Kapuzinerkloster Falkenburg: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:@RSCN1319KlosterC.jpg|thumb|das Kapuzinerkloster Irdning im Winter]]
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[[File:Vischer - Topographia Ducatus Stiria - 060 Falkenburg bei Irdning.jpg|thumb|[[Georg Matthäus Vischer]]: ''Topographia Ducatus Stiria'', Falkenburg]]
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[[Datei:@1467KlosterIrd2-13.jpg|thumb|Eingangsbereich mit zur Fastenzeit verhülltem Kreuz]]
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[[Datei:Kapuzinerkloster Irdning54.JPG|thumb|das Kapuzinerkloster Irdning]]
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Das '''Kapuzinerkloster Falkenburg''' in [[Irdning]] im Ortsteil [[Falkenburg]] wurde [[1711]] gegründet und steht unter [[Denkmalschutz]].
[[Datei:Kloster seit 1615.JPG|thumb|Kloster seit 1615.]]
[[Datei:Falkenburg um 1680.jpg|thumb|Die Falkenburg um [[1680]] aus Bischers Schlösserbuch. Im Hintergrund [[Schloss Pichlarn]].]]
[[Datei:@1467KlosterIrd2-13.jpg|thumb|Eingangsbereich mit zur Fastenzeit verhülltem Kreuz.]]
[[Datei:Kapuzinerkloster Irdning54.JPG|thumb|Das Kapuzinerkloster Irdning.]]
Das '''Kapuzinerkloster Falkenburg''', ehemals Schloss Falkenburg, in [[Irdning]] im Ortsteil [[Falkenburg]] wurde [[1711]] gegründet und steht unter [[Denkmalschutz]].


== Allgemeines ==
== Allgemeines ==
Am Eingangstor stehen die lateinischen Worte Gruß des heiligen Franziskus von Assisi (Franz von Assisi) ''Pax et Bonum''. In der Mitte des vierkantigen Innenhofes befindet sich ein 16 Meter tiefer Brunnen. Diese Stelle wird als Ort der Besinnung genutzt. Das Klostergebäude ist innen mit vielen heiligen Ölbildern und Kunststichen ausgestattet. Im oberen Geschoß befindet sich die Klosterbibliothek, die teilweise vom [[Benediktinerstift Admont]] kostenlos ausgestattet wurde.
Am Eingangstor stehen die lateinischen Worte Gruß des heiligen Franziskus von Assisi ''Pax et Bonum''. In der Mitte des vierkantigen Innenhofes befindet sich ein 16 Meter tiefer Brunnen. Diese Stelle wird als Ort der Besinnung genutzt. Das Klostergebäude ist innen mit vielen Ölbildern und Kunststichen von Heiligen ausgestattet. Im oberen Geschoß befindet sich die Klosterbibliothek, die teilweise vom [[Benediktinerstift Admont]] kostenlos ausgestattet wurde.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Bereits im [[8. Jahrhundert]] stand an selbiger Stelle der ''Hof Pfaffing'', der in der Zeit der bayrischen Frühbesiedelungen entstand. Bis um [[1530]] gehörte dieser Hof (auch als ''Widemhof'' bekannt) der [[Katholische Pfarrkirche hl. Petrus und Paulus|Irdninger Kirche]], musste jedoch aufgrund der hohen Türkensteuer<ref>Ehemalige Steuer zur Finanzierung der Türkenkriege und sonstigen Maßnahmen zur Abwehr dieser Gefahr.</ref> an [[Hans Adam Praunfalkh]] des [[Schloss Trautenfels|Schlosses Trautenfels]] (früher ''Neuhaus'' genannt) verkauft werden. In den Jahren [[1612]] bis [[1615]] stellten dessen Nachfahren die Falkenburg fertig. Nach mehreren Besitzerwechseln bekam [[1695]] die Falkenburg [[Sigmund Friderich Freiherrn von Welsersheimb]], dem auch das [[Schloss Gumpenstein]] gehörte. [[1708]] bat ihn seine im Sterben liegende Ehefrau, dass die Falkenburg in ein Kapuzinerkloster umgewandelt werden solle. Nach dem Tod seiner Frau trat er [[1710]] an den [[Kapuzinerorden]] heran und baute das Kloster. Am [[27. April]] 1711 wurden den Kapuzinermönchen der Schlüssel des bis dahin als Herrenhaus fungierten Klosters übergeben. [[1714]] war der Umbau fertiggestellt. Am [[7. Februar]] [[1718]] wurde die [[Klosterkirche hl. Joseph]] eingeweiht.
Das Schloss Falkenburg ein einstöckiges schmuckloses Gebäude mit angebauter einfacher spitzgiebeliger Kirche. Reste von Gräben und Wehrmauern waren um das Schloss noch in der ersten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s zum Teil erhalten gewesen. Der große Garten ist von einer hohen Mauer umgeben.  


