Hoher Grimming: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Grimming110628wiki.jpg|thumb|Der Grimming - fotografiert aus östlicher Richtung.]]
[[Datei:Grimming001.JPG|thumb|Das Gipfelkreuz am Grimming.]]{{Googlemapsort|Grimming}}
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[[Datei:2018-03-03 DSC1515.jpg|thumb|Blick auf [[Stoderzinken]], [[Kammspitze]] und [[Grimmingstock]] (im Hintergrund).]]
Der '''Grimming ''' ist ein Berg nördlich von [[St. Martin am Grimming]]. Er liegt zwischen der [[Schartenspitze]] und dem [[Multereck]] und gehört zum [[Dachsteingebirge]]. Er ist 2 351 [[m ü. A.]] hoch.
[[Datei:Grimminggipfel.jpg|thumb|Grimminggipfel, Luftbild 2012]]
== Allgemeines ==
[[Datei:@P1080667PürggSNc.jpg|thumb|[[Pürgg]] mit [[Grimmingstock]] im Hintergrund, der höchste Gipfel ist der Hohe Grimming.]]
== Geschichtliches ==
Der '''Hohe Grimming''' ist der Hauptgipfel des [[Grimmingstock]]s, einem isolierten Bergstock östlich des [[Dachsteingebirge]]s. Er ist 2 351 [[m ü. A.]] hoch.
Die erste Besteigung erfolgte vermutlich im späten [[17. Jahrhundert]] an der Klachauerseite und wahrscheinlich von Einheimischen.  
 
Es besteht auch die Vermutung, dass es Gamsjäger waren, die den Grimming von verschiedenen Seiten Erstbestiegen haben.
== Geografie ==
Im Zuge einer Katastralvermessung erstieg im Jahre [[1822]] Oberleutnant Baron Simbschen den Grimming und errichtete eine vierseitige hölzerne Pyramide mit Steinsockel als Vermessungszeichen, sowie etwa 100 Schritte unterhalb eine kleine Unterstandshütte aus Stein. Sie diente Simbschen als Unterkunftsstätte während seiner Vermessungsarbeit.
Er steht genau auf dem Schnittpunkt dreier ehemalig selbständigen Gemeinde ([[Tauplitz]] (heute [[Bad Mitterndorf]]), [[Pürgg-Trautenfels]] (heute [[Stainach-Pürgg]] und [[St. Martin am Grimming]] (heute [[Mitterberg-Sankt Martin]]) zwischen der [[Schartenspitze]] und dem [[Multereck]] nördlich des [[Ennstal]]s. Sein Gipfel befindet sich jedoch in [[Neuhaus]] (Pürgg-Trautenfels) nur wenige Meter von der Grenze zu Bad Mitterndorf entfernt.<ref>[https://gis.stmk.gv.at/wgportal/atlasmobile/map/Adressen%20-%20Orte%20-%20Grenzen/Grenzen%20-%20Regionale%20Gliederung gis.stmk.gv.at]</ref>
 
Der Hauptgipfel befindet sich am Beginn des nordöstlichen Teils des Grimmingstocks. Er ist ein [[trigonometrischer Punkt]].
 
Das [[Dr. Obersteiner-Biwak]] befindet sich nordwestlich etwa 50 Höhenmeter unterhalb Gipfels am Ausstieg Klachauerweg.
 
Im Osten fallen die Hänge hinunter in die [[Schneegrube  (Grimming)|Schneegrube]] ab, südöstlich in die [[Wolkengrube]] und südlich in die [[Jausengrube]], wo sich das [[Grimmingtor]] befindet.
 
Südwestlich erhebt sich ein namenloser Gipfel mit 2&nbsp;159&nbsp;m&nbsp;ü.&nbsp;A.
 
Über den Gipfel verläuft ein alpiner [[Steig]].
 
== Geschichte ==
Die erste Besteigung erfolgte vermutlich im späten [[17. Jahrhundert]] an der [[Klachau]]erseite und wahrscheinlich von Einheimischen. Es besteht auch die Vermutung, dass es Gamsjäger waren, die den Grimming von verschiedenen Seiten erstbestiegen haben. Im Zuge einer Katastralvermessung erstieg im Jahre [[1822]] Oberleutnant [[Carl Baron Simbschen]] den Grimming und errichtete eine vierseitige hölzerne Pyramide mit Steinsockel als Vermessungszeichen, sowie etwa 100 Schritte unterhalb eine kleine Unterstandshütte aus Stein. Sie diente Simbschen als Unterkunftsstätte während seiner Vermessungsarbeit.


