Felsbilder im Bezirk Liezen: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Felsbilder im Bezirk Liezen''' sind schützenswerte Kulturdenkmäler und werden vom eigens dafür | Die '''Felsbilder im Bezirk Liezen''' sind schützenswerte Kulturdenkmäler und werden vom eigens dafür gegründeten Verein [[ANISA Verein für alpine Forschung|ANISA]] erforscht. | ||
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Die Felsbilder auf Kalkgesteinen | Die Felsbilder auf Kalkgesteinen sind in Österreich überwiegend an die [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] gebunden. Im [[Bezirk Liezen]] sind die Vorkommen im | ||
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es nur sehr wenige Vorkommen von Felsbildstationen. Die Anzahl an Ritzungen | lieferte dafür ideale Voraussetzungen. Deshalb liegt auch hier die größte Dichte an Fundorten vor. | ||
hängt stark von der Ritzbarkeit der Gesteine und von der wirtschaftlichen Nutzung | |||
des Areals ab. Das Dachsteingebirge etwa mit seinem überwiegend auftretenden [[Dachsteinkalk]] und den zahlreichen Almengebieten, | |||
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Im Allgemeinen zeigen die | Im Allgemeinen zeigen die Felsbilder Zeichen, Inschriften und Bilder, die in das Gestein geritzt, geschnitten oder punziert wurden. Dafür wurden spitze Steine oder Messer | ||
Felsbilder Zeichen, Inschriften und Bilder, die in das Gestein geritzt, | verwendet. Aufgrund der Erzeugungstechnik müssten sie deshalb eigentlich als "Felsritzbilder" bezeichnet werden. | ||
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Als Gestalter der Felsbilder | Als Gestalter der Felsbilder kommen Personen in Frage, die sich aus wirtschaftlichen Gründen in den Fels- und Waldgebieten aufhalten. Einst waren es Almleute, Jäger, Forstarbeiter, Köhler, Bergleute, Sammler von Naturprodukten oder Säumer. Seit der jüngeren Vergangenheit "verewigen" sich auch vermehrt Wanderer an den | ||
kommen Personen in Frage, die sich aus wirtschaftlichen Gründen in den Fels- | |||
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Felsbildwände sind in der Regel | Felsbildwände sind in der Regel an schattigen Plätzen und nach Norden orientiert. Grund dafür ist die so genannte "Verwitterungsrinde", die zur Bildung Feuchtigkeit in | ||
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genannte "Verwitterungsrinde", die zur Bildung Feuchtigkeit in | Dachsteinkalk und [[Wettersteinkalk]]) eine weiche, bis zu 50 mm tiefe Rinde, die leicht ritzbar ist. | ||
Verbindung mit Pflanzensäuren benötigt. Letztere liefert vor allem das Moos | |||
''Seligeria Trifaria''. Dadurch entsteht am anstehenden Kalkstein (bevorzugt | Laut den Forschungsergebnissen des Vereins ANISA stammen die Felsbilder im Bezirk Liezen überwiegend aus der Neuzeit und dem [[Mittelalter]]. Es gibt bislang jedoch noch keine geeignete Methode zur absoluten Altersbestimmung. Deshalb bedient man sich Vergleichsdatierungen. Eindeutig zu verifizieren sind nur eingeritzte Jahreszahlen. | ||
Dachsteinkalk und [[Wettersteinkalk]]) eine weiche, bis zu 50 mm | |||
tiefe Rinde, die leicht ritzbar ist. | |||
Auch die Verwitterung verstärkt die Problematik der Datierung. Oft ist nicht eindeutig feststellbar, ob es sich um natürliche oder künstliche Ritzungen handelt. | Auch die Verwitterung verstärkt die Problematik der Datierung. Oft ist nicht eindeutig feststellbar, ob es sich um natürliche oder künstliche Ritzungen handelt. | ||
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# [[Notgasse]] und [[Riesgasse]] (1 550 [[m ü. A.]]), [[Kemetgebirge]] im östlichen [[Dachsteingebirge]] | |||
# [[Abri]] westlich der [[Brandalm]] (1 420 m ü. A.) im Kemetgebirge: Kreuz, Leiter | |||
# [[Rotlackensteig]] I (1 560 m ü. A.), Kemetgebirge: Leiter mit Endpunkten. | |||
# Rotlackensteig II (1 625 m ü. A.), Kemetgebirge: Leiter, geometrische Zeichen. | |||
# [[Neubergeiskeller]] (1 650 m ü. A.), östlich des [[Hirzberg|Hirzberges]]: Gitter, Kreuz, Leiter, geometrische Zeichen. | |||
# [[Mausbendlloch]] (1 560 m ü. A.), nördlich der [[Kammspitze]] in [[Gröbming]] bei der Mündung eines ehemaligen [[Karst]]<nowiki>flusses</nowiki>: Gitter, Kreuz mit Endpunkten, Leiter, Sexualsymbol, Radkreuz, anthropomorphe und zoomorphe Motive | |||
# [[Zsammtreibbodenhöhle]] (1 590 m ü. A.), östlich des Hirzberges: Kreuz, Leiter, Pentagramm, Radkreuz, kleine Schalen | |||
# [[Schützenhöhle]] (1 648 m ü. A.), östlich des Hirzberges: Kreuz, Lebensbaum, anthropomorphe und zoomorphe Motive | |||
# Ausseer [[Lahnfriedalm]] (1 398 m ü. A.): Kreuz mit Endpunkten, Initialen, Jahreszahlen, Sexualsymbol | |||
# [[Lieglloch]] (1 230 m ü. A.) in [[Tauplitz]]: Gitter, Kreuz, Leiter, Pentagramm, Sexualsymbol, geometrische und Schriftzeichen, Initialen, Jahreszahlen | |||
== Quellen == | == Quellen == | ||
* Mandl, F.: ''Felsbilder im Bezirk Liezen'' in: ''[[Da schau her]]'', 34. Jg., 1/2013, S 7 - 11, [[Trautenfels]], [[Verein Schloss Trautenfels]], 2013 | * Mandl, F.: ''Felsbilder im Bezirk Liezen'' in: ''[[Da schau her]]'', 34. Jg., 1/2013, S 7 - 11, [[Trautenfels]], [[Verein Schloss Trautenfels]], 2013 | ||
* {{wikipedia-de|Felsbildplätze in Österreich}} | |||
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[[Kategorie:Geschichte]] | |||
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Version vom 23. August 2016, 19:15 Uhr


Die Felsbilder im Bezirk Liezen sind schützenswerte Kulturdenkmäler und werden vom eigens dafür gegründeten Verein ANISA erforscht.