Wie [[Josef Graf Welsersheimb]], ein Nachkomme der seinerzeitigen Stifterfamilie, anlässlich der 300-Jahr-Feier im Mai [[2011]] schilderte, dürfte es im [[18. Jahrhundert]] gar nicht so einfach gewesen sein, einem Orden ein derartiges Geschenk zu machen. Es waren eine Vielzahl an Genehmigungen notwendig: vom Ordenskapitel über ''Seine Majestät dem Kaiser'', des [[swiki:Salzburger Erzbischof|Salzburger Erzbischof]] bis hin zum [[Äbte von Admont|Abt]] von [[Benediktinerstift Admont|Admont]].  
Bereits im [[8. Jahrhundert]] stand an selbiger Stelle der "Hof Pfaffing", der in der Zeit der bayrischen Frühbesiedelungen entstand. Er wurde vom [[swiki:Erzbischof von Salzburg]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> dem Pfarrer von Irdning geschenkt und daher den Namen "Pfäffinghof" führte. Aber schon im Jahre [[1529]] wird neben diesem Namen die Bezeichnung "Volkhburg" verwendet. Bis um [[1530]] gehörte dieser Hof (auch als "Widemhof" bekannt) der [[Katholische Pfarrkirche hl. Petrus und Paulus|Irdninger Kirche]], musste jedoch aufgrund der hohen "Quart", der vom Klerus zu gebenden besonderen [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#T|Türkensteuer]], an [[Peter Christof Praunfalkh]] des [[Schloss Trautenfels|Schlosses Trautenfels]] (früher "Schloss Neuhaus" genannt) verkauft werden.  


Von 1988 bis 1993 wurde das Kloster renoviert und 1998 dann generalsaniert.
Wenn es auch keine Verkaufsurkunde gibt, so ist es doch wahr wahrscheinlich, dass der Pfarrer von Irdning zur Bestreitung der "Quart" den Hof an den Pfleger der [[Hofmann]] auf Neuhaus, Praunfalkh, verkaufen musste. Die Praunfalkh besaßen dann den Hof im [[16. Jahrhundert]]. Peter Christof Praunfalkh scheint mit dem Ausbau des Hofes begonnen zu haben, sein Sohn [[Hans Adam Praunfalkh|Hans Adam]] setzte den Umbau zum Schloss Falkenburg, wie er es jetzt nannte, fort. Als er [[1629]] wegen seines [[Evangelische Glaubensgeschichte im Ennstal|protestantischen Glaubens]] das Land verlassen musste, verkaufte er Falkenburg nicht, sondern setzte als Verwalter [[Sebastian Laßlechner]] darauf ein. Eine solche Verwaltung war aber nach den Bestimmungen des Ausweisungsbefehls nicht gestattet. Daher erging [[1630]] ein strenger landesfürstlicher Befehl, das Gut zu verkaufen. "Das geschloß Falckhenburg welliches erst vor kurzen Jahren von Grund auf Neu gepaut" und rings von einem "Wurz-" und Obstgarten umgeben war, aber "sunsten ganz frei steht"  hatte zwei Höfe; in dem einen waren zwei Brunnen, "ein Zieh- sowohl ein Rohrbrunn", die erst wenige Jahre vorher mit großen Kosten erbaut worden waren. Im äußeren Hof lag eine schöne gemauerte "Padtstuben", ein Wasch- und ein Backhaus. Im Schloss befanden sich ein großer Keller, der 100 [[Startin]] Wein fassen konnte und zehn Zimmer. Sein Wert wurde auf 5.000 [[Gulden|fl]]., der Wert des ganzen Gutes mit den Grundstücken und dem [[Meierhof]] auf 9.720 fl. geschätzt. Laßlechner hatte das Schloss nicht bewohnt, sodass der Bauzustand nicht besonders gut war.
 
Der Verkaufsbefehl wurde im Jahre [[1636]] erneuert, aber erst im Jahre [[1649]] wurde das Gut an [[Alexander Freiherr von Schiefer]] verkauft. Von diesem erwarb es im Jahre [[1652]] der bisherige Pächter und Verwalter Sebastian Laßlechner, der es am [[10. Juli]] [[1660]] um 6.600 fl. an [[Wolf Rudolf Graf Saurau]] verkaufte. Seine Tochter (seit [[1664]] Besitzerin) [[Maria Renate Gräfin Khevenhüller]] verkaufte im Jahre [[1692]] das auf 7.570 fl. geschätzte Gut an [[Johann Rudolf Graf Saurau]]. Auf dem Gut saß seit [[1689]] Franz Josef Rascher, der Sohn des früheren Lehensbesitzers, der [[1692]] die Untertänigkeit von den Saurau ablöste, aber es schon [[1695]] an [[Siegmund Friedrich Freiherr von Welsersheim]] verkaufte, dem auch das [[Schloss Gumpenstein]] gehörte. [[1708]] bat ihn seine im Sterben liegende Ehefrau, dass die Falkenburg in ein Kapuzinerkloster umgewandelt werden solle. Nach dem Tod seiner Frau trat er [[1710]] an den [[Kapuzinerorden]] heran und baute das Kloster. Nur das Torgebäude blieb in der ursprünglichen Form erhalten. Doch blieb die Herrschaft im Besitz der Welsersheim.
 