Der Bergführer [[Paul Petsch]] aus [[Kulm (Ennstal)|Kulm]] sei am [[29. Juni]] [[1879]] das 100. Mal am Grimming gestanden. Der Anstieg von Trautenfels durch die Schneegrube direkt am Gipfel gelang [[Heinrich Heß]] im Sommer [[1886]].
Der Bergführer [[Paul Petsch]] aus [[Kulm (Ennstal)|Kulm]] sei am [[29. Juni]] [[1879]] das 100. Mal am Grimming gestanden. Der Anstieg von Trautenfels durch die Schneegrube direkt am Gipfel gelang [[Heinrich Heß]] im Sommer [[1886]].


Am [[22. Juni]] [[1905]] bestiegen K. Domenig und K. Greenitz erstmals den leichter zu  begehenden, direkt vom Gipfel des Grimming ansetzenden Ost-Grat,   welcher den südlichen Ast der Großen Schneegrube den Süden abschließt<ref>Quelle [http://www.laemmerer.com/Grimming www.laemmerer.com]</ref>.
[[8. September]] [[1903]] wird das [[Kaiserkreuz auf dem Grimming]] errichtet.
 
=== Hat Piccolomini den Grimming für den höchsten Berg der Steiermark gehalten? ===
Bis in jüngste Zeit konnte man in diversen Publikationen die Behauptung finden, dass die ehrenvolle (wenn auch unzutreffende) Bezeichnung des Grimming als ''Mons Styriae maximus et altissimus'' (größter und höchster Berg der Steiermark) von Enea Silvio Piccolomini – dem späteren Papst Pius II. – geprägt worden sei. Piccolomini war vom Jänner [[1455]] bis zum August [[1458]], damals schon Bischof von Siena, auch Pfründeninhaber (''Commendator'') der [[Katholische Pfarre Irdning|Pfarre Irdning]]; daran knüpfte sich die Vorstellung, dass er einmal höchstpersönlich hier gewesen sei und dass ihn die majestätische Erscheinung des Grimming tief beeindruckt habe.


== Bergtragödie am Grimming 1948 ==
Hierfür gibt es allerdings keinen wie immer gearteten Beleg: In den zahlreichen Briefen und in der ausführlichen Autobiographie des Kirchenfürsten ist nicht der geringste Hinweis auf einen Aufenthalt im Ennstal zu finden, und der Grimming wird in keiner von Piccolominis Schriften an irgendeiner Stelle auch nur andeutungsweise erwähnt.
:''Hauptartikel: [[Bergtragödie am Grimming 1948]]''
Die Bergtragödie am Grimming im Jahr 1948  ereignete sich am [[20. Juni]], bei dem sowohl der am Berg Verunglückte ums Leben kam als auch einer seiner Retter.


== Schutzhütten ==
Zu diesem an und für sich schon eindeutigen Befund kommen noch zwei aussagekräftige Textstellen, die es vollends als ausgeschlossen erscheinen lassen, dass sich Piccolomini jemals selbst im [[Ennstal]] aufgehalten und den Grimming mit eigenen Augen gesehen hätte.
In der Nähe des Bergs befindet sich folgende Schutzhütte/Almhütte:
* [[Dr. Obersteiner-Biwak]]


