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| Bürgermeister: || [[Johann Mitterhauser]] ([[ÖVP]])
| Bürgermeisterin: || [[Andrea Freisinger]] ([[SPÖ]])
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| Gemeinderat: || 15 Mitglieder (2020):<br /> 8 [[Österreichische Volkspartei|ÖVP]] <br /> 7 [[Sozialdemokratische Partei Österreichs|SPÖ]]  
| Gemeinderat: || 15 Mitglieder (2025):<br /> 13 [[Sozialdemokratische Partei Österreichs|SPÖ]] <br /> 2 [[Österreichische Volkspartei|ÖVP]]
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[[Datei:Dürrenschöberl4.jpg|thumb|Blick vom Dürrenschöberl auf Selzthal.]]
[[Datei:Dürrenschöberl4.jpg|thumb|Blick vom Dürrenschöberl auf Selzthal.]]
Selzthal befindet sich im östlichen Teil des steirischen [[Ennstal]]s am nördlichen Ausgang eines kleinen Tals, das die Verbindung zwischen dem Ennstal und dem [[Paltental]] darstellt. Durch dieses Tal kommend fließt auch die [[Palten]], die nur wenige Meter außerhalb der Gemeindegrenze von Selzthal im Nordosten, in die [[Enns]] mündet, die die nördliche Gemeindegrenze bildet.
Selzthal befindet sich im östlichen Teil des steirischen [[Ennstal]]s am nördlichen Ausgang eines kleinen Tals, das die Verbindung zwischen dem Ennstal und dem [[Paltental]] darstellt. Durch dieses Tal kommend fließt auch die [[Palten]], die nur wenige Meter außerhalb der Gemeindegrenze von Selzthal im Nordosten, in die [[Enns]] mündet, die die nördliche Gemeindegrenze bildet.
Südlich und südöstlich erheben sich die nordwestlichen Ausläufer der [[Eisenerzer Alpen]]. Im Süden ist mit 1&nbsp;083&nbsp;[[m&nbsp;ü.&nbsp;A.]] der Sonnwendberg der höchste Gipfel im Südosten mit einer Sendeanlage. Auf der Grenze zur Nachbargemeinde [[Admont]], ist das [[Dürrenschöberl]] mit 1&nbsp;737&nbsp;m&nbsp;ü.&nbsp;A. der höchste [Grenz]Gipfel.


=== Ortsgliederung ===
=== Ortsgliederung ===
Selzthal besteht aus mehreren Ortschaften, die wie folgt lauten: Selzthal Dorf als der Siedlungskern und funktionales Zentrum, [[Neulassing (Selzthal)|Neulassing]] und die Siedlung im [[Moos|Selzthaler Moos]]. Des Weiteren gehören [[Versbichl (Selzthal)|Versbichl]] und [[Melzen (Selzthal)|Melzen]] zum Gemeindegebiet. Sie sind besonders in historischer Sicht erwähnenswert, weil es dort Siedlungstätigkeiten in Form von Bauernhöfen schon seit dem [[15. Jahrhundert]] gibt. Sie sind im Gegensatz zu den anderen Teilen am Hangfuß gelegen, was eine
Selzthal besteht aus mehreren Ortschaften, die wie folgt lauten: Selzthal Dorf als der Siedlungskern und funktionales Zentrum, [[Neulassing (Selzthal)|Neulassing]] und die Siedlung im [[Moos|Selzthaler Moos]]. Des Weiteren gehören [[Versbichl (Selzthal)|Versbichl]] und [[Melzen (Selzthal)|Melzen]] zum Gemeindegebiet. Sie sind besonders in historischer Sicht erwähnenswert, weil es dort Siedlungstätigkeiten in Form von Bauernhöfen schon seit dem [[15. Jahrhundert]] gibt. Sie sind im Gegensatz zu den anderen Teilen am Hangfuß gelegen, was eine frühere Besiedelung ermöglichte bzw. begünstigte<ref>WIESINGER Kurt, Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 3.</ref>.
frühere Besiedelung ermöglichte bzw. begünstigte<ref>WIESINGER Kurt, Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 3.</ref>.
 
