Landschaft des Ennstals: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:@3578VorbGrimNebSNc.jpg|thumb|Der Grimming erfuhr durch den Kalkstein seine gewaltige Erscheinung]] | [[Datei:@3578VorbGrimNebSNc.jpg|thumb|Der Grimming erfuhr durch den Kalkstein seine gewaltige Erscheinung]] | ||
Im Norden befinden sich die [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]]. Zu nennen sind hier das | Im Norden befinden sich die [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]]. Zu nennen sind hier das | ||
[[Dachsteingebirge]], das [[ | [[Dachsteingebirge]], das [[Tote Gebirge]] sowie die [[Ennstaler Alpen]]. Die Nördlichen Kalkalpen bestehen aus Kalkstein, er ist ein wasserlösliches Gestein und verwittert nur langsam. Letzteres hat zur Folge, dass diese Berge oft durch senkrechte Wände gekennzeichnet sind. Sehr imposant erscheint daher | ||
beispielsweise die [[Dachstein Südwand]]. Typisch für die Nördlichen Kalkalpen sind markante Einzelgipfel. Dementsprechend eindrucksvoll mussten diese Berge schon seit frühester Zeit auf den Menschen gewirkt haben. So wurde der [[Grimming]] früher als ''Mons Styriae altissimus'' bezeichnet, also als höchster Berg der [[Steiermark]] gehandelt.<ref>Bätzing, Werner: ''Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 36; [[Universalmuseum Joanneum]] [http://www.museum-joanneum.at/upload/file/Der_grimmige_Berg.pdf der grimmige Berg pdf]</ref> Somit können die Nördlichen Kalkalpen als sehr landschaftsprägend für das Ennstal bezeichnet werden. | beispielsweise die [[Dachstein Südwand]]. Typisch für die Nördlichen Kalkalpen sind markante Einzelgipfel. Dementsprechend eindrucksvoll mussten diese Berge schon seit frühester Zeit auf den Menschen gewirkt haben. So wurde der [[Grimming]] früher als ''Mons Styriae altissimus'' bezeichnet, also als höchster Berg der [[Steiermark]] gehandelt.<ref>Bätzing, Werner: ''Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 36; [[Universalmuseum Joanneum]] [http://www.museum-joanneum.at/upload/file/Der_grimmige_Berg.pdf der grimmige Berg pdf]</ref> Somit können die Nördlichen Kalkalpen als sehr landschaftsprägend für das Ennstal bezeichnet werden. | ||
Außerdem versickert das Wasser durch den [[Karst]], es fließt unterirdisch ab und tritt am Fuße des Berges in Karstquellen wieder heraus. Am Kalkstein kann sich erst dort Vegetation bilden, wo der [[Gletscher]] Moränenmaterial hinterlassen hat. Somit finden wir wenig Vegetation vor, weshalb die Kalkalpen auch die | Außerdem versickert das Wasser durch den [[Karst]], es fließt unterirdisch ab und tritt am Fuße des Berges in Karstquellen wieder heraus. Am Kalkstein kann sich erst dort Vegetation bilden, wo der [[Gletscher]] Moränenmaterial hinterlassen hat. Somit finden wir wenig Vegetation vor, weshalb die Kalkalpen auch die "bleichen Berge" genannt werden. Der Formenschatz ist jedoch sehr groß, es gibt unter- und oberirdische, nackte und bedeckte Formen. Beim nackten Karst können vereinzelt Reste von Vegetation und Boden vorherrschen, von bedecktem Karst spricht man dann, wenn eine Boden- und Vegetationsschicht das Gestein überdeckt. Der Karst ist also grundsätzlich siedlungsfeindlich, kann aber auch Lebensraum für Flora und Fauna sein.<ref>Bätzing, Werner: ''Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 36; Glawion Rainer et. al.: ''Physische Geographie'', Braunschweig 2012, S. 214.</ref> | ||
