Alphoamfoahrn: Unterschied zwischen den Versionen

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== Schladming ==
== Schladming ==
Aus der [[Schladming]]er Gegend wird erzählt, dass am Vorabend des [[Martini]]<nowiki>tages</nowiki> geisterhafte Gestalten die wieder leer gewordenen Almhütten beziehen. Dort verarbeiten sie die von der Sennerin oder Bäuerin während des Sommers verschütteten, verdorbenen oder weggeworfenen Speise- und Milchreste. Bei Bauern, die keine eigene [[Alpines Lexikon#A|Alm]] haben, kommen diese Kobolde auf die Höfe.
Aus der [[Schladming]]er Gegend wird erzählt, dass am Vorabend des [[Martini]]<nowiki>tages</nowiki> geisterhafte Gestalten die wieder leer gewordenen Almhütten beziehen. Dort verarbeiten sie die von der [[Sennerin]] oder Bäuerin während des Sommers verschütteten, verdorbenen oder weggeworfenen Speise- und Milchreste. Bei Bauern, die keine eigene [[Alm]] haben, kommen diese Kobolde auf die Höfe.


== Großsölk ==
== Großsölk ==
In der [[Großsölk]] heißt es, dass der Stall an diesem Abend ums Finsterwerden fertig sein muss und die Tore gut verschlossen werden, damit der [[Alp]] nicht hinein kann.
In [[Großsölk]] heißt es, dass der Stall an diesem Abend ums Finsterwerden fertig sein muss und die Tore gut verschlossen werden, damit der [[Alp]] nicht hinein kann.


== Kleinsölk ==
== Kleinsölk ==
In der [[Kleinsölk]] ist der überlieferte Brauch des Alphoamfoahrns noch ganz lebendig erhalten: Die Stallarbeit muss sehr früh fertig sein. Alles muss sauber geputzt und verschlossen werden. Zwischen 18 und 18.30 Uhr kommt der Alp - das sind Jugendliche mit Glocken und zusammengebundenen Dosen, auf dem Kopf haben sie Schachteln mit roten Lichtern drinnen. Sie laufen unter wildem Getöse und Lärm vom Moar in der Reith bis zum Harmer im Dörfl und haben ein Wagerl mit Mist bei sich. Wenn sie bemerken, dass man sie beobachtet, schütten sie den Mist in den Hof oder vor das Haus. Es heißt dann, dass der Bauer im Winter für das Vieh zu wenig Futter hat und dass der Alp Unruhe und Unfrieden stiftet.
In [[Kleinsölk]] ist der überlieferte Brauch des Alphoamfoahrns noch ganz lebendig erhalten: Die Stallarbeit muss sehr früh fertig sein. Alles muss sauber geputzt und verschlossen werden. Zwischen 18 und 18.30 Uhr kommt der Alp - das sind Jugendliche mit Glocken und zusammengebundenen Dosen, auf dem Kopf haben sie Schachteln mit roten Lichtern drinnen. Sie laufen unter wildem Getöse und Lärm vom Moar in der Reith bis zum Harmer im Dörfl und haben ein Wagerl mit Mist bei sich. Wenn sie bemerken, dass man sie beobachtet, schütten sie den Mist in den Hof oder vor das Haus. Es heißt dann, dass der Bauer im Winter für das Vieh zu wenig Futter hat und dass der Alp Unruhe und Unfrieden stiftet.


== Edling ==
== Edling ==
In [[Edling]] erzählt Frau Trude Thaller vlg. Pimperl, dass sie ebenfalls früher in den Stall gehen als an gewöhnlichen Tagen, damit sie vor dem Finsterwerden fertig sind. Sonst kommt der Almraunzel, stellt sein Vieh zwischen die vorhandenen Tiere, und dadurch hat dann der Bauer zu weinig Futter für den Winter und es kommt ein Unheil über die Tiere. Es heißt, man achtet darauf, "damit koa Unreim einakimmt!"
In [[Edling]] erzählt Trude Thaller [[Bauernhof Thaller vlg. Pimperl (Edling)|vlg. Pimperl]], dass sie ebenfalls früher in den Stall gehen als an gewöhnlichen Tagen, damit sie vor dem Finsterwerden fertig sind. Sonst kommt der Almraunzel, stellt sein Vieh zwischen die vorhandenen Tiere, und dadurch hat dann der Bauer zu weinig Futter für den Winter und es kommt ein Unheil über die Tiere. Es heißt, man achtet darauf, "damit koa Unreim einakimmt!"


== Gröbming ==
== Gröbming ==
In [[Gröbming]] berichteten alte Leute, dass der Alp in der Nacht vor Martini mit jenem Vieh von der Alm heimkehrte, das während des Sommers auf der Alm verunglückt ist. Er nahm dafür nicht den normalen Weg, sondern fuhr über die Baumwipfel ins Tal. Im Gröbminger [[Winkl (Gröbming)|Winkl]] gab es lange Zeit eine Bauernmagd, die an diesem Abend mit einer Glocke scheppernd durch das Dorf zog und den Alp ankündigte.
In [[Gröbming]] berichteten alte Leute, dass der Alp in der Nacht vor Martini mit jenem Vieh von der Alm heimkehrte, das während des Sommers auf der Alm verunglückt ist. Er nahm dafür nicht den normalen Weg, sondern fuhr über die Baumwipfel ins Tal. Im Gröbminger [[Winkl]] gab es lange Zeit eine Bauernmagd, die an diesem Abend mit einer Glocke scheppernd durch das Dorf zog und den Alp ankündigte.


== Aigen ==
== Aigen ==
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== Quelle ==
== Quelle ==
* Buch ''Ennstaler Bräuche im Jahrlauf'', Erhoben von:  Otto Hubner und  Josef Tritscher (Schladming), Thomas Pilz, Martin Pilz  und Manfred  Pichler (Gröbming), Ingrid Jandl (Öblarn), Andreas  Radlingmaier (Aigen),  Franz Reiter (Lassing), Aloisia Pfatschbacher und  Regina Puntigam  (Admont), Zusammengefasst von VD Ingrid Jandl,  Begleittexte von Manfred  Pichler, Projektbetreuung: Dr. Roswitha  Orač-Stipperger, Verband der  Heimat- und Trachtenvereine Enns- und  Paltental und Steirisches  Salzkammergut, 8962 Gröbming 2002, ISBN  3-9501633-0-1
{{Quelle Bräuche}}
 
 
 


[[Kategorie:Kultur]]
[[Kategorie:Kultur]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Volkskultur]]
[[Kategorie:Volkskultur]]
[[Kategorie:Brauchtum]]
[[Kategorie:Brauch]]