=== Nachbargemeinden ===
Sowohl bis zur Gemeindestrukturreform 2015 als auch danach waren und sind die Nachbargemeinden im Südwesten die Gemeinde [[Lassing]], im Westen und Nordwesten die Stadt [[Liezen]], im Norden die Gemeinde [[Ardning]], im Osten [[Admont]] und im Süden die Stadt [[Rottenmann]].


=== Topographie===
=== Topographie===
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Selzthal weist eine verkehrsgünstige Lage auf. Es liegt in der nördlichen Längstalfurche, die vom Bodensee über das Inn- und Salzachtal, weiters durch das Ennstal bis zum Wiener Becken führt. Da die Längstalfurche auch als eine Landschaftsgrenze bezeichnet werden kann, ist die landschaftliche Umgebung sehr abwechslungsreich. Wir finden nördlich des breiten Talraumes die [[Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] mit den [[Ennstaler Alpen]], wohin gehend das [[Dürrenschöberl]] zu den [[Eisenerzer Alpen]] gehört. Der [[Mitterberg (Mitterberg)|Mitterberg]] ist noch den [[Wölzer Tauern]] zuzurechnen.<ref>Parth, Martin (Hg.): Chronik Selzthal. Selzthal 2003, S. 16.</ref>
Selzthal weist eine verkehrsgünstige Lage auf. Es liegt in der nördlichen Längstalfurche, die vom Bodensee über das Inn- und Salzachtal, weiters durch das Ennstal bis zum Wiener Becken führt. Da die Längstalfurche auch als eine Landschaftsgrenze bezeichnet werden kann, ist die landschaftliche Umgebung sehr abwechslungsreich. Wir finden nördlich des breiten Talraumes die [[Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] mit den [[Ennstaler Alpen]], wohin gehend das [[Dürrenschöberl]] zu den [[Eisenerzer Alpen]] gehört. Der [[Mitterberg (Mitterberg)|Mitterberg]] ist noch den [[Wölzer Tauern]] zuzurechnen.<ref>Parth, Martin (Hg.): Chronik Selzthal. Selzthal 2003, S. 16.</ref>


Selzthal liegt am Treffpunkt mehrerer Landschaftseinheiten. Hier ist primär das Ennstal zu nennen, hier liegt die Siedlungskonzentration, auch das Paltental hat einen
Selzthal liegt am Treffpunkt mehrerer Landschaftseinheiten. Hier ist primär das Ennstal zu nennen, hier liegt die Siedlungskonzentration, auch das Paltental hat einen Anteil am Gemeindegebiet. Den flächenmäßig größten Teil nimmt jedoch die Südwest- und Westabdachung des Dürrenschöberlzuges ein.<ref>WIESINGER Kurt, Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 2.</ref> Der Dürrenschöberlzug weist Mittelgebirgscharakter auf und eignet sich deshalb aufgrund seiner sanften Formen besonders für die Forstwirtschaft. Die montane Stufe geht bis zu einer Höhe von 1 500 m ü. A., danach folgt die subalpine Zone. Der Gebirgszug beherbergt auch die größte Erhebung der Gemeinde, das Dürrenschöberl mit 1&nbsp;737 [[m ü. A.]]. Der Gipfelbereich ist gekennzeichnet durch Lärchenbestand, hier gibt es keine Bäume, obwohl der Gipfel noch unterhalb der potentiellen Waldgrenze liegt. Grund dafür ist eine ehemalige Rodung des Gipfelbereichs für die [[Almwirtschaft]]. Nach Aufgabe dieser konnte sich die Vegetation aufgrund der exponierten Lage des Gipfels nicht mehr regenerieren.<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 35-36.</ref>
Anteil am Gemeindegebiet. Den flächenmäßig größten Teil nimmt jedoch die Südwest- und Westabdachung des Dürrenschöberlzuges ein.<ref>WIESINGER Kurt, Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 2.</ref> Der Dürrenschöberlzug weist Mittelgebirgscharakter auf und eignet sich deshalb aufgrund seiner sanften Formen besonders für die Forstwirtschaft. Die montane Stufe geht bis zu einer Höhe von 1 500 m ü. A., danach folgt die subalpine Zone. Der Gebirgszug beherbergt auch die größte Erhebung der Gemeinde, das Dürrenschöberl mit 1&nbsp;737 [[m ü. A.]]. Der Gipfelbereich ist gekennzeichnet durch Lärchenbestand, hier gibt es keine Bäume, obwohl der Gipfel noch unterhalb der potentiellen Waldgrenze liegt. Grund dafür ist eine ehemalige Rodung des Gipfelbereichs für die [[Almwirtschaft]]. Nach Aufgabe dieser konnte sich die Vegetation aufgrund der exponierten Lage des Gipfels nicht mehr regenerieren.<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 35-36.</ref>


