Lebzelter in Aussee: Unterschied zwischen den Versionen

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Als erster [[Lebzelter und Wachszieher|Lebzelter]] im kaiserlichen Markt [[Bad Aussee|Aussee]] kennen wir im Jahre [[1584]] Timotheus Prunner. Er scheint in diesem Jahr im [[Ausseer Bürgerbuch]] auf. Er war Protestant und war unter den [[1599]] in Ketten nach Graz geführten protestantischen Bürgern von Aussee. [[1600]] musste er samt Familie seine Heimat in Richtung Regensburg verlassen. Sein Haus war vermutlich in der Nähe der [[Hauptstraße (Bad Aussee)|Hauptstraße]] 51.
Als erster [[Lebzelter und Wachszieher|Lebzelter]] im kaiserlichen Markt [[Bad Aussee|Aussee]] kennen wir im Jahre [[1584]] Timotheus Prunner. Er scheint in diesem Jahr im [[Ausseer Bürgerbuch]] auf. Er war Protestant und war unter den [[1599]] in Ketten nach Graz geführten protestantischen Bürgern von Aussee. [[1600]] musste er samt Familie seine Heimat in Richtung Regensburg verlassen. Sein Haus war vermutlich in der Nähe der [[Hauptstraße (Bad Aussee)|Hauptstraße]] 51.


[[1611]] wurde der nächste Lebzelter ins Bürgerbuch eingetragen, Hans Gamser, er erwarb einen Hausanteil im Bereich des heutigen E-Werks, Hauptstraße 148. Ab [[1614]] wird im Bereich der Hauptstraße 54, [[Georg Gaiswinkler]] als erster seiner [[Gaiswinkler|Familie]] als Lebzelter erwähnt. Von ihm stammt das älteste mit einer Jahreszahl versehene noch erhaltene steirische Lebzeltermodel. Es stammt aus [[1660]] und zeigt seine Initialen „G G“. Es zeigt einen Geschützmeister mit Trommel und Pulverfass. Gaiswinkler war auch [[Marktrichter des Marktes Aussee|Marktrichter]] von Aussee.
[[1611]] wurde der nächste Lebzelter ins Bürgerbuch eingetragen, Hans Gamser, er erwarb einen Hausanteil im Bereich des heutigen E-Werks, Hauptstraße 148. Ab [[1614]] wird im Bereich der Hauptstraße 54, [[Georg Gaiswinkler]] als erster seiner [[Gaiswinkler|Familie]] als Lebzelter erwähnt. Von ihm stammt das älteste mit einer Jahreszahl versehene noch erhaltene steirische Lebzeltermodel. Es stammt aus [[1660]] und zeigt seine Initialen "G G". Es zeigt einen Geschützmeister mit Trommel und Pulverfass. Gaiswinkler war auch [[Marktrichter des Marktes Aussee|Marktrichter]] von Aussee.


Sein Sohn und Nachfolger war der [[1657]] geborene Johann Gaiswinkler. Sein jüngerer Bruder [[Georg Gaiswinkler II]] übernahm das Lebzelterhaus und war ebenfalls mehrmals Marktrichter. Damit erlischt die Linie der Lebzelter Gaiswinkler in Aussee.
Sein Sohn und Nachfolger war der [[1657]] geborene Johann Gaiswinkler. Sein jüngerer Bruder [[Georg Gaiswinkler II]] übernahm das Lebzelterhaus und war ebenfalls mehrmals Marktrichter. Damit erlischt die Linie der Lebzelter Gaiswinkler in Aussee.
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Bald danach schien das Lebzelterhandwerk wieder auf dem Haus Nr. 54 auf.  [[1830]] übernahm der aus dem Banat<ref>siehe {{wikipedia-de|Banat|Banat}}</ref> stammende Nikolaus Adamovits das Haus, danach sein Sohn Hugo [[1879]]. [[1881]] wurde der Betrieb jedoch versteigert. [[1902]] übernahm der vormalige Pächter [[Max Parzer]] aus Graz das Gewerbe samt Haus. [[1952]] wurde es von Parzer an die Firma [[Lewandofsky]] übergeben.
Bald danach schien das Lebzelterhandwerk wieder auf dem Haus Nr. 54 auf.  [[1830]] übernahm der aus dem Banat<ref>siehe {{wikipedia-de|Banat|Banat}}</ref> stammende Nikolaus Adamovits das Haus, danach sein Sohn Hugo [[1879]]. [[1881]] wurde der Betrieb jedoch versteigert. [[1902]] übernahm der vormalige Pächter [[Max Parzer]] aus Graz das Gewerbe samt Haus. [[1952]] wurde es von Parzer an die Firma [[Lewandofsky]] übergeben.


Im Nachbarhaus von Nr 54 gab es am Ende des [[19. Jahrhundert]]s einen Zuckerbäcker, dessen Witwe den Lebzelter und Zuckerbäcker Gustav  Lewandofsky ehelichte. Er stammte aus Wien und übernahm nach der Eheschließung [[1892]] den Betrieb. Seine Spezialität war der „Ausseer Lebkurchen“, dieser machte ihn bald sehr bekannt. Sein Sohn [[Gustav Lewandofsky II]] führte den Betrieb fort. [[1972]] wurde er an [[Hugo Rubenbauer]] übergeben.
Im Nachbarhaus von Nr 54 gab es am Ende des [[19. Jahrhundert]]s einen Zuckerbäcker, dessen Witwe den Lebzelter und Zuckerbäcker Gustav  Lewandofsky ehelichte. Er stammte aus Wien und übernahm nach der Eheschließung [[1892]] den Betrieb. Seine Spezialität war der "Ausseer Lebkurchen", dieser machte ihn bald sehr bekannt. Sein Sohn [[Gustav Lewandofsky II]] führte den Betrieb fort. [[1972]] wurde er an [[Hugo Rubenbauer]] übergeben.


== Die Ausseer Lebzeltermodel ==
== Die Ausseer Lebzeltermodel ==
Die genannten und auch andere Ausseer Lebzeltermodel kamen im Zuge der Übergabe an den Neffen Max Parzers den damaligen Handelsminister DDDr Udo Illig, nach Burg Schlaining. Neuere Holzmodel stammten im [[20. Jahrhundert]] vom Ausseer Holzbildhauer [[Hans Mayerl]].
Die genannten und auch andere Ausseer Lebzeltermodel kamen im Zuge der Übergabe an den Neffen Max Parzers den damaligen Handelsminister DDDr [[Udo Illig]], nach Burg Schlaining. Neuere Holzmodel stammten im [[20. Jahrhundert]] vom Ausseer Holzbildhauer [[Hans Mayerl]].


== Quellen ==
== Quellen ==
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* [[Franz Stadler|Stadler, Franz]]: Lebzelterhandwerk in Aussee, in: Volkskundliches aus dem steirischen Ennsbereich, Festschrift für [[Karl Haiding]] zum 75. Geburtstag, [[Liezen]] 1981
* [[Franz Stadler|Stadler, Franz]]: Lebzelterhandwerk in Aussee, in: Volkskundliches aus dem steirischen Ennsbereich, Festschrift für [[Karl Haiding]] zum 75. Geburtstag, [[Liezen]] 1981


====== Einzelnachweise ======
== Einzelnachweise ==
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