Forstmuseum Silvanum: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''{{PAGENAME}}''' in der [[Ennstal]]er Gemeinde [[Landl]] im Ortsteil [[Großreifling]] ist das erste Forstmuseum Österreichs und befindet sich in historischen Gebäuden.
[[Datei:P6150476.JPG|thumb|der ehemalige Zimmerer begutachtet eine der ersten Motorsägen vor einer Original-[[Holzknechthütte]].]]
[[Datei:P6150478.JPG|thumb|[[Holzknechthütte]] in Erinnerung vom Leben der Menschen im Wald]]
[[Datei:P6150480.JPG|thumb|der Zimmerer begutachtet seine ehemaligen Holzbearbeitungswerkzeuge]]
 
[[Datei:P6150483.JPG|thumb|Holzknecht-Werkzeuge]]
Das '''{{PAGENAME}}''' in der [[Ennstal]]er Gemeinde [[Landl]] im Ortsteil [[Großreifling]] ist das erste Forstmuseum Österreichs und befindet sich im historischen [[Innerberger Kasten]].


== Allgemeines ==
== Allgemeines ==
Schon [[1890]] dachte man laut über ein österreichisches land- und forstwirtschaftliches Museum nach. Dies geschah anlässlich der «Internationalen Land- und Forstwirtschaftlichen Ausstellung» in Wien. Es dauerte aber dann bis zum [[1. Jänner]] [[1966]], bis auf der Initiative von [[Adolf Grabner]] ein Heimatmuseum in Wildalpen ([[Bezirk Liezen]]) mit Schwerpunkt Forstwirtschaft eröffnet wurde. Ab 1970 führt es den Namen «Forstmuseum Wildalpen». Intensive Sammlungstätigkeit und Vergrößerungsbestrebungen lassen bald den Standort Wildalpen zu klein zu werden. Es kommt zu Verhandlungen mit den Österreichischen Bundesforste. Diese stellen den sogenannten «Neuen Kasten» in Großreifling, einen Getreidespeicher der Innerberger Hauptgewerkschaft aus dem Jahr [[1771]], als Raum für eine Museumsneugründung zur Verfügung.  
Schon [[1890]] dachte man laut über ein österreichisches land- und forstwirtschaftliches Museum nach. Dies geschah anlässlich der «Internationalen Land- und Forstwirtschaftlichen Ausstellung» in Wien. Es dauerte aber dann bis zum [[1. Jänner]] [[1966]], bis auf der Initiative von [[Adolf Grabner]] ein Heimatmuseum in Wildalpen ([[Bezirk Liezen]]) mit Schwerpunkt Forstwirtschaft eröffnet wurde. Ab 1970 führt es den Namen «Forstmuseum Wildalpen». Intensive Sammlungstätigkeit und Vergrößerungsbestrebungen lassen bald den Standort Wildalpen zu klein zu werden. Es kommt zu Verhandlungen mit den Österreichischen Bundesforste. Diese stellen den sogenannten «Neuen Kasten» in Großreifling, einen Getreidespeicher der Innerberger Hauptgewerkschaft aus dem Jahr [[1771]], als Raum für eine Museumsneugründung zur Verfügung.  


[[1975]] konstituierte sich der [[Forstmuseumsverein Großreifling]] als Trägerinstitution des neuen Forstmuseums. Nach einer umfassenden Renovierung des beeindruckenden, massiven Gebäudes konnte das neue Museum [[1979]] eröffnet werden.  
[[1975]] konstituierte sich der [[Forstmuseumsverein Großreifling]] als Trägerinstitution des neuen Forstmuseums. Nach einer umfassenden Renovierung des beeindruckenden, massiven Gebäudes konnte das neue Museum [[1979]] eröffnet werden.  


Der Standort des Museums wurde mit Bedacht gewählt. Das am Erzberg geförderte Eisens wäre ohne Holzkohle nicht weiter zu verarbeiten gewesen. Das dazu benötigte Holz bezog die Innerberger Hauptgewerkschaft zu großen Teilen aus der Gegend um Großreifling.  
Der Standort des Museums wurde mit Bedacht gewählt. Das am Erzberg geförderte Eisens wäre ohne [[Holzkohle]] nicht weiter zu verarbeiten gewesen. Das dazu benötigte Holz bezog die Innerberger Hauptgewerkschaft zu großen Teilen aus der Gegend um Großreifling.  


== Das Museum ==
== Das Museum ==
Im Erdgeschoß finden jährlich wechselnde Sonderausstellungen statt. Weiters befinden sich dort Großexponate des forstlichen Transportwesens vom Handzugschlitten bis zur lebensgroßen Darstellung des Waldbahnwesens. Forsthistorische Kostbarkeiten, das Reichsforstgesetz von 1852 sowie die wichtigsten heimischen Holzarten werden gezeigt. Im ersten Stock sieht man Grafiken, die einen Überblick über Waldregionen, Waldverteilung und Holzarten in Österreich geben. Zwei weitere zentrale Bereiche sind hier die Baumaufzucht und die Holzernte einst und heute. Vorgestellt werden Berufszweige wie Holzknecht, Holzfacharbeiter und Forsttaxator. Ein kleiner Bereich ist der Forstwirtschaft auf Briefmarken gewidmet.  
Im Erdgeschoß finden jährlich wechselnde Sonderausstellungen statt. Weiters befinden sich dort Großexponate des forstlichen Transportwesens vom Handzugschlitten bis zur lebensgroßen Darstellung des Waldbahnwesens. Forsthistorische Kostbarkeiten, das Reichsforstgesetz von 1852 sowie die wichtigsten heimischen Holzarten werden gezeigt. Im ersten Stock sieht man Grafiken, die einen Überblick über Waldregionen, Waldverteilung und Holzarten in Österreich geben. Zwei weitere zentrale Bereiche sind hier die Baumaufzucht und die Holzernte einst und heute. Vorgestellt werden Berufszweige wie Holzknecht, Holzfacharbeiter und Forsttaxator. Ein kleiner Bereich ist der Forstwirtschaft auf Briefmarken gewidmet.  


