Transitverkehr: Unterschied zwischen den Versionen
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== Gastarbeiterroute == | == Gastarbeiterroute == | ||
Die sogenannte Transitstrecke verband die Bundesrepublik Deutschland | Die sogenannte Gastarbeiterroute-Transitstrecke verband die Bundesrepublik Deutschland mit Griechenland (Thessaloniki) und Istanbul (Türkei). Sie führte durch das [[swiki:Bundesland Salzburg]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref>, durch das Ennstal bis [[Liezen]] und weiter über Graz nach Süden. | ||
Ab etwa 1970 wurde diese Route alle Jahre innerhalb weniger Tage von bis zu zwei Millionen Gastarbeitern als Transitstrecke benutzt. Hauptsächlich | Ab etwa [[1970]] wurde diese Route alle Jahre zu Ferienbeginn und -ende innerhalb weniger Tage von bis zu zwei Millionen Gastarbeitern als Transitstrecke benutzt. Hauptsächlich in den Sommerferien, zu [[Weihnachten]] und zu [[Ostern]]. Das führte dann zum Verkehrschaos. Denn zu jener Zeit verlief die Straße vielfach noch durch die Dörfer und Städte. Ortsumfahrungen und Autobahnausbau befanden sich zumeist noch im Planungsstadium. Diese Überlastung zusammen mit schlechter Ausbildung der Lenker im Straßenverkehr führte zu einer hohen Todesopferzahl bei Verkehrsunfällen. Bis zu 40 000 Fahrzeuge täglich rollten als Transitverkehr durch das Ennstal. | ||
Durch den Bau der [[swiki: | Durch den Bau der [[swiki:Tauernautobahn]] und der [[Pyhrnautobahn]] konnte zumindest für das Ennstal die dringend notwendige Entlastung geschaffen werden. | ||
=== Verheerende Unfälle === | === Verheerende Unfälle === | ||
Immer wieder geschahen auf diesem Abschnitt im Ennstal grauenvolle Unfälle. Von solch einem Unfall berichtete Manfred Kröll, der ihn unbeschadet | Immer wieder geschahen auf diesem Abschnitt im Ennstal grauenvolle Unfälle. Von solch einem Unfall berichtete Manfred Kröll, der ihn unbeschadet überlebte und als seinen zweiten Geburtstag feierte. Er war am [[2. Oktober]] [[1982]] nach [[swiki:Hallein]] in Salzburg unterwegs, um Schulkollegen zu besuchen. Er fuhr mit einem Ford Cortina, Baujahr 1973, in jener Herbstnacht gerade in der Gegend um [[Mautern]] im [[Liesingtal]] auf der Gastarbeiterroute, als ihn ein griechische Reisebus mehrmals mit aller Gewalt zu überholen versuchte. Irgendwann wollte Kröll dann seine Ruhe haben und ließ den Bus überholen. | ||
Keine zehn Sekunden nach dem Überholmanöver wurde der Bus mit einem | Keine zehn Sekunden nach dem Überholmanöver wurde der Bus mit einem höllischen Knall abgebremst und Kröll kam, querstehend, hinter dem Bus gerade noch zum Stehen. Noch wusste Kröll nicht den Grund, weshalb der Bus so kurz nach dem Überholen abgebremst hatte. Doch bald erkannte Kröll, dass dieser Bus sein Schutzschild gewesen war. Denn nur Sekunden nach dem Überholvorgang wurde der Bus frontal von einem Wagen mit deutschem Kennzeichen gerammt, dessen Fahrer entweder eingeschlafen war oder selbst überholen wollte. Hätte Kröll den Bus nicht gerade in jenem Moment überholen lassen, wäre er der Prellbock gewesen und hätte diesen Unfall vermutlich nicht überlebt. Der Unfall hatte drei Todesopfer und drei Schwerverletzte gefordert<ref>[http://www.rundfunkmuseum.at/static/gastarbeiterroute/html/fred_gastarbeiterroute.html www.rundfunkmuseum.at]</ref>. | ||
