Sebastianikapelle: Unterschied zwischen den Versionen

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==Geschichtliches ==
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[[1485]], zur Zeit der Türkeneinfälle, der Missernten und der  Pest  erbaute man südlich der
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Pfarrkirche eine  Sebastianskapelle. Sie ist die älteste Sebastiani-Kultstätte Österreichs. Von
[[Datei:Sebastianikapelle Weng historische Aufnahme.jpg|thumb|Eine historische Aufnahme.]]
den Türken blieb das  Admonttal zwar verschont, nicht aber von  der  Pest.  Bereits die  erste
Die '''Sebastianikapelle''', auch ''Kapelle gegen den Schwarzen Tod'', ist eine [[Denkmalliste Weng im Gesäuse|denkmalgeschützte]], katholische Kapelle und befindet sich in [[Weng im Gesäuse]]. Sie ist die älteste [[Sebastianitag|Sebastiani]]-Kultstätte Österreichs.
Pestepidemie um  [[1339]] hatte  viele Wenger dahingerafft, ebenso die  zweite um 1485. Der Prior des
Stiftes Admont (dort wurden 11 Patres von  der  Seuche dahingerafft) gelobte damals den
Kapellenbau.


Der hl. Sebastian, ein römischer Offizier der kaiserlichen Leibgarde, wurde von Bogenschützen  mit Pfeilen durchbohrt und durch Keulenschläge  getötet. Er gilt als Schutzpatron gegen die Pest und gegen Seuchen bei Mensch und Vieh.
==Geschichte ==
Der  hl.  Rochus,  der   typische Pestheilige, steht am  Altar  neben dem hl. Sebastian. Rochus 
Die [[Benediktinerstift Admont|Admonter]] [[Benediktinerorden|Benediktiner]] besitzen zwei Stätten der Sebastiani-Verehrung. Die eine ist die Sebastianikapelle in Weng, ddie andere im Sebastianikirchlein der Stiftspfarre [[Kalwang]] im [[Liesingtal]].
ist auch über dem Eingangsportal rechts neben dem hl. Sebastian abgebildet. Das Eingangsportal
selbst ist ein Kunstwerk, das  zum  Schauen und Entdecken einlädt: Die seltsame Jahreszahl (mit 
der eigenartigen Schreibweise der  Ziffer  4), die  Fresken als Bilderbuch für  die
Landbevölkerung.
Der Brauch, am 20. Jänner, dem [[Sebastianitag]], den „[[Sebastiani-Wein]]“  zu  weihen, ist auch heute
noch üblich. Früher tunkte man als Symbol  einen Pfeil des  Sebastian in den Wein:


thuet man den Wein weichen, ... dunket hernach  den Pfeil  Sebastiani hinein  und gibet den  
Von den Türkeneinfällen [[1485]] blieb das [[Admonttal]] zwar verschont, nicht aber von Misserenten und der [[Pest]]. Bereits die erste Pestepidemie um [[1339]] hatte viele Wenger dahingerafft, ebenso die zweite, die von August bis Oktober [[1486]] wütete. Der Prior des [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstiftes Admont]] (dort wurden zwölf Patres von der Seuche dahingerafft), P. [[Friedrich Weigel]], gelobte damals den Kapellenbau. Zwischen [[1496]] und [[1501]] ließ er unter Mithilfe des [[Äbte von Admont|Abts]] [[Leonhard von Stainach]] südlich der [[Katholische Pfarrkirche der Hll. 
Cosmas 
und 
Damian
|Pfarrkirche]] die Sebastianskapelle im [[Gotik|spätgotischen]] Stil errichten. Sie ist die älteste Sebastiani-Kultstätte Österreichs.
Leithen von solchem zu trinckhen bei dem Hochaltar. Man  schrieb diesem gesegneten Wein besondere
 
Kräfte zu und gab ihn daheim den Kranken.
Die Chronik berichtet, dass mit der Errichtung des kleine Sebustiani-Heiligtums "''alsogleieli die Pest aufhörte''". Der Ruf von der wunderbaren Errettung
des [[Admonttal]]es verbreitete sich und die Wenger Sebastianikapelle entwickelte sich zu einer viel besuchten Wallfahrtsstätte der Obersteiermark.
 
