Ramsau-Terrasse: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Ramsau-Terrasse''' ist ein von [[Pichl]] bis [[Weißenbach]] reichender Lockersedimentkörper, der auf einem Sockel der [[Grauwackenzone]] und der [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] lagert. | Die '''Ramsau-Terrasse''' ist ein von [[Pichl (Schladming)|Pichl]] bis [[Weißenbach (Haus)|Weißenbach]] reichender Lockersedimentkörper, der auf einem Sockel der [[Grauwackenzone]] und der [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] lagert. | ||
== Entstehung == | == Entstehung == | ||
Die Entstehung des mächtigen Terrassenkörpers basiert vermutlich auf einer starken Schuttproduktion knapp vor der Vergletscherung im [[Würm]], die durch extreme Klimaverhälnisse hervorgerufen wurde. Durch (Wild-)Bäche und Muren wurden große Mengen an Lockersedimenten in die Täler transportiert und | Die Entstehung des mächtigen Terrassenkörpers basiert vermutlich auf einer starken Schuttproduktion knapp vor der Vergletscherung im [[Würm]], die durch extreme Klimaverhälnisse hervorgerufen wurde. Durch (Wild-)Bäche und Muren wurden große Mengen an Lockersedimenten in die Täler transportiert und führten zu einer wesentlichen Erhöhung der Talsohlen. Im Haupttal, dem Ennstal, kam es durch Schwemm- und Murenfächer zu einer raschen Akkumulation. | ||
Die Ramsau-Terrasse fällt im Allgemeinen leicht nach Osten ab und ist in zwei Niveaus gegliedert: | Die Ramsau-Terrasse fällt im Allgemeinen leicht nach Osten ab und ist in zwei Niveaus gegliedert: | ||
* das ''untere Niveau'' besticht im Westen aus eine kuppenartigen Morphologie und setzt sich im Osten bei [[Birnberg]] fort | * das ''untere Niveau'' besticht im Westen aus eine kuppenartigen Morphologie und setzt sich im Osten bei [[Birnberg]] fort | ||
* das ''obere Niveau'' umfasst die Ortsteile [[Vorberg (Ramsau am Dachstein)]] und [[Ramsau Leiten|Leiten]]. | * das ''obere Niveau'' umfasst die Ortsteile [[Vorberg (Ramsau am Dachstein)|Vorberg]] und [[Ramsau Leiten|Leiten]]. | ||
== Geologie | == Geologie == | ||
Die Schotter der Ramsau-Terrasse bestehen überwiegend aus gut gerundeten Gesteinen des [[Kristallin]]s. Die [[Quarzit]]e, [[Glimmerschiefer]] und [[Gneis]]e sind Indiz für eine Herkunft aus den [[Niedere Tauern|Niederen Tauern]]. Auch [[Phyllit]]e der Grauwackenzone sind inkludiert. Nur der [[Hangendes|Hangendbereich]] um den [[Grießbach]] zeigt karbonatische Geschiebe schlechter Rundung. Die oberste Schicht des Terrassenkörpers zeigt eine Lage einer würmzeitlichen Moräne, oft nur aus einzelnen Blöcken bestehend. Darunter folgen unverfestigte Schotter und Kiese. Diese gehen nach unten hin immer mehr in kiesige und schluffige Sande über. Großteils weisen die Sedimente eine Schichtung auf - meist horizontal, lokale Schräg- oder Kreuzschichtung wird mit verzahnten Schwemm- oder Murenfächern in Verbindung gebracht. Zwischen diesen Fächern entstanden Staubereiche, in denen sich Feinst- und Feinkorn ablagerte. Ihre dichtende Eigenschaft führte zur Bildung von Sümpfen und Mooren. Durch [[Kohlegestein|Inkohlung]] bildeten sich lokale Kohleflöze. Diese wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die [[Ennstaler Kohlengewerkschaft]] bergbaulich gewonnen (Details siehe "[[Schladminger | Die Schotter der Ramsau-Terrasse bestehen überwiegend aus gut gerundeten Gesteinen des [[Kristallin]]s. Die [[Quarzit]]e, [[Glimmerschiefer]] und [[Gneis]]e sind Indiz für eine Herkunft aus den [[Niedere Tauern|Niederen Tauern]]. Auch [[Phyllit]]e der Grauwackenzone sind inkludiert. Nur der [[Hangendes|Hangendbereich]] um den [[Grießbach (Pichl-Preunegg)|Grießbach]] zeigt karbonatische Geschiebe schlechter Rundung. Die oberste Schicht des Terrassenkörpers zeigt eine Lage einer würmzeitlichen Moräne, oft nur aus einzelnen Blöcken bestehend. Darunter folgen unverfestigte Schotter und Kiese. Diese gehen nach unten hin immer mehr in kiesige und schluffige Sande über. Großteils weisen die Sedimente eine Schichtung auf - meist horizontal, lokale Schräg- oder Kreuzschichtung wird mit verzahnten Schwemm- oder Murenfächern in Verbindung gebracht. Zwischen diesen Fächern entstanden Staubereiche, in denen sich Feinst- und Feinkorn ablagerte. Ihre dichtende Eigenschaft führte zur Bildung von Sümpfen und Mooren. Durch [[Kohlegestein|Inkohlung]] bildeten sich lokale Kohleflöze. Diese wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die [[Ennstaler Kohlengewerkschaft]] bergbaulich gewonnen (Details siehe "[[Schladminger Braunkohlenbergbau]]"). | ||
Durch den Ennstalgletscher wurde im Würm die Ramsau-Terrasse infolge der Gletscherbewegung überprägt. Im Westen ist sie durch Grundmoränenmaterial überdeckt und lokal liegen [[Drumlin]]s vor. Gegen Osten hin wurde sie durch Erosion bis zur Talsohle abgetragen. | Durch den Ennstalgletscher wurde im Würm die Ramsau-Terrasse infolge der Gletscherbewegung überprägt. Im Westen ist sie durch Grundmoränenmaterial überdeckt und lokal liegen [[Drumlin]]s vor. Gegen Osten hin wurde sie durch Erosion bis zur Talsohle abgetragen. | ||
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* Van Husen, D. (1968). Ein Beitrag zur Talgeschichte des Ennstals im Quartär. ''Mitt. Ges. Geol. Bergbaustud., Band 18'', 249-286 | * Van Husen, D. (1968). Ein Beitrag zur Talgeschichte des Ennstals im Quartär. ''Mitt. Ges. Geol. Bergbaustud., Band 18'', 249-286 | ||
* Van Husen, D. (1987). Zur Entwicklung des Oberen Ennstals im Pleistozän. ''Tagungsband Arbeitstagung Geol. B.-A. 1987 Blatt 127 Schladming'', 86-93, Wien: Geol. B.-A. | * Van Husen, D. (1987). Zur Entwicklung des Oberen Ennstals im Pleistozän. ''Tagungsband Arbeitstagung Geol. B.-A. 1987 Blatt 127 Schladming'', 86-93, Wien: Geol. B.-A. | ||
[[Kategorie:Haus]] | |||
[[Kategorie:Pichl-Preunegg]] | |||
[[Kategorie:Ramsau am Dachstein]] | |||
[[Kategorie:Schladming]] | |||
[[Kategorie:Geografie]] | |||
[[Kategorie:Landschaft]] | |||
[[Kategorie:Geologie]] | |||