=== Der Ennstalboden als Charakteristikum ===
=== Der Ennstalboden als Charakteristikum ===
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=== Böden ===
=== Böden ===
Typisch für Selzthal sind die größtenteils stark vernässten Böden, die als anmoorig bezeichnet werden können. Diese Böden waren aber vor der Besiedelung durch die
Typisch für Selzthal sind die größtenteils stark vernässten Böden, die als anmoorig bezeichnet werden können. Diese Böden waren aber vor der Besiedelung durch die Menschen wesentlich anders. Vor Allem durch die bereits genannte Regulierung der Enns und Aufforstungen sowie Straßenbau verloren diese Böden, wie bspw. das [[Selzthaler Moos|Selzthaler]]- oder das [[Wörschacher Moor]] ihren Moorcharakter. Als letztes Moor mit seinem ursprünglichen Charakter kann das [[Pürgschachener Moor]] bezeichnet werden.
Menschen wesentlich anders. Vor Allem durch die bereits genannte Regulierung der Enns und Aufforstungen sowie Straßenbau verloren diese Böden, wie bspw. das
[[Selzthaler Moor|Selzthaler]] oder das [[Wörschacher Moor]] ihren Moorcharakter. Als letztes Moor mit seinem ursprünglichen Charakter kann das [[Pürgschachener Moor]] bezeichnet werden.


Heute prägen das Landschaftsbild der Gemeinde Großteils Fichtenaufforstungen, Äcker und Wiesen. <ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 31; Parth, Martin (Hg.), Chronik Selzthal. Selzthal 2003, S. 20–21.</ref>
Heute prägen das Landschaftsbild der Gemeinde Großteils Fichtenaufforstungen, Äcker und Wiesen. <ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 31; Parth, Martin (Hg.), Chronik Selzthal. Selzthal 2003, S. 20–21.</ref>


=== Nachbargemeinden ===
Im Westen befand sich früher im [[Gamper Moos]] ein Torfstich,<ref>Auf der historischen Karte aus dem Jahr 1930 auf [https://maps.bev.gv.at/#/center/14.288,47.5535/zoom/14/basis/epo_3/compare/epo_1 AMap] noch eingezeichnet.</ref>
Sowohl bis zur Gemeindestrukturreform 2015 als auch danach waren und sind die Nachbargemeinden im Südwesten die Gemeinde [[Lassing]], im Westen und Nordwesten die Stadt [[Liezen]], im Norden die Gemeinde [[Ardning]], im Osten [[Admont]] und im Süden die Stadt [[Rottenmann]].


