Ennstal: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Ennstal-strümpl2.jpg|thumb|Das Ennstal aus der Luft nach Norden]] | [[Datei:Ennstal-strümpl2.jpg|thumb|Das Ennstal aus der Luft nach Norden]] | ||
Das '''Ennstal''' ist das Flusstal der [[Enns]] in den [[Ostalpen]]. Teile davon (von [[Ardning]] bis [[Pruggern]] sind [[Landschaftsschutzgebiet]]. | |||
Das '''Ennstal''' ist das Flusstal der [[Enns]] in den [[Ostalpen]]. Teile davon (von [[Ardning]] bis [[Pruggern]] sind | |||
== | ==Geografie == | ||
Das Ennstal erstreckt sich über 125 km in der [[Steiermark]] in ost-westlicher Richtung, sowie im Osten einer Krümmung nach Norden durch das [[Gesäuse]]. Man unterscheidet zwischen dem [[Oberes Ennstal (Tal)|oberen]], dem [[Mittleres Ennstal|mittleren Ennstal]] und dem [[Unteres Ennstal|unteren Ennstal]]. | Das Ennstal erstreckt sich über 125 km in der [[Steiermark]] in ost-westlicher Richtung, sowie im Osten einer Krümmung nach Norden durch das [[Gesäuse]]. Man unterscheidet zwischen dem [[Oberes Ennstal (Tal)|oberen]], dem [[Mittleres Ennstal|mittleren Ennstal]] und dem [[Unteres Ennstal|unteren Ennstal]]. | ||
[[File:Enns (rivière).png|thumb|Der Verlauf der Enns.]] | |||
==Begriffserläuterung== | ==Begriffserläuterung== | ||
Der Begriff Ennstal stammt aus dem Jahre 1005, als König Heinrich II. in einer Urkunde | Der Begriff Ennstal stammt aus dem Jahre 1005, als König Heinrich II. in einer Urkunde "Ensitala" erwähnt. Spätere Urkunden sind zusätzlich Beleg für die Bezeichnung.<ref>Pürcher Alois: ''Erlebnis Ennstal Schladminger Tauern'', Graz, 2000, S. 22.</ref> | ||
== Gebietsabgrenzung == | == Gebietsabgrenzung == | ||
Diese Gebietsabgrenzung stammt von Dr. [[Franz Höpflinger]] aus dessen Beitrag "[[Die Vögel des steirischen Ennstales und seiner Bergwelt]]". | Diese Gebietsabgrenzung stammt von Dr. [[Franz Höpflinger]] aus dessen Beitrag "[[Die Vögel des steirischen Ennstales und seiner Bergwelt]]". | ||
Er definiert das steirische Ennstal mit dem Flusslauf der Enns von deren Eintritt beim steirisch-salzburgischen Grenzort [[Mandling (Ort)|Mandling]] bis zum Ausgang des Gesäuses bei [[Hieflau]]. | Er definiert das steirische Ennstal mit dem Flusslauf der Enns von deren Eintritt beim steirisch-salzburgischen Grenzort [[Mandling (Ort)|Mandling]] bis zum Ausgang des Gesäuses bei [[Hieflau]]. Seine Südgrenze verläuft entlang des Hauptkamms der [[Niedere Tauern|Niederen Tauern]], die die Wasserscheide zum Flußgebiet der Mur bildet. Diese Südgrenze endet auf der [[Walder Höhe]] (845 m ü. A.) und verläuft von dort in nordöstlicher Richtung durch das [[Radmertal]] nach Hieflau. Die nördliche Grenze des Ennstals bildet der steirische Teil des [[Dachsteingebirge|Dachsteinstockes]] mit seinen östlichen Ausläufern [[Stoderzinken]], [[Kammspitze]] und [[Grimming]], und dann weiter im Norden das [[Mitterndorfer Becken]] und die Teile des [[Totes Gebirge|Toten Gebirges]] und der [[Ennstaler Alpen]] (jener Teil, der zur Steiermark gehört). | ||
[[Datei:Alpen Ennstal.jpg|thumb|Blick von der [[Hochwurzen]] ins Ennstal Richtung Nordost, im Tal unten [[Schladming]].]] | |||
