Bruno Hubl: Unterschied zwischen den Versionen

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''' Bruno Hubl OSB ''' (* [[17. März]] [[1947]] in Magdalenaberg bei Pettenbach, Bezirk Kirchdorf an der Krems, [[Oberösterreich]]) ist der 67. Abt des [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstifts Admont]]. Die Namenserweiterung '' OSB '' bedeutet die Abkürzung der Worte ''Ordo Sancti Benedicti'', der Orden des heiligen Benedikt, was den Träger als Benediktinischen Mönch kennzeichnet.
''' Bruno Hubl''' [[OSB]] (* [[17. März]] [[1947]] in Magdalenaberg bei Pettenbach, Bezirk Kirchdorf an der Krems, [[Oberösterreich]]; † [[27. Februar]] [[2026]] in [[Rottenmann]]) war Prälat und von [[1996]] bis [[25. Jänner]] [[2017]] der 67. Abt des [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstifts Admont]]. Er prägte über Jahrzehnte das religiöse, pastorale und kulturelle Leben des Klosters. Er galt als bedeutender Ordensmann, Seelsorger und Ausbildner innerhalb der Benediktinerkongregation.


== Biografie ==
== Herkunft und Ausbildung ==
Nach Absolvierung des [[Stiftsgymnasium Admont|Stiftsgymnasiums]] in [[Admont]] trat Franz Hubl [[1965]] in den Konvent des Stiftes Admont als Novize ein. Anlässlich der "zeitlichen Profess" ein Jahr später, erhielt Franz seinen Ordensnamen "Bruno" von seinem damaligen Oberen Abt [[Koloman Holzinger]]. Ordensnamen werden entweder vom Klostervorsteher vergeben, oder aber vom Kandidaten selbst gewählt. ''Frater'' Bruno, wie er nun genannt wurde, absolvierte an der [[swiki:Katholisch-Theologische Fakultät an der Universität Salzburg|Katholisch-Theologische Fakultät an der Universität Salzburg]] sein Theologiestudium in kurzer Zeit. Lediglich vier Jahre nach seinem Eintritt ins Kloster legte er vor seinem Abt [[Koloman Holzinger]] die "ewige Profess" ab, wodurch er sich auf Lebenszeit an die Klostergemeinschaft in Admont band. Am Festtag der beiden Apostelfürsten Peter und Paul, dem [[29. Juni]] [[1971]] wurde Bruno Hubl vom damaligen Diözesanbischof [[Johann Weber]] in der [[Stiftskirche Admont]] zum Priester geweiht.
Bruno Hubl wurde als Franz Hubl in Kirchdorf an der Krems geboren und wuchs in der zum Stift Kremsmünster gehörenden Pfarre Magdalenaberg bei Pettenbach auf. Seine Eltern führten einen landwirtschaftlichen Betrieb und vermittelten ihm eine tief verwurzelte Religiosität. Durch den aus Pettenbach stammenden Admonter Abt [[Koloman Holzinger]] OSB kam er in das Internat und später in das Juvenat des Stiftes Admont. Nach der Matura am [[Stiftsgymnasium Admont|Stiftsgymnasiums]] trat er in das Noviziat ein.


Seine seelsorgliche Tätigkeit begann damit, dass er in der Stiftspfarre Admont Kaplan wurde. Nach der Pfarramtsprüfung wurde der nunmehrige ''Pater'' (nach dem Abschluss des Studiums, sowie der Diakonatsweihe, wird der Frater zum Pater) Bruno [[1982]] Pfarrer von [[Selzthal]], wo er bis 1995 blieb. In der Zwischenzeit ernannte ihn Abt [[Benedikt Schlömicher]], der nach dem Tod von Koloman Holzinger zum Abt von Admont gewählt worden war, 1978 zum ''Prior'' des Stiftes Admont, was Pater Bruno zum Zweitobersten des Konventes erhob. Den Vorstand des Klosters bilden der Abt, der Prior, sowie der Subprior. Als Abt [[Benedikt Schlömicher]] überraschend aus gesundheitlichen Gründen [[1996]] zurücktrat, wurde Bruno von seinen Mitbrüdern am [[1. August]] [[1996]] zu dessen Nachfolger ernannt. Einen Monat später fand die feierliche Weihe durch Bischof Johann Weber in der Stiftskirche statt. In all den Jahren vor seiner Wahl zum Abt betreute Bruno als Novizenmeister die neu eingetretenen Mönche. Als ''Gastpater'' war er stets um das Wohl der Gäste des Klosters bemüht. In der weltberühmten [[Stiftsbibliothek Admont]] arbeitete er als Bibliothekar und Archivar.  
Sein Theologiestudium an der [[swiki:Katholisch-Theologische Fakultät an der Universität Salzburg|swiki:Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Salzburg]]<ref>{{salzburgwiki}}</ref> in Salzburg schloss er rasch ab; für die Ablegung der feierlichen Profess am [[15. August]] [[1969]] war eine Dispens aus Rom notwendig.  Am Festtag der beiden Apostelfürsten Peter und Paul, dem [[29. Juni]] [[1971]] wurde Bruno Hubl vom damaligen Diözesanbischof Johann Weber in der [[Stiftskirche Admont]] zum Priester geweiht.
 
