Simon Hammer: Unterschied zwischen den Versionen

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Geistlicher Rat '''Simon Hammer''' (* [[1823]] in Jarmin in Böhmen; † [[13. April]] [[1892]] in Bad Aussee)  war von [[1868]] bis [[1892]] Dechant und [[Pfarrer von Aussee|Pfarrer]] von [[Bad Aussee]].
Geistlicher Rat '''Simon Hammer''' (* [[1823]] in Jarmin in Böhmen; † [[13. April]] [[1892]] in Aussee)  war von [[1868]] bis [[1892]] Dechant und [[Pfarrer von Aussee|Pfarrer]] von [[Aussee]].


== Leben ==
== Leben ==
Am [[27. September]] [[1848]] begann Simon Hammer als Supernuntarius seine priesterliche Laufbahn in Bad Aussee unter Dechant [[Vinzenz Mann]]. Nach einem Jahr wurde er Kaplan und wirkte in Bad Aussee ununterbrochen bis [[26. April]] [[1860]] als im die [[Pfarre St. Paul]] in [[Aussee]] verliehen wurde. Diese Stelle trat er am [[1. Oktober]] 1860 an.
Am [[27. September]] [[1848]] begann Simon Hammer als Supernuntarius seine priesterliche Laufbahn in Bad Aussee unter Dechant [[Vinzenz Mann]]. Nach einem Jahr wurde er Kaplan und wirkte in Aussee ununterbrochen bis [[26. April]] [[1860]] als im die [[Pfarre St. Paul]] in Aussee verliehen wurde. Diese Stelle trat er am [[1. Oktober]] 1860 an.


Die ersten Jahre waren für ihn nicht einfach, da auch in das stille und abgeschlossene [[Ausseerland]] die "Stürme der siebziger Jahre" eindrangen.
Die ersten Jahre waren für ihn nicht einfach, da auch in das stille und abgeschlossene [[Ausseerland]] die "Stürme der siebziger Jahre" eindrangen.
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Er brachte mit seinen Kaplänen neue Töne ins Pfarrleben: Ein katholischer Gesellenverein entstand [[1869]], ferner ein katholischer Arbeiterverein und die von den Kreuzschwestern geleitete Kinderbewahranstalt mit Handarbeitsschule (Josephinum). In [[Grundlsee (Ort)|Grundlsee]] wurde 1888–1890 die [[Katholische Pfarrkirche Herz Jesu Grundlsee|Herz-Jesu-Kirche]] (heutige Pfarrkirche) erbaut.
Er brachte mit seinen Kaplänen neue Töne ins Pfarrleben: Ein katholischer Gesellenverein entstand [[1869]], ferner ein katholischer Arbeiterverein und die von den Kreuzschwestern geleitete Kinderbewahranstalt mit Handarbeitsschule (Josephinum). In [[Grundlsee (Ort)|Grundlsee]] wurde 1888–1890 die [[Katholische Pfarrkirche Herz Jesu Grundlsee|Herz-Jesu-Kirche]] (heutige Pfarrkirche) erbaut.


Im Frühjahr [[1870]] gerieten in Aussee Hammer, sein Amtskollegen [[Johann Wöhr]] und Kaplan Stöger mit dem radikalen Schriftsteller und Journalisten der "M. Fr. Br." Waldegg in Konflikt. Dieser hielt gehässige Vorträge wider den Jesuiten, denen die drei Geistlichen mit geharnischten Plakaten entgegen traten. Waldeg klagte wegen Ehrenbeleidung und die Sache kam in Wels vor ein Geschworenengericht. Wöhr verteidigte die drei Priester, musste aber eine Niederlage einstecken. Die verhängten Gefängnisstrafen wurden aber nach kurzer Zeit in Geldstrafen umgewandelt und diese größtenteils im Gnadenwege erlassen.<ref>Quellen [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gre&datum=18700517&query=%22Simon+Hammer%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 17. Mai 1870, Seite 5, Beginn der Schwurgerichtsverhandlung; sowie [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gre&datum=18700519&seite=5&zoom=33&query=%22Simon%2BHammer%22&ref=anno-search ANNO], Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 19. Mai 1870, Seite 4, Urteilsverkündung</ref>
Im Frühjahr [[1870]] gerieten in Aussee Hammer, sein Amtskollegen [[Johann Wöhr]] und Kaplan Stöger mit dem radikalen Schriftsteller und Journalisten der "M. Fr. Br." Waldegg in Konflikt. Dieser hielt gehässige Vorträge wider den Jesuiten, denen die drei Geistlichen mit geharnischten Plakaten entgegen traten. Waldeg klagte wegen Ehrenbeleidigung und die Sache kam in Wels ([[OÖ]]) vor ein Geschworenengericht. Wöhr verteidigte die drei Priester, musste aber eine Niederlage einstecken. Die verhängten Gefängnisstrafen wurden aber nach kurzer Zeit in Geldstrafen umgewandelt und diese größtenteils im Gnadenwege erlassen.<ref>Quellen [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gre&datum=18700517&query=%22Simon+Hammer%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 17. Mai 1870, Seite 5, Beginn der Schwurgerichtsverhandlung; sowie [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gre&datum=18700519&seite=5&zoom=33&query=%22Simon%2BHammer%22&ref=anno-search ANNO], Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 19. Mai 1870, Seite 4, Urteilsverkündung</ref>


