Mit dem Motorrad auf den Stoderzinken: Unterschied zwischen den Versionen
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Ein Fahrt '''mit dem Motorrad auf den Stoderzinken''' unternahmen im Sommer [[1927]] drei Freunde. | Ein Fahrt '''mit dem Motorrad auf den Stoderzinken''' unternahmen im Sommer [[1927]] drei Freunde. | ||
== Das Ereignis == | == Das Ereignis == | ||
Beim Wirt vom [[Gasthof Spanberger]] in [[Gröbming]], [[Josef Spanberger]], stiegen Gustav Knebelsberger, Eduard Wiesbauer und Franz Plank, alle drei aus Klosterneuburg, Niederösterreich, ab. | Beim Wirt vom [[Gesundheitshotel Spanberger|Gasthof Spanberger]] in [[Gröbming]], [[Josef Spanberger]], stiegen Gustav Knebelsberger, Eduard Wiesbauer und Franz Plank, alle drei aus Klosterneuburg, [[Niederösterreich]], ab. | ||
Am Vorabend ihrer Expedition auf den [[Stoderzinken]], es war der [[10. August]] 1927, genossen die drei bei Bier und mit ''der herrlichen Milch des Ennstales'' (Plank) den Abend im Gasthof Spanberger. Als die drei die Autokarte [Anm. Landkarte] studierte, machte sie Spanberger auf einen den [[Karrenweg]] aufmerksam, der von Gröbming-Winkel auf den Stoderzinken zu dem am Sattel befindlichen ehemaligen [[Alpenheim Horstig]] führt. Josef Spanberger versprach demjenigen, der als Erster mit seinem Motorrad auf dem Sattel sei, ein Prämie von öS 100.--. Nachdem Spanberger mehrmals diese Prämie ernsthaft auslobte, kamen die drei Motorradfahrer überein, einen Versuch in den nächsten drei Tagen zu wagen. Denn eigentlich wollten sie sich in Gröbming mit weiteren Freunden treffen, die mit der [[Ennstalbahn]] anreisten. Als Beweis ihrer gelungen Tat wollten sie mit der mitgenommenen Kamera Aufnahmen machen. | Am Vorabend ihrer Expedition auf den [[Stoderzinken]], es war der [[10. August]] 1927, genossen die drei bei Bier und mit ''der herrlichen Milch des Ennstales'' (Plank) den Abend im Gasthof Spanberger. Als die drei die Autokarte [Anm. Landkarte] studierte, machte sie Spanberger auf einen den [[Karrenweg]] aufmerksam, der von Gröbming-Winkel auf den Stoderzinken zu dem am Sattel befindlichen ehemaligen [[Alpenheim Horstig]] führt. Josef Spanberger versprach demjenigen, der als Erster mit seinem Motorrad auf dem Sattel sei, ein Prämie von öS 100.--. Nachdem Spanberger mehrmals diese Prämie ernsthaft auslobte, kamen die drei Motorradfahrer überein, einen Versuch in den nächsten drei Tagen zu wagen. Denn eigentlich wollten sie sich in Gröbming mit weiteren Freunden treffen, die mit der [[Ennstalbahn]] anreisten. Als Beweis ihrer gelungen Tat wollten sie mit der mitgenommenen Kamera Aufnahmen machen. | ||
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Nach dem Frühstück um 8 Uhr nahmen die Drei die Sache in Angriff. Sie fuhren durch das sogenannte "Gangl" in den Hochwald, das von einem beinahe grundlosen Morast überzogen war. Der Karrenweg war als solcher kaum zu erkennen. Die Fahrt ging am "süßen Löchl", einer Quelle, vorbei weiter. Alle drei fuhren Motorräder der Marke Ariel, 500 cm³, Baujahr 1927. Sie kamen zum [[Brückwirt]], ein ehemaliges Unterkunftsheim, von dem nur noch einige Pfähle zu sehen waren. Ab Brückwirt wurde die Fahrt, Zitat ''eine Murxserei'', die Steigung betrug durchschnittlich 28 bis 30 Grad. So gelangten sie ''ackernd'' zum [[Alpenheim Austria]], was die Hälfte der Strecke bedeutete. | Nach dem Frühstück um 8 Uhr nahmen die Drei die Sache in Angriff. Sie fuhren durch das sogenannte "Gangl" in den Hochwald, das von einem beinahe grundlosen Morast überzogen war. Der Karrenweg war als solcher kaum zu erkennen. Die Fahrt ging am "süßen Löchl", einer Quelle, vorbei weiter. Alle drei fuhren Motorräder der Marke Ariel, 500 cm³, Baujahr 1927. Sie kamen zum [[Brückwirt]], ein ehemaliges Unterkunftsheim, von dem nur noch einige Pfähle zu sehen waren. Ab Brückwirt wurde die Fahrt, Zitat ''eine Murxserei'', die Steigung betrug durchschnittlich 28 bis 30 Grad. So gelangten sie ''ackernd'' zum [[Alpenheim Austria]], was die Hälfte der Strecke bedeutete. | ||