== Tätigkeiten im Kloster und in der Seelsorge ==
Schon früh übernahm Hubl Aufgaben in der Liturgie: Abt Koloman ernannte ihn zu seinem Zeremoniär, was seine liturgische Prägung entscheidend beeinflusste. Er war jahrzehntelang Mitglied verschiedener liturgischer Kommissionen des Ordens.
 
Seine seelsorglichen Stationen umfassten unter anderem:
* Kaplan in Admont ([[1971]]–[[1983]])
* Pfarradministrator in [[Selzthal]] ([[1982]]–1995)
* Pfarrer von Admont ([[1995]]–[[1996]])
* Seelsorger in [[St. Gallen]], [[Altenmarkt bei St. Gallen]] und [[Unterlaussa]] ([[2017]]–[[2019]])
* Vikar in [[Frauenberg]] und [[Hall (Gemeinde)|Hall]] ([[2020]]–[[2022]])
 
Besonders prägend war seine Tätigkeit als Novizenmeister ([[1977]]–[[2007]]). In dieser Funktion führte er Generationen von jungen Ordensmitgliedern in die Regel des hl. Benedikt ein und weckte ihr Interesse für die Geschichte des Stiftes und des Ordens.
 
== Prior und Abt ==
[[1978]] ernannte Abt Benedikt Schlömicher OSB den erst 32‑jährigen Pater Bruno zum Prior des Stiftes Admont – ein Amt, das er 18 Jahre lang mit großer Umsicht ausübte.
 
Er war von [[1979]] bis [[1981]] [[Stiftsbibliothek Admont#Bibliothekare von Admont|Stiftsbibliothekar]] und [[Stiftsarchiv Admont#Stiftsarchivare von Admont|Stiftsarchiv]].
 
Am [[1. August]] [[1996]] wählte ihn das Kapitel zum 67. Abt von Admont. Einen Monat später fand die feierliche Benediktion durch Bischof Johann Weber in der Stiftskirche statt. Viele Jahre lang betreute Bruno Hubl als Novizenmeister die neu eingetretenen Mönche. Zwei Jahre verwaltete er auch die weltberühmte [[Stiftsbibliothek Admont]] und das [[Stiftsarchiv Admont]].
 
== Besonderheit ==
Am [[23. März]] [[2009]] gab Abt Bruno den Rücktritt von seinem Amt mit  [[21. April]] des Jahres bekannt. Nach fast 13-jähriger Amtszeit meinte er "Insgesamt bin ich mehr als 30 Jahre in Führungsfunktionen des Klosters tätig gewesen. Für mich ist es jetzt an der Zeit, die  Verantwortung an einen Mitbruder zu übergeben", so der Prälat in einer ersten Stellungnahme<ref>[https://www.stiftadmont.at/deutsch/stift/aktuelles/news/abt.php  www.stiftadmont.at] Datum des Pressetextes</ref>. Abt Brunos Meinung, nach dreizehn Jahren als Vorsteher einer Klostergemeinschaft wäre es an der Zeit, einem anderen Mitbruder die Gelegenheit zu geben, einen frischen Wind ins Kloster zu bringen, führte am [[21. April]] 2009 zu seinem Rücktritt. Doch der Konvent wählte Abt Bruno einen Monat später erneut zum Oberen des Benediktinerklosters an der Enns. Nach einer dreitägigen Bedenkzeit, die sich Abt Bruno erbat, nahm er am [[30. April]] 2009 seine Wiederwahl an<ref>[https://www.stiftadmont.at/deutsch/stift/aktuelles/news/abtwahl.php www.stiftadmont.at]</ref>.
 