== Am Sebastianitag in Weng ==
Am [[20. Jänner]], dem Festtag des hl. Sebastian, mussten früher außer dem Ortspfarrer von Weng noch drei Priester zum Beichthören vom Stift Admont spätestens um 7 Uhr früh anwesend sein. Der Ortspfarrer hielt bereits um 6 Uhr früh in der Sebastianikapelle die Messe, nach welcher er dann "''dem Wirth seinen Sebastiani-Wein weichet''". Um 8 Uhr früh las der Prior in der Sebastianikapelle und der Pfarrer von Admont am Hochaltar der eigentlichen Pfarrkirche.
 
Die Ausbildung des Sebastianikults in Weng geht auf den Prior P. Friedrich Weigel zurück.
 
== Zechpröpbste ==
DieSebastianikapelle besaß auch eigene Zechpröpste. Als solche sind uns aus den Archivalien des Stiftes von 1516 bis 1706 genannt:
:[[1516]] Asmus Oehamsberger, Zechmeister zu St. Sebastian
:[[1520]]–[[1521]] Peter Pinzger
:[[1522]]–[[1540]] Stefann Krapf
:[[1546]]–[[1547]] Stefan Höpfler
:[[1548]]–[[1551]] und [[1554]]–[[1555]] Andrä auf der [[Buchau]]
:1554 Andrä Grawer
:1555 Lukas Zatsch
:[[1589]]–[[1592]] Philipp Gruber
:1592 Blasius Stanger
:1592–[[1596]] Balthasar Purglechner
:[[1603]]–[[1606]] Franz Stübl
:[[1609]]–[[1613]] Gabriel Purglechner
:[[1614]]–[[1640]] Simon Pinzger, "''zu Schwaighof im Admontthal seßhaft und derzeit verordneter und gesetzter Kirchenpropst des würdigen Gotteshauses St. Sebastian und allen gläubigen Seelen''"
:1640 Matthäus Ferchtl
:[[1663]]–[[1682]] Augustin Schröckenfuchs
:1682–[[1705]] Augustin Schröckenfuchs jun.
:[[1706]] Matthias Lackner
:[[1709]]–[[1715]] Augustin Schröckenfuchs jun.
 
== Über die Pestheiligen ==
Der hl. [[Sebastianitag|Sebastian]], ein römischer Offizier der kaiserlichen Leibgarde, wurde von Bogenschützen mit Pfeilen durchbohrt und durch Keulenschläge getötet. Er gilt als Schutzpatron gegen die Pest und gegen Seuchen bei Mensch und Vieh.
 
Der hl. Rochus, der typische Pestheilige, steht am Altar neben dem hl. Sebastian. Rochus ist auch über dem Eingangsportal rechts neben dem hl. Sebastian abgebildet. Das Eingangsportal selbst ist ein Kunstwerk, das zum Schauen und Entdecken einlädt: Die seltsame Jahreszahl (mit der eigenartigen Schreibweise der Ziffer 4), die Fresken als Bilderbuch für die Landbevölkerung.
 
== Bildergalerie ==
{{Bildkat}}
==Quellen==
==Quellen==
* [[Josef Hasitschka]]
* [[Josef Hasitschka]]
== Das Beiheft als PDF ==
: →  [[Media:Hasitschka, Wegpunkte Gesäuse red.pdf]]
* [http://www.ennstalwiki.at/wiki/images/0/01/Hasitschka%2C_Wegpunkte_Ges%C3%A4use_red.pdf Hasitschka,_Wegpunkte_Gesäuse_red.pdf]
* "Österreichische Zeitschrift für Volkskunde", herausgegeben vom Verein für Volkskunde in Wien, Band 10 der Gesamtserie 59, Wien 1956 (www.volkskundemuseum.at/jart/prj3/volkskundemuseum/.../OEZV_1956.pdf)


[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Admont]]
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
[[Kategorie:Denkmalschutz (Weng im Gesäuse)]]
[[Kategorie:Kapelle]]
[[Kategorie:Kapelle]]
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
[[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]]
[[Kategorie:Admont]]
[[Kategorie:Weng im Gesäuse]]

Aktuelle Version vom 2. Januar 2024, 10:26 Uhr

Die Sebastianikapelle.
Die Sebastianikapelle.
Die Sebastianikapelle.
Eine historische Aufnahme.

Die Sebastianikapelle, auch Kapelle gegen den Schwarzen Tod, ist eine denkmalgeschützte, katholische Kapelle und befindet sich in Weng im Gesäuse. Sie ist die älteste Sebastiani-Kultstätte Österreichs.

