Kaiserau: Unterschied zwischen den Versionen

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[[File:Kaiserau.jpg|thumb|In der Kaiserau. Blick zum [[Schloss Kaiserau]] und im Hintergrund erhebt sich die [[Admonter Reichensteingruppe]].]]
Die '''{{PAGENAME}}''' ist ein Hochtal in der [[Katastralgemeinden im Ennstal|Katastralgemeinde]] [[Krumau]] der Marktgemeinde [[Admont]].
Die '''Kaiserau''', auch Kaiserauer Becken genannt, ist ein Hochtal in der [[Katastralgemeinden im Ennstal|Katastralgemeinde]] [[Krumau]] in der Marktgemeinde [[Admont]].


== Allgemeines ==
== Geografie ==
Das Hochplateau liegt auf einer Seehöhe von 1 127 [[m ü. A.]] und liegt im südwestlichen Teil der [[Admonter Reichensteingruppe]]. Im Sommer können in diesem Gebiet zahlreiche Wanderungen und Bergtouren unternommen werden. Für den Wintersport stehen drei Schlepplifte, ein ''Zauberteppich'' sowie eine Langlaufloipe zur Verfügung.
Südlich des Marktzentrums führt der [[Lichtmessbachgraben]] nach Süden in das Kaiserauer Becken, das sich in nordöstliche Richtung von rund 1 000 [[m ü. A.]] bis auf etwa 1 200 m ü. A. auf einer Länge von etwa drei Kilometer bei einer maximalen Breite von etwa 600 Metern erstreckt. Im Zentrum des Beckens befindet sich das [[Schloss Kaiserau]], an seinem Südrand verläuft die [[Mautstraße|mautpflichtige]] [[Kaiserau Mautstraße]].
==Geschichtliches==
Gruß dir, Kaiserin der  Auen  Und  der  Alpen Königin! dichtete vor etwa 180 Jahren der 
Orientalist Hammer-Purgstall beim Anblick  des  idyllischen Hochtales.
Der  Name stammt nicht
vom Kaiser, sondern von einer mittelalterlichen Schwaige namens Chaeserowe, hat also  mit  Käseerzeugung zu  tun. Die Sommermeierei des Stiftes Admont zählte früher zu  den größten der Steiermark. Im Sommer [[1827]] wurden dort
2.266  Pfund  (=  1300  Kilogramm) Butter gewonnen.
Auch Erzherzog Johann bewunderte die fortschrittliche Almwirtschaft.


[[Datei:Kaiserau (12.04.24) 082.jpg|thumb| Blick über die Kaiserau Richtung Südwesten. Links im Hintergrund die [[Seckauer Alpen]], rechts die [[Rottenmanner Tauern]], davor im [[Paltental]] die Stadt [[Trieben]].]]


Das im 18. Jahrhundert  zu  einem  Jagdschloss  umgebaute Gebäude beherbergte hochrangige
Das Hochplateau liegt auf einer Seehöhe von 1 127 [[m ü. A.]] im südwestlichen Teil der [[Admonter Reichensteingruppe]]. Im Sommer bietet die Kaiserau zahlreiche Wander- und Bergtourenmöglichkeiten. Für den Wintersport stehen drei Schlepplifte, ein "Zauberteppich" sowie eine Langlaufloipe zur Verfügung.
Gäste, die diese ruhige Berglandschaft geniessen konnten. Auch heute ist es dem Wanderer,  
Bergsteiger oder Skifahrer des  Sommers und Winters möglich, sich  ähnlich wohl zufühlen wie 
seinerzeit Hammer-Purgstall: Dich im Sonnenglanz zu schauen Ist für’s Leben Hochgewinn.


=== Gastronomie ===
Im Südosten führt das [[Edenburgertörl]] in die Nachbargemeinde [[Trieben]]. Im Nordosten liegt die [[Scheiblegger Hochalm]], im Südosten der [[Lahngangkogel]]. Von der Kaiserau hat man bei schönem Wetter einen guten Blick auf die [[Admonter Reichensteingruppe]].
: [[Sportalm Kaiserau]]


=== Hütten ===
[[Datei:Solarpark Kaiserau-0018-2022-11-14.jpg|thumb|Der [[Solarpark Kaiserau]].]]
: [[Oberst-Klinke-Hütte]]


== Geschichte ==
Zur Stromgewinnung wurde der [[Solarpark Kaiserau]] errichtet.
Seit jeher wird auf diesem Hochplateau Almwirtschaft betrieben. [[1160]] wird das bäuerliche Anwesen ''Chaiserowe'' und spätere [[Schloss Kaiserau]] erstmals urkundlich erwähnt.