Während seiner Amtszeit war er in zahlreichen kirchlichen und wirtschaftlichen Gremien tätig, darunter im Kongregationspräsidium ([[1999]]–[[2009]]) und als Aufsichtsratsmitglied der GRAWE AG (1999–2019), die Erzherzog [[Johann von Österreich]] gründete. Da Abt Bruno Hubl im März 2017 seinen 70. Geburtstag feierte und die Statuten der Österreichischen Benediktinerkongregation festlegen, dass Äbte dann ihr Amt zur Verfügung stellen müssen und die Konvente einen neuen Abt zu wählen haben, wurde am [[25. Jänner]] 2017 sein Nachfolger GR KR Mag. P. [[Gerhard Hafner]] OSB zum 68. Abt des Benediktinerstifts Admont gewählt
 
== Persönlichkeit und Wirken ==
Abt Bruno war weit über die Diözese hinaus als eifriger Firmspender bekannt. Seine Liebe zur feierlichen Liturgie verband sich mit einer ausgeprägten Predigttätigkeit, die durch Humor und Herzlichkeit geprägt war. Sein schallendes Lachen, seine Offenheit und sein Interesse an den Menschen machten ihn zu einer beliebten Persönlichkeit.


Auch machte er sich als Mitglied in verschiedenen liturgischen Kommissionen einen Namen. Seit seiner Zeit als Abt kam es zu erheblichen Bau- und Umbaumaßnahmen, wie  
Auch machte er sich als Mitglied in verschiedenen liturgischen Kommissionen einen Namen. Seit seiner Zeit als Abt kam es zu erheblichen Bau- und Umbaumaßnahmen, wie  
* der Restaurierung der weltberühmten Stiftsbibliothek, sowie eines Großteils der Stiftsgebäude,
* der Restaurierung der weltberühmten [[Stiftsbibliothek Admont]], sowie eines Großteils der Stiftsgebäude,
* dem Um- bzw. Ausbau des [[Pflegeheim Sankt Benedikt|Pflegeheims Sankt Benedikt]] in [[Frauenberg]] bei Admont,
* dem Um- bzw. Ausbau des [[Pflegeheim Sankt Benedikt|Pflegeheims Sankt Benedikt]] in [[Frauenberg]]
* dem Neubau des [[Stiftsmuseum Admont|Museums]],
* dem Neubau des [[Stiftsmuseum Admont|Museums]],
* der Errichtung des Studentenwohnheimes "Haus der Begegnung" in Graz.
* der Errichtung des Studentenwohnheimes "Haus der Begegnung" in Graz.


== Auszeichnungen ==
Er pflegte eine enge Beziehung zu seiner Familie, insbesondere zu seinen Schwestern Maria und Resi. Als Abt war er für seine Großherzigkeit und Milde bekannt; Strenge gehörte nicht zu seinem Führungsstil, was ihm manchmal auch Schwierigkeiten bereitete, wenn seine Güte missverstanden wurde.
Abt Bruno Hubl ist Träger des '' Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark '' sowie
Auszeichnungen
* Mitglied des Priesterrates als bischöflicher Konsistorialrat
* Präsidiumsmitglied der österreichischen Benediktinerkongregation
* Vizepräsident des Aufssichtsrates der Grazer Wechselseitigen Versicherung
* Ehrenbürger der Gemeinden Admont und [[Trieben]]
 
