Grabneralm: Unterschied zwischen den Versionen

Ewaldgabardi (Diskussion | Beiträge)
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
(15 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
[[Datei:Grabneralmhaus8148.JPG|thumb|die Grabneralm]]
[[Datei:Grabneralmhaus8148.JPG|thumb|Die Grabneralm]]
Die '''Grabneralm''' ist eine [[Alm]] bei [[Hall bei Admont]], zu der das [[Grabneralmhaus]] gehört.  
[[Datei:Grabneralm8139.JPG|thumb|Die Grabneralm]]
[[Datei:Grabneralm8326.JPG|thumb|Alte [[Lärche]].]]
[[Datei:Grabneralm8307.JPG|thumb|Die Grabneralm]]
Die '''Grabneralm''' ist eine [[Alm]] im Norden der [[Gemeindestrukturreform|ehemaligen]] Gemeinde [[Hall (Gemeinde)|Hall]], heute Marktgemeinde [[Admont]], zu der das [[Grabneralmhaus]] gehört.  


== Geschichte ==
== Geschichte ==
=== Ein neuer Weg ===
=== Ein neuer Weg ===
Der alten Hohlweg, der im Jahre 1810 dem Pferd des Hofrichters zum Verhängnis geworden war, war steinig, ausgewaschen und steil. So baute man in den Jahren [[1908]] bis [[1910]] mit böhmischen Deichgräbern einen flachen, neu trassierten Weg vom [[Buchauer Sattel]] aus. Der Chronist [[Hubert Walter]] berichtete:
Der alten Hohlweg, der im Jahre [[1810]] dem Pferd des Hofrichters zum Verhängnis geworden war, war steinig, ausgewaschen und steil. So baute man in den Jahren [[1908]] bis [[1910]] mit böhmischen Deichgräbern einen flachen, neu trassierten Weg vom [[Buchauer Sattel]] aus. Der Chronist [[Hubert Walter]] berichtete:  


''Es wurde sehr sorgfältig (zum Teil stehende Packlage = Grundsteinschicht einer Straße), aber noch ohne Maschinen gebaut, Holz, Steine und anderes Material führte man je nach Bedarf mit Pferden oder Ochsen zu. Es waren 60 lfm Steinsprengungen, die Errichtung einer Stützmauer und bergseitig die Anlage einer Wasserrinne erforderlich. Alle 50 bis 100 m pflasterte man Wasserspulen mit Steinen aus und versah die 3 602 m lange Weganlage da und dort mit Sicherungsbauten.''
''Es wurde sehr sorgfältig (zum Teil stehende Packlage = Grundsteinschicht einer Straße), aber noch ohne Maschinen gebaut, Holz, Steine und anderes Material führte man je nach Bedarf mit Pferden oder Ochsen zu. Es waren 60 lfm Steinsprengungen, die Errichtung einer Stützmauer und bergseitig die Anlage einer Wasserrinne erforderlich. Alle 50 bis 100 m pflasterte man Wasserspulen mit Steinen aus und versah die 3 602 m lange Weganlage da und dort mit Sicherungsbauten.''


Wenn man vom Parkplatz auf dem Buchauer Sattel aus in den Wald kommen und es es einem warm wird, dann bremst man seine Gangart etwas, schaut bitte auf den Weg und bewundert das bald hundert Jahre alte Bauwerk. Wo findet man die Stützmauer, wie sehen Wasserspulen aus, und wie fühlt sich die heute teilweise blo0liegende „stehende Packlage“ unter seinen Schuhen an?  
Wenn man vom Parkplatz auf dem Buchauer Sattel aus in den Wald kommen und es es einem warm wird, dann bremst man seine Gangart etwas, schaut bitte auf den Weg und bewundert das bald hundert Jahre alte Bauwerk. Wo findet man die Stützmauer, wie sehen Wasserspulen aus, und wie fühlt sich die heute teilweise blo0liegende "stehende Packlage" unter seinen Schuhen an?  


