Alpine Gesellschaft Preintaler: Unterschied zwischen den Versionen
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Unter Leitung des Wiener Textilkaufmannes Rudolf A. Kolrose trafen sich Anfang der [[1880er]]-Jahre regelmäßig ein kleiner Freundeskreis zu ''fröhlicher Geselligkeit''. Diese Treffen erfolgten im | Unter Leitung des Wiener Textilkaufmannes Rudolf A. Kolrose trafen sich Anfang der [[1880er]]-Jahre regelmäßig ein kleiner Freundeskreis zu ''fröhlicher Geselligkeit''. Diese Treffen erfolgten im "Goldenen Sieb" in der Paniglgasse im 4. Wiener Gemeindebezirk an bestimmten Wochentagen. Die Sonntage wurden dann für gemeinsame Wanderungen im Wienerwald genutzt. | ||
Anfangs nannte sich die Gruppe, wohl in Anspielung an ihren Gründer noch ''Kohlröserl''. Als dann die Wien naheliegenden Berge wie Rax und Schneeberg immer populärer als Ausflugsziele wurden, hieß die Gruppe ''Enzian''. Das zur gleichen Zeit entstehende Interesse an den alpinen Bereichen der Berge führte zu Besuchen der Veranstaltungen des [[Österreichischer Touristenklub|Österreichischen Touristenklubs]]. Bald schon nannte sich Gruppe nunmehr | Anfangs nannte sich die Gruppe, wohl in Anspielung an ihren Gründer noch ''Kohlröserl''. Als dann die Wien naheliegenden Berge wie Rax und Schneeberg immer populärer als Ausflugsziele wurden, hieß die Gruppe ''Enzian''. Das zur gleichen Zeit entstehende Interesse an den alpinen Bereichen der Berge führte zu Besuchen der Veranstaltungen des [[Österreichischer Touristenklub|Österreichischen Touristenklubs]]. Bald schon nannte sich Gruppe nunmehr "''Alpine Gesellschaft''". Im Zuge der Notwendigkeit, die Gruppe als neuen Verein einzutragen, musste allerdings abermals ein neuer Name gefunden werden. Da es nämlich damals in Wien bereits eine "''Alpine Gesellschaft Enzian''" gab, lehnte die Behörde die Genehmigung unter selben Namen ab. | ||
Als alpiner Verein er aber auch ein ein alpines Arbeitsgebiet haben. Dazu wählten sich die Gruppe die Gegend um Gippel und Göller aus und wählten als neuen Namen, nach dem zu Füßen dieser Berge liegenden Preintal (in [[Niederösterreich]], westlich von Wiener Neustadt), ''Alpine Gesellschaft Preint'''h'''aler''. | Als alpiner Verein er aber auch ein ein alpines Arbeitsgebiet haben. Dazu wählten sich die Gruppe die Gegend um Gippel und Göller aus und wählten als neuen Namen, nach dem zu Füßen dieser Berge liegenden Preintal (in [[Niederösterreich]], westlich von Wiener Neustadt), ''Alpine Gesellschaft Preint'''h'''aler''. | ||
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Den Preintalern zur Seite standen Menschen aus der Region, wie der Bergführer [[Peter Gerhardter]] vlg. Grünstock aus [[Schladming]] und Traugott Wieser vlg. Rodler aus dem [[Seewigtal]]. Dieses gemeinsame Bergerleben festigte natürlich auch den freundschaftlichen Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft. Damit dieser Zusammenhalt bestehen blieb, hielt man die Mitgliederzahl bewusst möglichst klein, nie mehr als 35 Personen. | Den Preintalern zur Seite standen Menschen aus der Region, wie der Bergführer [[Peter Gerhardter]] vlg. Grünstock aus [[Schladming]] und Traugott Wieser vlg. Rodler aus dem [[Seewigtal]]. Dieses gemeinsame Bergerleben festigte natürlich auch den freundschaftlichen Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft. Damit dieser Zusammenhalt bestehen blieb, hielt man die Mitgliederzahl bewusst möglichst klein, nie mehr als 35 Personen. | ||