== Bevölkerung ==
=== Bevölkerung ===
=== Allgemeine Daten ===
==== Allgemeine Daten ====
Selzthal wies im Jahr [[2014]] eine Einwohnerzahl von 1&nbsp;641 auf. Im Jahr [[2010]] waren es noch 1&nbsp;739, das ist ein Rückgang von rund 5,7 %. Der Anteil der Altersgruppe "unter 20 Jahre" ist von 17 % im Jahr 2010 auf 15,4 % im Jahr 2014 gesunken. Dieser Wert ist unterdurchschnittlich niedrig, der Durchschnittswert Österreichs liegt nämlich bei 20 %. Der Anteil der Altersgruppe "65 Jahre und älter" ist mit 21,9 % leicht höher im Vergleich zum österreichischen Wert. Der Ausländeranteil
Selzthal wies im Jahr [[2014]] eine Einwohnerzahl von 1&nbsp;641 auf. Im Jahr [[2010]] waren es noch 1&nbsp;739, das ist ein Rückgang von rund 5,7&nbsp;%. Der Anteil der Altersgruppe "unter 20 Jahre" ist von 17&nbsp;% im Jahr 2010 auf 15,4&nbsp;% im Jahr 2014 gesunken. Dieser Wert ist unterdurchschnittlich niedrig, der Durchschnittswert Österreichs liegt nämlich bei 20&nbsp;%. Der Anteil der Altersgruppe "65 Jahre und älter" ist mit 21,9&nbsp;% leicht höher im Vergleich zum österreichischen Wert. Der Ausländeranteil betrug mit 6,6&nbsp;% nur knapp die Hälfte vom österreichischen Wert mit 11–12&nbsp;%. Die Geburten- und Wanderungsbilanz ist beinahe allen Jahren seit [[2009]] negativ.<ref>[https://www.statistik.steiermark.at/cms/dokumente/11680534_103033905/d78488b2/61243.pdf www.statistik.steiermark.at]</ref>
beträgt mit 6,6 % nur knapp die Hälfte vom österreichischen Wert mit 11-12 %. Die Geburten- und Wanderungsbilanz ist beinahe allen Jahren seit [[2009]] negativ.<ref>[https://www.statistik.steiermark.at/cms/dokumente/11680534_103033905/d78488b2/61243.pdf www.statistik.steiermark.at]</ref>


Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Selzthal von einem Bevölkerungsrückgang betroffen ist. Seit dem Höchststand [[1961]] mit 2&nbsp;681 Einwohnern hat sich die Bevölkerungszahl durch eine negative Geburtenbilanz einerseits und andererseits zum größten Teil durch eine negative Wanderungsbilanz verringert. Dies und die demographische Zusammensetzung der Gemeinde (der Anteil der jungen Altersgruppe ist unterdurchschnittlich niedrig) lassen auf eine Abwanderung der vor Allem jungen Bevölkerung schließen. Mögliche Gründe für die Abwanderung bieten die im Kapitel "Wirtschaftsdaten" dargestellten Zahlen.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Selzthal von einem Bevölkerungsrückgang betroffen ist. Seit dem Höchststand [[1961]] mit 2&nbsp;681 Einwohnern hat sich die Bevölkerungszahl durch eine negative Geburtenbilanz einerseits und andererseits zum größten Teil durch eine negative Wanderungsbilanz verringert. Dies und die demographische Zusammensetzung der Gemeinde (der Anteil der jungen Altersgruppe ist unterdurchschnittlich niedrig) lassen auf eine Abwanderung der vor Allem jungen Bevölkerung schließen. Mögliche Gründe für die Abwanderung bieten die im Kapitel "Wirtschaftsdaten" dargestellten Zahlen.
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Eisenbahnkasernen des [[20. Jahrhundert]]s, Schrebergärten und die wachsende Siedlung Neulassing mit ihren Einfamilienhäusern.<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 40.</ref>
Eisenbahnkasernen des [[20. Jahrhundert]]s, Schrebergärten und die wachsende Siedlung Neulassing mit ihren Einfamilienhäusern.<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 40.</ref>