Im zweiten Stock erklären zahlreiche Modelle auf anschaulichste Weise Entwicklungsgeschichte, Technik und Funktion des einstigen Holztransports: Holztrift, Klausen, Fangrechen, aber auch Seilförderung und Flößerei. Die Holzriesen, die bis in die jüngste Zeit Verwendung fanden, werden ebenfalls in diesem Stock gezeigt. Im obersten, dritten Geschoß werden forstlichen Nebenbetrieben gezeigt. Harznutzung, Köhlerei und Sägeindustrie werden teils in Modellen erklärt.  
Im zweiten Stock erklären zahlreiche Modelle auf anschaulichste Weise Entwicklungsgeschichte, Technik und Funktion des einstigen Holztransports: [[Holztrift]], Klausen, Fangrechen, aber auch Seilförderung und [[Flößerei]]. Die Holzriesen, die bis in die jüngste Zeit Verwendung fanden, werden ebenfalls in diesem Stock gezeigt. Im obersten, dritten Geschoß werden forstlichen Nebenbetrieben gezeigt. Harznutzung, [[Köhlerei]] und Sägeindustrie werden teils in Modellen erklärt.  


In seiner Gesamtheit und Vollständigkeit erfüllt das Forstmuseum Großreifling eine wichtige Funktion sowohl für das Verständnis regionaler Sozialgeschichte als auch bei der Bildung eines ökologischen Bewusstseins von Jung und Alt.  
In seiner Gesamtheit und Vollständigkeit erfüllt das Forstmuseum Großreifling eine wichtige Funktion sowohl für das Verständnis regionaler Sozialgeschichte als auch bei der Bildung eines ökologischen Bewusstseins von Jung und Alt.  


== Quelle ==
== Kooperation ==
Im Rahmen der Sonderausstellung [[Wald und Mensch]] des [[Schloss Trautenfels Universalmuseum Joanneum|Universalmuseums Joanneum]] auf [[Schloss Trautenfels]], die vom [[12. April]] bis [[31. Oktober]] [[2014]] sowie vom [[28. März]] bis [[31. Oktober]] [[2015]] zu sehen war, kam es zu einer Kooperation beider Museen.
 
Eine ganze Reihe interessanter Leihgaben aus dem größten österreichischen Forstmuseum kann im Rahmen der Trautenfelser Schau gezeigt werden. Gemeinsam suchten die beiden Museumfrauen bei relativ kühlen Temperaturen im Reiflinger Getreidespeicher mit ihren Helfern eine gute Auswahl für das Netzwerk "Wald" aus dem großen Fundus des Großreiflinger Museums als Leihgaben für das Joanneum-Haus im Mittleren Ennstal. Modelle aus der forstgeschichtlichen Arbeitwelt, Triftstiefel, Messkluppen, Lohngeldtaschen, Brandhaken, ein Modell des Gasteiger Rechens, eine Kohlkrippe und nicht zuletzt das [[Salza (Großreifling)|Salza]]-Floß des Museumskustos FOL Adolf Grabner helfen das einstige Bild des Waldes und seine Veränderungen nachzuzeichnen<ref>{{Quelle ET|7. Februar 2014}}</ref>.
 
== Sonderausstellung 2023 ==
Nach einer dreimonatigen Vorbereitungsphase mit Recherche, Ideenfindung und Produktion war es Ende Juni [[2023]] so weit: Die Studierenden der Kunstakademie Wien präsentierten ihre Ausstellung "zwischenwurzeln" im Forstmuseum Silvanum. Im Zentrum der neuen Sonderausstellung steht der Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Wald. Eröffnet wurde die Ausstellung mit einem skurrilen Ereignis: Zur Fichtenbestatttung, der Beisetzung eines elf Meter hohen und von Borkenkäfern befallenen Baumes, wurde in die örtliche Kapelle geladen. Sogar die Reiflinger Bläser waren anwesend, um einen Trauermarsch zu spielen. Die Sonderausstellung ist vom [[24. Juni]] bis [[31. Oktober]] immer von Mittwoch bis Sonntag geöffnet
 
== Bilder==
{{Bildkat}}
== Weblink ==
{{homepage|http://forstmuseum.at}}
== Quellen ==
* [http://www.kultur.steiermark.at/cms/beitrag/10089148/7716775/ www.kultur.steiermark.at]
* [http://www.kultur.steiermark.at/cms/beitrag/10089148/7716775/ www.kultur.steiermark.at]
* {{Quelle ET|7. Juli 2023}}
== Einzelnachweis ==
<references/>


[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Tourismus]]
[[Kategorie:Museum]]
[[Kategorie:Museum]]
[[Kategorie:Landl]]
[[Kategorie:Landl]]
[[Kategorie:Landwirtschaft]]
[[Kategorie:Landwirtschaft (Geschichte)]]
[[Kategorie:Forstwirtschaft]]
[[Kategorie:Forstwirtschaft (Geschichte)]]