Die folgenden Bilder zeigen typische Landschaftsformen des Kalksteines. | Die folgenden Bilder zeigen typische Landschaftsformen des Kalksteines. | ||
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Datei:Koppenkar5897.jpg|[[Koppenkar]] | Datei:Koppenkar5897.jpg|[[Koppenkar]] | ||
Datei:Amstein9391.jpg|[[Auf dem Stein]] | Datei:Amstein9391.jpg|[[Auf dem Stein]] | ||
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Die imposanten [[Haller Mauern]] gehören zu den Ennstaler Alpen und bestehen ebenfalls aus [[Dachsteinkalk]]. An den Haller Mauern befindet sich die Grenze zu | Die imposanten [[Haller Mauern]] gehören zu den Ennstaler Alpen und bestehen ebenfalls aus [[Dachsteinkalk]]. An den Haller Mauern befindet sich die Grenze zu | ||
[[Oberösterreich]]. Bekannte Gipfel sind der [[Bosruck]], der [[großer Pyhrgas|große Pyhrgas]] oder auch der [[Scheiblingstein]].<ref>[https://www.wandern.com/land/at/oberoesterreich/urlaubsregion-pyhrn-priel/wanderinfos/berge-gipfel/hallermauern.html www.wandern.com]; [http://austria-forum.org/af/AEIOU/Haller_Mauern Austria-Forum]</ref> | [[Oberösterreich]]. Bekannte Gipfel sind der [[Bosruck]], der [[großer Pyhrgas|große Pyhrgas]] oder auch der [[Scheiblingstein]].<ref>[https://www.wandern.com/land/at/oberoesterreich/urlaubsregion-pyhrn-priel/wanderinfos/berge-gipfel/hallermauern.html www.wandern.com]; [http://austria-forum.org/af/AEIOU/Haller_Mauern Austria-Forum]</ref> | ||
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Datei:Scheiblingstein1p.jpg|Scheiblingstein | Datei:Scheiblingstein1p.jpg|Scheiblingstein | ||
Datei:Haller mauern.JPG|die Haller Mauern | Datei:Haller mauern.JPG|die Haller Mauern | ||
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====Totes Gebirge==== | ====Totes Gebirge==== | ||
[[Datei:In den Karen 1804 2011-08-05.jpg|thumb|[[In den Karen]], eine zerklüftete Karstlandschaft im Toten Gebirge]] | [[Datei:In den Karen 1804 2011-08-05.jpg|thumb|[[In den Karen]], eine zerklüftete Karstlandschaft im Toten Gebirge]] | ||
Das [[ | Das [[Tote Gebirge]] ist ein stark verkarstetes Hochplateau und ist die größte vegetationslose Hochfläche in den Kalkalpen. Der Name rührt daher von Wasserarmut und kahler Vegetation in diesem Gebiet. Durch die Verkarstung sind zahlreiche Höhlen und Schächte entstanden.<ref>[http://www.kalkalpenweg.at/etappen/etappe-9/thema-fels-totes-gebirge.html Kalkalpenweg], [http://austria-forum.org/af/AEIOU/Totes_Gebirge Austria-Forum]</ref> | ||
===Die Grauwackenzone=== | ===Die Grauwackenzone=== | ||
Die [[Grauwackenzone]] schließt südlich ans Ennstal an. Ihre weichen Gesteine verursachen sanftere Formen, Ödland ist hier weniger zu finden. Eiszeitliche [[Gletscher]] und später auch Flüsse wirkten hier sehr viel intensiver als in den Kalkalpen. Dadurch wurden die Täler noch breiter und weiter, und dies gilt auch für die Seitentäler, die relativ gesehen sehr breit sind. An den Seitentälern befinden sich die Vorberge, die durch sanfte Formen und hohen Waldanteil dominiert werden. [[Hochwurzen]], [[Planai]] oder [[Hauser Kaibling]] bieten sich Bestens dafür an, diese Landschaftsformen zu beobachten. Natürlich ist es kein Zufall, dass sich gerade dort viele Skigebiete des Ennstals befinden, wo sanfte Formen eine derartige Nutzung anbieten. Von der Hochwurzen aus können von einem Standpunkt aus zahlreiche Landschaftsformen erblickt werden, von den Nördlichen Kalkalpen, über die sanften Vorberge, dessen weiche Flanken bis in das [[Obertal (Tal)|Obertal]] reichen, hin zu den Kettengebirgen der [[Schladminger Tauern]].