Zinkwand: Unterschied zwischen den Versionen

Ewaldgabardi (Diskussion | Beiträge)
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{{Googlemapsort|{{PAGENAME}}}}[[Datei:ZinkwandIMG 9649.jpg|thumb|Zinkwandgipfel]]
[[File:Zinkwand Keinprechthütte.jpg|thumb|Ansicht der Zinkwand vom [[Obertal (Tal)|Obertal]], Bergspitze links [[Zinkenkogel]], rechts davon die [[Holzscharte]], darunter die [[Keinprechthütte]]]]{{Googlemapsort|Zinkwand}}
Der '''Berg''' ist ein Berg zwischen dem [[Obertal]] und dem [[Göriachtal]] und gehört zu den [[Schladminger Tauern]]. Er ist 2.442 [[m ü. A.]] hoch.
[[Datei:Zinkwand Zinkenkogel Knappenkar.jpg|thumb|Ansicht der Zinkwand aus dem Salzburger Lungau, links die [[Holzscharte]], davor das [[Knappenkar]], der Gipfel Bildmitte ist der [[Zinkenkogel (Zinkwand)|Zinkenkogel]]]]
[[Datei:Zinkwand9647.jpg|thumb|von den [[Vetternspitzen]]]]
[[File:Zinkwand 1920.jpg|thumb|Zinkwand 1920 auf Salzburger Seite im Knappenkar]]
Die '''Zinkwand''' ist eine Felswand zwischen dem [[Obertal (Tal)|Obertal]] und dem Salzburger [[swiki:Weißpriachtal]]. Er gehört zu den [[Schladminger Tauern]] und der höchste Punkt, der [[Zinkenkogel]], ist 2 442 [[m ü. A.]] hoch.


== Allgemeines ==
== Allgemeines ==
Der {{PAGENAME}} wird sehr selten - und fast ausnahmslos von Einheimischen mit Wegkenntnissen - bestiegen.
Der unter der Nordwand beginnender [[Zinkwandstollen]] eines ehemaligen Bergwerkes führt durch den Berg in die Südwand. Durch diesen führt der "Stollenlehrpfad Zinkwand-Vöttern". Im Stollenbereich an vorgelagerten Abraumhalden bestehen Mineralienfundmöglichkeiten ([[Rotnickelkies]], [[Fahlerz]], [[Hämatit]], [[Skutterudit|Speiskobalt]] und [[Malachit]]).


== Geschichtliches ==
==Bergsteigerrouten==
* Ostgrat
I (kurze Stellen), vorwiegend Gehgelände. Etwa 200 m von der [[Brettscharte]]; eine halbe Stunde von der Scharte, 1,5 Std. von der [[Keinprechthütte]] zum Gipfel.<br />
Zugang: Von der Keinprechthütte wie R 1293 in die Brettscharte eine Stunde Gehzeit;<br />
Route: Entlang der in der Scharte beginnenden Gratschneide zum Gipfel.<br />


* Nordwestgrat
I. Gratlänge 200 m, 1/4 Std. von der [[Holzscharte]].<br />
Route: Von der Keinprechthütte  in die Holzscharte, 1 Std. Von der Scharte immer längs der Gratschneide zum Gipfel.


== Erreichbarkeit ==
* 1300 Nordwand
III. Etwa 200 m, 1 Std. steil und ausgesetzt.<br />
Zugang: Von der Keinprechthütte über Almböden und Schutt zum nahen Wandfuß. 15 bis 20 Min.<br />
Route: Anstieg etwa in der Wandmitte. Über Rasen und rasendurchsetzte Platten von links nach rechts aufwärts bis zu einem Felsabbruch. Nun durch einen Riss wieder nach links und zum Ausstieg am Gipfelgrat.
 
== Geschichte ==
Der [[Höhenweg in das Knappenkar und zur Zinkwand]] führt auf den Spuren des [[Bergbau in der Region Schladming|Bergbaus in der Region Schladming]].


Im Bereich unterhalb des Gipfels ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich!
Wahrscheinlich waren es bereits [[Kelten]] und [[Römer]], mit Sicherheit aber seit [[1287]] mittelalterliche Bergleute, die Stollen in die Zinkwand im Gemeindegebiet von [[swiki:Weißpriach]] trieben und Berg und Umgebung wie einen Schweizer Emmentaler durchlöcherten. Dabei wurden auch Stollen quer durch den Berg von der Lungauer zur steirischen Seite getrieben und somit die erste unterirdische Verbindung durch den Tauernkamm geschaffen. Dieser erste, knapp 300 Meter lange "Tauerntunnel" kann noch heute benutzt werden, wenn auch nur mit leichtem Gepäck.
Aus dem Obertal:<br>
Von der [[Eschachalm]], über die [[Keinprechthütte]].<br>
Von der [[Ursprungalm]] über die [[Ignaz-Mattis-Hütte]] ins [[Vetternkar]] und die [[Vetternscharte]].