== Besonderheit ==
Am [[23. März]] [[2009]] gab Abt Hubl den Rücktritt von seinem Amt mit  [[21. April]] des Jahres bekannt . Nach fast 13-jähriger Amtszeit meinte  er „''Insgesamt bin ich mehr als 30 Jahre in Führungsfunktionen des  Klosters tätig gewesen. Für mich ist es jetzt an der Zeit, die  Verantwortung an einen Mitbruder zu übergeben''“, so der Prälat in einer  ersten Stellungnahme<ref>Quelle  [http://www.stiftadmont.at/deutsch/stift/aktuelles/news/abt.php  www.stiftadmont.at] Datum des Pressetextes</ref>. Abt Brunos Meinung, nach dreizehn Jahren als Vorsteher einer Klostergemeinschaft wäre es an der Zeit, einem anderen Mitbruder die Gelegenheit zu geben, einen frischen Wind ins Kloster zu bringen, führte am [[21. April]] [[2009]] zu seinem Rücktritt. Doch der Konvent, seine Mitbrüder also, wählten Bruno einen Monat später, am Montag, [[27. April]] 2009 fand die Abt-Wah abermals zu ihrem Vorsteher. Nach einer dreitägigen Bedenkzeit, die sich Bruno erbat, nahm er am [[30. April]] 2009 seine Wiederwahl an<ref>Quelle [http://www.stiftadmont.at/deutsch/stift/aktuelles/news/abtwahl.php]</ref>.


== Persönliches Wappen ==
== Persönliches Wappen ==
Das  Wappenschild von Abt Bruno Hubl ist horizontal in zwei Hälften geteilt. Im oberen silbernen Bereich ist ein blauer Kreis mit einem aufgesetzten goldenen Kreuz abgebildet, während der untere rote Abschnitt mit einer aufgeschlagenen Bibel dargestellt ist. Im Oberwappen ist zentriert eine goldene Mitra<ref>dreiecksähnliche Kopfbedeckung von Bischöfen und anderen kirchlichen Würdenträgern mit Jurisdiktion (zum Beispiel Äbte).</ref>.  
Das  Wappenschild von Abt Bruno Hubl ist horizontal in zwei Hälften geteilt. Im oberen silbernen Bereich ist ein blauer Kreis mit einem aufgesetzten goldenen Kreuz abgebildet, während der untere rote Abschnitt mit einer aufgeschlagenen Bibel dargestellt ist. Im Oberwappen ist zentriert eine goldene Mitra<ref>dreiecksähnliche Kopfbedeckung von Bischöfen und anderen kirchlichen Würdenträgern mit Jurisdiktion (zum Beispiel Äbte).</ref>.  
An beiden Seiten der Mitra ragt ein Abtstab (oder Bischofstab, auch Krummstab genannt) heraus. Als Schildträger fundieren an beiden Seiten goldene Bänder. Unterhalb des Wappenschildes ist ein waagrechtes Band mit der Aufschrift ''EX CARITATE CONFIDENS DE ADIUTORIO DEI'' Aus Liebe und vertrauend auf Gottes Hilfe).  
An beiden Seiten der Mitra ragt ein Abtstab (oder Bischofstab, auch Krummstab genannt) heraus. Als Schildträger fundieren an beiden Seiten goldene Bänder. Unterhalb des Wappenschildes ist ein waagrechtes Band mit der Aufschrift ''EX CARITATE CONFIDENS DE ADIUTORIO DEI'' (Aus Liebe und vertrauend auf Gottes Hilfe).


(Aus Liebe und vertrauend auf Gottes Hilfe).
== Auszeichnungen ==
 
Bruno Hubl war Träger zahlreicher Ehrungen, darunter:
== Anschrift ==
* Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark
:Abt Bruno Hubl
* Großes Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich
:Prälatur des Stiftes Admont
* Weitere kirchliche und zivile Auszeichnungen
:Stift Admont 1
* Bischöflicher Konsistorialrat
:8911 Admont
* Ehrenbürger der Gemeinden [[Ehrenbürger der Marktgemeinde Admont|Admont]] und  [[Ehrenbürger der Stadt Trieben|Trieben]]  
:Telefon: 0 36 13 - 23 12 0
:E-Mail: [mailto:info@stiftadmont.at info@stiftadmont.at]  


== Fußnoten ==
== Ehrung ==
<references/>
Nach ihm wurde der [[Abt Bruno Platz]] neben der [[Katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Opferung Frauenberg|katholischen Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Opferung Frauenberg]]  benannt.