Von dort bis zur [[Unterstandshütte Schützenschluff-Kaiserwand]] ging es dann besser vorwärts. Bei der [[Kaiserwand]] begann dann die letzte Etappe der Gebirgsexpedition. Der Weg führte steil neben dem Abgrund in engen Kurven um riesige Steinblöcke. Noch kurz vor ihrem Ziel verlangte eine Spitzkehre ein letztes Mal den vollen Einsatz der Motorradfahrer, dann standen sie vor dem Alpenheim Horstig in 1 | Von dort bis zur [[Unterstandshütte Schützenschluff-Kaiserwand]] ging es dann besser vorwärts. Bei der [[Kaiserwand]] begann dann die letzte Etappe der Gebirgsexpedition. Der Weg führte steil neben dem Abgrund in engen Kurven um riesige Steinblöcke. Noch kurz vor ihrem Ziel verlangte eine Spitzkehre ein letztes Mal den vollen Einsatz der Motorradfahrer, dann standen sie vor dem Alpenheim Horstig in 1 900 [[m ü. A.]] mit ihren drei Ariel-Motorrädern. | ||
=== Die Talfahrt === | === Die Talfahrt === | ||
Von dort fuhren sie dann über eine Almmatte noch etwa 800 m zur [[Brünnerhütte]] wieder talwärts. Dort trafen sie Hofrat Professor R. Marschall, Professor für Palaontologische Geschichte in Wien, mit dem sie noch einen Abstecher zur [[ | Von dort fuhren sie dann über eine Almmatte noch etwa 800 m zur [[Brünnerhütte]] wieder talwärts. Dort trafen sie Hofrat Professor R. Marschall, Professor für Palaontologische Geschichte in Wien, mit dem sie noch einen Abstecher zur [[Stoderkircherl|Friedenskirche]] unternahmen. Prof. Marschall hatte die Aktion der Drei beobachtet, gratulierte ihnen als Erster und bestätigte ihnen in einem Schreiben ihre Anwesenheit am Sattel unterhalb des Stoderzinkens. | ||
=== Die Prämie === | === Die Prämie === | ||
Nach einem gemütlichen Aufenthalt in der Brünnerhütte fuhren sie talwärts, um Josef Spanberger aufzusuchen. Der war aber nicht zu Hause. Erst gegen 19 Uhr erschien er mit der Frage ''Also, was is's, seids doch naufkommen?'' - und übergab Knebelsberger die hundert Schilling. Den größten Teil der Prämie setzten sie dann gleich am Abend in Pfirsichbowle und ähnlichem wieder im Gasthof Spanberger um. Von Hofrat Emil Ritter von Horstig wurden sie dann noch aufgefordert einen Bericht für die ''Straßenregulierungskommission der Gemeinde Gröbming'' zu verfassen. | Nach einem gemütlichen Aufenthalt in der Brünnerhütte fuhren sie talwärts, um Josef Spanberger aufzusuchen. Der war aber nicht zu Hause. Erst gegen 19 Uhr erschien er mit der Frage ''Also, was is's, seids doch naufkommen?'' - und übergab Knebelsberger die hundert Schilling. Den größten Teil der Prämie setzten sie dann gleich am Abend in Pfirsichbowle und ähnlichem wieder im Gasthof Spanberger um. Von Hofrat Emil Ritter von Horstig wurden sie dann noch aufgefordert einen Bericht für die ''Straßenregulierungskommission der Gemeinde Gröbming'' zu verfassen. | ||
== Der gesamte Artikel == | |||
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Mit dem Motorrad auf den Stoderzinken Gröbming 1927 01.jpg | |||
Mit dem Motorrad auf den Stoderzinken Gröbming 1927 02.jpg | |||
Mit dem Motorrad auf den Stoderzinken Gröbming 1927 03.jpg | |||
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== Quelle == | == Quelle == | ||
* Motorradzeitschrift "Das Motorrad", Jahrgang 1927, Ausgabe 58, Seite | * [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mot&datum=19270915&seite=28&zoom=33 ANNO], Motorradzeitschrift "Das Motorrad", Jahrgang 1927, Ausgabe 58, Seite 28 ff | ||
{{SORTIERUNG: Stoderzinken, Mit dem Motorrad auf den}} | |||
[[Kategorie:Sport]] | [[Kategorie:Sport]] | ||
[[Kategorie:Motorsport]] | [[Kategorie:Motorsport]] | ||