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Ministerialrat wirklicher Bergrat '''Franz Karl Augustin von Schwind''' (* [[21. Dezember]] [[1806]] in Wien; † [[21. Mai]] [[1877]] in Innsbruck, Tirol) war [[Die Vorstände der Salzsudwerke in Aussee|Salinenverwalter]] der [[Saline Aussee|Saline]] in [[Aussee]], Maler und eine [[Persönlichkeiten im steirischen Salzkammergut|Persönlichkeit im steirischen Salzkammergut]].
Ministerialrat wirklicher Bergrat '''Franz Karl Augustin von Schwind''' (* [[21. Dezember]] [[1806]] in Wien; † [[21. Mai]] [[1877]] in Innsbruck, Tirol) war [[Die Vorstände der Salzsudwerke in Aussee|Salinenverwalter]] der [[Saline Aussee|Saline]] in [[Aussee]], Maler und eine [[Persönlichkeiten im steirischen Salzkammergut|Persönlichkeit im steirischen Salzkammergut]].  


== Leben ==
== Leben ==
Franz von Schwind war der Sohn von Johann Franz Friedrich, Bruder von August(in) und des Malers [[Moritz von Schwind|Moritz]], der oft Gast in der [[Villa Nassau in Altaussee]] war, die [[Joseph Christian Freiherr von Zedlitz]] gehörte.
Franz von Schwind war der Sohn von Johann Franz Friedrich, Bruder von August(in) und des Malers [[Moritz von Schwind|Moritz]], der oft Gast in der [[Villa Nassau in Altaussee]] war, die [[Joseph Christian Freiherr von Zedlitz]] gehörte.


Nach Absolvierung der Realschule am Polytechnischen Institut in Wien von [[1820]] bis [[1822]] studierte Schwind bis [[1826]] an diesem Institut, danach zwei Jahre an der Bergakademie in Schemnitz, ''Selmeczbánya'', heute ''Banská Štiavnica'', der ältesten Bergstadt der Slowakei. [[1829]] trat er als Praktikant bei der Eisenwerksdirektion in Eisenerz in den Staatsdienst, um bis [[1832]] Vermessungsarbeiten durchzuführen. Nach zwei Jahren bei der Allgemeinen Hofkammer wurde Schwind [[1835]] Konz. beim Salinenoberamt in Gmunden, [[1838]] Bergmeister in Ischl (Bad Ischl), wo er innerhalb von drei Jahren den gesamten Betrieb modernisierte. So wurde u. a. [[1841]] im Theresia-Stollen die erste Eisenbahn in den österreichischen Salzbergen angelegt.  
Nach Absolvierung der Realschule am Polytechnischen Institut in Wien von [[1820]] bis [[1822]] studierte Schwind bis [[1826]] an diesem Institut, danach zwei Jahre an der Bergakademie in Schemnitz, ''Selmeczbánya'', heute ''Banská Štiavnica'', der ältesten Bergstadt der Slowakei. [[1829]] trat er als Praktikant bei der Eisenwerksdirektion in Eisenerz in den Staatsdienst, um bis [[1832]] Vermessungsarbeiten durchzuführen. Nach zwei Jahren bei der Allgemeinen Hofkammer wurde Schwind [[1835]] Konzipist beim Salinenoberamt in Gmunden, [[1838]] Bergmeister in Ischl (Bad Ischl), wo er innerhalb von drei Jahren den gesamten Betrieb modernisierte. So wurde u. a. [[1841]] im Theresia-Stollen die erste Eisenbahn in den österreichischen Salzbergen angelegt.  


