Palmsonntag: Unterschied zwischen den Versionen
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== Allgemein == | == Allgemein == | ||
Im Mittelpunkt des Tages steht die Weihe der " | Im Mittelpunkt des Tages steht die Weihe der "Palmen", die den Namen von den beim Einzug in Jerusalem getragenen Palmzweigen haben, sich bei uns aber aus einheimischen, meist wintergrünen Pflanzen zusammensetzen (z.B. Palmkätzchen, Buchs usw.). Nach der Weihe werden die Palmbuschen, welche mit bunten Bändern behangen sind am Dachboden aufbewahrt. Sie gelten als Schutz- und Segenszeichen. | ||
== Godngehn == | == Godngehn == | ||
Am Palmsonntag oder einem der folgenden Tage in der Karwoche gibt es für die Patenkinder das beliebte " | Am Palmsonntag oder einem der folgenden Tage in der Karwoche gibt es für die Patenkinder das beliebte "Godngehn". Zu dem Geschenk erhalten die Patenkinder den Godnstrutzen, das ist ein geflochtener Zopf aus Süßteig und auch noch gefärbte Ostereier dazu. | ||
== Schladming == | == Schladming == | ||
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== Gröbming == | == Gröbming == | ||
Die [[Gröbming|Gröbminger]] berichten über den " | Die [[Gröbming|Gröbminger]] berichten über den "katholischen" Brauch des Palmbuschentragens folgender Maßen: Der Palmbuschen besteht aus einem ca. 100 bis 150 Zentimeter langen Stock, an dessen oberen Ende Palmzweige gebunden werden, die mit bunten Bändern und kleinen Äpfeln geschmückt sind. Diese Buschen werden von den Kindern am Palmsonntag in den Gottesdienst getragen, wo sie geweiht werden. Von dem geweihten Palmbuschen werden im Laufe des folgenden Jahres einzelne Zweige abgebrochen und den Tieren gefüttert, auf das Feld gebracht oder im Ofen verbrannt. Die geweihten Zweiglein sollten Schutz vor Unheil bieten. Ein geweihtes Palmkätzchen zu schlucken sollte gegen Halsschmerzen hilfreich sein. | ||
== Kleinsölk == | == Kleinsölk == | ||
In der [[Kleinsölk]] macht der Bauer/Hausherr am Vortag mittelgroße, " | In der [[Kleinsölk]] macht der Bauer/Hausherr am Vortag mittelgroße, "kuglerte" Palmbuschen, die er auf Stecken bindet. Ein langer Mittelzweig muss herausschauen, rundherum werden die Palmkätzchen kunstvoll gebunden. Mit der Schnur muss ein hoher Rand gebunden werden. Auf den Buschen kommen Bänder in allen Farben. Pro Hausbewohner wird noch ein Apfel auf dem Buschen befestigt. Diesen Apfel muss jeder Bewohner am Karfreitag in der Früh essen, damit er das Jahr über gesund bleibt. | ||
Nach der Palmweihe geht der Buschenträger dreimal um den Hof. Wichtig ist dabei der Hühnerstall. Dabei muss er den Spruch sagen: | Nach der Palmweihe geht der Buschenträger dreimal um den Hof. Wichtig ist dabei der Hühnerstall. Dabei muss er den Spruch sagen: | ||
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== Öblarn und Niederöblarn == | == Öblarn und Niederöblarn == | ||
In [[Öblarn]] und [[Niederöblarn]] bindet der Vater/Hausherr/Bauer die Palmbuschen je nach Kinderzahl. Wenn kein Kind im Haus ist, wird für die Frau ein " | In [[Öblarn]] und [[Niederöblarn]] bindet der Vater/Hausherr/Bauer die Palmbuschen je nach Kinderzahl. Wenn kein Kind im Haus ist, wird für die Frau ein "Handbuschen" ohne Stecken gemacht. Verwendet werden Palmkätzchen, die teils rund ("kuglert") und teils abstehend gebunden werden. Rundherum kommt noch der Buchsbaum, dann Krepppapierband über die Bindestelle. An die Zweige werden bunte Seidenbändchen und ein bis drei kleine Äpfel geknüpft. | ||
Ist im Vorjahr jemand aus der Familie gestorben, ist das unter Band schwarz. Nach der Palmweihe in der Pfarrkirche gehen die Palmbuschenträger dreimal ums Haus und bekommen zum Lohn dafür drei rot gefärbte Eier. Die meisten Leute haben erzählt, dass sie vorm Heimgehen noch ein Zweigerl auf das Familiengrab stecken, eines an die Gartenecke bzw. Hofecke oder – wenn vorhanden – auf das Feld, damit alles durch das geweihte Palmkätzchen einen besonderen Schutz und Segen bekomme. Der übrige Buschen kommt entweder auf den Dachboden oder unter die Dachsparren eines Nebengebäudes. Einen eigenen Spruch gibt es auf einigen Höfen rund um Öblarn. Beim Umrunden des Gebäudes sagen die Palmbuschenträger: | Ist im Vorjahr jemand aus der Familie gestorben, ist das unter Band schwarz. Nach der Palmweihe in der Pfarrkirche gehen die Palmbuschenträger dreimal ums Haus und bekommen zum Lohn dafür drei rot gefärbte Eier. Die meisten Leute haben erzählt, dass sie vorm Heimgehen noch ein Zweigerl auf das Familiengrab stecken, eines an die Gartenecke bzw. Hofecke oder – wenn vorhanden – auf das Feld, damit alles durch das geweihte Palmkätzchen einen besonderen Schutz und Segen bekomme. Der übrige Buschen kommt entweder auf den Dachboden oder unter die Dachsparren eines Nebengebäudes. Einen eigenen Spruch gibt es auf einigen Höfen rund um Öblarn. Beim Umrunden des Gebäudes sagen die Palmbuschenträger: | ||
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vorm Geierschnabel, Amen.<br /> | vorm Geierschnabel, Amen.<br /> | ||
Andere Bauernfamilien berichten, dass einige Palmzweigerl übers Kreuz gelegt unter den " | Andere Bauernfamilien berichten, dass einige Palmzweigerl übers Kreuz gelegt unter den "Heuboahm" gelegt und mit Weihwasser besprengt werden. Das soll gegen die Selbstentzündung des Heus helfen. | ||
== Aigen == | == Aigen == | ||
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[[Kategorie:Kultur]] | [[Kategorie:Kultur]] | ||
[[Kategorie:Volkskultur]] | [[Kategorie:Volkskultur]] | ||
[[Kategorie:Brauch]] | [[Kategorie:Brauch]] | ||