=== Das Zentrum und der Süden der Gemeinde ===
==== Das Zentrum und der Süden der Gemeinde ====
Die Entstehung von Weilern, das sind Gruppensiedlungen, ist auch in Selzthal noch vor dem [[Bahnhof Selzthal|Bahnhofsbau]] zu erkennen. Diese waren zum größten Teil an der Nordwestabdachung des Dürrenschöberls angesiedelt. Diese Einzelsiedlungen waren alles landwirtschaftliche Betriebe, die heute bis auf wenige Ausnahmen aufgegeben wurden. Am Schwemmkegel des [[Talriesnerbach]]es kam es ebenfalls zu Siedlungstätigkeiten, die damals jedoch noch keine Weilerdimension aufwiesen. Dennoch waren sie für die Gemeinde wichtige Konzentrationspunkte für die weitere Besiedelung. Die Südseite des Gemeindegebietes Richtung Paltental wird als Alt-Selzthal bezeichnet. Schon der Name lässt auf ein weiteres altes Siedlungsgebiet schließen. Es liegt auf einem Hangfuß und war damit vor Hochwasser geschützt, was eine Besiedelung begünstigte. Zu Selzthal gehören heute noch [[Melzen]] und [[Versbichl]].<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S 43–44.</ref>
Die Entstehung von Weilern, das sind Gruppensiedlungen, ist auch in Selzthal noch vor dem [[Bahnhof Selzthal|Bahnhofsbau]] zu erkennen. Diese waren zum größten Teil an der Nordwestabdachung des Dürrenschöberls angesiedelt. Diese Einzelsiedlungen waren alles landwirtschaftliche Betriebe, die heute bis auf wenige Ausnahmen aufgegeben wurden. Am Schwemmkegel des [[Talriesnerbach]]es kam es ebenfalls zu Siedlungstätigkeiten, die damals jedoch noch keine Weilerdimension aufwiesen. Dennoch waren sie für die Gemeinde wichtige Konzentrationspunkte für die weitere Besiedelung. Die Südseite des Gemeindegebietes Richtung Paltental wird als Alt-Selzthal bezeichnet. Schon der Name lässt auf ein weiteres altes Siedlungsgebiet schließen. Es liegt auf einem Hangfuß und war damit vor Hochwasser geschützt, was eine Besiedelung begünstigte. Zu Selzthal gehören heute noch [[Melzen]] und [[Versbichl]].<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S 43–44.</ref>


=== Neulassing und das Moos ===
==== Neulassing und das Moos ====
Im Zuge des Bahnhofsbaus kam es im [[19. Jahrhundert]] zu einer regen Bautätigkeit, die natürlich die Siedlungstätigkeit wesentlich beeinflusste. Rund um den Bahnhof
Im Zuge des Bahnhofsbaus kam es im [[19. Jahrhundert]] zu einer regen Bautätigkeit, die natürlich die Siedlungstätigkeit wesentlich beeinflusste. Rund um den Bahnhof
wurden neue Gebiete erschlossen, bald waren jedoch die räumlichen Kapazitäten ausgeschöpft, so dass man weitere Siedlungsflächen fand. Dies war die Geburtsstunde von "Neulassing", das damals noch zum Gemeindegebiet von Lassing gehörte. Es war außerhalb des unmittelbaren [[Ennstalbodens]] und war deshalb weniger vernässt. Dennoch war der hohe Grundwasserspiegel des Bodens immer ein Problem, dies betrifft vor Allem Fundamentierungen von Gebäuden. Neulassing stellt in seiner Erscheinungsform einen starken Kontrast zum Zentrum der Gemeinde dar. Es fehlen typische Eisenbahnerwohnungen, Einfamilienhäuser sind vorherrschend. Die Besiedlung schritt rasch voran, deshalb musste man sich auch bald dem hochwassergefährdeten "Moos" öffnen, auch Räume im Osten des Gemeindezentrums wurden erschlossen. Das Moos stellt eine noch ungünstigere Lage dar, weil die Ennshochwässer wesentlich stärker sind als die der Palten. Das Siedlungsbild gleicht dem von Neulassing.<ref>WIESINGER Kurt, Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 52-55.</ref>
wurden neue Gebiete erschlossen, bald waren jedoch die räumlichen Kapazitäten ausgeschöpft, so dass man weitere Siedlungsflächen fand. Dies war die Geburtsstunde von "Neulassing", das damals noch zum Gemeindegebiet von Lassing gehörte. Es war außerhalb des unmittelbaren [[Ennstalbodens]] und war deshalb weniger vernässt. Dennoch war der hohe Grundwasserspiegel des Bodens immer ein Problem, dies betrifft vor Allem Fundamentierungen von Gebäuden. Neulassing stellt in seiner Erscheinungsform einen starken Kontrast zum Zentrum der Gemeinde dar. Es fehlen typische Eisenbahnerwohnungen, Einfamilienhäuser sind vorherrschend. Die Besiedlung schritt rasch voran, deshalb musste man sich auch bald dem hochwassergefährdeten "Moos" öffnen, auch Räume im Osten des Gemeindezentrums wurden erschlossen. Das Moos stellt eine noch ungünstigere Lage dar, weil die Ennshochwässer wesentlich stärker sind als die der Palten. Das Siedlungsbild gleicht dem von Neulassing.<ref>WIESINGER Kurt, Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S. 52-55.</ref>