[[1842]] wurde Salinenverwalter in [[Hallstatt]], vervollkommnete dort die Betriebstechnik (Entwicklung des Wassertonnenaufzugs), insbesondere die Holzbringung. Auf Studienreisen zu Salinen in Deutschland suchte er nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten. [[1844]] kehrte er nach Ischl zurück, rationalisierte und baute den mechanischen Betrieb weiter aus und konnte durch die Einführung der Pultfeuerung besondere Einsparungen erreichen.  
[[1842]] wurde Salinenverwalter in [[Hallstatt]], vervollkommnete dort die Betriebstechnik (Entwicklung des Wassertonnenaufzugs), insbesondere die Holzbringung. Auf Studienreisen zu Salinen in Deutschland suchte er nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten. [[1844]] kehrte er nach Ischl zurück, rationalisierte und baute den mechanischen Betrieb weiter aus und konnte durch die Einführung der Pultfeuerung besondere Einsparungen erreichen.  


In Folge Hofkammer–Resolution vom [[2. Jänner]] 1847 wurde Franz von Schwind Salinenverwalter in Aussee, was er bis [[30. November]] [[1851]] blieb. Er erhielt laut Ministerial–Resolution vom [[31. Oktober]] 1847? den Bergratstitel.  
In Folge Hofkammer–Resolution vom [[2. Jänner]] [[1847]] wurde Franz von Schwind Salinenverwalter in Aussee, was er bis [[30. November]] [[1851]] blieb. Er erhielt laut Ministerial–Resolution vom [[31. Oktober]] 1847? den Bergratstitel.  


In Aussee erneuerte er dort die gesamte Anlage, zum Teil durch eigene Entwicklungen, nahm die Viehsalzfabrikation auf, begann Vorarbeiten zur Grundentlastung und errichtete gleichzeitig mit der Trennung des Forst- und Salzverschleisses neuartige Säge- und Mühlenwerke. [[1849]] wurde er interimistischer Vorstand der [[swiki:Saline Hallein|swiki:Saline]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> in [[swiki:Hallein]], wo er die Verlegung der Sud- und Verpackungsstätten.  
In Aussee erneuerte er dort die gesamte Anlage, zum Teil durch eigene Entwicklungen, nahm die Viehsalzfabrikation auf, begann Vorarbeiten zur Grundentlastung und errichtete gleichzeitig mit der Trennung des Forst- und Salzverschleisses neuartige Säge- und Mühlenwerke. [[1849]] wurde er interimistischer Vorstand der [[swiki:Saline Hallein|swiki:Saline]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> in [[swiki:Hallein]], wo er die Verlegung der Sud- und Verpackungsstätten.  


Laut ''Ministerial-Rescript'' vom [[30. November]] 1851 wurde er zum wirklicher Bergrat und Referent bei der Berg-Salinen– und Forstdirektion Salzburg ernannt und nach Salzburg versetzt und ihm der Umbau in Hallein anvertraut. Ab [[1856]] als Berg- und Salinendirektor in Hall in Tirol, rettete Schwind den baufälligen Münzturm vor dem Abriss. [[1860]] zum Sektionsrat ernannt, wurde er mit der Servitutärarialvertretung für Tirol und Vorarlberg betraut und musste [[1861]] zusätzlich die Salinen- und Forstdirektion in Gmunden übernehmen. [[1864]] wurde Schwind in das Finanzministerium berufen, um den Produktionsaufwand zu evaluieren und den siebenbürgischen und ostgalizischen Salzabbau neu zu organisieren.  
Laut ''Ministerial-Rescript'' vom [[30. November]] 1851 wurde er zum wirklicher Bergrat und Referent bei der Berg-Salinen– und Forstdirektion Salzburg ernannt, nach Salzburg versetzt und mit dem Umbau in Hallein betraut. Ab [[1856]] als Berg- und Salinendirektor in Hall in Tirol rettete Schwind den baufälligen Münzturm vor dem Abriss. [[1860]] zum Sektionsrat ernannt, wurde er mit der Servitutärarialvertretung für Tirol und Vorarlberg betraut und musste [[1861]] zusätzlich die Salinen- und Forstdirektion in Gmunden übernehmen. [[1864]] wurde Schwind in das Finanzministerium berufen, um den Produktionsaufwand zu evaluieren und den siebenbürgischen und ostgalizischen Salzabbau neu zu organisieren.  