== Weblink ==
== Quellen ==
* [http://www.stiftadmont.at www.stiftadmont.at]  
* Parte Bruno Hubl
* [http://www.stiftadmont.at/deutsch/stift/aktuelles/news/abt www.stiftadmont.at Aktuelles]
* [https://www.stiftadmont.at www.stiftadmont.at]
* {{Wikipedia-de|Bruno_Hubl}}
* [https://www.stiftadmont.at/deutsch/stift/aktuelles/news/abt www.stiftadmont.at Aktuelles]
* [https://www.facebook.com/photo/?fbid=1344201471081407&set=pcb.1344201834414704 facebook.com], Benediktinerstift Admont, 3. März 2026


== Quellen und Fußnoten==
==== Einzelnachweise ====
* [http://www.stiftadmont.at www.stiftadmont.at]
* [http://www.de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Hubl Wikipedia Bruno_Hubl]
* [http://www.stiftadmont.at/deutsch/stift/aktuelles/news/abt www.stiftadmont.at Aktuelles]
<references/>
<references/>


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[[Kategorie:Bibliothekar]]
[[Kategorie:Oberösterreich]]
[[Kategorie:Geboren 1947]]
[[Kategorie:Gestorben 2026]]

Aktuelle Version vom 28. Juli 2026, 18:45 Uhr

Abt Bruno Hubl
Wappen von Bruno Hubl

Bruno Hubl OSB (* 17. März 1947 in Magdalenaberg bei Pettenbach, Bezirk Kirchdorf an der Krems, Oberösterreich; † 27. Februar 2026 in Rottenmann) war Prälat und von 1996 bis 25. Jänner 2017 der 67. Abt des Benediktinerstifts Admont. Er prägte über Jahrzehnte das religiöse, pastorale und kulturelle Leben des Klosters. Er galt als bedeutender Ordensmann, Seelsorger und Ausbildner innerhalb der Benediktinerkongregation.

Herkunft und Ausbildung

Bruno Hubl wurde als Franz Hubl in Kirchdorf an der Krems geboren und wuchs in der zum Stift Kremsmünster gehörenden Pfarre Magdalenaberg bei Pettenbach auf. Seine Eltern führten einen landwirtschaftlichen Betrieb und vermittelten ihm eine tief verwurzelte Religiosität. Durch den aus Pettenbach stammenden Admonter Abt Koloman Holzinger OSB kam er in das Internat und später in das Juvenat des Stiftes Admont. Nach der Matura am Stiftsgymnasiums trat er in das Noviziat ein.

Sein Theologiestudium an der swiki:Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Salzburg[1] in Salzburg schloss er rasch ab; für die Ablegung der feierlichen Profess am 15. August 1969 war eine Dispens aus Rom notwendig. Am Festtag der beiden Apostelfürsten Peter und Paul, dem 29. Juni 1971 wurde Bruno Hubl vom damaligen Diözesanbischof Johann Weber in der Stiftskirche Admont zum Priester geweiht.

Tätigkeiten im Kloster und in der Seelsorge

Schon früh übernahm Hubl Aufgaben in der Liturgie: Abt Koloman ernannte ihn zu seinem Zeremoniär, was seine liturgische Prägung entscheidend beeinflusste. Er war jahrzehntelang Mitglied verschiedener liturgischer Kommissionen des Ordens.

Seine seelsorglichen Stationen umfassten unter anderem:

Besonders prägend war seine Tätigkeit als Novizenmeister (1977–2007). In dieser Funktion führte er Generationen von jungen Ordensmitgliedern in die Regel des hl. Benedikt ein und weckte ihr Interesse für die Geschichte des Stiftes und des Ordens.

Prior und Abt

1978 ernannte Abt Benedikt Schlömicher OSB den erst 32‑jährigen Pater Bruno zum Prior des Stiftes Admont – ein Amt, das er 18 Jahre lang mit großer Umsicht ausübte.

Er war von 1979 bis 1981 Stiftsbibliothekar und Stiftsarchiv.

Am 1. August 1996 wählte ihn das Kapitel zum 67. Abt von Admont. Einen Monat später fand die feierliche Benediktion durch Bischof Johann Weber in der Stiftskirche statt. Viele Jahre lang betreute Bruno Hubl als Novizenmeister die neu eingetretenen Mönche. Zwei Jahre verwaltete er auch die weltberühmte Stiftsbibliothek Admont und das Stiftsarchiv Admont.

