Landschaft des Ennstals: Unterschied zwischen den Versionen
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Dieser Artikel bietet einen Einblick in die '''Landschaft des Ennstals''' | Dieser Artikel bietet einen Einblick in die '''Landschaft des Ennstals''', um die Landschaft des [[Ennstal]]s und seiner Umgebung insbesondere unter geomorphologischen Gesichtspunkten zu sehen und zu verstehen. | ||
== Allgemeine Geographie und Lage des Ennstals == | == Allgemeine Geographie und Lage des Ennstals == | ||
Die [[Alpen]] bestehen aus verschiedenen Gesteinen, die durch ihre unterschiedlichen | Die [[Alpen]] bestehen aus verschiedenen Gesteinen, die durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften individuelle Landschaftsformen annehmen. Daraus ergeben sich Baueinheiten oder auch Großlandschaften. Das Ennstal liegt genau an der Grenze dreier Großlandschaften und bietet daher einen abwechslungsreichen Anblick. Durch die Lage gehört es zur [[Längstalfurche]], in der sich wichtige Längstäler Österreichs befinden. Die Längstalfurche ist durch ein breites Band weicherer Gesteine gekennzeichnet, wodurch sich Längstäler eingetieft haben und heute Gunsträume für uns Menschen darstellen. Heute sind diese Gebiete die zentralen Orte der Alpen.<ref>Bätzing Werner, Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 30.</ref> | ||
Eigenschaften individuelle Landschaftsformen annehmen. Daraus ergeben sich Baueinheiten oder auch Großlandschaften. Das | |||
dreier Großlandschaften und bietet daher einen abwechslungsreichen Anblick. Durch die Lage gehört es zur [[Längstalfurche]], in der sich wichtige Längstäler | |||
Österreichs befinden. Die Längstalfurche ist durch ein breites Band weicherer Gesteine gekennzeichnet, wodurch sich Längstäler eingetieft haben und heute | |||
Gunsträume für uns Menschen darstellen. Heute sind diese Gebiete die zentralen Orte der Alpen.<ref>Bätzing Werner, Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 30.</ref> | |||
Nördlich und südlich des Ennstals befinden sich Sedimentgesteine, die äußerst vielfältig sind und Härtegrade von weich bis hart aufweisen können. Für das Ennstal | Nördlich und südlich des Ennstals befinden sich Sedimentgesteine, die äußerst vielfältig sind und Härtegrade von weich bis hart aufweisen können. Für das Ennstal | ||
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unwirtlichsten Gegenden gehören. Der Süden bietet mit der [[Grauwackenzone]] hingegen weichere Formen und ist siedlungsfreundlicher. Sie sind durch eine | unwirtlichsten Gegenden gehören. Der Süden bietet mit der [[Grauwackenzone]] hingegen weichere Formen und ist siedlungsfreundlicher. Sie sind durch eine | ||
sehr gute Bodenbildung gekennzeichnet, die hohe Erodierbarkeit bietet jedoch auch eine erhöhte Gefahr durch Naturprozesse. Als dritte geologische Großlandschaft | sehr gute Bodenbildung gekennzeichnet, die hohe Erodierbarkeit bietet jedoch auch eine erhöhte Gefahr durch Naturprozesse. Als dritte geologische Großlandschaft | ||
sind die Zentralalpen zu nennen, die ebenfalls im Süden an das Ennstal anschließen.<ref>Bätzing Werner, Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 28.</ref> | sind die Zentralalpen zu nennen, die ebenfalls im Süden an das Ennstal anschließen.<ref>Bätzing Werner, Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015, S. 28.</ref> Zu erwähnen ist die nicht einheitliche Einteilung hinsichtlich der geologischen Gliederung Österreichs, was in unserem Fall die Gebiete südlich des Ennstals betrifft. | ||
Zu erwähnen ist die nicht einheitliche Einteilung hinsichtlich der geologischen Gliederung Österreichs, was in unserem Fall die Gebiete südlich des Ennstals betrifft. | |||
Ein weiterer geologischer Überblick über das Ennstal ist [[Geologischer Überblick über das Ennstal|hier]] zu finden. | Ein weiterer geologischer Überblick über das Ennstal ist [[Geologischer Überblick über das Ennstal|hier]] zu finden. | ||
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[[Datei:@3578VorbGrimNebSNc.jpg|thumb|Der Grimming erfuhr durch den Kalkstein seine gewaltige Erscheinung]] | [[Datei:@3578VorbGrimNebSNc.jpg|thumb|Der Grimming erfuhr durch den Kalkstein seine gewaltige Erscheinung]] | ||