== Schutzhütten ==
=== Der Ruf der Bodenschätze ===
In der Nähe des {{PAGENAME}} befinden sich folgende Schutzhütten:


* [[Keinprechthütte]]
Warum der Aufwand, in rund 2&nbsp;300 Metern Seehöhe mühsam Löcher in den Fels zu graben? Mehr als 70 [[Mineral]]e, darunter [[Silbererzbergbau|Silber]], [[Kupfererzbergbau|Kupfer]] und [[Bleierzbergbau|Blei]] sowie das begehrte [[Kobalterzbergbau|Kobalt]] und [[Nickelerzbergbau|Nickel]], die bis nach dem [[Ersten Weltkrieg]] ausgebeutet wurden, machten aus der Zinkwand und ihren Bergnachbarn begehrte Rohstofflagerstätten, deren Abbau sich trotz der unwegsamen Abgeschiedenheit lohnte. Zink gibt in der Zinkwand nicht, wohl aber die charakteristische Form des Gipfels, von der der Berg – früher auch Zinkenkogel genannt – seinen Namen hat.
* [[Ignaz-Mattis-Hütte]]


== Bildergalerie ==
Exotischster Gewerke, also Teilhaber am Bergbau, war der aus Afrika nach Wien als "Hochfürstlicher Mohr" verschleppte [[Angelo Soliman]], der durch Glücksspiel reich geworden, [[1767]] und [[1775]] in den [[Schladminger Bergbau]] für Kobalt und Schwefel investierte, aber keine Gewinne erzielte.


<gallery>
Die Gruppen des Kobalt-Nickel-Abbaues lagen am Nordabhang der Zinkwand und am Westabfall der [[Vetternspitzen]]. [[Johann Rudolf Ritter von Gersdorff]] war [[1832]] der Begründer des [[Nickelerzbergbau]]es an der Zinkwand. [[1847]] begannen die [[Gersdorff'schen Nickelwerke]] in [[Mandling (Ort)|Mandling]] mit der rationelleren Verarbeitung der in der Zinkwand gewonnenen Erze.


Datei:ZinkwandIMG 2766.jpg|Zinkwand von den [[Vetternspitzen]]
=== Hochalpine Bergbaureste ===


Datei:ZinkwandIMG 3038.jpg|Zinkwand
In jüngster Zeit wurden die Überreste des Bergbaus wieder zugänglich gemacht. Bergsteiger finden nach einem anspruchsvollen Aufstieg, teilweise auf einem Steig an einer senkrechten Wand entlang, Schneekrägen vor, also Steinmauern, die den Knappen einen lawinensicheren Zugang zu den Stollen ermöglichten. Nach dem Einstieg auf Salzburger Seite führen zwei steile Leitern zur [[Knappenstube]] mit Guckloch aus der Felswand und dann den [[Himmelsköniginstollen]] entlang in wenigen Minuten bis auf die steirische Seite.


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Die Alpen lassen sich heutzutage weitaus bequemer unterirdisch durchqueren, für Abenteuerlustige und Geschichtsinteressierte mit ausreichendem Zeitbudget ist die Zinkwand eine außergewöhnliche Alternative.


== Erreichbarkeit ==
Aus dem Obertal:<br>
Von der [[Eschachalm]] über die [[Keinprechthütte]].<br>
Aus dem [[Preuneggtal]]:<br>
Von der [[Ursprungalm]] über die [[Ignaz-Mattis-Hütte]] ins [[Vetternkar]] und über die [[Vetternscharte]].


== Schutzhütten ==
In der Nähe der Zinkwand befinden sich folgende Schutzhütten:
* [[Keinprechthütte]]
* [[Ignaz-Mattis-Hütte]]
* [[Giglachseehütte]]


== Sonstiges ==
Seit 1966 findet am Nordfuß des Berges der [[Zinkwandlauf]] statt, eine Skisportveranstaltung.


== Bilder ==
{{Bildkat}}
{{Commonscat|Zinkwand}}
== Weblink ==
* Lage auf [https://maps.bev.gv.at/#/center/13.68263,47.26893/zoom/16.2 AMAp] (aktualisierter Datenlink 10. Oktober 2023)


== Quellen ==
== Quellen ==
 
* Alpenvereinsführer Niedere Tauern
{{Quelle Alpenyeti|786}}
{{Quelle AMap}}
 
* [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/Index?cmd=detail_ind&nachrid=57843 Salzburger Landeskorrespondenz] vom 1. März 2017 (Geschichte)
== Weblinks ==
{{Quelle Stipperger Bergbau}}
 
* [http://www.wanderprofi.at/ AlpenYetis Wanderseiten]


[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Berg]]
[[Kategorie:Landschaft (Sonstiges)]]
[[Kategorie:Ostalpen]]
[[Kategorie:Niedere Tauern]]
[[Kategorie:Schladminger Tauern]]
[[Kategorie:Bergbau]]
[[Kategorie:Schladming]]
[[Kategorie:Rohrmoos-Untertal]]