== Beschreibung der Landschaftsformen<ref>Quelle Dr. [[Franz Höpflinger]] aus dessen Beitrag "[[Die Vögel des steirischen Ennstales und seiner Bergwelt]]</ref> == | == Beschreibung der Landschaftsformen<ref>Quelle Dr. [[Franz Höpflinger]] aus dessen Beitrag "[[Die Vögel des steirischen Ennstales und seiner Bergwelt]]</ref> == | ||
Das Flussbett der Enns trennt das Kalkgebirge | Das Flussbett der Enns trennt das Kalkgebirge im Norden vom Urgebirge im Süden. Das Kalkgebirge weist den Charakter in den typischen Formen ungegliederter, weiter Hochplateaus mit mächtigen Wandfluchten oder in steil aufstrebenden, zerscharteten und zersägten, oft geradezu in dolomitenartigen Formen sich zeigend, auf. Im Urgebirge südlich der Enns zeigt sich jedoch ein ganz andersartig gestaltetes Landschaftsbild. Ein mächtiger Nadelwaldgürtel beginnt bereits im Tal, über dem sich die weiten [[Alm]]en befinden. Daran anschließend erstrecken sich die oft stundenweit hinziehenden Joche und Kämme des Hauptkamms der Niederen Tauern. Hier befinden sich auch die mächtigen Ketten der [[Schladminger Tauern|Schladminger]], [[Wölzer Tauern|Wölzer]] und [[Rottenmanner Tauern]]. | ||
Ihr Wasserreichtum tritt in Form unzähliger Quellen, Bäche, Gebirgsflüssen, Wasserfällen und zahlreichen Seen bildlich in Erscheinung und diese Gebiete dadurch zu beliebten Wandergebieten macht. Im starkem Gegensatz zur unglaublichen Wasserarmut | Ihr Wasserreichtum tritt in Form unzähliger Quellen, Bäche, Gebirgsflüssen, Wasserfällen und zahlreichen Seen bildlich in Erscheinung und diese Gebiete dadurch zu beliebten Wandergebieten macht. Im starkem Gegensatz zur unglaublichen Wasserarmut | ||
des Kalkgebietes. | des Kalkgebietes. | ||
Das Ennstal selbst weitet sich langsam vom westlichen Beginn bis [[Öblarn]]. Bei [[Stainach]] und [[Admont]] formt es beckenartige, weite Talböden. Östlich von Admont wird das Ennstal in den | Das Ennstal selbst weitet sich langsam vom westlichen Beginn bis [[Öblarn]]. Bei [[Stainach]] und [[Admont]] formt es beckenartige, weite Talböden. Östlich von Admont wird das Ennstal in den wildromantischen Engpass des [[Gesäuse]]s "gezwängt". | ||
Das Tal selbst ist überwiegend von Wiesen bedeckt (wo nicht durch Gemeinden bebaut), in denen die unzähligen | Das Tal selbst ist überwiegend von Wiesen bedeckt (wo nicht durch Gemeinden bebaut), in denen die unzähligen | ||
für das Ennstal so charakteristischen [[Heustadel]] stehen. | für das Ennstal so charakteristischen [[Heustadel]] stehen. | ||
Kleinere Bergrücken mitten im Tal, die eine reichliche Bewaldung aufweisen findet man bei mit dem [[Mitterberg (Mitterberg )|Mitterberg]] bei Öblarn, dem [[Kulm (Ennstal)|Kulm]] bei [[Irdning]] | [[Datei:Ennstal West.jpg|thumb|Blick vom [[Fastenberg]] nach Nordwest Richtung Gemeinde [[Pichl-Preunegg]].]] | ||
Kleinere Bergrücken mitten im Tal, die eine reichliche Bewaldung aufweisen findet man bei mit dem [[Mitterberg (Mitterberg)|Mitterberg]] bei Öblarn, dem [[Kulm (Ennstal)|Kulm]] bei [[Irdning]] und dem [[Lassinger Mitterberg]]. Unterbrochen wird das Ennstal manchmal noch von kleinen Auwäldern oder Schilfdickicht. Vor etwas mehr als hundert Jahren bedeckten noch mächtige Schilfbestände fast das ganze Ennstal von [[Aich]] bis zum Gesäuseeingang. Sie waren hin und wieder durch Auwald unterbrochen. Dort fand sich eine überaus reiche Wasser- und Sumpfvogelwelt fand | |||