Am [[16. Juni]] [[1871]] ernannte ihn Fürstbischof Johannes von Seckau zu seinem geistlichen Rat. Ungefähr zu dieser Zeit wurde er zum Ehrenbürger von Jarmirn in Böhmen ernannt.
Am [[16. Juni]] [[1871]] ernannte ihn Fürstbischof Johannes von Seckau zu seinem geistlichen Rat. Ungefähr zu dieser Zeit wurde er zum Ehrenbürger von Jarmirn in Böhmen ernannt.


Am [[27. Februar]] [[1887]] feierte sein 30stes Jahr der Seelsorge in Aussee. In dieser Zeit hatte er 774 Taufen vorgenommen, 164 Trauungen und 630 Begräbnisse abgehalten.
Am [[27. Februar]] [[1887]] feierte sein 30. Jahr der Seelsorge in Aussee. In dieser Zeit hatte er 774 Taufen vorgenommen, 164 Trauungen und 630 Begräbnisse abgehalten.


Am 13. April 1892 starb er eines plötzlichen Todes.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gre&datum=18920415&query=%22Simon+Hammer%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 15. April 1892, Seite 4</ref>
Am 13. April 1892 starb er eines plötzlichen Todes.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gre&datum=18920415&query=%22Simon+Hammer%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 15. April 1892, Seite 4</ref>
   
   
== Quellen  ==
== Quellen  ==
* EnnstalWiki-Artikel Pfarrer von Aussee
* EnnstalWiki-Artikel Pfarrer von Aussee
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gre&datum=18870301&query=%22Vincenz+Mann%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 1. März 1887, Seite 2
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gre&datum=18870301&query=%22Vincenz+Mann%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 1. März 1887, Seite 2


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Aktuelle Version vom 13. September 2026, 19:49 Uhr

Geistlicher Rat Simon Hammer (* 1823 in Jarmin in Böhmen; † 13. April 1892 in Aussee) war von 1868 bis 1892 Dechant und Pfarrer von Aussee.

Leben

Am 27. September 1848 begann Simon Hammer als Supernuntarius seine priesterliche Laufbahn in Bad Aussee unter Dechant Vinzenz Mann. Nach einem Jahr wurde er Kaplan und wirkte in Aussee ununterbrochen bis 26. April 1860 als im die Pfarre St. Paul in Aussee verliehen wurde. Diese Stelle trat er am 1. Oktober 1860 an.

Die ersten Jahre waren für ihn nicht einfach, da auch in das stille und abgeschlossene Ausseerland die "Stürme der siebziger Jahre" eindrangen.

Er brachte mit seinen Kaplänen neue Töne ins Pfarrleben: Ein katholischer Gesellenverein entstand 1869, ferner ein katholischer Arbeiterverein und die von den Kreuzschwestern geleitete Kinderbewahranstalt mit Handarbeitsschule (Josephinum). In Grundlsee wurde 1888–1890 die Herz-Jesu-Kirche (heutige Pfarrkirche) erbaut.

Im Frühjahr 1870 gerieten in Aussee Hammer, sein Amtskollegen Johann Wöhr und Kaplan Stöger mit dem radikalen Schriftsteller und Journalisten der "M. Fr. Br." Waldegg in Konflikt. Dieser hielt gehässige Vorträge wider den Jesuiten, denen die drei Geistlichen mit geharnischten Plakaten entgegen traten. Waldeg klagte wegen Ehrenbeleidigung und die Sache kam in Wels (OÖ) vor ein Geschworenengericht. Wöhr verteidigte die drei Priester, musste aber eine Niederlage einstecken. Die verhängten Gefängnisstrafen wurden aber nach kurzer Zeit in Geldstrafen umgewandelt und diese größtenteils im Gnadenwege erlassen.[1]

Am 16. Juni 1871 ernannte ihn Fürstbischof Johannes von Seckau zu seinem geistlichen Rat. Ungefähr zu dieser Zeit wurde er zum Ehrenbürger von Jarmirn in Böhmen ernannt.

Am 27. Februar 1887 feierte sein 30. Jahr der Seelsorge in Aussee. In dieser Zeit hatte er 774 Taufen vorgenommen, 164 Trauungen und 630 Begräbnisse abgehalten.

Am 13. April 1892 starb er eines plötzlichen Todes.[2]

Quellen

  • EnnstalWiki-Artikel Pfarrer von Aussee
  • ANNO, Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 1. März 1887, Seite 2

Einzelnachweise

  1. ↑ Quellen ANNO, Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 17. Mai 1870, Seite 5, Beginn der Schwurgerichtsverhandlung; sowie ANNO, Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 19. Mai 1870, Seite 4, Urteilsverkündung
  2. ↑ Quelle ANNO, Grazer Volksblatt, Ausgabe vom 15. April 1892, Seite 4
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