Besonderheit

Am 23. März 2009 gab Abt Bruno den Rücktritt von seinem Amt mit 21. April des Jahres bekannt. Nach fast 13-jähriger Amtszeit meinte er "Insgesamt bin ich mehr als 30 Jahre in Führungsfunktionen des Klosters tätig gewesen. Für mich ist es jetzt an der Zeit, die Verantwortung an einen Mitbruder zu übergeben", so der Prälat in einer ersten Stellungnahme[2]. Abt Brunos Meinung, nach dreizehn Jahren als Vorsteher einer Klostergemeinschaft wäre es an der Zeit, einem anderen Mitbruder die Gelegenheit zu geben, einen frischen Wind ins Kloster zu bringen, führte am 21. April 2009 zu seinem Rücktritt. Doch der Konvent wählte Abt Bruno einen Monat später erneut zum Oberen des Benediktinerklosters an der Enns. Nach einer dreitägigen Bedenkzeit, die sich Abt Bruno erbat, nahm er am 30. April 2009 seine Wiederwahl an[3].

Während seiner Amtszeit war er in zahlreichen kirchlichen und wirtschaftlichen Gremien tätig, darunter im Kongregationspräsidium (1999–2009) und als Aufsichtsratsmitglied der GRAWE AG (1999–2019), die Erzherzog Johann von Österreich gründete. Da Abt Bruno Hubl im März 2017 seinen 70. Geburtstag feierte und die Statuten der Österreichischen Benediktinerkongregation festlegen, dass Äbte dann ihr Amt zur Verfügung stellen müssen und die Konvente einen neuen Abt zu wählen haben, wurde am 25. Jänner 2017 sein Nachfolger GR KR Mag. P. Gerhard Hafner OSB zum 68. Abt des Benediktinerstifts Admont gewählt

Persönlichkeit und Wirken

Abt Bruno war weit über die Diözese hinaus als eifriger Firmspender bekannt. Seine Liebe zur feierlichen Liturgie verband sich mit einer ausgeprägten Predigttätigkeit, die durch Humor und Herzlichkeit geprägt war. Sein schallendes Lachen, seine Offenheit und sein Interesse an den Menschen machten ihn zu einer beliebten Persönlichkeit.

Auch machte er sich als Mitglied in verschiedenen liturgischen Kommissionen einen Namen. Seit seiner Zeit als Abt kam es zu erheblichen Bau- und Umbaumaßnahmen, wie

Er pflegte eine enge Beziehung zu seiner Familie, insbesondere zu seinen Schwestern Maria und Resi. Als Abt war er für seine Großherzigkeit und Milde bekannt; Strenge gehörte nicht zu seinem Führungsstil, was ihm manchmal auch Schwierigkeiten bereitete, wenn seine Güte missverstanden wurde. Auszeichnungen

Persönliches Wappen

Das Wappenschild von Abt Bruno Hubl ist horizontal in zwei Hälften geteilt. Im oberen silbernen Bereich ist ein blauer Kreis mit einem aufgesetzten goldenen Kreuz abgebildet, während der untere rote Abschnitt mit einer aufgeschlagenen Bibel dargestellt ist. Im Oberwappen ist zentriert eine goldene Mitra[4]. An beiden Seiten der Mitra ragt ein Abtstab (oder Bischofstab, auch Krummstab genannt) heraus. Als Schildträger fundieren an beiden Seiten goldene Bänder. Unterhalb des Wappenschildes ist ein waagrechtes Band mit der Aufschrift EX CARITATE CONFIDENS DE ADIUTORIO DEI (Aus Liebe und vertrauend auf Gottes Hilfe).

Auszeichnungen

Bruno Hubl war Träger zahlreicher Ehrungen, darunter:

  • Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark
  • Großes Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich
  • Weitere kirchliche und zivile Auszeichnungen
  • Bischöflicher Konsistorialrat
  • Ehrenbürger der Gemeinden Admont und Trieben

Ehrung

Nach ihm wurde der Abt Bruno Platz neben der katholischen Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Opferung Frauenberg benannt.

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im SALZBURGWIKI, dem Mutterwiki des EnnstalWikis
  2. ↑ www.stiftadmont.at Datum des Pressetextes
  3. ↑ www.stiftadmont.at
  4. ↑ dreiecksähnliche Kopfbedeckung von Bischöfen und anderen kirchlichen Würdenträgern mit Jurisdiktion (zum Beispiel Äbte).
Zeitfolge