darinnen ihre Wohnstätte. | darinnen ihre Wohnstätte. | ||
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Im Ennstal gibt es nur einen einzigen natürlichen See, den [[Putterersee]] in [[Aigen im Ennstal]]. Der Gaishornsee im [[Paltental]] wurde abgelassen und trockengelegt. Ausgedehnte [[Moor]]e erstrecken sich im Mitterndorfer Becken, bei [[Wörschach]] und zwischen Selzthal und Admont. | Im Ennstal gibt es nur einen einzigen natürlichen See, den [[Putterersee]] in [[Aigen im Ennstal]]. Der Gaishornsee im [[Paltental]] wurde abgelassen und trockengelegt. Ausgedehnte [[Moor]]e erstrecken sich im Mitterndorfer Becken, bei [[Wörschach]] und zwischen Selzthal und Admont. | ||
[[Datei:@1404SuEnnsAirdSNc.jpg|thumb|das Ennstal bei [[Altirdning]], rechts im Bild die [[Kammspitze]].]] | |||
==Orte in Salzburg== | ==Orte in Salzburg== | ||
Orte | Orte des Ennstals, das in Salzburg [[Ennspongau]] genannt wird, in der Reihenfolge des Flussverlaufs sind: Flachauwinkl, Flachau, Reitdorf, Eben im Pongau, Altenmarkt, Radstadt und Mandling. | ||
==Orte in der Steiermark== | ==Orte in der Steiermark== | ||
Von West nach Osten: [[Schladming]], [[Haus | Von West nach Osten: [[Schladming]], [[Haus]], [[Pruggern]], [[Gröbming]], [[Öblarn]], [[St. Martin am Grimming]], [[Irdning]], [[Stainach]], [[Wörschach]], [[Weißenbach bei Liezen]], [[Liezen]], [[Selzthal]], [[Ardning]], [[Hall (Gemeinde)|Hall]], [[Admont]], [[Weng im Gesäuse]], [[Hieflau]], [[Großreifling]], [[Weißenbach an der Enns]] und [[Altenmarkt bei Sankt Gallen]]. | ||
==Orte in Oberösterreich== | ==Orte in Oberösterreich== | ||
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[[Datei:Ennstal_alte_Karte.jpg|thumb|das Ennstal auf einer historischen Karte]] | [[Datei:Ennstal_alte_Karte.jpg|thumb|das Ennstal auf einer historischen Karte]] | ||
===Geschichte der Besiedelung=== | ===Geschichte der Besiedelung=== | ||
Die ersten Menschen kamen während der mittleren Altsteinzeit (400 000 – 40 000 vor unserer Zeitrechnung) in die heutige [[Steiermark]]. Hinweise auf Besiedelung finden wir in der Salzofenhöhle in Lieglloch im [[ | Die ersten Menschen kamen während der mittleren Altsteinzeit (400 000 – 40 000 vor unserer Zeitrechnung) in die heutige [[Steiermark]]. Hinweise auf Besiedelung finden wir in der Salzofenhöhle in Lieglloch im [[Toten Gebirge]]. Durch die neolithische Revolution wurden die Menschen sesshaft und gaben das Jagen und Sammeln auf. Um 4000 kamen die ersten Menschen ins Ennstal, um sich dort sesshaft zu machen. Bevorzugt wurde die breiteste Stelle des Ennstals, also der Bereich um das [[Schloss Trautenfels]]. [[Bergbau im Ennstal|Bergbau]] und [[Holz]] für die Sicherung der Stollen und zur Herstellung von [[Holzkohle|Kohle]] waren wesentliche Beschäftigungsfelder. Die Diversifikation des Handwerks stiftete den Bau von Handelsverbindungen an, die in Form von Verkehrswegen und Gebirgsübergängen realisiert wurden.<ref>Pürcher Alois: ''Erlebnis Ennstal Schladminger Tauern'', Graz, 2000, S. 18.</ref> | ||
====Illyrer==== | ====Illyrer==== | ||
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====Traungauer, Babenberger und Habsburger==== | ====Traungauer, Babenberger und Habsburger==== | ||
