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Die Heiligenverehrung nimmt im religiösen Leben der Berg- und Hüttenmänner einen breiten Raum ein. Barbara und Daniel stellen  - neben zahlreichen anderen - die populärsten '''Schutzpatrone im Bergbaubereich''' dar, da sie sämtliche Hilfs- und Schutzmöglichkeiten repräsentieren, die sich die Bergleute erhofften und erbaten.
Die Heiligenverehrung nimmt im religiösen Leben der Berg- und Hüttenmänner einen breiten Raum ein. Barbara und Daniel stellen  - neben zahlreichen anderen - die populärsten '''Schutzpatrone im Bergbaubereich''' dar, da sie sämtliche Hilfs- und Schutzmöglichkeiten repräsentieren, die sich die Bergleute erhofften und erbaten.


==Brauchtum der Bergleute==
==Bräuche der Bergleute==
Das gemeinsame Arbeiten ließ eine spezifische Form des sozialen Verhaltens unter den Kameraden und eine starke Zusammengehörigkeit entstehen, die sich auch auf vielen anderen Ebenen offenbarte. Bergleute galten als die ersten Arbeiter, die in großen Mannschaften zusammengefasst waren. Diese Arbeitsgemeinschaften stellten meist auch Lebensgemeinschaften dar, innerhalb derer sich völlig eigenständige Formen von Geselligkeit entwickelten. Zahlreiche Feste und Feiern, die aus dem Berufsstand der Bergleute hervorgingen, bestimmten in ehemaligen Bergbaugebieten wesentlich das Brauchgeschehen. Die Herausbildung von Bergmannstrachten und einer eigenen Berufssprache (der Bergmannsgruß ''Glück auf''), Bergmannslieder als Ausdruck des Berufsstandes aber auch die Entstehung von Knappenkapellen und speziellen Knappentänzen, wie z. B. Reiftänzen und Schwerttänzen, lassen auf ein ausgeprägtes Gruppenbewusstsein schließen.
Das gemeinsame Arbeiten ließ eine spezifische Form des sozialen Verhaltens unter den Kameraden und eine starke Zusammengehörigkeit entstehen, die sich auch auf vielen anderen Ebenen offenbarte. Bergleute galten als die ersten Arbeiter, die in großen Mannschaften zusammengefasst waren. Diese Arbeitsgemeinschaften stellten meist auch Lebensgemeinschaften dar, innerhalb derer sich völlig eigenständige Formen von Geselligkeit entwickelten. Zahlreiche Feste und Feiern, die aus dem Berufsstand der Bergleute hervorgingen, bestimmten in ehemaligen Bergbaugebieten wesentlich das Brauchgeschehen. Die Herausbildung von Bergmannstrachten und einer eigenen Berufssprache (der Bergmannsgruß ''Glück auf''), Bergmannslieder als Ausdruck des Berufsstandes aber auch die Entstehung von Knappenkapellen und speziellen Knappentänzen, wie z. B. Reiftänzen und Schwerttänzen, lassen auf ein ausgeprägtes Gruppenbewusstsein schließen.


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Als Jungfrau und Märtyrerin zählt Barbara zu den 14 Nothelfern und bildet mit Margaretha und Katharina die weibliche Dreiergruppe.  Der Legende nach hielt sie ihr Vater, ein angesehener Heide in Syrien, in einem Turm verborgen, um sie vor christlichen Einflüssen zu bewahren. Trotz der Vorkehrungen des eifersüchtigen Vaters wurde Barbara Christin, was ihr die Klage und Bestrafung durch ihren Vater einbrachte. Sie konnte noch entfliehen und fand Zuflucht in einem Fels, der sich vor ihr öffnete, wurde aber verraten und kam ins Gefängnis. Trotz Marterung blieb sie bei ihrem Glauben. Sie wurde vom eigenen Vater enthauptet und er wurde dafür zur Strafe vom Blitz erschlagen.
Als Jungfrau und Märtyrerin zählt Barbara zu den 14 Nothelfern und bildet mit Margaretha und Katharina die weibliche Dreiergruppe.  Der Legende nach hielt sie ihr Vater, ein angesehener Heide in Syrien, in einem Turm verborgen, um sie vor christlichen Einflüssen zu bewahren. Trotz der Vorkehrungen des eifersüchtigen Vaters wurde Barbara Christin, was ihr die Klage und Bestrafung durch ihren Vater einbrachte. Sie konnte noch entfliehen und fand Zuflucht in einem Fels, der sich vor ihr öffnete, wurde aber verraten und kam ins Gefängnis. Trotz Marterung blieb sie bei ihrem Glauben. Sie wurde vom eigenen Vater enthauptet und er wurde dafür zur Strafe vom Blitz erschlagen.


