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Sein Lehrer war der [[Dachsteingebirge|Dachstein]]-Erforscher Univ.-Prof. Dr. [[Friedrich Simony]], zu dessen bevorzugten Schülern Böhm zählte. Dies lässt sich auch daraus schließen, dass Böhm der Verwalter des gesamten wissenschaftlichen Nachlasses Simonys war und auf Grund einer letztwilligen Verfügung des Erforschers des Dachsteingebirges dessen Gletscherbeobachtungen fortsetzte.  
Sein Lehrer war der [[Dachsteingebirge|Dachstein]]-Erforscher Univ.-Prof. Dr. [[Friedrich Simony]], zu dessen bevorzugten Schülern Böhm zählte. Dies lässt sich auch daraus schließen, dass Böhm der Verwalter des gesamten wissenschaftlichen Nachlasses Simonys war und auf Grund einer letztwilligen Verfügung des Erforschers des Dachsteingebirges dessen Gletscherbeobachtungen fortsetzte.  


Zuerst war Böhm Volontär an der Geologischen Reichsanstalt in Wien. [[1887]] wurde er Privatdozent der Geografie an der Technischen Hochschule in Wien. In diesem Jahr erschien auch sein 200 Seiten umfassendes Werk „Die Einteilung der Ostalpen“.  
Zuerst war Böhm Volontär an der Geologischen Reichsanstalt in Wien. [[1887]] wurde er Privatdozent der Geografie an der Technischen Hochschule in Wien. In diesem Jahr erschien auch sein 200 Seiten umfassendes Werk "Die Einteilung der Ostalpen".  


=== Ein bedeutendes Preisausschreiben ===
=== Ein bedeutendes Preisausschreiben ===
Dieses Jahr wurde für Böhm auch deshalb für seine wissenschaftliche Arbeit von Bedeutung, weil die Sektion Breslau des [[Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein|Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins]] ein Preisausschreibung für die beste Arbeit zum Thema „Die Vergletscherung der österreichischen Alpenländer“ ausschrieb. Böhm tat sich mit dem deutschen Gletscherforscher Albrecht Penck zusammen, der damals Professor der Geografie an der Wiener Universität war und mit Eduard Brückner, ebenfalls ein deutscher Geograf und Klimatologe, damals Professor in Bern in der Schweiz. Sie reichten unter dem Kennwort „Die Tatsachen reden“ einen gemeinsamen Beitrag ein und erhielten den Preis von 3.000 Mark zuerkannt. Später kam Böhm mit Plenck wegen dessen Biografie über Simony in Konflikt, die zahlreiche Irrtümer enthielt.
Dieses Jahr wurde für Böhm auch deshalb für seine wissenschaftliche Arbeit von Bedeutung, weil die Sektion Breslau des [[Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein|Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins]] ein Preisausschreibung für die beste Arbeit zum Thema "Die Vergletscherung der österreichischen Alpenländer" ausschrieb. Böhm tat sich mit dem deutschen Gletscherforscher Albrecht Penck zusammen, der damals Professor der Geografie an der Wiener Universität war und mit Eduard Brückner, ebenfalls ein deutscher Geograf und Klimatologe, damals Professor in Bern in der Schweiz. Sie reichten unter dem Kennwort "Die Tatsachen reden" einen gemeinsamen Beitrag ein und erhielten den Preis von 3.000 Mark zuerkannt. Später kam Böhm mit Plenck wegen dessen Biografie über Simony in Konflikt, die zahlreiche Irrtümer enthielt.


Von [[1898]] bis [[1907]] redigierte Böhm die „Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft“. 1908 wurde er an die Czernowitzer Universität berufen, deren Professorenkollegium er bis 1920 angehörte. Da war er noch zwei Jahre als Honorardozent an der Universität Graz tätig, bevor er in Pension ging.  
Von [[1898]] bis [[1907]] redigierte Böhm die "Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft". 1908 wurde er an die Czernowitzer Universität berufen, deren Professorenkollegium er bis 1920 angehörte. Da war er noch zwei Jahre als Honorardozent an der Universität Graz tätig, bevor er in Pension ging.  


Er starb an den Folgen einer Lungenentzündung.
Er starb an den Folgen einer Lungenentzündung.


