Spreitzenperger“. Die Bauern hatten Korn und Hafer und einen Geldbetrag abzuliefern. Die Abgaben sind im Urbarium genau verzeichnet und auch die Familiennamen der Abgabepflichtigen sind natürlich vermerkt. | |||
Die Planai im [[18. Jahrhundert|18.]] und [[19. Jahrhundert]] und auch noch im frühen [[20. Jahrhundert]] war vor allem für die Bauern interessant, die auf die saftigen Almwiesen ihr Vieh auftrieben und von Sennerinnen und Sennern betreuen ließen. Neben Rindern waren Schafe aber auch Ziegen aufgetrieben worden. Mancher alte Schladminger erinnert sich noch an den Spottnamen für eine Sennerin „Kitzwampl Viktl“. Sie war die Frau vom „Kolbl Toni“, jenes weithin bekannten Hochzeitsfotografen aus dem Untertal, der später auf das [[Rohrmoos]] gezogen war. Viktl war bekannt, dass sie gerne ihren schön geordneten Hausrat und auch ihre wenigen Habseligkeiten im Kleiderkasten herzeigte. Boshafte Leute aus ihrer Bekanntschaft hängten einst unbemerkt einen Ziegenbalg in den Kleiderkasten und als Viktl wieder einmal voll Stolz diesen Kasten öffnete, erblickte sie voll Entsetzen zwischen den Kleidern den Kitzbalg. | |||
Mit der Abnahme des Viehauftriebes begannen auf dem einstigen Almboden wieder die Samen verschiedener Nadelhölzer, vor allem [[Fichte]]n sich zu Jungpflanzen zu entwickeln. So entstand rund um den Planaigipfel ein neuer Wald. Allerdings sieht man an den Bäumen noch Spuren von Verbiss im ersten Entwicklungsstadium, da Weide und Wald sich die Waage hielten. Zwei- oder dreifache Stämme bei relativ kleinwüchsigen Fichten sind am Planai-Rundweg keine Seltenheit. | |||
Als man in Stadt und Land schon um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert den Wert des [[Wintersport]]es als Körperertüchtigung und Freizeitgestaltung erkannte, war bald auch die Planai zum viel besuchten Skiberg aus Nah und Fern geworden. Freilich war am Beginn dieser neuen Ära noch mehr sportlicher Ehrgeiz gefordert, denn es gab ja noch keine [[Aufstiegshilfen]] oder Unterkunftsmöglichkeiten für die Schifahrer. Neben dem Wintersport entwickelte. sich Schladming bekanntlich auch zu einer bekannten Sommerfrische in der [[Dachstein-Tauern-Region]]. Man bot bereits damals den Sommergästen vielfache Möglichkeiten für eine sinnvolle Gestaltung der Urlaubszeit. Geführte Wanderungen wurden vom [[Fremdenverkehrsverein Schladming]] veranstaltet, wobei ein beliebtes Ziel auch der aussichtsreiche Gipfel der Planai war. | |||
Manches Mal aber überschätzte ein unerfahrener Urlaubsgast seine Kondition und so kam es einmal bei einer vom Fremdenverkehrs-Ausschussmitglied Hans Moser geführten Wanderung auf die Planai zu einer unfreiwilligen Unterbrechung. Ein (etwas beleibter) Wiener Urlaubsgast kapitulierte unmittelbar vor dem "Jager" mit den Worten "keinen Schritt weiter!" Er wollte den .Rückmarsch nach Schladming (in Begleitung) auch nicht mehr zu Fuß antreten und verlangte eine Fahrgelegenheit. Herr Moser organisierte in seiner Verzweiflung beim „Jager“ einen zweirädrigen Ochsenkarren mit dem der schwach gewordene Bergwanderer zu Tal befördert wurde. | |||
Lange schon hatten die Schladminger den Bau einer Schutzhütte auf der Planai geplant und man verfügte bereits im Jahre [[1908]] über einen [[Schladminger Hüttenbaufonds|Hüttenbaufonds]] in der Höhe von 274 [[swiki:Krone|Kronen]]. Erst 1925/26 erfolgte auf Grund einer Initiative von [[Helmut Linder]], Franz Brandner, Hermann Tritscher, Toni Koller, Viktor Derkogner, Bertl Kraiter, [[Peter Gerhardter II.]] und Sepp Herbst der Bau und die Eröffnung der [[Schladminger Hütte]] auf der Planai. | |||
Wenn man in den Annalen der Schladminger Skigeschichte im Zusammenhang mit der Planai blättert, werden auch Erinnerungen wach, an die man heute kaum noch denkt. So war in einer Pressenotiz vom [[2. Dezember]] [[1949]] davon die Rede, dass [[Hubert Vierthaler]] mit 54 Metern den Schanzenrekord auf der [[Theodor Karl Holl Schanze]] in Schladming innehat. Die Sprungschanze stand auf dem Grund den man im Volksmund die "Schmalzgruabn" nannte, weil der Acker im Bereich der Schanze außerordentlich erträgnisreich war. | |||
Ebenfalls wird im „[[Der Ennstaler|Ennstaler]]“ vom [[25. Februar]] 1949 berichtet, dass bei einem Riesentorlauf in Schladming in der Jugendklasse I [[Karl Kahr|Karli Kahr]] siegte. Zu dieser Zeit waren als Reporter für den steirischen Rundfunk bei Schladminger Wintersportereignissen Max Pfliger und [[Bernhard Linder]] tätig – allerdings nicht von einem komfortablen Übertragungswagenaus sondern auf luftiger Höhe eines Heustadeldaches. | |||
== Bildergalerie == | == Bildergalerie == | ||
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==Quellen und Fußnoten== | ==Quellen und Fußnoten== | ||
* ''Salzburger Woche'', Ausgabe ''Pongauer Nachrichten'', 18. November 2010 | * ''Salzburger Woche'', Ausgabe ''Pongauer Nachrichten'', 18. November 2010 | ||
* [[Heimatkundliche Blätter von Schladming]] Nr. 50, April 2003, verfasst von [[Walter Stipperger]] | |||
<references/> | <references/> | ||
{{Quelle Alpenyeti|47}} | {{Quelle Alpenyeti|47}} | ||