<ref>Bätzing, Werner:'' Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 38; Lamm, Reinhard: ''Tauernzauber. Naturerlebnis Schladminger Tauern,'' [[Ramsau am Dachstein]], 1992</ref> | Die [[Grauwackenzone]] schließt südlich ans Ennstal an. Ihre weichen Gesteine verursachen sanftere Formen, Ödland ist hier weniger zu finden. Eiszeitliche [[Gletscher]] und später auch Flüsse wirkten hier sehr viel intensiver als in den Kalkalpen. Dadurch wurden die Täler noch breiter und weiter, und dies gilt auch für die Seitentäler, die relativ gesehen sehr breit sind. An den Seitentälern befinden sich die Vorberge, die durch sanfte Formen und hohen Waldanteil dominiert werden. [[Hochwurzen]], [[Planai]] oder [[Hauser Kaibling]] bieten sich Bestens dafür an, diese Landschaftsformen zu beobachten. Natürlich ist es kein Zufall, dass sich gerade dort viele Skigebiete des Ennstals befinden, wo sanfte Formen eine derartige Nutzung anbieten. Von der Hochwurzen aus können von einem Standpunkt aus zahlreiche Landschaftsformen erblickt werden, von den Nördlichen Kalkalpen, über die sanften Vorberge, dessen weiche Flanken bis in das [[Obertal (Tal)|Obertal]] reichen, hin zu den Kettengebirgen der [[Schladminger Tauern]].<ref>Bätzing, Werner:'' Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait.'' Darmstadt 2005, S. 38; Lamm, Reinhard: ''Tauernzauber. Naturerlebnis Schladminger Tauern,'' [[Ramsau am Dachstein]], 1992</ref> | ||
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Datei:Vorberge2p.jpg|<sub>Blick von der Hochwurzen auf die Sanften Formen der Vorberge (Planai), dahinter erahnt man die Kettengebirge der Schladminger Tauern</sub> | Datei:Vorberge2p.jpg|<sub>Blick von der Hochwurzen auf die Sanften Formen der Vorberge (Planai), dahinter erahnt man die Kettengebirge der Schladminger Tauern</sub> | ||
Datei:Vorberge1p.jpg|<sub>Blick von der Hochwurzen ins Obertal. Ganz links die Vorberge und dahinter am Horizont die steileren Formen der Schladminger Tauern</sub> | Datei:Vorberge1p.jpg|<sub>Blick von der Hochwurzen ins Obertal. Ganz links die Vorberge und dahinter am Horizont die steileren Formen der Schladminger Tauern</sub> | ||
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Und wer einen fotografischen Blick in die Tauernlandschaft versuchen möchte, dem sei der Bildband [[Tauernzauber]] von [[Reinhard Lamm]] ans Herz gelegt. Die wilde, | Und wer einen fotografischen Blick in die Tauernlandschaft versuchen möchte, dem sei der Bildband [[Tauernzauber]] von [[Reinhard Lamm]] ans Herz gelegt. Die wilde, | ||
einmalige Landschaft der Tauern wird dort eindrucksvoll zur Schau gestellt. Folgende Bilder stammen aus den Niederen Tauern und sind beispielhaft für diese Landschaft. | einmalige Landschaft der Tauern wird dort eindrucksvoll zur Schau gestellt. Folgende Bilder stammen aus den Niederen Tauern und sind beispielhaft für diese Landschaft. | ||