== Kurioses ==
In seiner detaillierten geografisch-historischen Beschreibung von Europa, die er 1458 (also in jenem Jahr, in dem er zum Papst gewählt wurde) fertig gestellt hat, ist auch der Steiermark ein eigener Abschnitt gewidmet. Dort werden als deren "bedeutendere" Flüsse nur die Mur und (als wichtigstes Gewässer des Unterlandes) die Drau genannt. Die Enns kommt hingegen an einer ganz anderen Stelle in Verbindung mit der (für den Autor offenbar unbeantwortbaren) Frage vor, ob sie oder der Inn als Grenzfluss zwischen Österreich und Bayern anzusehen sei. Wäre Piccolomini jemals im Ennstal gewesen, so hätte sich eine solche Frage entweder für ihn erst gar nicht gestellt oder er hätte sie klar und deutlich beantwortet.
{{#ev:youtube|W5nX0RCAWrY|280|right|Mit einem Postlermoped rund um den Gipfel}}
Im September 2011 stand ein ''Postlermoped'' (Puch MV 50) am Gipfel des Grimming. Bei einer Mopedtour auf der [[swiki:Großglockner Hochalpenstraße|Großglockner Hochalpenstraße]] entstand diese kühne Idee, an der letztendlich 17 Männer beteiligt waren. Diese waren notwendig, um den mit seinen 2&nbsp;351 m ü. A. höchsten frei stehenden Berg Europas samt Maschine und Jause zu erklimmen. Die Mitglieder des [[Motorradclub  Altirdning|Motorradclubs  Altirdning]] zerlegten zunächst im Tal ein Postlermoped, um es dann ''Bucklkraxn'' zum Gipfel hinauf zu schleppen. Die Motorradfreunde um ihren Obmann [[Gerd  Kanzler]] freuten sich dann nach gelungenem Motorenstart auf 2&nbsp;351 m ü. A. Auch ein Grund war ein aufgekommenes Gerücht, dass ein anderer Club Ähnliches plane<ref>Quelle [http://www.kleinezeitung.at/steiermark/liezen/2831879/ein-postlermoped-gipfelsturm-grimming.story www.kleinezeitung.at]</ref>.


== Lawinen am Grimming ==
In dem erwähnten Kapitel über die Steiermark wird auf einen einzigen Berg ausdrücklich Bezug genommen, aber nicht etwa auf einen der alpinen Riesen des Oberlandes, sondern auf den Grazer Schlossberg, den Piccolomini durch seinen Aufenthalt am Kaiserhof recht gut gekannt und mit folgenden Worten gewürdigt hat: "Mitten aus der Ebene der Felder steigt ein ungeheurer Hügel empor, auf allen Seiten frei stehend, dessen Gipfel eine Burg trägt, die durch die Natur des Platzes befestigt und zu königlicher Großartigkeit erhoben ist."
Jeden Winter aufs Neue wird die Multereck-Lawine bei [[Pürgg-Trautenfels]] über der [[Salzkammergut Straße]], der B 145 zu einer Gefahr. Der von der Lawine bedrohte Straßenabschnitt ist ein Nadelöhr zwischen dem [[Ausseerland]] und dem Ennstal, das für 150&nbsp;000 Einwohner und Touristen von Bedeutung ist. Auch auf der Südseite des Grimmings bilden sich gefährliche Lawinen, die vor allem die [[Ennstal Straße]], die B320 und die [[Ennstalbahn]], die Hauptverbindungsstrecke [[Selzthal]] – Salzburg, bedrohen und jeden Winter mit Argusaugen beobachtet wird.


In einem kooperativen Forschungsprojekt zwischen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und der Firma dTech Steyr versucht man seit 2011 diese Lawinen besser in den Griff zu bekommen. Erste, sehr ermutigende Ergebnisse aus dem Winter 2010/11 liegen bereits vor. Die Forscher erwarten sich aus diesem weltweit neuartigen Projekt in naher Zukunft ein unverzichtbares Hilfsmittel für die Lawinenwarndienste.
Das also war das singuläre "Berg-Erlebnis" des prominenten Südländers in der Steiermark; den Grimming kann er demnach nie gesehen haben. Dessen klangvolle Bezeichnung als größter und höchster Berg des Landes stammt natürlich auch nicht von Piccolomini: Sie ist erstmals auf der Steiermark-Karte des Topographen [[Georg Matthäus Vischer]] von [[1678]] zu finden.<ref>Autor Dr. [[Johann Tomaschek]], [[Stiftsarchiv Admont|Stiftsarchivar]] des [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstifts Admont]], in einem E-Mail am 17. September 2012 an Administrator [[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter]]</ref> 