=== Liegeterrassen für Kühe ===
=== Liegeterrassen für Kühe ===
Auf den Weideflächen unterhalb der Alm sieht man eigenartige Terrassen aus Stein. Wanderer haben oft darüber gerätselt und gewitzelt: waren sie ein Depot von Klaubsteinen oder gar Sonnenterrassen für die Kühe? Seltsamerweise beides! Denn Hubert Walter weiß zu berichten:
Auf den Weideflächen unterhalb der Alm sieht man eigenartige Terrassen aus Stein. Wanderer haben oft darüber gerätselt und gewitzelt: waren sie ein Depot von Klaubsteinen oder gar Sonnenterrassen für die Kühe? Seltsamerweise beides! Denn Hubert Walter weiß zu berichten:  


''Das bei der Räumung der Weideflächen angefallene Steinmaterial fand an gefährdeten Stellen zur Errichtung von einem Meter hohen, 30 bis 80 cm breiten Steinzäunen oder zur Schaffung von Viehliegestätten (Steinkonsolen, Liegeterrassen) auf geneigtem Terrain Verwendung, wodurch ein kostspieliger und zeitraubender Abtransport der Steine vermieden werden konnte. Diese ... Almterrassen wurden mit Erde abgedeckt. Das Vieh nahm sie gerne zur Ruhe an.''
''Das bei der Räumung der Weideflächen angefallene Steinmaterial fand an gefährdeten Stellen zur Errichtung von einem Meter hohen, 30 bis 80 cm breiten Steinzäunen oder zur Schaffung von Viehliegestätten (Steinkonsolen, Liegeterrassen) auf geneigtem Terrain Verwendung, wodurch ein kostspieliger und zeitraubender Abtransport der Steine vermieden werden konnte. Diese ... Almterrassen wurden mit Erde abgedeckt. Das Vieh nahm sie gerne zur Ruhe an.''


Zuletzt wird man bei der „Grabneralm“ rasten. Das heute noch bestehende Haus war niemals eine Almwirtschaft, sondern ein [[1915]] erbautes „[[Landesschule für Almwirtschaft|Almschulgebäude]]“. Die ehemaligen Almhütten und Ställe lagen mehrheitlich unterhalb, von einigen sieht man noch die Fundamente. Am obersten Almstall (heute verfallen und von Brennesseln überwuchert) wandert man - etwa 10 Minuten oberhalb der Grabneralm - vorbei. Und sollte man der Blumen wegen auf den [[Grabnerstein]] steigen, so erkennt man knapp unterhalb des Gipfels die Überreste des „Versuchsstalles“.
Zuletzt wird man bei der "Grabneralm" rasten. Das heute noch bestehende Haus war niemals eine Almwirtschaft, sondern ein [[1915]] erbautes "[[Landesschule für Almwirtschaft|Almschulgebäude]]". Die ehemaligen Almhütten und Ställe lagen mehrheitlich unterhalb, von einigen sieht man noch die Fundamente. Am obersten Almstall (heute verfallen und von Brennesseln überwuchert) wandert man - etwa 10 Minuten oberhalb der Grabneralm - vorbei. Und sollte man der Blumen wegen auf den [[Grabnerstein]] steigen, so erkennt man knapp unterhalb des Gipfels die Überreste des "Versuchsstalles".
== Bildergalerie ==
== Bilder ==
<gallery>
Datei:Grabneralm8139.JPG
Datei:Grabneralm8326.JPG|alte [[Lärche]]
Datei:Grabneralm8307.JPG
</gallery>
===weitere Bilder===
{{Bildkat}}
{{Bildkat}}
== Weblink ==
* Lage auf [http://www.austrianmap.at/amap/index.php?setTo=1%7E482407%7E416481%7E492654%7E412353%7E%40487209%7C414465%7E0%7ELAM_ETRS89%7E1291%7E520 AMap]
== Quellen ==
== Quellen ==
* [[Josef Hasitschka]], mit detaillierten Quellenangaben und Literaturverweisen im EnnstalWiki-Beitrag [[Natterriegel]]
* [[Josef Hasitschka]], mit detaillierten Quellenangaben und Literaturverweisen im EnnstalWiki-Beitrag [[Natterriegel]]
* [http://www.grabneralmhaus.at/ www.grabneralmhaus.at]
* [http://www.grabneralmhaus.at/ www.grabneralmhaus.at]
{{Quelle AMap}}


[[Kategorie:Admont]]
[[Kategorie:Hall]]
[[Kategorie:Wirtschaft]]
[[Kategorie:Wirtschaft]]
[[Kategorie:Landwirtschaft]]
[[Kategorie:Landwirtschaft]]
[[Kategorie:Landwirtschaft (Gebäude)]]
[[Kategorie:Almwirtschaft]]
[[Kategorie:Almwirtschaft]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Alm]]
[[Kategorie:Alm]]
[[Kategorie:Alpen]]
[[Kategorie:Ostalpen]]
[[Kategorie:Ostalpen]]
[[Kategorie:Kalkalpen]]
[[Kategorie:Ennstaler Alpen]]
[[Kategorie:Ennstaler Alpen]]
[[Kategorie:Kalkalpen]]
[[Kategorie:Gesäuse]]
[[Kategorie:Nationalpark Gesäuse]]
 
 
[[Kategorie:Gesäuse]]