Es folgten [[Franz Sigmund Graf von Welsersheim|Franz Sigmund]] ([[1722]]) und [[Leopold Karl Graf von Welsersheim|Leopold Karl]], Grafen von Welsersheim ([[1750]]), der das Gut im Jahre [[1751]] an [[Maximilian Guidobalt Graf Stainach]] verkaufte. Bei den Stainach blieb die Herrschaft bis [[1810]], da sie [[Alois Graf Kuenburg]] erwarb. Dann folgten zahlreiche Besitzer.
 
=== Falkenburg als Kapuzinerkloster  ===
Am [[27. April]] [[1711]] wurde den Kapuzinermönchen der Schlüssel des bis dahin als Herrenhaus fungierten Klosters übergeben. [[1714]] war der Umbau fertiggestellt. Am [[7. Februar]] [[1718]] wurde die [[Klosterkirche hl. Joseph]] eingeweiht.
 
[[Datei:Irdning mit Kapuzinerkloster Falkenburg 1908.jpg|thumb|Ausschnitt aus einer [[Historische Ansichtskarten aus dem Bezirk Liezen|historischen Ansichtskarte]] aus dem Jahr 1908.]]
 
Wie [[Josef Graf Welsersheim]], ein Nachkomme der seinerzeitigen Stifterfamilie, anlässlich der 300-Jahr-Feier im Mai [[2011]] schilderte, dürfte es im [[18. Jahrhundert]] gar nicht so einfach gewesen sein, einem Orden ein derartiges Geschenk zu machen. Es waren eine Vielzahl an Genehmigungen notwendig: vom Ordenskapitel über "Seine Majestät dem Kaiser", des [[swiki:Salzburger Erzbischof]]s bis hin zum [[Äbte von Admont|Abt]] von [[Benediktinerstift Admont|Admont]].
 
Von [[1988]] bis [[1993]] wurde das Kloster renoviert und [[1998]] dann generalsaniert. Seit Ende [[2022]] gehören die vier Niederlassungen in Westösterreich - Feldkirch, Innsbruck, [[swiki:Kapuzinerkloster Salzburg]] und das Kapuzinerkloster Falkenburg.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/endlich-nachwuchs-fuer-das-kapuzinerkloster-135241369 www.sn.at], 13. März 2023: "Endlich Nachwuchs für das Kapuzinerkloster", ein Beitrag von [[swiki:Karin Portenkirchner]]</ref>


== Namensgebung ==
== Namensgebung ==
''Falkenburg'' stammt aus dem Namensteil des einstigen Besitzers Hans Adam Praunfalkh und seiner Nachfahren, die das Schloss in den Jahren fertig bauten.
"Falkenburg" stammt aus dem Namensteil des einstigen Besitzers Hans Adam Praunfalkh und seiner Nachfahren, die das Schloss in den Jahren fertig bauten.


== Anschrift ==
== Anschrift ==
:''Kapuzinerkloster''
:''Kapuzinerkloster
:''Falkenburg 1''
:''Falkenburg 1
:''8952 [[Irdning-Donnersbachtal]]''
:''8952 [[Irdning-Donnersbachtal]]
:''Telefon: (0 36 82) 2 61 35''
:''Telefon: (0 36 82) 2 61 35
:''Telefax: (0 36 82) 2 61 35-6''
:''Telefax: (0 36 82) 2 61 35-6
:''E-Mail: [mailto:irdning@kapuziner.org irdning@kapuziner.org]''
:''E-Mail: [mailto:irdning@kapuziner.org irdning@kapuziner.org]


== Bilder ==
== Bilder ==
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== Weblinks ==
==Weblinks==
* Lage auf [https://www.openstreetmap.org/node/226222552#map=18/47.50078/14.10374 www.openstreetmap.org]
{{Austriaforum|Wissenssammlungen/Burgen_und_Schlösser/Steiermark/Falkenburg}}
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== Quellen ==
== Quellen ==
* [http://www.kapuziner.org/oprov/orte/irdning/index.php Website Kapuzinerkloster Irdning]
* [https://www.kapuziner.at/kloester/irdning/?type=1 Kapuzinerkloster Irdning]
* {{Quelle ET|6. Mai 2011}}
* {{Quelle ET|6. Mai 2011}}
== Fußnoten ==
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=sbs&datum=1936&page=1073&size=45&qid=13IDFQBL1KMJ50LZQ205OM9OYC3ESF ANNO], Steirische Burgen und Schlösser, 1936, w. Band, Heft 13
* [http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=1781 www.burgen-austria.com]
 
=== Einzelnachweise ===
<references/>
<references/>


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[[Kategorie:Irdning-Donnersbachtal|Kapuzinerkloster]]
[[Kategorie:Irdning|Kapuzinerkloster]]
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