Bei diesem Projekt geht es um die Verbindung des Wissens von Meteorologen und Strömungstechnikern. Die Meteorologen berechnen für ihre Wetterprognosen ein großräumiges Strömungsfeld, nämlich das für die ganze Erde. Strömungstechniker hingegen rechnen äußerst kleinräumig. Zum Beispiel berechnen sie Strömungsverhältnisse über den Heckflügel eines Formel-1-Boliden und wie diese das Fahrzeug auf der Straße hält.
=== Der Gipfel im 18. Jahrhundert ===
Bis Ende des [[18. Jahrhundert]]s war der Grimming-Hauptgipfel unbestritten der höchste Gipfel der Steiermark. Benedict Franz Hermann gab dann in seinem "Abriss der physikalischen Beschaffenheit der Oesterreichischen Staaten [[1782]]" bereits zwei Berge an: "die höchsten Berge sind in der Steyermark der Eisenhut und der Grimming." Der Arzt und Naturgelehrte [[Joseph August Schultes]] bezweifelte in seinen "Reisen durch Oberösterreich", dass der Grimming-Hauptgipfel der höchste Berg der Steiermark sei: "[...] dem ich nicht über 1200 Klafter Höhe geben kann [...]" - das wären 2&nbsp;268 Meter Seehöhe, gemessen an den heute gemessenen 2&nbsp;351 Metern gut geschätzt. Zwar hätte man auch schon damals eine Höhenbestimmung mittels Barometer durchführen können, aber Schultes war nicht auf den Grimminggipfel gestiegen.


Peter Fischer, Strömungstechniker bei dTech Steyr erklärt, dass durch das Verbinden dieser beiden Wissenschaften berechnet werden kann, wie die großräumigen Windströmungen den Schnee im Kleinen – zum Beispiel am Grimming – verfrachtet werden und sich die gefährlichen Lawine aufbauen aufbauen können. Im Winter 2010/11 konnten die Strömungsforscher von dTech Steyr ihr fein auflösendes Modell auf den Grimming aufsetzen und an das INCA Wettermodell der ZAMG koppeln. „''Die ersten Rechenergebnisse sind laut den Lawinenexperten der ZAMG äußerst plausibel''“ teilte Fischer dazu mit.  
== Schutzhütten ==
In der Nähe des Gipfels befindet sich das [[Dr. Obersteiner-Biwak]].


Diese weltweit neuartige Methode, ein fein auflösendes Strömungsmodell mit aktuellen Wettermodelldaten zu füttern, wird die Lawinenprognose für neuralgische Punkte, wie den Grimming, revolutionieren. Davon sind die Lawinenexperten der ZAMG überzeugt. Dazu führen sie als Beispiel an, wenn es beispielsweise vier Tage ohne Unterbrechnung stürmt und schneit und die Lawinenexperten wetterbedingt nicht auf den Grimming können um ein Schneeprofil zu graben, dann wird man in Zukunft mit dieser neuen Methode den Abgang der Grimming-Lawinen wesentlich besser als jetzt auch von der Ferne aus einschätzen einschätzen können, wie der am Projekt beteiligte ZAMG Lawinenexperte Arnold Studeregger erklärte<ref>Quelle [http://lawine-steiermark.at lawine-steiermark.at] PDF-Download, abgerufen am 8. Jänner 2012</ref>.
== Kurioses ==
{{#ev:youtube|W5nX0RCAWrY|300|right|Mit einem Postlermoped rund um den Gipfel}}
Im September 2011 stand ein ''Postlermoped'' (Puch MV 50) am Gipfel des Grimming. Bei einer Mopedtour auf der [[swiki:Großglockner Hochalpenstraße|Großglockner Hochalpenstraße]] entstand diese kühne Idee, an der letztendlich 17 Männer beteiligt waren. Diese waren notwendig, um den mit seinen 2&nbsp;351 m ü. A. höchsten frei stehenden Berg Europas samt Maschine und Jause zu erklimmen. Die Mitglieder des [[Motorradclub  Altirdning|Motorradclubs Altirdning]] zerlegten zunächst im Tal ein Postlermoped, um es dann ''Bucklkraxn'' zum Gipfel hinauf zu schleppen. Die Motorradfreunde um ihren Obmann [[Gerd  Kanzler]] freuten sich dann nach gelungenem Motorenstart auf 2&nbsp;351 m ü. A. Auch ein Grund war ein aufgekommenes Gerücht, dass ein anderer Club Ähnliches plane<ref>Quelle [http://www.kleinezeitung.at/steiermark/liezen/2831879/ein-postlermoped-gipfelsturm-grimming.story www.kleinezeitung.at]</ref>.