=== Der Nordosten der Gemeinde ===
==== Der Nordosten der Gemeinde ====
Für den Nordosten der Gemeinde ist zu sagen, dass die Siedlungsentwicklung erst relativ spät begonnen hat, weil die Altarme der Palten diese verhindert hatten. Dort
Für den Nordosten der Gemeinde ist zu sagen, dass die Siedlungsentwicklung erst relativ spät begonnen hat, weil die Altarme der Palten diese verhindert hatten. Dort finden wir einen relativ steilen Hang, der schlagartig in die stark vernässten Paltenwiesen übergeht. Dies hatte zur Folge, dass lange Zeit Einzelsiedlungen nur entlang der Straße am Hangfuß gebaut worden sind. Hier gab es noch lange Zeit mit Schilf bedeckte Flächen. Ausnahmen waren Schrebergärten. Neben dem Hang gibt es noch Schwemmkegel, auf denen sich Bauernhöfe befinden, die teilweise ihren Ursprung im [[13. Jahrhundert|13.]] und [[14. Jahrhundert]] haben. Landwirtschaftliche Betriebe wurden später oftmals aufgegeben, wodurch die ÖBB die Grundstücke aufkauften und Mehrfamilienhäuser errichteten. Heute ist der Nordosten von Selzthal also von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie von Schrebergärten geprägt. Außerdem ist noch die Hüttensiedlung am nordöstlichsten Rand zu nennen, der damals aufgrund seiner Lage in einem [[Landschaftsschutzgebiet]] nicht unumstritten war. Die funktionale Ausstattung der Gemeinde konzentriert sich freilich auf das Zentrum rund um den Bahnhof, der Nordosten weist aber dennoch einige wichtige Funktionen auf. Beispiele dafür sind der Friedhof, das neue Schwimmbad, der Eislaufplatz, Tennisplätze und der Fußballplatz. Grund dafür sind auch Überlegungen bezüglich der Entlastung im Zentrum. So wurde beispielsweise der alte Fußballplatz in der Nähe des Bahnhofes aufgelassen, um freie Flächen für Wohnungen zu ermöglichen.<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S 56–58.</ref>
finden wir einen relativ steilen Hang, der schlagartig in die stark vernässten Paltenwiesen übergeht. Dies hatte zur Folge, dass lange Zeit Einzelsiedlungen nur entlang der Straße am Hangfuß gebaut worden sind. Hier gab es noch lange Zeit mit Schilf bedeckte Flächen. Ausnahmen waren Schrebergärten. Neben dem Hang gibt es noch Schwemmkegel, auf denen sich Bauernhöfe befinden, die teilweise ihren Ursprung im [[13. Jahrhundert|13.]] und [[14. Jahrhundert]] haben. Landwirtschaftliche Betriebe wurden später oftmals aufgegeben, wodurch die ÖBB die Grundstücke aufkauften und Mehrfamilienhäuser errichteten. Heute ist der Nordosten von Selzthal also von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie von Schrebergärten geprägt. Außerdem ist noch die Hüttensiedlung am nordöstlichsten Rand zu nennen, der damals aufgrund seiner Lage in einem [[Landschaftsschutzgebiet]] nicht unumstritten war. Die funktionale Ausstattung der Gemeinde konzentriert sich freilich auf das Zentrum rund um den Bahnhof, der Nordosten weist aber dennoch einige wichtige Funktionen auf. Beispiele dafür sind der Friedhof, das neue Schwimmbad, der Eislaufplatz, Tennisplätze und der Fußballplatz. Grund dafür sind auch Überlegungen bezüglich der Entlastung im Zentrum. So wurde beispielsweise der alte Fußballplatz in der Nähe des Bahnhofes aufgelassen, um freie Flächen für Wohnungen zu ermöglichen.<ref>Wiesinger, Kurt: Selzthal – eine sozial-, siedlungs- und wirtschaftsgeographische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung seiner Funktionen als Bahnknoten. Diss. Graz 1990, S 56–58.</ref>
<!-- === Geologie === -->
<!-- === Geologie === -->
<!-- === Religionen === -->
== Religionen ==  
* [[Kapellen und Kirchen in Selzthal]]
 