=== Der Alpinist Böhm ===
=== Der Alpinist Böhm ===
Schon als Neunjährige war Böhm in den Alpen mit „einem ungewöhnlich langen Bergstock“ unterwegs, was er auch noch später als gereifter Alpinist zu tun pflegte. Er war auch ein außergewöhnlich guter Kletterer. Zusammen mit den Brüdern Otto und [[Emil Zsigmondy]] bestieg er ab [[1878]] eine Reihe von österreichischen Gipfeln. [[1881]] stieß noch der österreichische Bergsteiger Ludwig Purtscheller zu diesem Trio. Ziele waren damals vorwiegend Berge der Zillertaler Alpen und die Südtiroler Dolomiten.
Schon als Neunjährige war Böhm in den Alpen mit "einem ungewöhnlich langen Bergstock" unterwegs, was er auch noch später als gereifter Alpinist zu tun pflegte. Er war auch ein außergewöhnlich guter Kletterer. Zusammen mit den Brüdern Otto und [[Emil Zsigmondy]] bestieg er ab [[1878]] eine Reihe von österreichischen Gipfeln. [[1881]] stieß noch der österreichische Bergsteiger Ludwig Purtscheller zu diesem Trio. Ziele waren damals vorwiegend Berge der Zillertaler Alpen und die Südtiroler Dolomiten.
Im September [[1881]] glückte ihm dann die zweite Besteigung des „Turms“ in der [[Hochschwabgruppe]]. Bereits im Juni 1881 hatte er mit Karl Diener und Hermann Eißler einen Versuch unternommen, der allerdings wegen Neuschnee abgebrochen werden musste. Acht Tage später gelang die Erstbesteigung dann [[swiki:Markgraf Alfred Pallavicini]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> mit dem [[Dachstein]]führer Auhäusler ([[Johann Schrempf vulgo Auhäusler]]) aus der [[Ramsau]].  
Im September [[1881]] glückte ihm dann die zweite Besteigung des "Turms" in der [[Hochschwabgruppe]]. Bereits im Juni 1881 hatte er mit Karl Diener und Hermann Eißler einen Versuch unternommen, der allerdings wegen Neuschnee abgebrochen werden musste. Acht Tage später gelang die Erstbesteigung dann [[swiki:Markgraf Alfred Pallavicini]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> mit dem [[Dachstein]]führer Auhäusler ([[Johann Schrempf vulgo Auhäusler]]) aus der [[Ramsau]].  


==== Eine gefährliche Situation ====
==== Eine gefährliche Situation ====
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=== Die Dachstein-Südwand ist unbezwingbar ===
=== Die Dachstein-Südwand ist unbezwingbar ===
Im Sommer war er in der Berninagruppe in der Schweiz zusammen mit Purtscheller, Georg Geyer, Karl Diener, Louis Friedmann, Hugo Diener und Eduard Suchanek. Dann ging es im kleineren Kreis wieder in die Zillertaler Alpen. Schließlich kamen Böhm und Diener am [[31. August]] 1883 in die [[Ramsau]], um die Durchstiegsmöglichkeit der [[Dachstein-Südwand]] zu prüfen. Dazu meinten sie „‘‘Unserer Ansicht nach wird das Problem einer Ersteigung der Südwände der [[Dachstein]]<nowiki>spitzen</nowiki> ungelöst bleiben, ehe dieselben nicht bis zu ihrer Basis herab verwittert sind.‘‘“ In Kenntnis der damaligen Klettertechnik war dieses Urteil für 1883 wohl unanfechtbar.  
Im Sommer war er in der Berninagruppe in der Schweiz zusammen mit Purtscheller, Georg Geyer, Karl Diener, Louis Friedmann, Hugo Diener und Eduard Suchanek. Dann ging es im kleineren Kreis wieder in die Zillertaler Alpen. Schließlich kamen Böhm und Diener am [[31. August]] 1883 in die [[Ramsau]], um die Durchstiegsmöglichkeit der [[Dachstein-Südwand]] zu prüfen. Dazu meinten sie "‘‘Unserer Ansicht nach wird das Problem einer Ersteigung der Südwände der [[Dachstein]]<nowiki>spitzen</nowiki> ungelöst bleiben, ehe dieselben nicht bis zu ihrer Basis herab verwittert sind.‘‘" In Kenntnis der damaligen Klettertechnik war dieses Urteil für 1883 wohl unanfechtbar.  


Im Sommer [[1884]] glückte Böhm und [[Karl Diener]] die zweite Begehung des [[Roßkuppe]]<nowiki>ngrats</nowiki> (Nordostgrat des [[Hochtor (Ennstaler Alpen)|Hochtors]] wenigen Stunden nach der Erstbegehung von [[Heinrich Heß]] und Genossen.
Im Sommer [[1884]] glückte Böhm und [[Karl Diener]] die zweite Begehung des [[Roßkuppe]]<nowiki>ngrats</nowiki> (Nordostgrat des [[Hochtor (Ennstaler Alpen)|Hochtors]] wenigen Stunden nach der Erstbegehung von [[Heinrich Heß]] und Genossen.