== Bilder ==
== Bilder==
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{{Bildkat|Grimming|Grimmingstock}}
Datei:73933 1687773438424 6393042 n.jpg |Nachtaufnahme vom Grimming (Foto: Kölnberger Markus)
Datei:@P1050108pSNc.jpg|Sonnenaufgang im Winter
Datei:Zwoelfer_vom_Steinfeld.jpg|[[Zwölfer]] am Grimming von der [[Steinfeldspitze (Stierkarkogel)]] Richtung Westen (2&nbsp;146 [[m ü. A.]]), dahinter der [[Kammspitz]]
Datei:Zwoelfer.jpg|Beim Gipfelkreuz vom ''Zwölfer'' Richtung Osten (2&nbsp;146 [[m ü. A.]]), dahinter das Steinfeld
Datei:Steinfeldspitz.jpg|Beim Gipfelkreuz von der Steinfeldspitze (2&nbsp;290 [[m ü. A.]]), dahinter der [[Hoher Grimming|Hohe Grimming]] (2&nbsp;351 [[m ü. A.]])
Datei:Der Koloss.jpg|Grimmingmassiv, östliche Ansicht von Pürgg aus
Datei:Grimming111027wiki.jpg|Der Grimming, von Süden aus betrachtet.
Datei:Grimming0666.jpg|Grimming von der Planai
Datei:GrimmingSilhouette.jpg|Grimming Silhouette
Datei:Grimming.JPG|Grimming im Mai 2012
Datei:Sonnenuntergang Grimming 2.JPG|Grimming am 19. Oktober 2012
Datei:Sonnenuntergang Grimming 1.JPG|Grimming am 19. Oktober 2012
Datei:Grimminggipfel.jpg|Grimminggipfel, Luftbild 2012
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== Quellen und Fußnoten ==
== Weblinks ==
Facebookseite: dahoam am grimming
* [https://grimming.panomax.com/ Panomax Grimming]
{{Quelle Alpenyeti|106}}
* Lage auf [https://maps.bev.gv.at/#/center/14.0142,47.519/zoom/15.5/basis/karte/compare/epo_1 AMap], aktualisierter Datenlink 16. November 2025
== Quellen ==
{{Quelle Grimmingbuch}}
* Facebookseite: dahoam am grimming
{{Austriaforum|Heimatlexikon/Grimming|Grimming}}
{{Austriaforum|AEIOU/Grimming|Grimming}}
=== Einzelnachweise ===
<references/>
<references/>
== Weblinks ==
 
* [http://www.wanderprofi.at/ AlpenYetis Wanderseiten]
{{SORTIERUNG: Grimming, Hoher}}
[[Kategorie:Mitterberg-Sankt Martin]]
[[Kategorie:St. Martin am Grimming]]
[[Kategorie:Salzkammergut]]
[[Kategorie:Hinterberg]]
[[Kategorie:Bad Mitterndorf]]
[[Kategorie:Tauplitz]]
[[Kategorie:Stainach-Pürgg]]
[[Kategorie:Pürgg-Trautenfels]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Berg]]
[[Kategorie:Berg]]
[[Kategorie:Alpen]]
[[Kategorie:Ostalpen]]
[[Kategorie:Ostalpen]]
[[Kategorie:Kalkalpen]]
[[Kategorie:Kalkalpen]]
[[Kategorie:Dachsteingebirge]]
[[Kategorie:Dachsteingebirge]]
[[Kategorie:Grimming]]
[[Kategorie:Video]]
[[Kategorie:Video]]
[[Kategorie:Kurioses]]
[[Kategorie:Kurioses]]

Aktuelle Version vom 31. August 2026, 10:15 Uhr

Das Gipfelkreuz am Grimming.
Karte
Blick auf Stoderzinken, Kammspitze und Grimmingstock (im Hintergrund).
Grimminggipfel, Luftbild 2012
Pürgg mit Grimmingstock im Hintergrund, der höchste Gipfel ist der Hohe Grimming.