Das Schutzpatronat für den Bergbau begründet sich aus dem zufluchtspendenden Felsen. Die Attribute der Heiligen sind vorwiegend Turm und Schwert, öfters auch ein Kelch, da die Legende auch berichtet, sie hätte in ihrer Todesstunde Gott gebeten, er möge allen Sterbenden, die sie anrufen, wie ihr die Gnade der Kommunion erweisen. Gelegentlich kommt in der bildlichen Darstellung noch der Blitz vor, der Barbaras Vater tötete. Die Nothelferin als Bewahrerin vor jähem und unvorhergesehenem Tod, als Spenderin des letzten Sakramentes schien als Schutzpatron für die gefahrvolle Arbeit der Bergleute besonders geeignet. Ebenso gilt Barbara als Schützerin vor Blitzschlag, vor Brand und Feuer und als Abwehrheilige gegen Verletzungen bei Sprengarbeiten.
Das Schutzpatronat für den Bergbau begründet sich aus dem zufluchtspendenden Felsen. Die Attribute der Heiligen sind vorwiegend Turm und Schwert, öfters auch ein Kelch, da die Legende auch berichtet, sie hätte in ihrer Todesstunde Gott gebeten, er möge allen Sterbenden, die sie anrufen, wie ihr die Gnade der Kommunion erweisen. Gelegentlich kommt in der bildlichen Darstellung noch der [[Blitz]] vor, der Barbaras Vater tötete. Die Nothelferin als Bewahrerin vor jähem und unvorhergesehenem Tod, als Spenderin des letzten Sakramentes schien als Schutzpatron für die gefahrvolle Arbeit der Bergleute besonders geeignet. Ebenso gilt Barbara als Schützerin vor Blitzschlag, vor Brand und Feuer und als Abwehrheilige gegen Verletzungen bei Sprengarbeiten.
Am Barbaratag wurde bis ins 20. Jahrhundert im Bergbau aus religiösen Gründen nicht gearbeitet, die Arbeiter glaubten an ein hereinbrechendes Unglück bzw. an Bestrafung durch die Heilige. Das Gebot, in der Grube nicht pfeifen zu dürfen, führt auf die Barbaralegende zurück, weil Barbara durch einen Pfiff verraten wurde.  


Heute finden die Barbarafeiern an einem Wochenende vor oder nach dem Namenstag der Heiligen statt.
Am [[Barbaratag]] wurde bis ins 20. Jahrhundert im Bergbau aus religiösen Gründen nicht gearbeitet, die Arbeiter glaubten an ein hereinbrechendes Unglück bzw. an Bestrafung durch die Heilige. Das Gebot, in der Grube nicht pfeifen zu dürfen, führt auf die Barbaralegende zurück, weil Barbara durch einen Pfiff verraten wurde.
 
Heute finden die [[Barbarafeier]]n an einem Wochenende vor oder nach dem Namenstag der Heiligen statt.
   
   
==Hl. Daniel==
==Hl. Daniel==
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==Weitere Patrone der Berg- und Hüttenmänner==
==Weitere Patrone der Berg- und Hüttenmänner==
Neben Barbara und Daniel gibt es viele andere Heilige, die von Berg- und Hüttenmännern verehrt wurden. Die Verehrung der hl. Anna etwa erstreckte sich vor allem über Silberabbaugebiete. Im ''Annastollen'' im [[Rohrmoos]]er [[Obertal]] wurde vor allem nach Silber und Blei geschürft, heute ist dieser Schaustollen noch im Rahmen von Führungen begehbar. Anna gewann als Mutter Marias ihre sakrale Position. Maria wurde oft verglichen mit dem Mond (= Silber) und Jesus mit der Sonne (= Gold), dessen Licht auf beide ausstrahlt. Als man nach der Herkunft von Silber und Gold forschte, wurde Anna zu einem Bergwerk, aus dem die edlen Metalle hervorgehen. Dargestellt wird sie häufig mit Sankt Joachim, ihrem Gemahl und Vater Marias.
Neben Barbara und Daniel gibt es viele andere Heilige, die von Berg- und Hüttenmännern verehrt wurden. Die Verehrung der hl. Anna etwa erstreckte sich vor allem über Silberabbaugebiete. Im ''Annastollen'' im [[Rohrmoos]]er im [[Obertal (Tal)|Obertal]], der in den [[Obertalbach]] mündet wurde vor allem nach Silber und Blei geschürft, heute ist dieser Schaustollen noch im Rahmen von Führungen begehbar. Anna gewann als Mutter Marias ihre sakrale Position. Maria wurde oft verglichen mit dem Mond (= Silber) und Jesus mit der Sonne (= Gold), dessen Licht auf beide ausstrahlt. Als man nach der Herkunft von Silber und Gold forschte, wurde Anna zu einem Bergwerk, aus dem die edlen Metalle hervorgehen. Dargestellt wird sie häufig mit Sankt Joachim, ihrem Gemahl und Vater Marias.