== Lkw "Mautflüchtlinge" == | == Lkw "Mautflüchtlinge" == | ||
Durch die Einführung der Maut auf österreichischen Autobahnen 2004 entwickelte sich ein neuerlicher Transitverkehr durch das Ennstal, hauptsächlich aus dem [[ | Durch die Einführung der Maut auf österreichischen Autobahnen 2004 entwickelte sich ein neuerlicher Transitverkehr durch das Ennstal, hauptsächlich aus dem [[Salzkammergut]] über die [[B 145 Salzkammergutstraße]], aber auch auf der [[B 320 Ennstal Straße]]. Die Lkw-Maut beträgt je nach Gewicht und Achsenzahl zwischen 0,146 Euro und 0,3738 Euro ohne Mehrwertsteuer (Stand 2004). Weicht also ein Frächter mit einem Lkw von Mondsee durch das Salzkammergut und das Ennstal bis Liezen auf die Bundesstraße aus, so spart er sich nicht nur rund 30 Kilometer, sondern auch die Mautgebühr. Derzeit führt die Mautersparnis von bis zu 60 Euro pro Lkw und Fahrt dazu, dass der Lkw-Verkehr bis 2008 um 89 % Prozent in den Gemeinden im Salzkammergut zugenommen hatte. | ||
Nach langen Verhandlungen konnte ein Fahrverbot für Lkw über 3,5 Tonnen ab [[1. April]] [[2011]] auf dem Salzburger Abschnitt der Ennstal Straße und über den Pötschen- und Koppenpass auf oberösterreichischer Seite erwirkt werden. Nur mehr Ziel- und Quellverkehr ist gestattet. Naturgemäß gefielen diese Verbote weder den Vertretern der Wirtschaftskammern noch den Frächtern. Der [[Bezirk Liezen]] fürchtet um einen | Nach langen Verhandlungen konnte ein Fahrverbot für Lkw über 3,5 Tonnen ab [[1. April]] [[2011]] auf dem Salzburger Abschnitt der Ennstal Straße und über den [[Pötschenpass|Pötschen]]- und [[Koppenpass]] auf oberösterreichischer Seite erwirkt werden. Nur mehr Ziel- und Quellverkehr ist gestattet. Naturgemäß gefielen diese Verbote weder den Vertretern der Wirtschaftskammern noch den Frächtern. Der [[Bezirk Liezen]] fürchtet um einen "enormen wirtschaftlichen Nachteil". | ||
=== "Privat-Sheriffs" betreiben Hetzjagden gegen Transportunternehmen === | === "Privat-Sheriffs" betreiben Hetzjagden gegen Transportunternehmen === | ||
Anfang Mai 2011 versuchten mehrere | Anfang Mai 2011 versuchten mehrere Fahrer von privaten Pkw einen Lkw der Firma [[Steiner Transporte u. Erdbau GmbH]] aus [[Stein an der Enns]] (Gemeinde [[Großsölk]], heute [[Sölk]]) zwischen [[Pürgg-Trautenfels]] und [[Tauplitz]] auf der Salzkammergutstraße zu stoppen. Dabei kam es zu waghalsigen Überholmanövern. Bezirks-Polizeikommandant Oberstleutnant Mag. [[Herbert Brandstätter]] verurteilte derartige Attacken dieser selbsternannten Umweltschützer auf das Schärfste. Derartige Manöver sind ein Vergehen gegen die Straßenverkehrsverordnung, die strafrechtlich zu prüfen seien. Genötigte Lkw-Fahrer sollten sich die Kennzeichen aufschreiben und bei der Polizei zur Anzeige bringen. | ||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||
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* Salzburgwiki-Artikel [[swiki:Lebensraum Salzkammergut|Lebensraum Salzkammergut]] | * Salzburgwiki-Artikel [[swiki:Lebensraum Salzkammergut|Lebensraum Salzkammergut]] | ||
* {{Quelle ET|1. April und 6. Mai 2011}} | * {{Quelle ET|1. April und 6. Mai 2011}} | ||
=== Einzelnachweise === | |||
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[[Kategorie:Verkehr]] | [[Kategorie:Verkehr]] | ||
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