Der Hohe Grimming ist der Hauptgipfel des Grimmingstocks, einem isolierten Bergstock östlich des Dachsteingebirges. Er ist 2 351 m ü. A. hoch.

Geografie

Er steht genau auf dem Schnittpunkt dreier ehemalig selbständigen Gemeinde (Tauplitz (heute Bad Mitterndorf), Pürgg-Trautenfels (heute Stainach-Pürgg und St. Martin am Grimming (heute Mitterberg-Sankt Martin) zwischen der Schartenspitze und dem Multereck nördlich des Ennstals. Sein Gipfel befindet sich jedoch in Neuhaus (Pürgg-Trautenfels) nur wenige Meter von der Grenze zu Bad Mitterndorf entfernt.[1]

Der Hauptgipfel befindet sich am Beginn des nordöstlichen Teils des Grimmingstocks. Er ist ein trigonometrischer Punkt.

Das Dr. Obersteiner-Biwak befindet sich nordwestlich etwa 50 Höhenmeter unterhalb Gipfels am Ausstieg Klachauerweg.

Im Osten fallen die Hänge hinunter in die Schneegrube ab, südöstlich in die Wolkengrube und südlich in die Jausengrube, wo sich das Grimmingtor befindet.

Südwestlich erhebt sich ein namenloser Gipfel mit 2 159 m ü. A.

Über den Gipfel verläuft ein alpiner Steig.

Geschichte

Die erste Besteigung erfolgte vermutlich im späten 17. Jahrhundert an der Klachauerseite und wahrscheinlich von Einheimischen. Es besteht auch die Vermutung, dass es Gamsjäger waren, die den Grimming von verschiedenen Seiten erstbestiegen haben. Im Zuge einer Katastralvermessung erstieg im Jahre 1822 Oberleutnant Carl Baron Simbschen den Grimming und errichtete eine vierseitige hölzerne Pyramide mit Steinsockel als Vermessungszeichen, sowie etwa 100 Schritte unterhalb eine kleine Unterstandshütte aus Stein. Sie diente Simbschen als Unterkunftsstätte während seiner Vermessungsarbeit.

Der Bergführer Paul Petsch aus Kulm sei am 29. Juni 1879 das 100. Mal am Grimming gestanden. Der Anstieg von Trautenfels durch die Schneegrube direkt am Gipfel gelang Heinrich Heß im Sommer 1886.

8. September 1903 wird das Kaiserkreuz auf dem Grimming errichtet.

Hat Piccolomini den Grimming für den höchsten Berg der Steiermark gehalten?

Bis in jüngste Zeit konnte man in diversen Publikationen die Behauptung finden, dass die ehrenvolle (wenn auch unzutreffende) Bezeichnung des Grimming als Mons Styriae maximus et altissimus (größter und höchster Berg der Steiermark) von Enea Silvio Piccolomini – dem späteren Papst Pius II. – geprägt worden sei. Piccolomini war vom Jänner 1455 bis zum August 1458, damals schon Bischof von Siena, auch Pfründeninhaber (Commendator) der Pfarre Irdning; daran knüpfte sich die Vorstellung, dass er einmal höchstpersönlich hier gewesen sei und dass ihn die majestätische Erscheinung des Grimming tief beeindruckt habe.

Hierfür gibt es allerdings keinen wie immer gearteten Beleg: In den zahlreichen Briefen und in der ausführlichen Autobiographie des Kirchenfürsten ist nicht der geringste Hinweis auf einen Aufenthalt im Ennstal zu finden, und der Grimming wird in keiner von Piccolominis Schriften an irgendeiner Stelle auch nur andeutungsweise erwähnt.

Zu diesem an und für sich schon eindeutigen Befund kommen noch zwei aussagekräftige Textstellen, die es vollends als ausgeschlossen erscheinen lassen, dass sich Piccolomini jemals selbst im Ennstal aufgehalten und den Grimming mit eigenen Augen gesehen hätte.