Seit den Traungauern wurde das Tal weiter erschlossen. Trockenlegung der Sümpfe und Seen und Rodungen von Wäldern erschufen neuen Ackerboden und Wiesen. 1180 wurde die Steiermark zum Herzogtum erhoben. Mit dem Tod von Otakar 1192 wird die Steiermark Österreich eingegliedert. 52 (? Jahr?) herrschten die Babenberger, bis das Interregnum kam – die herrscherlose Zeit. Weniger die politischen Konflikte, sondern mehr der beschwerliche Alltag beschäftigten die Ennstaler. Heuschreckenplagen, Viehseuchen und Klimaveränderungen und die [[Pest]] erschwerten das Leben. Die Türken erreichten das Ennstal nie, weil die [[Burg Strechau]] die türkische Offensive stoppte. Mit dem Ende des Interregnums durch Rudolf I. herrschten die Habsburger über das Ennstal.<ref>Pürcher Alois: ''Erlebnis Ennstal Schladminger Tauern'', Graz, 2000, S. 22-23.</ref> | [[1048]] wird die Obersteiermark bereits «Markland» genannt: denn nach der Schenkungsurkunde Heinrichs III. ist das dem Bistum Bamberg gewidmete ''Gut [[Rottenmann]], slawisch Cirminah genannt'' in der ''Mark Gottfrieds gelegen''.<ref>Quelle [[Geschichte Schladmings und des steirisch-salzburgischen Ennstales]], Seite 39</ref> | ||
Seit den Traungauern wurde das Tal weiter erschlossen. Trockenlegung der Sümpfe und Seen und Rodungen von Wäldern erschufen neuen Ackerboden und Wiesen. 1180 wurde die Steiermark zum Herzogtum erhoben. Mit dem Tod von Otakar 1192 wird die Steiermark Österreich eingegliedert. 52 (? Jahr?) herrschten die Babenberger, bis das Interregnum kam – die herrscherlose Zeit. Weniger die politischen Konflikte, sondern mehr der beschwerliche Alltag beschäftigten die Ennstaler. Heuschreckenplagen, Viehseuchen und Klimaveränderungen und die [[Pest]] erschwerten das Leben. Die Türken erreichten das Ennstal nie, weil die [[Burg Strechau]] die türkische Offensive stoppte. Mit dem Ende des Interregnums durch Rudolf I. (* 1218; † 1291; der erste römisch-deutsche König aus dem Geschlecht der Habsburger) herrschten die Habsburger über das Ennstal.<ref>Pürcher Alois: ''Erlebnis Ennstal Schladminger Tauern'', Graz, 2000, S. 22-23.</ref> | |||
== | ==Geografie== | ||
[[Datei:Ennstal Liezen Weißenbach Ennsregulierung 1930er.jpg|thumb|Der Blick geht im Ennstal von Südosten nach Nordwesten. Im rechten Bildteil sieht man [[Liezen]], links etwas daneben [[Weißenbach bei Liezen]]. Die [[Enns]] fließt im unteren Teil vorbei, wobei man noch schön die ehemaligen Flußwindungen sehen kann, die bei der [[Ennsregulierung]] begradigt wurden. Aufnahme zwischen 1928 und 1938.]] | |||
===Die Entstehung des Ennstals=== | ===Die Entstehung des Ennstals=== | ||
Das Ennstal wurde glazial geformt. Während der [[Eiszeit]]en hat der Eisstrom des [[Gletscher]]s das Tal geformt. Die Eisdecke hatte dabei eine Mächtigkeit von bis zu 700 Meter. Während der Würmeiszeit reichte der Gletscher bis zum [[Gesäuseeingang]]. Durch Bergstürze, Hangrutschungen und Schottermassen aus den Seitenbächen haben sich Becken herausgebildet, die früher Seen waren und im Laufe der Zeit verlandeten. Beispiele sind das Selzthaler Becken, das Wörschacherbecken und das Irdningerbecken. Zeugen dieser verlandeten Seen sind heute noch vorhandene Nieder- und <nowiki>Hoch</nowiki>[[Moor|moore]]. Flaches Gefälle führte zur geringeren Fließgeschwindigkeit, dadurch begann die [[Enns]] zu mäandrieren. Die Fußsohle wurde höher und [[Hochwasser]] war die Folge. Das erklärt die Tatsache, dass das Tal damals wenig besiedelt wurde, weil es verkehrs- und siedlungsfeindlich war. Höhere Hanglagen und Schwemmfächer wurden daher bevorzugt. Reguliert wurde die Enns erst um 1860 unter Kaiser [[Franz Joseph I.]]. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Talboden auch landwirtschaftlich genutzt. Die glaziale Serie macht sich auch in den Gebirgsstöcken bemerkbar.<ref>Hagspiel, Bernadette; Hagspiel, Erich (Hgg.): ''Faszination Ennstal. Ein fotografischer Streifzug durch das steirische Ennstal mit Blicken ins Ausseerland und das Paltental'', Irdning, 1993, S. 11-12.</ref> | Das Ennstal wurde glazial geformt. Während der [[Eiszeit]]en hat der Eisstrom des [[Gletscher]]s das Tal geformt. Die Eisdecke hatte dabei eine Mächtigkeit von bis zu 700 Meter. Während der Würmeiszeit reichte der Gletscher bis zum [[Gesäuseeingang]]. Durch Bergstürze, Hangrutschungen und Schottermassen aus den Seitenbächen haben sich Becken herausgebildet, die früher Seen waren und im Laufe der Zeit verlandeten. Beispiele sind das Selzthaler Becken, das Wörschacherbecken und das Irdningerbecken. Zeugen dieser verlandeten Seen sind heute noch vorhandene Nieder- und <nowiki>Hoch</nowiki>[[Moor|moore]]. Flaches Gefälle führte zur geringeren Fließgeschwindigkeit, dadurch begann die [[Enns]] zu mäandrieren. Die Fußsohle wurde höher und [[Hochwasser]] war die Folge. Das erklärt die Tatsache, dass das Tal damals wenig besiedelt wurde, weil es verkehrs- und siedlungsfeindlich war. Höhere Hanglagen und Schwemmfächer wurden daher bevorzugt. Reguliert wurde die Enns erst um 1860 unter Kaiser [[Franz Joseph I.]]. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Talboden auch landwirtschaftlich genutzt. Die glaziale Serie macht sich auch in den Gebirgsstöcken bemerkbar.<ref>Hagspiel, Bernadette; Hagspiel, Erich (Hgg.): ''Faszination Ennstal. Ein fotografischer Streifzug durch das steirische Ennstal mit Blicken ins Ausseerland und das Paltental'', Irdning, 1993, S. 11-12.</ref> | ||
=== Klima === | === Klima === | ||
Die Abgeschirmtheit durch das [[Dachsteinmassiv]] ist im oberen Ennstal ein ausschlaggebender Faktor für geringere Niederschlagsmengen als im mittleren Ennstal. Schladming | Die Abgeschirmtheit durch das [[Dachsteinmassiv]] ist im oberen Ennstal ein ausschlaggebender Faktor für geringere Niederschlagsmengen als im mittleren Ennstal. Schladming hat im Jahresmittel knapp 1 000 mm als Jahresmenge, während Admont bereits 1 228 mm erhält. Auch die Unterschiede zwischen Minimum im Spätherbst und Frühwinter bzw. dem Sommer nehmen zu, so dass insgesamt von einer leichten Zunahme in Richtung kontinentales Klima gesprochen werden | ||
kann. | kann. | ||
