Ehrlich-Sammlung: Unterschied zwischen den Versionen

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== Die Sammlung ==
== Die Sammlung ==
Es war der ausdrückliche Wunsch von Ehrlich, dass  seine Sammlung nach seinem Tode in ihrer Gesamtheit als  „Ehrlich-Sammlung" von der Stadtgemeinde Schladming übernommen wird. Als es [[1964]] soweit war, wollten seine Erben, vor allem seine Witwe, die Sammlung an  die Stadtgemeinde verkaufen. Der geforderte Preis erschien jedoch als zu  hoch. Im Jahre [[1971]] erwarb die Stadtgemeinde die Sammlung doch,  allerdings zu einem wesentlich günstigeren Preis. Es wird sich heute  kaum mehr eruieren lassen, was sich alles um diese schöne Sammlung nach  seinem Tode abgespielt hat. Beim ersten Durchmustern gewann man  jedenfalls rasch den Eindruck, dass sie nicht mehr vollständig ist und  besonders schöne und interessante Stücke nicht mehr vorhanden waren. Ein  Inventarverzeichnis stand leider nicht mehr zur Verfügung.
Es war der ausdrückliche Wunsch von Ehrlich, dass  seine Sammlung nach seinem Tode in ihrer Gesamtheit als  "Ehrlich-Sammlung" von der Stadtgemeinde Schladming übernommen wird. Als es [[1964]] so weit war, wollten seine Erben, vor allem seine Witwe, die Sammlung an  die Stadtgemeinde verkaufen. Der geforderte Preis erschien jedoch als zu  hoch. Im Jahre [[1971]] erwarb die Stadtgemeinde die Sammlung doch,  allerdings zu einem wesentlich günstigeren Preis. Es wird sich heute  kaum mehr eruieren lassen, was sich alles um diese schöne Sammlung nach  seinem Tode abgespielt hat. Beim ersten Durchmustern gewann man  jedenfalls rasch den Eindruck, dass sie nicht mehr vollständig ist und  besonders schöne und interessante Stücke nicht mehr vorhanden waren. Ein  Inventarverzeichnis stand leider nicht mehr zur Verfügung.


Nach dem Tode Ehrlichs musste die Sammlung aus dem [[Haus Aschenbrödl]] ausgesiedelt werden und machte anschließend mehrere  Umsiedlungen durch. Die zwischenzeitlichen Aufbewahrungsorte waren  Verlegenheitslösungen und durch die zum Teil offenen Stellagen mit den  Einschiebetabletten kam es zu Verstaubungen und Verschmutzungen. Bei den  Umsiedlungen selbst kam es unweigerlich zu Verlusten und vieles kam in  Unordnung. Im Einvernehmen mit dem wissenschaftlichen Betreuer des Stadtmuseums Schladming, Univ. Doz. Dr. Fritz Ebner vom Landesmuseum Joanneum, wurde dem Verfasser dieses Beitrages die Neuordnung und  Inventarisierung der Ehrlich-Sammlung anvertraut. Es war eine  zeitraubende und schwierige Arbeit zu retten, was noch zu retten war,  Ordnung hineinzubringen und schließlich ein neues Inventar anzulegen.
Nach dem Tode Ehrlichs musste die Sammlung aus dem [[Haus Aschenbrödl]] ausgesiedelt werden und machte anschließend mehrere  Umsiedlungen durch. Die zwischenzeitlichen Aufbewahrungsorte waren  Verlegenheitslösungen und durch die zum Teil offenen Stellagen mit den  Einschiebetabletten kam es zu Verstaubungen und Verschmutzungen. Bei den  Umsiedlungen selbst kam es unweigerlich zu Verlusten und vieles kam in  Unordnung. Im Einvernehmen mit dem wissenschaftlichen Betreuer des [[Stadtmuseum Schladming|Stadtmuseums Schladming]], Univ. Doz. Dr. Fritz Ebner vom Landesmuseum Joanneum, wurde dem Verfasser dieses Beitrages die Neuordnung und  Inventarisierung der Ehrlich-Sammlung anvertraut. Es war eine  zeitraubende und schwierige Arbeit zu retten, was noch zu retten war,  Ordnung hineinzubringen und schließlich ein neues Inventar anzulegen.


Die  Sammlung umfasst nun etwa 6 000 Objekte. Die genaue Zahl kann erst  angegeben werden, wenn auch die Fossilien aus den Werfener Schichten  unter Dach und Fach gebracht sind. Von allen Objekten werden  Verzeichnisse hinsichtlich Art und Fundort angelegt.
Die  Sammlung umfasst nun etwa 6 000 Objekte. Die genaue Zahl kann erst  angegeben werden, wenn auch die Fossilien aus den [[swiki:Werfener Schichten|Werfener Schichten]] unter Dach und Fach gebracht sind. Von allen Objekten werden  Verzeichnisse hinsichtlich Art und Fundort angelegt.


Was  den weiteren Verbleib der Sammlung betrifft, so kommt ein kleinerer  Teil von besonders schönen und interessanten Stücken in die Schausammlung des städtischen Museums, während der größere Teil eine Archivsammlung  bildet, welche Spezialisten. auf den Gebieten Geologie, Mineralogie und  Paläontologie zum Studium zur Verfügung stehen wird.  
Was  den weiteren Verbleib der Sammlung betrifft, so kommt ein kleinerer  Teil von besonders schönen und interessanten Stücken in die Schausammlung des städtischen Museums, während der größere Teil eine Archivsammlung  bildet, welche Spezialisten auf den Gebieten Geologie, Mineralogie und  Paläontologie zum Studium zur Verfügung stehen wird.