Geschichte

Die Admonter Benediktiner besitzen zwei Stätten der Sebastiani-Verehrung. Die eine ist die Sebastianikapelle in Weng, ddie andere im Sebastianikirchlein der Stiftspfarre Kalwang im Liesingtal.

Von den Türkeneinfällen 1485 blieb das Admonttal zwar verschont, nicht aber von Misserenten und der Pest. Bereits die erste Pestepidemie um 1339 hatte viele Wenger dahingerafft, ebenso die zweite, die von August bis Oktober 1486 wütete. Der Prior des Benediktinerstiftes Admont (dort wurden zwölf Patres von der Seuche dahingerafft), P. Friedrich Weigel, gelobte damals den Kapellenbau. Zwischen 1496 und 1501 ließ er unter Mithilfe des Abts Leonhard von Stainach südlich der Pfarrkirche die Sebastianskapelle im spätgotischen Stil errichten. Sie ist die älteste Sebastiani-Kultstätte Österreichs.

Die Chronik berichtet, dass mit der Errichtung des kleine Sebustiani-Heiligtums "alsogleieli die Pest aufhörte". Der Ruf von der wunderbaren Errettung des Admonttales verbreitete sich und die Wenger Sebastianikapelle entwickelte sich zu einer viel besuchten Wallfahrtsstätte der Obersteiermark.

Am Sebastianitag in Weng

Am 20. Jänner, dem Festtag des hl. Sebastian, mussten früher außer dem Ortspfarrer von Weng noch drei Priester zum Beichthören vom Stift Admont spätestens um 7 Uhr früh anwesend sein. Der Ortspfarrer hielt bereits um 6 Uhr früh in der Sebastianikapelle die Messe, nach welcher er dann "dem Wirth seinen Sebastiani-Wein weichet". Um 8 Uhr früh las der Prior in der Sebastianikapelle und der Pfarrer von Admont am Hochaltar der eigentlichen Pfarrkirche.

Die Ausbildung des Sebastianikults in Weng geht auf den Prior P. Friedrich Weigel zurück.

Zechpröpbste

DieSebastianikapelle besaß auch eigene Zechpröpste. Als solche sind uns aus den Archivalien des Stiftes von 1516 bis 1706 genannt:

1516 Asmus Oehamsberger, Zechmeister zu St. Sebastian
1520–1521 Peter Pinzger
1522–1540 Stefann Krapf
1546–1547 Stefan Höpfler
1548–1551 und 1554–1555 Andrä auf der Buchau
1554 Andrä Grawer
1555 Lukas Zatsch
1589–1592 Philipp Gruber
1592 Blasius Stanger
1592–1596 Balthasar Purglechner
1603–1606 Franz Stübl
1609–1613 Gabriel Purglechner
1614–1640 Simon Pinzger, "zu Schwaighof im Admontthal seßhaft und derzeit verordneter und gesetzter Kirchenpropst des würdigen Gotteshauses St. Sebastian und allen gläubigen Seelen"
1640 Matthäus Ferchtl
1663–1682 Augustin Schröckenfuchs
1682–1705 Augustin Schröckenfuchs jun.
1706 Matthias Lackner
1709–1715 Augustin Schröckenfuchs jun.

Über die Pestheiligen

Der hl. Sebastian, ein römischer Offizier der kaiserlichen Leibgarde, wurde von Bogenschützen mit Pfeilen durchbohrt und durch Keulenschläge getötet. Er gilt als Schutzpatron gegen die Pest und gegen Seuchen bei Mensch und Vieh.

Der hl. Rochus, der typische Pestheilige, steht am Altar neben dem hl. Sebastian. Rochus ist auch über dem Eingangsportal rechts neben dem hl. Sebastian abgebildet. Das Eingangsportal selbst ist ein Kunstwerk, das zum Schauen und Entdecken einlädt: Die seltsame Jahreszahl (mit der eigenartigen Schreibweise der Ziffer 4), die Fresken als Bilderbuch für die Landbevölkerung.

Bildergalerie

  • Sebastianikapelle – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

Quellen

→ Media:Hasitschka, Wegpunkte Gesäuse red.pdf
  • "Österreichische Zeitschrift für Volkskunde", herausgegeben vom Verein für Volkskunde in Wien, Band 10 der Gesamtserie 59, Wien 1956 (www.volkskundemuseum.at/jart/prj3/volkskundemuseum/.../OEZV_1956.pdf)