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Im Ennstal dominieren westliche Winde. Nachts ist der gesamte Talabschnitt sehr windschwach mit erhöhter Kalmenhäufigkeit. Nebelbildung tritt jedoch nicht mehr so oft in Erscheinung wie im östlichen Ennstal (Schätzwert für Schladming etwa 50 Tage/Jahr gegenüber 72 Tagen in Aigen im Ennstal und 90 Tagen in Admont). Auch das Phänomen des Hochnebels kommt seltener vor. Die Schneesicherheit im Oberen Ennstal liegt bei etwa 100 Schneedeckentagen. | Im Ennstal dominieren westliche Winde. Nachts ist der gesamte Talabschnitt sehr windschwach mit erhöhter Kalmenhäufigkeit. Nebelbildung tritt jedoch nicht mehr so oft in Erscheinung wie im östlichen Ennstal (Schätzwert für Schladming etwa 50 Tage/Jahr gegenüber 72 Tagen in Aigen im Ennstal und 90 Tagen in Admont). Auch das Phänomen des Hochnebels kommt seltener vor. Die Schneesicherheit im Oberen Ennstal liegt bei etwa 100 Schneedeckentagen. | ||
Bei der Sonnenscheindauer gibt es kaum Unterschiede zum zentralen Ennstal ( Irdning 45% im Jahresdurchschnitt, beste Jahreszeit der Herbst mit bis zu 55% im Oktober). | Bei der Sonnenscheindauer gibt es kaum Unterschiede zum zentralen Ennstal (Irdning 45% im Jahresdurchschnitt, beste Jahreszeit der Herbst mit bis zu 55% im Oktober). | ||
==Fremdenverkehr == | ==Fremdenverkehr == | ||
Die ersten [[Fremdenverkehr]]<nowiki>sgäste</nowiki> kamen in den [[1920er]] und [[1930er]] Jahren. Seit damals entwickelte sich das Ennstal zu einem der bedeutsamsten Fremdenverkehrsziele Österreichs. Im Jahre 1992 gab es in der [[Dachstein-Tauern-Region]] bereits 23 000 Betten. Das Ennstal gilt im Winter als auch im Sommer als Urlaubsziel. Der boomende Fremdenverkehr hinterließ auch seine Spuren im Landschaftsbild. | Die ersten [[Fremdenverkehr]]<nowiki>sgäste</nowiki> kamen in den [[1920er]] und [[1930er]] Jahren. Seit damals entwickelte sich das Ennstal zu einem der bedeutsamsten Fremdenverkehrsziele Österreichs. Im Jahre 1992 gab es in der [[Dachstein-Tauern-Region]] bereits 23 000 Betten. Das Ennstal gilt im Winter als auch im Sommer als Urlaubsziel. Der boomende Fremdenverkehr hinterließ auch seine Spuren im Landschaftsbild. | ||
Neue Infrastruktur und der Rückgang der Beschäftigten im Agrarsektor prägten das Ennstal stark. Vor einigen Jahrzehnten lag der Anteil der Erwerbstätigen im Primärsektor noch bei 70 %. Vor allem die Bergbauern mussten ihre Höfe aufgeben oder einer Nebenerwerbstätigkeit nachgehen.<ref>Hagspiel, Bernadette; Hagspiel Erich (Hgg.): | Neue Infrastruktur und der Rückgang der Beschäftigten im Agrarsektor prägten das Ennstal stark. Vor einigen Jahrzehnten lag der Anteil der Erwerbstätigen im Primärsektor noch bei 70 %. Vor allem die Bergbauern mussten ihre Höfe aufgeben oder einer Nebenerwerbstätigkeit nachgehen.<ref>Hagspiel, Bernadette; Hagspiel Erich (Hgg.): ''Faszination Ennstal. Ein fotografischer Streifzug durch das steirische Ennstal mit Blicken ins Ausseerland und das Paltental'', Irdning, 1993, S. 15.</ref> | ||
== Bilder == | == Bilder == | ||
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* ''Steiermark Karte'', Ed. Hölzel, 1:150.000 | * ''Steiermark Karte'', Ed. Hölzel, 1:150.000 | ||
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== Einzelnachweise == | |||
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[[Kategorie:Geografie]] | [[Kategorie:Geografie]] | ||
[[Kategorie:Landschaft]] | [[Kategorie:Landschaft]] | ||
[[Kategorie:Landschaftsschutzgebiet]] | [[Kategorie:Landschaftsschutzgebiet]] | ||
[[Kategorie:Tal]] | [[Kategorie:Tal]] | ||