In seiner detaillierten geografisch-historischen Beschreibung von Europa, die er 1458 (also in jenem Jahr, in dem er zum Papst gewählt wurde) fertig gestellt hat, ist auch der Steiermark ein eigener Abschnitt gewidmet. Dort werden als deren "bedeutendere" Flüsse nur die Mur und (als wichtigstes Gewässer des Unterlandes) die Drau genannt. Die Enns kommt hingegen an einer ganz anderen Stelle in Verbindung mit der (für den Autor offenbar unbeantwortbaren) Frage vor, ob sie oder der Inn als Grenzfluss zwischen Österreich und Bayern anzusehen sei. Wäre Piccolomini jemals im Ennstal gewesen, so hätte sich eine solche Frage entweder für ihn erst gar nicht gestellt oder er hätte sie klar und deutlich beantwortet.

In dem erwähnten Kapitel über die Steiermark wird auf einen einzigen Berg ausdrücklich Bezug genommen, aber nicht etwa auf einen der alpinen Riesen des Oberlandes, sondern auf den Grazer Schlossberg, den Piccolomini durch seinen Aufenthalt am Kaiserhof recht gut gekannt und mit folgenden Worten gewürdigt hat: "Mitten aus der Ebene der Felder steigt ein ungeheurer Hügel empor, auf allen Seiten frei stehend, dessen Gipfel eine Burg trägt, die durch die Natur des Platzes befestigt und zu königlicher Großartigkeit erhoben ist."

Das also war das singuläre "Berg-Erlebnis" des prominenten Südländers in der Steiermark; den Grimming kann er demnach nie gesehen haben. Dessen klangvolle Bezeichnung als größter und höchster Berg des Landes stammt natürlich auch nicht von Piccolomini: Sie ist erstmals auf der Steiermark-Karte des Topographen Georg Matthäus Vischer von 1678 zu finden.[2]

Der Gipfel im 18. Jahrhundert

Bis Ende des 18. Jahrhunderts war der Grimming-Hauptgipfel unbestritten der höchste Gipfel der Steiermark. Benedict Franz Hermann gab dann in seinem "Abriss der physikalischen Beschaffenheit der Oesterreichischen Staaten 1782" bereits zwei Berge an: "die höchsten Berge sind in der Steyermark der Eisenhut und der Grimming." Der Arzt und Naturgelehrte Joseph August Schultes bezweifelte in seinen "Reisen durch Oberösterreich", dass der Grimming-Hauptgipfel der höchste Berg der Steiermark sei: "[...] dem ich nicht über 1200 Klafter Höhe geben kann [...]" - das wären 2 268 Meter Seehöhe, gemessen an den heute gemessenen 2 351 Metern gut geschätzt. Zwar hätte man auch schon damals eine Höhenbestimmung mittels Barometer durchführen können, aber Schultes war nicht auf den Grimminggipfel gestiegen.

Schutzhütten

In der Nähe des Gipfels befindet sich das Dr. Obersteiner-Biwak.

Kurioses

Mit einem Postlermoped rund um den Gipfel

Im September 2011 stand ein Postlermoped (Puch MV 50) am Gipfel des Grimming. Bei einer Mopedtour auf der Großglockner Hochalpenstraße entstand diese kühne Idee, an der letztendlich 17 Männer beteiligt waren. Diese waren notwendig, um den mit seinen 2 351 m ü. A. höchsten frei stehenden Berg Europas samt Maschine und Jause zu erklimmen. Die Mitglieder des Motorradclubs Altirdning zerlegten zunächst im Tal ein Postlermoped, um es dann Bucklkraxn zum Gipfel hinauf zu schleppen. Die Motorradfreunde um ihren Obmann Gerd Kanzler freuten sich dann nach gelungenem Motorenstart auf 2 351 m ü. A. Auch ein Grund war ein aufgekommenes Gerücht, dass ein anderer Club Ähnliches plane[3].

Bilder

  • Grimmingstock – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

Weblinks

Quellen

  • Facebookseite: dahoam am grimming
  • Eintrag zu Grimming in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online  (im Heimatlexikon)
  • Eintrag zu Grimming in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (auf AEIOU)

Einzelnachweise

  1. ↑ gis.stmk.gv.at
  2. ↑ Autor Dr. Johann Tomaschek, Stiftsarchivar des Benediktinerstifts Admont, in einem E-Mail am 17. September 2012 an Administrator Peter
  3. ↑ Quelle www.kleinezeitung.at