Vorkommen von Felsbildern
Die Felsbilder auf Kalkgesteinen sind in Österreich überwiegend an die Nördlichen Kalkalpen gebunden. Im Bezirk Liezen sind die Vorkommen im Dachsteingebirge, am Grimming, im Toten Gebirge und im Gesäuse. Meist befinden sich die Bilder an entlegenen Orten.
In den Niederen Tauern gibt es nur sehr wenige Vorkommen von Felsbildstationen. Die Anzahl an Ritzungen hängt stark von der Ritzbarkeit der Gesteine und von der wirtschaftlichen Nutzung des Areals ab. Das Dachsteingebirge etwa mit seinem überwiegend auftretenden Dachsteinkalk und den zahlreichen Almengebieten, lieferte dafür ideale Voraussetzungen. Deshalb liegt auch hier die größte Dichte an Fundorten vor.
Im Allgemeinen zeigen die Felsbilder Zeichen, Inschriften und Bilder, die in das Gestein geritzt, geschnitten oder punziert wurden. Dafür wurden spitze Steine oder Messer verwendet. Aufgrund der Erzeugungstechnik müssten sie deshalb eigentlich als "Felsritzbilder" bezeichnet werden.
Als Gestalter der Felsbilder kommen Personen in Frage, die sich aus wirtschaftlichen Gründen in den Fels- und Waldgebieten aufhalten. Einst waren es Almleute, Jäger, Forstarbeiter, Köhler, Bergleute, Sammler von Naturprodukten oder Säumer. Seit der jüngeren Vergangenheit "verewigen" sich auch vermehrt Wanderer an den Felswänden.
Felsbildwände sind in der Regel an schattigen Plätzen und nach Norden orientiert. Grund dafür ist die so genannte "Verwitterungsrinde", die zur Bildung Feuchtigkeit in Verbindung mit Pflanzensäuren benötigt. Letztere liefert vor allem das Moos Seligeria Trifaria. Dadurch entsteht am anstehenden Kalkstein (bevorzugt Dachsteinkalk und Wettersteinkalk) eine weiche, bis zu 50 mm tiefe Rinde, die leicht ritzbar ist.
Laut den Forschungsergebnissen des Vereins ANISA stammen die Felsbilder im Bezirk Liezen überwiegend aus der Neuzeit und dem Mittelalter. Es gibt bislang jedoch noch keine geeignete Methode zur absoluten Altersbestimmung. Deshalb bedient man sich Vergleichsdatierungen. Eindeutig zu verifizieren sind nur eingeritzte Jahreszahlen.
Auch die Verwitterung verstärkt die Problematik der Datierung. Oft ist nicht eindeutig feststellbar, ob es sich um natürliche oder künstliche Ritzungen handelt.
Die Plätze
- Notgasse und Riesgasse (1 550 m ü. A.), Kemetgebirge im östlichen Dachsteingebirge
- Abri westlich der Brandalm (1 420 m ü. A.) im Kemetgebirge: Kreuz, Leiter
- Rotlackensteig I (1 560 m ü. A.), Kemetgebirge: Leiter mit Endpunkten.
- Rotlackensteig II (1 625 m ü. A.), Kemetgebirge: Leiter, geometrische Zeichen.
- Neubergeiskeller (1 650 m ü. A.), östlich des Hirzberges: Gitter, Kreuz, Leiter, geometrische Zeichen.
- Mausbendlloch (1 560 m ü. A.), nördlich der Kammspitze in Gröbming bei der Mündung eines ehemaligen Karstflusses: Gitter, Kreuz mit Endpunkten, Leiter, Sexualsymbol, Radkreuz, anthropomorphe und zoomorphe Motive
- Zsammtreibbodenhöhle (1 590 m ü. A.), östlich des Hirzberges: Kreuz, Leiter, Pentagramm, Radkreuz, kleine Schalen
- Schützenhöhle (1 648 m ü. A.), östlich des Hirzberges: Kreuz, Lebensbaum, anthropomorphe und zoomorphe Motive
- Ausseer Lahnfriedalm (1 398 m ü. A.): Kreuz mit Endpunkten, Initialen, Jahreszahlen, Sexualsymbol
- Lieglloch (1 230 m ü. A.) in Tauplitz: Gitter, Kreuz, Leiter, Pentagramm, Sexualsymbol, geometrische und Schriftzeichen, Initialen, Jahreszahlen
Quellen
- Mandl, F.: Felsbilder im Bezirk Liezen in: Da schau her, 34. Jg., 1/2013, S 7 - 11, Trautenfels, Verein Schloss Trautenfels, 2013
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Felsbilder im Bezirk Liezen"