Enns: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „Die '''Enns''' ist ein rechter Nebenfluss der Donau und entspringt in den Radstädter Tauern im Land Salzburg. ==Allgemeines== Der…“ |
K Textersetzung - „Kategorie:Wissenschaft Kategorie:Geografie“ durch „Kategorie:Geografie“ |
||
| (55 dazwischenliegende Versionen von 7 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
Die '''Enns''' ist ein rechter Nebenfluss der Donau | [[Datei:414143ennsaichDRI.jpg|thumb|Die Enns bei Aich.]] | ||
[[Datei:Enns110402wiki.jpg|thumb|Renaturiertes Teilstück der Enns bei Haus im Ennstal.]] | |||
[[Datei:Ennstal Liezen Weißenbach Ennsregulierung 1930er.jpg|thumb|Der Blick geht im [[Ennstal]] von Südosten nach Nordwesten. Im rechten Bildteil sieht man [[Liezen]], links etwas daneben [[Weißenbach bei Liezen]]. Die Enns fließt im unteren Teil vorbei, wobei man noch schön die ehemaligen Flußwindungen sehen kann, die bei der [[Ennsregulierung]] begradigt wurden. Aufnahme zwischen 1928 und 1938.]] | |||
Die '''Enns''' ist ein rechter Nebenfluss der Donau. Sie entspringt in den [[Radstädter Tauern]] im [[swiki:Bundesland Salzburg]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> und mündet bei Mauthausen in [[Oberösterreich]] in die Donau. | |||
==Allgemeines== | == Allgemeines == | ||
Die Enns ist der Hauptfluss der nordwestlichen Steiermark. Er ist ein typischer Wildwasserfluss der nördlichen Ostalpen mit dem fünftgrößten Einzugsgebiet Österreichs (6 080 km²). An der Messstelle Ennsortskai ([[Oberösterreich|OÖ]]) beträgt die mittlere Durchflussmenge 201 m³ pro Sekunde. Die Enns hat eine Länge von 254 km. Sie ist ein typischer Wildwasserfluss der nördlichen Ostalpen mit dem fünftgrößten Einzugsgebiet Österreichs (6 080 km²). | |||
== | == Name == | ||
Die | Die Benennung des Ennsflusses vorrömischen, bzw, [[Kelten|keltischen]] Ursprunges. Die alte Form ''Ani'' (vergl. "Anecium—Anesy"; ''Anicium'' in Kroatien, "''Anas''" in Spanien) hat noch die Peutingersche Reisetafel (zirka 393 n. Chr.) als römische Poststation bei [[swiki:Altenmarkt im Pongau|swiki:Altenmarkt]] in der Nähe des Enns-Ursprunges, und eine halbe Hübe daselbst mit dem Namen "Ani", jetzt "Anichhof", findet sich im Gebhardschen<ref> Salzburger Erzbischof [[swiki:Gebhard]]</ref> Traditionskodex vom Jahre [[1074]]. Auch bei Schladming findet man um 1600 den Anichhofer (jetzt "Hofbauer") und das Anickn-Lehen (jetzt "Ainig-Lehen"). Die lateinischen Römer machten aus "''Ani - Anisus, Anesus''" (so in den Märtyrerakten des heiligen Florian, zirka 450 n. Chr.), im [[9. Jahrhundert]] "''Anesis, Enisa''", woraus das heutige "Enns" wurde<ref>Quelle: [[Franz Hutter]]: "[[Geschichte Schladmings und des steirisch-salzburgischen Ennstales]]"</ref>. | ||
==== | == Verlauf == | ||
Die Quelle der Enns befindet sich im Bundesland Salzburg im [[swiki:Pongau]] in einem Seitental des Flachautals in etwa 2 000 [[m ü. A.]] im Bereich der [[swiki:Radstädter Tauern]], am Fuße der [[swiki:Ennskraxn]]. Das Längstal, das die Enns zunächst nach Norden nimmt, ist ein von der Eiszeit geformten, teilweise versumpften Längstal an der Grenze zwischen den [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] und den Zentralalpen bis zur Paltenmündung. Am [[Mandlingpass]] erreicht sie dann die Steiermark und durchbricht zwischen [[Admont]] und [[Hieflau]] das [[Gesäuse]], eine etwa 15 km langen Schlucht, die den Kalkalpenstock der [[Ennstaler Alpen]] durchbricht. Dann fließt sie nach Norden und erreicht bei der Einmündung des Laußabachs [[Oberösterreich]]. | |||
Nördlich von Steyr, wo sie wo sie ins Alpenvorland tritt, bildet sie die Grenze zwischen Oberösterreich und [[Niederösterreich]]. Daher die alten Namen "''Österreich ob der Enns''" und "''Österreich unter der Enns''". Bei Mauthausen mündet sie dann in die Donau. | |||