== Geschichte ==</noinclude>
== Geschichte ==</noinclude>
: ''Hauptartikel [[Selzthal Geschichte]]
: ''Hauptartikel [[Selzthal Geschichte]]


Während der [[Völkerwanderung]] kam es zur slawischen Besiedelung, danach folgte die bayrische Kolonisation. Zahlreiche Namen stammen aus diesen Zeiten. Wesentlicher Förderer der Besiedelung im späteren Gemeindegebiet war das [[Benediktinerstift Admont]]. Berghänge wurden nun urbar gemacht, da das Tal aufgrund der Hochwässer nicht besiedelbar war. Es war auch Admont, das die [[Selzthaler Klause]], eine militärische Anlage zur Sicherung des Tales, erbaut hat.  
Während der [[Völkerwanderung]] kam es zur slawischen Besiedelung, danach folgte die bayrische Kolonisation. Zahlreiche Namen stammen aus diesen Zeiten. Wesentlicher Förderer der Besiedelung im späteren Gemeindegebiet war das [[Benediktinerstift Admont]]. Berghänge wurden nun urbar gemacht, da das Tal aufgrund der Hochwässer nicht besiedelbar war. Es war auch Admont, das die [[Admonter Klause]], eine militärische Anlage zur Sicherung des Tales, erbaut hat.  