Neben der bergsteigerische Erschließung wurde auch im Sinne der | Neben der bergsteigerische Erschließung wurde auch im Sinne der "Förderung des Touristenwesens" die allgemein-touristische Erschließung des Arbeitsgebietes nicht vernachlässigt. Beispielsweise wurde am [[29. Oktober]] [[1888]] beschlossen "''Wegmarkierungen zu schaffen und Gedenkbücher auf Gipfeln zu hinterlegen''". Zu Beginn des Jahres 1889 wurde der erweiterte Beschluss gefasst, neben der Anlegung neuer Markierungen auch einen Baufonds zu schaffen, sowie einen Platz für eine zu erbauende Schutzhütte ausfindig zu machen. Dies geschah bei der Generalversammlung am [[20. Mai]] [[1889]]. Um die Verbundenheit mit dem ÖAK auch sichtlich zu bekunden, wurde die Spende eines "Fremdenbuches" für die Zsigmondyhütte im Herzen der Sextner Dolomiten und eine namhafte Geldspende (200 [[swiki:Gulden]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref>) für den Ausbau der [[swiki:Erzherzog-Johann-Hütte]] auf der Adlersruhe (unterhalb des Gipfels des [[swiki:Großglockner (Berg)|swiki:Großglockners]] beschlossen. | ||
Edmund Forster legte [[1890]] das Amt des Obmannes nieder und Hans Wödl übernahm die Führung der Gesellschaft bis [[1885]]. Im Herbst [[1890]] wurde als Standort der geplanten Schutzhütte die [[Waldhornalpe]] im Herzen des Arbeitsgebietes der Gesellschaft gewählt und dort ein Grundstück im Ausmaße von 30 Quadratklaftern (ca. 97,20 m²) erworben. Gleichzeitig wurde Bauholz angeschafft und mit einheimischen Zimmerleuten Bauverhandlungen aufgenommen. Im Frühsommer 1891 konnte die Hütte fertiggestellt und am [[15. August]] [[1891]] als [[Preintalerhütte]] feierlich eröffnet werden. Die gesamten Baukosten betrugen 934.68 Gulden. | Edmund Forster legte [[1890]] das Amt des Obmannes nieder und Hans Wödl übernahm die Führung der Gesellschaft bis [[1885]]. Im Herbst [[1890]] wurde als Standort der geplanten Schutzhütte die [[Waldhornalpe]] im Herzen des Arbeitsgebietes der Gesellschaft gewählt und dort ein Grundstück im Ausmaße von 30 Quadratklaftern (ca. 97,20 m²) erworben. Gleichzeitig wurde Bauholz angeschafft und mit einheimischen Zimmerleuten Bauverhandlungen aufgenommen. Im Frühsommer 1891 konnte die Hütte fertiggestellt und am [[15. August]] [[1891]] als [[Preintalerhütte]] feierlich eröffnet werden. Die gesamten Baukosten betrugen 934.68 Gulden. | ||
Die Verpflichtung zur Erstellung eines jährlichen Tourenberichtes war signifikant für die strenge alpine Einstellung der damaligen Preintaler. Im Jahresbericht des Obmannes wurde dann eine Zusammenfassung dieser Berichte gegeben. Die Informationen dieser Berichte spannten sich von den Wiener Hausbergen (Preintalersteig auf der Rax, Hans-Wödl-Quelle ebendort) bis zu Matterhorn, Montblanc und Meije. Das war für die Zeit vor [[1914]] eine ganz außerordentliche Leistung. Selbst außerhalb der Alpen waren Preintaler zu finden, so z. B. Hans Wödl in Korsika und Viktor Pillwax, der | Die Verpflichtung zur Erstellung eines jährlichen Tourenberichtes war signifikant für die strenge alpine Einstellung der damaligen Preintaler. Im Jahresbericht des Obmannes wurde dann eine Zusammenfassung dieser Berichte gegeben. Die Informationen dieser Berichte spannten sich von den Wiener Hausbergen (Preintalersteig auf der Rax, Hans-Wödl-Quelle ebendort) bis zu Matterhorn, Montblanc und Meije. Das war für die Zeit vor [[1914]] eine ganz außerordentliche Leistung. Selbst außerhalb der Alpen waren Preintaler zu finden, so z. B. Hans Wödl in Korsika und Viktor Pillwax, der "Glocknerkönig", in den Rocky Mountains, ferner Hans Püchler im Hohen Atlas (Nordafrika). | ||
== Obmänner == | == Obmänner == | ||