=== Bergsteigerische Literatur ===
=== Bergsteigerische Literatur ===
Böhm schrieb Beiträge für die Mitteilungen des Alpenvereins. In der „Zeitschrift“ ist er nur mit einem Beitrag vertreten und in der [[Österreichische Alpenzeitung| Österreichischen Alpenzeitung]] merkwürdigerweise mit überhaupt keinem Beitrag, obwohl er jahrelang dem Österreichischen Alpenklub angehörte. Aber in der Freytags-Zeitung „Der Tourist“ hatte Böhm einige interessante Artikel veröffentlicht. Diese Zeitschrift zählte in den [[1880er]]-Jahren die meisten alpinen Koryphäen zu ihren Mitarbeitern.  
Böhm schrieb Beiträge für die Mitteilungen des Alpenvereins. In der "Zeitschrift" ist er nur mit einem Beitrag vertreten und in der [[Österreichische Alpenzeitung| Österreichischen Alpenzeitung]] merkwürdigerweise mit überhaupt keinem Beitrag, obwohl er jahrelang dem Österreichischen Alpenklub angehörte. Aber in der Freytags-Zeitung "Der Tourist" hatte Böhm einige interessante Artikel veröffentlicht. Diese Zeitschrift zählte in den [[1880er]]-Jahren die meisten alpinen Koryphäen zu ihren Mitarbeitern.  


Böhm regte die Herausgabe des wichtigsten und unentbehrlichsten Quellenwerks für die Geschichte des Bergsteigens in den [[Ostalpen]] an. Im Herbst 1884 unterbreitete er der Sektion Austria den Vorschlag, für die Ostalpen ein ähnliches Werk zu schaffen, wie es die Schweiz in Studers<ref> Bernhard Rudolf Studer (* 21. August 1794 in Büren an der Aare; † 2. Mai 1887 in Bern) war ein Schweizer Geologe, Mineraloge und Alpinist.</ref> „Über Eis und Schnee“ besitzt. [[1894]] erschienen dann die drei Bände [[Die Erschließung der Ostalpen]].
Böhm regte die Herausgabe des wichtigsten und unentbehrlichsten Quellenwerks für die Geschichte des Bergsteigens in den [[Ostalpen]] an. Im Herbst 1884 unterbreitete er der Sektion Austria den Vorschlag, für die Ostalpen ein ähnliches Werk zu schaffen, wie es die Schweiz in Studers<ref> Bernhard Rudolf Studer (* 21. August 1794 in Büren an der Aare; † 2. Mai 1887 in Bern) war ein Schweizer Geologe, Mineraloge und Alpinist.</ref> "Über Eis und Schnee" besitzt. [[1894]] erschienen dann die drei Bände [[Die Erschließung der Ostalpen]].


=== Bergheil ===
=== Bergheil ===
Von Böhm stammte auch die Anregung, sich im Gebirge mit „Bergheil“ zu begrüßen.  
Von Böhm stammte auch die Anregung, sich im Gebirge mit "Bergheil" zu begrüßen.  
Er gehörte dem Zentralausschuss des [[Österreichischer Alpenverein|Alpenvereins]] drei Jahre lang als Schriftführer an im Ausschuss der Sektion Austria war er 22 Jahre tätig.
Er gehörte dem Zentralausschuss des [[Österreichischer Alpenverein|Alpenvereins]] drei Jahre lang als Schriftführer an im Ausschuss der Sektion Austria war er 22 Jahre tätig.


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== Quelle ==  
== Quelle ==  
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=nsd&datum=1931&page=6&size=45&qid=NLOSCPVADHYOZHVZX4CLYAF9TYSIT0 ANNO], Nachrichten der Sektion "Donauland" des Dt. u. Österr. Alpenvereins, 1931, Seite 115ff
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=nsd&datum=1931&page=6&size=45&qid=NLOSCPVADHYOZHVZX4CLYAF9TYSIT0 ANNO], Nachrichten der Sektion "Donauland" des Dt. u. Österr. Alpenvereins, 1931, Seite 115ff


==== Einzelnachweise ====
==== Einzelnachweise ====
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[[Kategorie:Person (Tourismus)]]
[[Kategorie:Person (Tourismus)]]
[[Kategorie:Person (Alpinismus)]]
[[Kategorie:Person (Alpinismus)]]
[[Kategorie:Alpinismus]]
 
[[Kategorie:Alpinismus (Geschichte)]]
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