== Das hinterlassene Schrifttum ==
== Das hinterlassene Schrifttum ==
Wie  bereits erwähnt, war Ernst Ehrlich kein Mineraliensammler im üblichen  Sinne, dem es im wesentlichen darauf ankam, möglichst schöne und seltene  Stücke zu erwerben, um sie jedermann vorführen zu können. Er war  vielmehr bestrebt, möglichst tief in die wissenschaftlichen Grundlagen  einzudringen. Schon in seiner Brucker Zeit kam er durch seinen damaligen  Chef mit viel wissenschaftlicher Literatur in Berührung und konnte seine  spätere Sammlertätigkeit darauf aufbauen. Da ein Großteil der  hinterlassenen Bücher und Schriften weit in das [[19. Jahrhundert]]  zurückgeht, ist auch anzunehmen, dass ihm dieser Teil von seinem  damaligen Chef überlassen wurde oder er ihn nach dessen Tode erwarb.
Wie  bereits erwähnt, war Ernst Ehrlich kein Mineraliensammler im üblichen  Sinne, dem es im Wesentlichen darauf ankam, möglichst schöne und seltene  Stücke zu erwerben, um sie jedermann vorführen zu können. Er war  vielmehr bestrebt, möglichst tief in die wissenschaftlichen Grundlagen  einzudringen. Schon in seiner Brucker Zeit kam er durch seinen damaligen  Chef mit viel wissenschaftlicher Literatur in Berührung und konnte seine  spätere Sammlertätigkeit darauf aufbauen. Da ein Großteil der  hinterlassenen Bücher und Schriften weit in das [[19. Jahrhundert]]  zurückgeht, ist auch anzunehmen, dass ihm dieser Teil von seinem  damaligen Chef überlassen wurde oder er ihn nach dessen Tode erwarb.


Das  hinterlassene Schrifttum geht bis ins Jahr 1848 zurück und es befinden  sich darunter Bücher und Schriften, die bereits selten und daher  wertvoll geworden sind. Besonders hervorzuheben sind auch 38  vollständige Jahrgänge der Jahrbücher der k. k. Geologischen  Reichsanstalt (ab 1918 Bundesanstalt) aus dem Zeitraum von 1878 bis  1924. Dazu noch zehn Abhandlungen der Reichsanstalt von berühmten Autoren.  Denkschriften der Akademie der Wissenschaften in Wien und eine große  Zahl Separatdrucken zeugen davon, dass Ehrlich mit der Literatur  ziemlich auf dem Laufenden war. Er pflegte auch Kontakte mit der ganzen  Welt und hatte, Verbindung mit vielen Spezialisten.
Das  hinterlassene Schrifttum geht bis ins Jahr 1848 zurück und es befinden  sich darunter Bücher und Schriften, die bereits selten und daher  wertvoll geworden sind. Besonders hervorzuheben sind auch 38  vollständige Jahrgänge der Jahrbücher der k. k. Geologischen  Reichsanstalt (ab 1918 Bundesanstalt) aus dem Zeitraum von 1878 bis  1924. Dazu noch zehn Abhandlungen der Reichsanstalt von berühmten Autoren.  Denkschriften der Akademie der Wissenschaften in Wien und eine große  Zahl Separatdrucken zeugen davon, dass Ehrlich mit der Literatur  ziemlich auf dem Laufenden war. Er pflegte auch Kontakte mit der ganzen  Welt und hatte Verbindung mit vielen Spezialisten.


Aus  dem bis jetzt sichergestellten und inventarisierten Schrifttum geht  hervor, dass sich Ehrlich ganz besonders auf dem Gebiete der  Paläontologie betätigte. Seine Beschäftigung mit den Fossilien in den [[ Werfener Schichten]] und die daraus hervorgegangene Veröffentlichung über  die „Gervilien" in der Schriftenreihe der Mitteilungen des Museums  Joanneum in Graz zeugt davon. Dem Verfasser liegt ein Manuskript vor,  aus dem hervorgeht, dass Ehrlich auch eine Abhandlung über die Geologie  des oberen [[Ennstal]]es schreiben wollte. Es besteht kein Zweifel, dass  sein Name unter den damaligen Fachwissenschaftlern sehr bekannt war und  er oft Besuche bekam, wobei es zu einem Gedankenaustausch an Hand seiner  Sammelobjekte kam.
Aus  dem bis jetzt sichergestellten und inventarisierten Schrifttum geht  hervor, dass sich Ehrlich ganz besonders auf dem Gebiete der  Paläontologie betätigte. Seine Beschäftigung mit den Fossilien in den Werfener Schichten und die daraus hervorgegangene Veröffentlichung über  die "Gervilien" in der Schriftenreihe der Mitteilungen des Museums  Joanneum in Graz zeugt davon. Dem Verfasser liegt ein Manuskript vor,  aus dem hervorgeht, dass Ehrlich auch eine Abhandlung über die Geologie  des oberen [[Ennstal]]es schreiben wollte. Es besteht kein Zweifel, dass  sein Name unter den damaligen Fachwissenschaftlern sehr bekannt war und  er oft Besuche bekam, wobei es zu einem Gedankenaustausch an Hand seiner  Sammelobjekte kam.


== Quelle ==  
== Quelle ==  
* [[Heimatkundliche Blätter von Schladming]], Nr. 4, März 1984, Beitrag von Dr. [[Richard Reissner]]
* [[Heimatkundliche Blätter von Schladming]], Nr. 4, März 1984, Beitrag von Dr. [[Richard Reissner]]


[[Kategorie:Museum]]
[[Kategorie:Museum]]
[[Kategorie:Museum (Naturkunde)]]
[[Kategorie:Schladming]]
[[Kategorie:Schladming]]