Um Talböden land- und forstwirtschaftlich besser nutzen zu können, begann man Mitte des [[19. Jahrhundert]]s mit der Regulierung der rund 70 km langen Strecke zwischen [[Weißenbach (Haus)|Weißenbach]] in [[Haus]] und dem Gesäuse begonnen. So konnte bis [[1939]] der Flusslauf um 19 km verkürzt werden. | |||
== | == Orte == | ||
Hauptorte des [[Ennstal]]s: in Salzburg [[swiki:Radstadt]]; in der Steiermark sind es [[Schladming]], [[Gröbming]], [[Liezen]], [[Selzthal]] und [[Admont]]; in Oberösterreich [[Großraming]], Ternberg, Garsten, Steyr und Enns; | |||
== Verkehr == | |||
Durch das obere Ennstal verläuft eine wichtige Transitstraße von Deutschland nach Slowenien, die [[Ennstal Straße]]. | |||
== Wasserkraft == | |||
Im unteren Ennstal errichtete die [[Ennskraftwerke AG]] (''Ennskraft'') zehn Laufkraftwerke: Schönau, Weyer, Großraming, Losenstein, Ternberg, Rosenau, Garsten-St. Ulrich, Staning, Mühlrading und St. Pantaleon. Die Gesamterzeugung dieser zehn Kraftwerke mit Schwellbetrieb betrug 1998 1,8 Milliarden Kilowatt. Hier ist der historischen Wahrheit halber anzumerken, dass wesentliche Teile der Kraftwerke Großraming, Ternberg, Staning und Mühlrading in der NS-Zeit unter zwangsweisem Einsatz einer großen Anzahl von zivilen ausländischen Arbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen errichtet wurden. Wegen der Wasserkraftwerke musste auch die [[Holzflößerei auf der Enns]], bis dahin ein wesentlicher regionaler Wirtschaftszweig, eingestellt werden. | |||
== Die Ennszuflüsse == | |||
{| class="wikitable" | |||
|- | |||
| [[Laussabach]] || [[Pyhrnbach]] || [[Schlattenbach]] ||[[Lichtmeßbach]] || [[Walchenbach]] | |||
|- | |||
| [[Erbbach]] || [[Weißenbach]] || [[Aubergbach]]|| [[Schrabach]] || [[Moarzbach]] | |||
|- | |||
| [[Wolfsbach]]|| [[Retschitzbach]] || [[Seewigtalbach]]||[[Gansmüllerbach]] || [[Großsölkbach]] | |||
|- | |||
| [[Tamischbach]] || [[Döllachbach]] || [[Gradenbach]]||[[Ardningbach]] || [[Spitalgraben]] | |||
|- | |||
| [[Salzabach]] || [[Wörschachbach]] || [[Gumpenbach]]|| [[Metschitzbach]] || [[Tunzendorferbach]] | |||
|- | |||
| [[Schwabelbach]] || [[Gulling (Wildfluss)|Gulling]] || [[Ennslingbach]]||[[Brunnbach]] || [[Moosheimerbach]] | |||
|- | |||
| [[Erzbach]] || [[Leistenbach]] || [[Weißenbach]]||[[Palten]] || [[Sattentalbach]] | |||
|- | |||
| [[Hartelsgraben]] || [[Schwarzer Graben]]|| [[Dürrenbach (Oberhaus)|Dürrenbach]]||[[Forstaubach]]|| [[Preuneggbach]] | |||
|- | |||
| [[Johnsbach (Bach)|Johnsbach]] || [[Grimmingbach]] || [[Talbach]]|| [[Salza (Großreifling)|Salza]]|| [[Niederöblarnbach]] | |||
|- | |||
| [[Wengbach]] || [[Irdningbach]]|| [[Grießbach]]|| [[Eßlingbach]]||[[Hallbach]] | |||
|} | |||
== Literatur == | |||
* "[[Entlang der Enns. Eine Flussbiografie.]]" | |||
== Siehe auch == | |||
* [[Ennsregulierung]] | |||
{{Austriaforum|AEIOU/Enns%2C_Fluss}} | |||
{{Mehr Salzburg}} | |||
==Quellen== | |||
* [https://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.e/e632135.htm www.aeiou.at] | |||
* Beitrag "Enns" im Salzburgwiki (Urheber dort [[Benutzer:Peter Krackowizer]]) | |||
* Oliver Rathkolb, Florian Freund (Hg.), NS-Zwangsarbeit in der Elektrizitätswirtschaft der "Ostmark", 1938 - 1945, böhlau, Wien - Köln - weimar, 2002 | |||
=== Einzelnachweise === | |||
<references/> | |||
{{mehr|Enns_(Fluss)}} | |||
[[Kategorie:Geografie]] | [[Kategorie:Geografie]] | ||
[[Kategorie: | [[Kategorie:Hydrogeografie]] | ||
[[Kategorie:Gewässer]] | |||
[[Kategorie:Fließgewässer]] | |||
[[Kategorie:Fluss]] | [[Kategorie:Fluss]] | ||
[[Kategorie:Enns|!|Enns]] | |||