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Datei:Kalkspitze 18737 2006-09-28.jpg|<sub>Auf der [[Steirische Kalkspitze|Steirischen Kalkspitze]]. Deutlich zu sehen die Kettengebirge mit den Graten und die vermehrte Vegetation im Vergleich zu den Kalkalpen.</sub> | Datei:Kalkspitze 18737 2006-09-28.jpg|<sub>Auf der [[Steirische Kalkspitze|Steirischen Kalkspitze]]. Deutlich zu sehen die Kettengebirge mit den Graten und die vermehrte Vegetation im Vergleich zu den Kalkalpen.</sub> | ||
Datei:Giglachsee-kalkspitze 18638 2006-09-28.jpg|<sub>Von der [[Steirische Kalkspitze|Steirischen Kalkspitze]].</sub> | Datei:Giglachsee-kalkspitze 18638 2006-09-28.jpg|<sub>Von der [[Steirische Kalkspitze|Steirischen Kalkspitze]].</sub> | ||
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Das [[Edelgrieß]] im Dachsteingebirge ist ein solches Kar, das heute trocken ist. Das [[Schnabelkar]] zeigt deutlich die steilen Flanken und die Karschwelle. Das [[Duisitzkar]] ist einer von vielen Karen, die einen [[Duisitzkarsee|See]] bilden. | Das [[Edelgrieß]] im Dachsteingebirge ist ein solches Kar, das heute trocken ist. Das [[Schnabelkar]] zeigt deutlich die steilen Flanken und die Karschwelle. Das [[Duisitzkar]] ist einer von vielen Karen, die einen [[Duisitzkarsee|See]] bilden. | ||
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Datei:Edelgrieß100 9792.jpg|<sub>Im [[Edelgrieß]] sind noch gut die steilen Flanken zu erkennen, die der Gletscher geformt hat.</sub> | Datei:Edelgrieß100 9792.jpg|<sub>Im [[Edelgrieß]] sind noch gut die steilen Flanken zu erkennen, die der Gletscher geformt hat.</sub> | ||
Datei:Schnabelkar1513.jpg|<sub>Das [[Schnabelkar]] zeigt ebenfalls steile Flanken und die Karschwelle.</sub> | Datei:Schnabelkar1513.jpg|<sub>Das [[Schnabelkar]] zeigt ebenfalls steile Flanken und die Karschwelle.</sub> | ||
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Der [[Klafferkessel]] ist heute beliebtes Ziel vieler Wanderer, bietet er doch einen außergewöhnlichen Anblick, den man selten sieht. Wo die Wanderer heute einen | Der [[Klafferkessel]] ist heute beliebtes Ziel vieler Wanderer, bietet er doch einen außergewöhnlichen Anblick, den man selten sieht. Wo die Wanderer heute einen | ||
Bergkessel erkennen, ragte früher einmal ein Gipfel in die Höhe, möglicherweise höher als der Hochgolling. Der Gipfel wurde jedoch abgetragen und seine Überreste sind heute als Buckel, Kare und Moränenwälle Zeugen der Vergangenheit. Die heutige chaotische Landschaft mit zahlreichen kleinen Seen ist durch die Kraft des Gletschers zu erklären, der den ehemaligen Gipfel einstürzen ließ.<ref>Lamm, Reinhard: ''Tauernzauber. Naturerlebnis Schladminger Tauern'', Ramsau am Dachstein 1992</ref> | Bergkessel erkennen, ragte früher einmal ein Gipfel in die Höhe, möglicherweise höher als der Hochgolling. Der Gipfel wurde jedoch abgetragen und seine Überreste sind heute als Buckel, Kare und Moränenwälle Zeugen der Vergangenheit. Die heutige chaotische Landschaft mit zahlreichen kleinen Seen ist durch die Kraft des Gletschers zu erklären, der den ehemaligen Gipfel einstürzen ließ.<ref>Lamm, Reinhard: ''Tauernzauber. Naturerlebnis Schladminger Tauern'', Ramsau am Dachstein 1992</ref> | ||
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