Seitelpfeife: Unterschied zwischen den Versionen

Aus EnnstalWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Seite wurde neu angelegt: „{{#ev:youtube|XxRynjjoCm4|300|right|Hubert von Goisern - Landlertanz, Live Dahoam 1993, 03:57 min. Video}} {{#ev:youtube|PV5QyXXThRc|300|right|Altausseer Seit…“
 
K Textersetzung - „Kategorie:Kultur und Bildung“ durch „“
 
(3 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 7: Zeile 7:


== Im Ausseerland ==
== Im Ausseerland ==
"Die Stunde" schrieb am [[6. August]] [[1929]] im Zusammenhang mit einem Seitelpfeifentreffen auf der [[Blaa-Alm]]:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=std&datum=19290806&query=%22Blaa-Alm%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], Die Stunde, Ausgabe vom 6. August 1929, Seite 5</ref><blockquote>''Die Seitenpfeife ist eine klappenlose Quer­pfeife, die vom Drechsler in verschiedenen Größen erzeugt wird. Diese Pfeifen kamen zu einer Berühmtheit, als seinerzeit die Brüder Wilhalmer, die „zwei Pfeifenbuam vom [[Grundlsee (See)|Grundlsee]]“, wiederholt vor Erzherzog [[Johann von Österreich|Johann]] spielten. Durch  Zusammenspielen auf mehreren gleichgestimmten Pfeifen können die Älpler mehrstimmige Musikstücke vortragen. Da die Pfeifen handlich sind, wurden sie gern zum [[Alm]]besuch mitgenommen, um in der [[Almhütte]] abends Tanzmelodien erklingen zu lassen.''</blockquote>
"Die Stunde" schrieb am [[6. August]] [[1929]] im Zusammenhang mit einem Seitelpfeifentreffen auf der [[Blaa-Alm]]:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=std&datum=19290806&query=%22Blaa-Alm%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], Die Stunde, Ausgabe vom 6. August 1929, Seite 5</ref><blockquote>''Die Seitenpfeife ist eine klappenlose Quer­pfeife, die vom Drechsler in verschiedenen Größen erzeugt wird. Diese Pfeifen kamen zu einer Berühmtheit, als seinerzeit die Brüder Wilhalmer, die "zwei Pfeifenbuam vom [[Grundlsee (See)|Grundlsee]]", wiederholt vor Erzherzog [[Johann von Österreich|Johann]] spielten. Durch  Zusammenspielen auf mehreren gleichgestimmten Pfeifen können die Älpler mehrstimmige Musikstücke vortragen. Da die Pfeifen handlich sind, wurden sie gern zum [[Alm]]besuch mitgenommen, um in der [[Almhütte]] abends Tanzmelodien erklingen zu lassen.''</blockquote>


Zu dieser Veranstaltung 1929 auf der Blaa-Alm schrieb auch die "(Linzer)Tages-Post" am [[22. August]] einen Artikel:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tpt&datum=19290822&query=%22Blaa-Alm%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], (Linzer)Tages-Post, Ausgabe vom 22. August 1929, Seite 4</ref><blockquote>''Der Seitelpfeifertag auf der Blaa-Alm.''
Zu dieser Veranstaltung 1929 auf der Blaa-Alm schrieb auch die "(Linzer)Tages-Post" am [[22. August]] einen Artikel:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tpt&datum=19290822&query=%22Blaa-Alm%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], (Linzer)Tages-Post, Ausgabe vom 22. August 1929, Seite 4</ref><blockquote>''Der Seitelpfeifertag auf der Blaa-Alm.''
Zeile 16: Zeile 16:


''Die Alt-Ausseer Seitelpfeifer können sich auch eines recht altertümlichen Instrumentes er­freuen, denn sie haben eine Trommel in Verwendung, die nach einer mündlichen Ueberlieferung aus den Frianzosenkriegen stammt. Sie wurde auf dem befestigten [[Ruine Pflindsberg|Pflingsberg]] den Franzosen abgenommen. Die Trommel befand sich dann bei einem Bauern in Aufbewahrung, bis sich die Seitelpfeifer darum annahmen. Nicht wenig Be­wunderung bekamen auch die sogenannten Nasenpfeifer, welche ihrer Klappenpfeif, die sie durch die Nase blasen, die wohltuendsten Weisen entlocken und so mit Zither- und Gitarrebegleitung eines der schönsten Konzerte gaben. In den letzten Vorkriegsjahren wurde aber durch die aufstrebenden Blechmusikanten die Seitelpfeife immer mehr ver­drängt, weshalb die Pflege dieser Nationalmusik wichtig erscheint.''</blockquote>
''Die Alt-Ausseer Seitelpfeifer können sich auch eines recht altertümlichen Instrumentes er­freuen, denn sie haben eine Trommel in Verwendung, die nach einer mündlichen Ueberlieferung aus den Frianzosenkriegen stammt. Sie wurde auf dem befestigten [[Ruine Pflindsberg|Pflingsberg]] den Franzosen abgenommen. Die Trommel befand sich dann bei einem Bauern in Aufbewahrung, bis sich die Seitelpfeifer darum annahmen. Nicht wenig Be­wunderung bekamen auch die sogenannten Nasenpfeifer, welche ihrer Klappenpfeif, die sie durch die Nase blasen, die wohltuendsten Weisen entlocken und so mit Zither- und Gitarrebegleitung eines der schönsten Konzerte gaben. In den letzten Vorkriegsjahren wurde aber durch die aufstrebenden Blechmusikanten die Seitelpfeife immer mehr ver­drängt, weshalb die Pflege dieser Nationalmusik wichtig erscheint.''</blockquote>
==Seitlpfeifer im steirischen Salzkammergut==
* [[Altausseer Seitlpfeifer]]
* [[Grundlseer Pfeiferlbuam]]
== Quellen ==  
== Quellen ==  
* [https://austria-forum.org/af/Heimatlexikon/Seitelpfeife_-_Seitelpfeifenbauer austria-forum.org] Seitelpfeife - Seitelpfeifenbauer
* [https://austria-forum.org/af/Heimatlexikon/Seitelpfeife_-_Seitelpfeifenbauer austria-forum.org] Seitelpfeife - Seitelpfeifenbauer
Zeile 24: Zeile 29:


[[Kategorie:Ausseerland]]
[[Kategorie:Ausseerland]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
 
[[Kategorie:Kultur]]
[[Kategorie:Kultur]]
[[Kategorie:Volkskultur]]
[[Kategorie:Volkskultur]]

Aktuelle Version vom 4. Juni 2026, 16:00 Uhr

Hubert von Goisern - Landlertanz, Live Dahoam 1993, 03:57 min. Video
Altausseer Seitlpfeifer - Steirer, 02:33 min. Video

Die Seitelpfeife oder Schwegel wird die hölzerne, klappenlose Querflöte mit sechs Grifflöchern und einem Mundloch genannt.

Allgemeines

Die Seitelpfeife verlangt wenig Pflege und ist im Gebirge ihres geringen Gewichtes wegen leichter mitzunehmen als jedes andere Musikinstrument. Sie ist eine Querflöte und wird aus Ahorn-, Eiben-, Zwetschken-, Birnen- oder Dirndlbaumholz gefertigt. Das eine Ende des Rohres, in das das Mundloch gebohrt ist, wird mit einem Pfropfen verschlossen.

Im Ausseerland

"Die Stunde" schrieb am 6. August 1929 im Zusammenhang mit einem Seitelpfeifentreffen auf der Blaa-Alm:[1]

Die Seitenpfeife ist eine klappenlose Quer­pfeife, die vom Drechsler in verschiedenen Größen erzeugt wird. Diese Pfeifen kamen zu einer Berühmtheit, als seinerzeit die Brüder Wilhalmer, die "zwei Pfeifenbuam vom Grundlsee", wiederholt vor Erzherzog Johann spielten. Durch Zusammenspielen auf mehreren gleichgestimmten Pfeifen können die Älpler mehrstimmige Musikstücke vortragen. Da die Pfeifen handlich sind, wurden sie gern zum Almbesuch mitgenommen, um in der Almhütte abends Tanzmelodien erklingen zu lassen.

Zu dieser Veranstaltung 1929 auf der Blaa-Alm schrieb auch die "(Linzer)Tages-Post" am 22. August einen Artikel:[2]

Der Seitelpfeifertag auf der Blaa-Alm.

Man schreibt uns: Zu dem am 15. d. M. Zu dem auf der Blaa-Alm bei Alt-Aussee abgehaltenen Seitelpfeifertag wird uns noch berichtet, daß diese von Professor Raimund Zoder zur Pflege alter Volksbräuche veranstaltete Zu­sammenkunft aller Seitelpfeifer des oberösterreichischen und steirischen Salzkammergutes eine überaus gelungene Veranstaltung war. An den Darbietungen dieser salzammergütlerischen Nationalmusik nicht nur die Besucher der einheimischen und der in der Nähe zum Sommeraufenthalt befindlichen städtischen Bevölkerung erfreuen, sondern auch alle jene Nichtteilnehmer, die einen Fernhörapparat[3] besitzen, denen die fröhlichen Wiesen, Jodler, Ländler- und Steirertänze durch Radio Wien übermittelt wurden.

Die Schwegel- oder Seitelpfeife wird im Salzkammergut, namentlich bei den alljährlich im Herbst stattfindenen Schützenfesten der Armbrustschützen - kurz Schützenmahl genannt - am meisten beansprucht und es dürfen hiebei zwei Pfeifer und ein Trommler nicht fehlen, die einem Tief- oder Viererschuß nach dem Pöllerknall sofort ein Stück zu spielen haben.

Die Alt-Ausseer Seitelpfeifer können sich auch eines recht altertümlichen Instrumentes er­freuen, denn sie haben eine Trommel in Verwendung, die nach einer mündlichen Ueberlieferung aus den Frianzosenkriegen stammt. Sie wurde auf dem befestigten Pflingsberg den Franzosen abgenommen. Die Trommel befand sich dann bei einem Bauern in Aufbewahrung, bis sich die Seitelpfeifer darum annahmen. Nicht wenig Be­wunderung bekamen auch die sogenannten Nasenpfeifer, welche ihrer Klappenpfeif, die sie durch die Nase blasen, die wohltuendsten Weisen entlocken und so mit Zither- und Gitarrebegleitung eines der schönsten Konzerte gaben. In den letzten Vorkriegsjahren wurde aber durch die aufstrebenden Blechmusikanten die Seitelpfeife immer mehr ver­drängt, weshalb die Pflege dieser Nationalmusik wichtig erscheint.

Seitlpfeifer im steirischen Salzkammergut

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ ANNO, Die Stunde, Ausgabe vom 6. August 1929, Seite 5
  2. ↑ ANNO, (Linzer)Tages-Post, Ausgabe vom 22. August 1929, Seite 4
  3. ↑ gemeint ist das gerade aufkommende Radio