[[1807]] bereiste der Schriftsteller [[Franz Sartori]] das [[Benediktinerstift Admont]] und die Kaiserau. Dabei beschrieb und lobte er in seinem Reisebericht die steiermärkische Almwirtschaft.
==Geschichte==
"Gruß dir, Kaiserin der Auen Und der Alpen Königin!". So dichtete vor etwa 180 Jahren der Orientalist Joseph von Hammer-Purgstall (* 1774 in Graz; † 1856 in Wien)<ref>siehe [https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Joseph_von_Hammer-Purgstall Joseph von Hammer-Purgstall]</ref> beim Anblick des idyllischen Hochtales.  


== Quelle ==
[[Datei:Kaiserau Schloss Kaibling 1925.jpg|thumb|[[Schloss Kaiserau]] in [[Admont]] mit dem [[Admonter Kaibling]], [[1925]], Verlag [[Franz Knollmüller]].]]
* [http://www.kaiserau.at/ Kaiserau]
 
Der Name stammt nicht von einem Kaiser, sondern von einer mittelalterlichen [[Schwaige]] namens "Chaeserowe" (erstmalige urkundliche Erwähnung im Jahr [[1160]]). Die Kaiserau hat also mit Käseerzeugung zu tun. Die Sommermeierei des [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstiftes Admont]] zählte früher zu den größten der Steiermark. Im Sommer [[1827]] wurden dort 2&nbsp;266 Pfund (= 1&nbsp;300 Kilogramm) Butter gewonnen.
 
[[Datei:Kaiseraukapelle0432.JPG|thumb|Die [[Kaiseraukapelle]].]]
 
[[1807]] besuchte der Schriftsteller [[Franz Sartori]] das Benediktinerstift Admont und die Kaiserau. Dabei beschrieb und lobte er in seinem Reisebericht die steiermärkische Almwirtschaft. Auch Erzherzog [[Johann von Österreich|Johann]] bewunderte die fortschrittliche Almwirtschaft.
 
Das im [[18. Jahrhundert]] zu einem [[Schloss Kaiserau|Jagdschloss]] umgebaute Gebäude in der Kaiserau beherbergte hochrangige Gäste, die diese ruhige Berglandschaft geniessen konnten. Auch heute ist es dem Wanderer, Bergsteiger oder Skifahrer des Sommers und Winters möglich, sich ähnlich wohl zu fühlen wie seinerzeit Hammer-Purgstall: "Dich im Sonnenglanz zu schauen Ist für’s Leben Hochgewinn."
 
==== Ereignisse ====
Am Sonntag, den [[14. Dezember]] [[1975]], fand ein Testlauf der Langläufer der DDR (Deutsche Demokratische Republik) in der Kaiserau statt. Mit Ausnahme des erkälteten Weltmeisters Gerhard Grimmer stand die Weltelite am Start. Die Bestzeit über 23 Kilometer lief Gert-Dietmar Klause mit 01:12,07 Stunden vor Wolf (01:13,16) und Hessler (01:14,02), bester Österreicher wurde auf Platz acht Peter Steiner aus Tirol (01:19,15). Schnellste Dame wurde Barbara Petzolt, DDR, mit 25:41,1 Minuten über acht Kilometer.<ref>[[swiki:Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 15. Dezember 1975, Seite 9</ref>
 
Im August [[2016]] sorgte ein europaweites Treffen von rund 450 Mitgliedern der sogenannten ''Rainbow Family'' für Aufregung. Ohne des Zustimmung des Grundstückeigentümers, dem [[Benediktinerstift Admont]] campierten die Mitglieder auf einer Alm in der Kaiserau von Samstag, den [[6. August|6.]], auf Sonntag, den [[7. August]] 2016. Nach einer Räumungsverordnung der [[Bezirkshauptmannschaft Liezen]] zogen die Campierer unter der Beobachtung von rund 70 Polizisten am Nachmittag wieder ab. Die Leute waren zuvor schon im Bezirk in [[Wildalpen]] und [[Palfau]] und dann in die Kaiserau weitergezogen.
 