Erste Formen nimmt die Gemeinde dann in der späten Neuzeit an. Vermessungsmaßnahmen unter Maria Theresia und ihren Nachfolgern zeigen die Teile der Gemeinde, zu dieser Zeit war Selzthal jedoch noch der Gemeinde Versbichl angehörig.  
Erste Formen nimmt die Gemeinde dann in der späten Neuzeit an. Vermessungsmaßnahmen unter Maria Theresia und ihren Nachfolgern zeigen die Teile der Gemeinde, zu dieser Zeit war Selzthal jedoch noch der Gemeinde Versbichl angehörig.  
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* [[Villa Eising]]
* [[Villa Eising]]
* [[Denkmalliste Selzthal]]
* [[Denkmalliste Selzthal]]
* [[Kapellen und Kirchen in Selzthal]]
* [[Kleindenkmäler und Kunstwerke in Selzthal]]
* [[Kleindenkmäler und Kunstwerke in Selzthal]]
<!-- === Theater === -->
<!-- === Theater === -->
<!-- === Museen === -->
<!-- === Museen === -->
=== Musik ===  
=== Musik ===  
* [[Eisenbahner-Musikverein Selzthal]]
* [[Eisenbahner-Musikverein Selzthal]]
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=== Verkehr ===  
=== Verkehr ===  
Aufgrund der bereits erwähnten Lage an der nördlichen Längstalfurche war das Gebiet um Selzthal bereits früh Teil einer alten Hauptdurchgangslandschaft.
Aufgrund der bereits erwähnten Lage an der nördlichen Längstalfurche war das Gebiet um Selzthal bereits früh Teil einer alten Hauptdurchgangslandschaft.
Der [[Bahnhof Selzthal]] verbindet die durchgehende [[Kronprinz-Rudolf-Bahn|Rudolfsbahn]] mit der [[Pyhrnbahn]] und der [[Ennstalbahn]]. Durch den südlichen Teil des Gemeinde führt die [[Schoberpass Straße]] (B 113).
 
Der [[Bahnhof Selzthal]] verbindet die durchgehende [[Kronprinz-Rudolf-Bahn|Rudolfsbahn]] mit der [[Pyhrnbahn]] und der [[Ennstalbahn]].  
 
Durch den südlichen Teil des Gemeinde führt die [[B&nbsp;113 Schoberpass Straße]], in die von Westen kommend die [[Selzthaler Straße]] mündet. Im Osten die [[Aignerstraße (Admont)|Aignerstraße]]. Im Westen verläuft die [[A&nbsp;9 Pyhrn Autobahn]], die mit dem [[Autobahnkreuz Selzthal]] den Autobahnzubringer von der nordwestlich gelegenen Bezirkshauptstadt [[Liezen]] aufnimmt.


==== Der Bahnverkehr als Lebensader der Gemeinde ====
==== Der Bahnverkehr als Lebensader der Gemeinde ====
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==== Kindergarten ====
==== Kindergarten ====
1940 gab es erstmals einen Kindergarten. Es folgten Renovierungen und Um- und Zubaue. 2007 erfolgte eine Generalsanierung des Kindergartengebäudes.<ref>Parth, Martin (Hg.): Chronik Selzthal. Selzthal 2003, S. 121; [https://www.vs-selzthal.at www.vs-selzthal.at]</ref>
[[1940]] gab es erstmals einen Kindergarten. Es folgten Renovierungen und Um- und Zubaue. [[2007]] erfolgte eine Generalsanierung des Kindergartengebäudes.<ref>Parth, Martin (Hg.): Chronik Selzthal. Selzthal 2003, S. 121; [https://www.vs-selzthal.at www.vs-selzthal.at]</ref>
 
=== Höfe und Anwesen ===
* Bauernhof [[Bauernhof vlg. Vorderschweiger (Selzthal)|Vorderschweiger]], Hauptstraße 95
* Bauernhof [[Bauernhof vlg. Hinterschweiger (Selzthal)|Hinterschweiger]], Nr. 109
* Bauernhof [[Bauernhof vlg. Reitmayr (Selzthal)|Reitmayr]], Nr. 104
* Bauernhof [[Bauernhof vlg. Ebner (Selzthal)|Ebner]], Nr. 106
* Bauernhof [[Bauernhof vlg. Neureiter (Selzthal)|Neureiter]], Schattseite Nr. 1
<!--
* Bauernhof [[Bauernhof vlg.  (Selzthal)|]], Nr.
* Bauernhof [[Bauernhof vlg.  (Selzthal)|]], Nr.
-->
== Politik ==
== Politik ==
<!-- === Gemeinderat === -->
<!-- === Gemeinderat === -->
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{{Städte und Gemeinden im Bezirk Liezen}}
{{Städte und Gemeinden im Bezirk Liezen}}


[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Ort]]
[[Kategorie:Ort]]