Im Norden befinden sich die [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]]. Zu nennen sind hier das | Im Norden befinden sich die [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]]. Zu nennen sind hier das | ||
[[Dachsteingebirge]], das [[Totes Gebirge|Tote Gebirge]] sowie die [[Ennstaler Alpen]]. Die Nördlichen Kalkalpen bestehen aus Kalkstein, er ist ein wasserlösliches Gestein und | [[Dachsteingebirge]], das [[Totes Gebirge|Tote Gebirge]] sowie die [[Ennstaler Alpen]]. Die Nördlichen Kalkalpen bestehen aus Kalkstein, er ist ein wasserlösliches Gestein und verwittert nur langsam. Letzteres hat zur Folge, dass diese Berge oft durch senkrechte Wände gekennzeichnet sind. Sehr imposant erscheint daher | ||
verwittert nur langsam. Letzteres hat zur Folge, dass diese Berge oft durch senkrechte Wände gekennzeichnet sind. Sehr imposant erscheint daher | beispielsweise die [[Dachstein Südwand]]. Typisch für die Nördlichen Kalkalpen sind markante Einzelgipfel. Dementsprechend eindrucksvoll mussten diese Berge schon seit frühester Zeit auf den Menschen gewirkt haben. So wurde der [[Grimming]] früher als ''Mons Styriae altissimus'' bezeichnet, also als höchster Berg der [[Steiermark]] gehandelt.<ref>Bätzing Werner, Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 36; Universalmuseum Joanneum, der grimmige Berg. http://www.museum-joanneum.at/upload/file/Der_grimmige_Berg.pdf.</ref> Somit können die Nördlichen Kalkalpen als sehr landschaftsprägend für das Ennstal bezeichnet werden. | ||
beispielsweise die [[Dachstein Südwand]]. Typisch für die Nördlichen Kalkalpen sind | |||
markante Einzelgipfel. Dementsprechend eindrucksvoll mussten diese Berge schon seit frühester Zeit auf den Menschen gewirkt haben. So wurde der [[Grimming]] | |||
früher als ''Mons Styriae altissimus'' bezeichnet, also als höchster Berg der [[Steiermark]] gehandelt.<ref>Bätzing Werner, Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 36; Universalmuseum Joanneum, der grimmige Berg. http://www.museum-joanneum.at/upload/file/Der_grimmige_Berg.pdf.</ref> Somit können die Nördlichen Kalkalpen als sehr landschaftsprägend für das Ennstal bezeichnet werden. | |||
Außerdem versickert das Wasser durch den Karst, es fließt unterirdisch ab und tritt am | Außerdem versickert das Wasser durch den Karst, es fließt unterirdisch ab und tritt am Fuße des Berges in Karstquellen wieder heraus. Am Kalkstein kann sich erst dort Vegetation bilden, wo der Gletscher Moränenmaterial hinterlassen hat. Somit finden wir wenig Vegetation vor, weshalb die Kalkaplen auch die „bleichen Berge“ genannt werden. Der Formenschatz ist jedoch sehr groß, es gibt unter- und oberirdische, nackte und bedeckte Formen. Beim nackten Karst können vereinzelt Reste von Vegetation und Boden vorherrschen, von bedecktem Karst spricht man dann, wenn eine Boden- und Vegetationsschicht das Gestein überdeckt. Der Karst ist also grundsätzlich siedlungsfeindlich, kann aber auch Lebensraum für Flora und Fauna sein.<ref>Bätzing Werner, Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 36; Glawion Rainer et. al. Physische Geographie. Braunschweig 2012, S. 214.</ref> | ||
Fuße des Berges in Karstquellen wieder heraus. Am Kalkstein kann sich erst dort Vegetation bilden, wo der Gletscher Moränenmaterial hinterlassen hat. Somit | |||
finden wir wenig Vegetation vor, weshalb die Kalkaplen auch die „bleichen Berge“ genannt werden. Der Formenschatz ist jedoch sehr groß, es gibt unter- und oberirdische, | |||
nackte und bedeckte Formen. Beim nackten Karst können vereinzelt Reste von Vegetation und Boden vorherrschen, von bedecktem Karst spricht man dann, wenn eine Boden- | |||
und Vegetationsschicht das Gestein überdeckt. Der Karst ist also grundsätzlich siedlungsfeindlich, kann aber auch Lebensraum für Flora und Fauna sein.<ref>Bätzing Werner, Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Darmstadt 2005, S. 36; Glawion Rainer et. al. Physische Geographie. Braunschweig 2012, S. 214.</ref> | |||
Die folgenden Bilder zeigen typische Landschaftsformen des Kalksteines. | Die folgenden Bilder zeigen typische Landschaftsformen des Kalksteines. | ||