"Das Ganze ist ein Weidegebiet. Auf der Fläche waren 200 Tiere, die wir aus Sicherheitsgründen wegtreiben mussten. Auch wenn sie uns gefragt hätten, hätten wir ein Camp an dieser Stelle niemals gestatten können", betonte [[Helmuth Neuner]], Wirtschaftsdirektor der Stiftes Admont.<ref>"Salzburger Nachrichten" in der online-Ausgabe vom [https://www.sn.at/panorama/oesterreich/450-hippies-campierten-illegal-in-obersteirischer-kaiserau-1183186 7. August 2016]</ref>
 
[[Datei:Lichtmeßbach1660217.JPG|thumb|Der südliche Beginn des [[Lichtmessbachgraben]]s in der Kaiserau.]]
 
Am [[31. August]] [[2024]] gaben [[Die Seer]] in der Kaiserau ihr Abschiedskonzert.
 
== Gastronomie ==
* [[Sportalm Kaiserau]]
* Gasthof Nagelschmiede
 
==Hütten ==
* [[Oberst-Klinke-Hütte]]
 
== Kleindenkmäler ==
* [[Kaiseraukapelle]]
 
== Sagen ==
* [[Die betenden Mönche]]
 
==Bilder==
{{Bildkat}}
== Weblink ==
* Lage auf [https://maps.bev.gv.at/#/center/14.4795,47.5444/zoom/14.3 AMap] (korrigierter neuer Link, Datenstand 7. Dezember 2022)
 
== Quellen ==
{{homepage|https://www.kaiserau.at/kaiserau}}
* [[Josef Hasitschka]]
* [[Josef Hasitschka]]
== Das Beiheft als PDF ==
: → das Beiheft als PDF: Datei:Hasitschka, Wegpunkte Gesäuse red.pdf|Hasitschka, Wegpunkte Gesäuse]]
* [http://www.ennstalwiki.at/wiki/images/0/01/Hasitschka%2C_Wegpunkte_Ges%C3%A4use_red.pdf Hasitschka,_Wegpunkte_Gesäuse_red.pdf]
 
== Einzelnachweise ==
<references/>


[[Kategorie:Admont]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Tal]]
[[Kategorie:Tal]]
[[Kategorie:Admont]]
[[Kategorie:Ostalpen]]
[[Kategorie:Kalkalpen]]
[[Kategorie:Ennstaler Alpen]]
[[Kategorie:Eisenerzer Alpen]]

Aktuelle Version vom 31. August 2026, 08:09 Uhr

In der Kaiserau. Blick zum Schloss Kaiserau und im Hintergrund erhebt sich die Admonter Reichensteingruppe.

Die Kaiserau, auch Kaiserauer Becken genannt, ist ein Hochtal in der Katastralgemeinde Krumau in der Marktgemeinde Admont.

Geografie

Südlich des Marktzentrums führt der Lichtmessbachgraben nach Süden in das Kaiserauer Becken, das sich in nordöstliche Richtung von rund 1 000 m ü. A. bis auf etwa 1 200 m ü. A. auf einer Länge von etwa drei Kilometer bei einer maximalen Breite von etwa 600 Metern erstreckt. Im Zentrum des Beckens befindet sich das Schloss Kaiserau, an seinem Südrand verläuft die mautpflichtige Kaiserau Mautstraße.

Datei:Kaiserau (12.04.24) 082.jpg
Blick über die Kaiserau Richtung Südwesten. Links im Hintergrund die Seckauer Alpen, rechts die Rottenmanner Tauern, davor im Paltental die Stadt Trieben.

Das Hochplateau liegt auf einer Seehöhe von 1 127 m ü. A. im südwestlichen Teil der Admonter Reichensteingruppe. Im Sommer bietet die Kaiserau zahlreiche Wander- und Bergtourenmöglichkeiten. Für den Wintersport stehen drei Schlepplifte, ein "Zauberteppich" sowie eine Langlaufloipe zur Verfügung.

Im Südosten führt das Edenburgertörl in die Nachbargemeinde Trieben. Im Nordosten liegt die Scheiblegger Hochalm, im Südosten der Lahngangkogel. Von der Kaiserau hat man bei schönem Wetter einen guten Blick auf die Admonter Reichensteingruppe.

Der Solarpark Kaiserau.