[[1868]] ging er als Ministerialrat in Pension.
[[1868]] ging er als Ministerialrat in Pension.


== Publikationen ==
== Publikationen ==
Seine Publikationen über die Anwendung des auf dem Logarithmenprinzip beruhenden Rechenstabes ([[1851]]) für Dampf und Luft sowie zur Eichung von Gebläseluft waren Grundlage für alle technische Berechnungen im metallurgischen und salinen Bereich, wie auch seine Erkenntnisse über den Wasserdampf, die (künstliche) Verwässerung bzw. Werkwässerung des Haselgebirges und das Volumen der Sole ([[1854]]) praktische Anwendung fanden.  
Seine Publikationen über die Anwendung des auf dem Logarithmenprinzip beruhenden Rechenstabes ([[1851]]) für Dampf und Luft sowie zur Eichung von Gebläseluft waren Grundlage für alle technische Berechnungen im metallurgischen und salinen Bereich, wie auch seine Erkenntnisse über den Wasserdampf, die (künstliche) Verwässerung bzw. Werkwässerung des Haselgebirges und das Volumen der Sole ([[1854]]) praktische Anwendung fanden.  


Die "bauende Arbeit des Wassers" im Salzberg konnte Schwind durch exakte Messung und systematische Versuche in ihren Bedingungen und Wirkungen bestimmen und damit die wichtigsten Lehrsätze theoretisch formulieren. Auch auf dem Gebiet der Wärmelehre legte Schwind seine praktischen Erfahrungen vor ([[1859]]), beschäftigte sich mit der Kostenwahrheit beim Salzmonopolpreis ([[1863]]) und konnte [[1867]] deren Berücksichtigung bei der ministeriellen Preisermittlung miterleben. In seiner letzten Schaffensperiode publizierte Schwind mehrfach über Themen seines Fachgebietes und plädierte erfolgreich für die Rückkehr zum Abbau mit geringer Versudhöhe ([[1876]]).  
Die "bauende Arbeit des Wassers" im Salzberg konnte Schwind durch exakte Messung und systematische Versuche in ihren Bedingungen und Wirkungen bestimmen und damit die wichtigsten Lehrsätze theoretisch formulieren. Auch auf dem Gebiet der Wärmelehre legte Schwind seine praktischen Erfahrungen vor ([[1859]]), beschäftigte sich mit der Kostenwahrheit beim Salzmonopolpreis ([[1863]]) und konnte [[1867]] deren Berücksichtigung bei der ministeriellen Preisermittlung miterleben. In seiner letzten Schaffensperiode publizierte Schwind mehrfach über Themen seines Fachgebietes und plädierte erfolgreich für die Rückkehr zum Abbau mit geringer Versudhöhe ([[1876]]).  


Schwind hat auch bemerkenswert gut gemalt und geschnitzt.  
Schwind hatte auch bemerkenswert gut gemalt und geschnitzt.  


== Auszeichnungen ==
== Auszeichnungen ==
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== Quellen ==
== Quellen ==
* [[EnnstalWiki]]-Artikel "Persönlichkeiten im steirischen Salzkammergut"
* [[EnnstalWiki]]-Artikel "Persönlichkeiten im steirischen Salzkammergut"  
* [https://biographien.ac.at/oebl/oebl_S/Schwind_Franz-Karl-Augustin_1806_1877.xml biographien.ac.at], ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 59f.
* [https://biographien.ac.at/oebl/oebl_S/Schwind_Franz-Karl-Augustin_1806_1877.xml biographien.ac.at], ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 59f.


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[[Kategorie:Beamter]]
[[Kategorie:Beamter]]
[[Kategorie:Salz]]
[[Kategorie:Salz]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
 
[[Kategorie:Kunst]]
[[Kategorie:Kunst]]
[[Kategorie:Maler]]
[[Kategorie:Maler]]