Bei im Salzbergwerk Tätigen genoss  der hl. Rupertus (siehe [[swiki:Rupert von Worms]]) Verehrung und er trägt als erster Bischof von Salzburg ein Salzfass als Attribut in der Hand.
Bei im Salzbergwerk Tätigen genoss  der hl. Rupertus (siehe [[swiki:Rupert von Worms]]) Verehrung und er trägt als erster Bischof von Salzburg ein Salzfass als Attribut in der Hand.
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In einigen Gebieten galt der hl. Antonius galt als Schutzherr der Erzsucher. Der hl. Wolfgang (siehe [[swiki:Wolfgang von Regensburg]]) wurde durch seine Attribute Beil oder Axt, die für alle Holzarbeiten unentbehrlichen Gebrauchswerkzeuge, zum Bergbauheiligen. In der bergmännischen Arbeitswelt erfuhr das Rad der hl. Katharina eine Umdeutung als Schaufelrad der Erzmühle. Die Seilwinde des hl. Erasmus sah man als Symbol des Haspels, eines wichtigen Fördergerätes im Bergbau.
In einigen Gebieten galt der hl. Antonius galt als Schutzherr der Erzsucher. Der hl. Wolfgang (siehe [[swiki:Wolfgang von Regensburg]]) wurde durch seine Attribute Beil oder Axt, die für alle Holzarbeiten unentbehrlichen Gebrauchswerkzeuge, zum Bergbauheiligen. In der bergmännischen Arbeitswelt erfuhr das Rad der hl. Katharina eine Umdeutung als Schaufelrad der Erzmühle. Die Seilwinde des hl. Erasmus sah man als Symbol des Haspels, eines wichtigen Fördergerätes im Bergbau.


Da sehr früh Formen der organisierten Wohltätigkeit in das soziale System der Knappen Eingang fanden, wurde die hl. Elisabeth verehrt, obwohl sie keine bergmännische Berufspatronin ist. Dem hl. Laurentius mit dem Namenstag am 10. August sind eine Anzahl von alten Kirchen geweiht. Sein Patronat gegen Brandwunden und Feuersgefahr begründet sich in der Art seines Martyriums;  er wurde auf einem glühenden Rost gemartert. In der [[Katholische Pfarrkirche Sankt Martin am Grimming|katholischen Pfarrkirche Sankt Martin am Grimming]] befindet sich ein Relief des hl. Laurentius, entstanden um 1515, aus der Werkstatt des Lienhart Asti.
Da sehr früh Formen der organisierten Wohltätigkeit in das soziale System der Knappen Eingang fanden, wurde die hl. Elisabeth verehrt, obwohl sie keine bergmännische Berufspatronin ist. Dem hl. Laurentius mit dem Namenstag am 10. August sind eine Anzahl von alten Kirchen geweiht. Sein Patronat gegen Brandwunden und Feuersgefahr begründet sich in der Art seines Martyriums;  er wurde auf einem glühenden Rost gemartert. In der [[Katholische Pfarrkirche St. Martin am Grimming|katholischen Pfarrkirche St. Martin am Grimming]] befindet sich ein Relief des hl. Laurentius, entstanden um 1515, aus der Werkstatt des Lienhart Asti.


Der hl. Nikolaus führt als  Symbol häufig drei goldene Kugeln mit sich, nach der Legende eine heimliche Geldspende, die drei armen Mädchen die Heirat ermöglichte. Diese lassen auf eine sekundäre Verbindung zum Edelmetallbergbau schließen. Nikolaus wurde von den Bergleuten auch zum Schutz gegen die verheerenden Wassereinbrüche in die Gruben angerufen.
Der hl. Nikolaus führt als  Symbol häufig drei goldene Kugeln mit sich, nach der Legende eine heimliche Geldspende, die drei armen Mädchen die Heirat ermöglichte. Diese lassen auf eine sekundäre Verbindung zum Edelmetallbergbau schließen. Nikolaus wurde von den Bergleuten auch zum Schutz gegen die verheerenden Wassereinbrüche in die Gruben angerufen.


== Quelle ==
== Quelle ==
*''Bergbau und Hüttenwesen im Bezirk Liezen'' aus der Reihe [[Kleine Schriften der Abteilung Schloss Trautenfels am Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum]], Heft 24, [[Trautenfels]], 1993
*''Bergbau und Hüttenwesen im Bezirk Liezen'' aus der Reihe [[Kleine Schriften des Landschaftsmuseums Schloss Trautenfels am Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum]], Heft 24, [[Trautenfels]], 1993


[[Kategorie:Bergbau]]
[[Kategorie:Bergbau]]
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
[[Kategorie:Katholische Kirche (Sonstiges)]]
[[Kategorie:Katholische Kirche (Sonstiges)]]
[[Kategorie:Brauchtum]]
[[Kategorie:Brauch]]