Zur Stromgewinnung wurde der Solarpark Kaiserau errichtet.

Geschichte

"Gruß dir, Kaiserin der Auen Und der Alpen Königin!". So dichtete vor etwa 180 Jahren der Orientalist Joseph von Hammer-Purgstall (* 1774 in Graz; † 1856 in Wien)[1] beim Anblick des idyllischen Hochtales.

Schloss Kaiserau in Admont mit dem Admonter Kaibling, 1925, Verlag Franz Knollmüller.

Der Name stammt nicht von einem Kaiser, sondern von einer mittelalterlichen Schwaige namens "Chaeserowe" (erstmalige urkundliche Erwähnung im Jahr 1160). Die Kaiserau hat also mit Käseerzeugung zu tun. Die Sommermeierei des Benediktinerstiftes Admont zählte früher zu den größten der Steiermark. Im Sommer 1827 wurden dort 2 266 Pfund (= 1 300 Kilogramm) Butter gewonnen.

Die Kaiseraukapelle.

1807 besuchte der Schriftsteller Franz Sartori das Benediktinerstift Admont und die Kaiserau. Dabei beschrieb und lobte er in seinem Reisebericht die steiermärkische Almwirtschaft. Auch Erzherzog Johann bewunderte die fortschrittliche Almwirtschaft.

Das im 18. Jahrhundert zu einem Jagdschloss umgebaute Gebäude in der Kaiserau beherbergte hochrangige Gäste, die diese ruhige Berglandschaft geniessen konnten. Auch heute ist es dem Wanderer, Bergsteiger oder Skifahrer des Sommers und Winters möglich, sich ähnlich wohl zu fühlen wie seinerzeit Hammer-Purgstall: "Dich im Sonnenglanz zu schauen Ist für’s Leben Hochgewinn."

Ereignisse

Am Sonntag, den 14. Dezember 1975, fand ein Testlauf der Langläufer der DDR (Deutsche Demokratische Republik) in der Kaiserau statt. Mit Ausnahme des erkälteten Weltmeisters Gerhard Grimmer stand die Weltelite am Start. Die Bestzeit über 23 Kilometer lief Gert-Dietmar Klause mit 01:12,07 Stunden vor Wolf (01:13,16) und Hessler (01:14,02), bester Österreicher wurde auf Platz acht Peter Steiner aus Tirol (01:19,15). Schnellste Dame wurde Barbara Petzolt, DDR, mit 25:41,1 Minuten über acht Kilometer.[2]

Im August 2016 sorgte ein europaweites Treffen von rund 450 Mitgliedern der sogenannten Rainbow Family für Aufregung. Ohne des Zustimmung des Grundstückeigentümers, dem Benediktinerstift Admont campierten die Mitglieder auf einer Alm in der Kaiserau von Samstag, den 6., auf Sonntag, den 7. August 2016. Nach einer Räumungsverordnung der Bezirkshauptmannschaft Liezen zogen die Campierer unter der Beobachtung von rund 70 Polizisten am Nachmittag wieder ab. Die Leute waren zuvor schon im Bezirk in Wildalpen und Palfau und dann in die Kaiserau weitergezogen.

"Das Ganze ist ein Weidegebiet. Auf der Fläche waren 200 Tiere, die wir aus Sicherheitsgründen wegtreiben mussten. Auch wenn sie uns gefragt hätten, hätten wir ein Camp an dieser Stelle niemals gestatten können", betonte Helmuth Neuner, Wirtschaftsdirektor der Stiftes Admont.[3]

Der südliche Beginn des Lichtmessbachgrabens in der Kaiserau.

Am 31. August 2024 gaben Die Seer in der Kaiserau ihr Abschiedskonzert.

Gastronomie

Hütten

Kleindenkmäler

Sagen

Bilder

  • Kaiserau – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

Weblink

  • Lage auf AMap (korrigierter neuer Link, Datenstand 7. Dezember 2022)

Quellen

→ das Beiheft als PDF: Datei:Hasitschka, Wegpunkte Gesäuse red.pdf|Hasitschka, Wegpunkte Gesäuse]]

Einzelnachweise

  1. ↑ siehe Joseph von Hammer-Purgstall
  2. ↑ swiki:Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 15. Dezember 1975, Seite 9
  3. ↑ "Salzburger Nachrichten" in der online-Ausgabe vom 7. August 2016