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'''Josef Schwarz''' (*  [[21. März]] [[1835]] in Texing, Bezirk Melk, [[NÖ]].; † [[2. März]] [[1900]] in Aussee) war Sattlermeister und Vizebürgermeisters in [[Aussee]].
'''Josef Schwarz''' (*  [[21. März]] [[1835]] in Texing, Bezirk Melk, [[NÖ]].; † [[2. März]] [[1900]] in Aussee) war Sattlermeister und Vizebürgermeister in [[Aussee]].


== Familie ==
== Leben ==
[[1893]] war er Vorstand der Gewerbe­genossenossenschaft Aussee.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apt&datum=18930319&query=%22Josef+Schwarz%22+%22Aussee%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], "Steirische Alpenpost", Ausgabe vom 19. März 1893, Seite 5</ref>
Josef Schwarz war der Sohn des Lehrers der Schule in Texing, Matthias Schwarz und dessen Frau Francisco, geborene Binder. Er besuchte die Schule bei seinem Vater. Seine Eltern waren beide sehr musikalisch und er hatte eine schöne Stimme. Die Mutter spielte fast alle Instrumente, der Vater war ein tüchtiger Organist und komponierte viele kirchliche Lieder und Chöre.


[[4. Februar]] [[1907]] starb seine Tochter Marie Binder im Alter von 39 Jahren, Hausbesitzersgattin in Gmunden, eine selten gute, stets humorvolle Frau, das Ideal einer "Studentenmutter", wie sie es durch eine Reihe von Jahren im vollsten Sinne des Wortes war.<ref>[[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apt&datum=19071102&query=%22Albin+Schraml%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Steirische Alpenpost", Ausgabe vom 2. November 1907, Seite 2</ref>
Nach den Volksschuljahren wurde Josef nach Oberndorf zu einem Sattler in die Lehre gegeben und [[1852]] freigesprochen. Bald darauf ging Josef auf die Wanderschaft, arbeitete als Geselle in Scheibbs, Viehofen, Ziersdorf, Wien, Linz, Wels, Salzburg, Innsbruck, Graz, Bozen, Verona und Ischl, wo er auch als Werkführer tätig war. In dieser Stellung trat er mit den Fuhrwerksbesitzern vom Markt Aussee in geschäftliche Verbindung und auf deren Anraten beschloss er, sich als Meister im Markt Aussee selbständig zu machen.


Am [[3. Juli]] [[1860]]  kam er als wandernder mittelloser Sattlergehilfe nach dem Markt Aussee. Im Holzschuppen neben der Laimermühle an der [[Grundlseer Traun]], Markt Nr. 139, eröffnete er seine erste Werkstätte. Seine Tüchtigkeit im Handwerk fand bald volle Anerkennung und schon im Winter 1860/1861 konnte er sich im alten Hafnerhaus Parkgasse Nr. 164 einmieten. Bereits am [[16. Februar]] [[1864]] erstand Josef Schwarz dieses Haus, welches er einige Jahre später umbaute, vergrößerte und für ein Geschäft einrichtete.
Am [[4. Februar]] [[1867]] heiratete er Fräulein Mathilde Vogl, die Tochter des Verwalters I. Vogl des k. k. Hammerwerkes in [[Grubegg (Bad Mitterndorf)|Grubegg]] bei [[Mitterndorf]]. Aus der Verbindung wurde sieben Kinder geboren, von denen jedoch nur fünf überlebten. Am [[4. Februar]] [[1907]] starb seine Tochter Marie Binder im Alter von 39 Jahren, Hausbesitzersgattin in Gmunden, eine selten gute, stets humorvolle Frau, das Ideal einer "Studentenmutter", wie sie es durch eine Reihe von Jahren im vollsten Sinne des Wortes war.<ref>[[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apt&datum=19071102&query=%22Albin+Schraml%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Steirische Alpenpost", Ausgabe vom 2. November 1907, Seite 2</ref>
Ab [[1870]] gehörte er dem Gemeindeausschuss des Marktes an und wurde [[1879]] zum Gemeinderat gewählt. Von [[1882]] bis [[1898]] wurde er erster Gemeinderat und Vizebürgermeister der märktischen Gemeinde-Vertretung. Josef Schwarz wurde mit der Verwaltung des Armenwesens als Ortsarmenrat und Spitalsverwalter des märktischen Spitals, Kirchengasse Nr. 32 und 33, betraut. Er wurde in die [[1868]] gegründete Curcommission entsandt, von der er auch als Delegierter in den Curorte-Verband des [[Salzkammergut]]es bestimmt wurde.
An der [[1888]] erfolgten neuen Gründung der märkischen Sparkasse am Oberen Markt Nr. 44 unter dem Finanzreferenten der Gemeinde und Direktor der Sparkasse Carl Lang war Josef Schwarz ebenfalls beteiligt und gehörte dem Sparkassenausschuss als Directionsmitglied an.
Bei der [[1883]] erfolgten Neubegründung der Gewerbe-Genossenschaft wurde Schwarz zum Obmann gewählt und erstellte am [[15. Mai]] [[1884]] neue Statuten und war weiters sehr engagiert im Genossenschaftswesen der Obersteiermark. [[1893]] war er Vorstand der Gewerbe-Genossenossenschaft Aussee.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apt&datum=18930319&query=%22Josef+Schwarz%22+%22Aussee%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], "Steirische Alpenpost", Ausgabe vom 19. März 1893, Seite 5</ref>
1883 wurde die gewerbliche Fortbildungsschule in Aussee gegründet und Josef Schwarz war bestrebt, die Meisterschaft über diese zu gewinnen, erlangte diese jedoch nicht. Seinem Einfluss aber war es zu danken, dass der Besuch der Schule für Lehrlinge obligatorisch erklärt wurde. [[1890]] errichtete er, vermutlich auf eigene Kosten, einen neuen Zeichensaal. Wo sich diese Schule im Markt Aussee befand ist nicht überliefert.
Am [[5. Juli]] [[1885]] erwarb Josef Schwarz die Villa Ritter, Gartengasse Nr. 4,  durch Kauf und einige Jahre später auch das sogenannte Gyri-Anwesen auf der Marktleithe Nr. 77, das er zu einer Villa durch den Ausseer Baumeister Ramsauer umgestaltete.
Im November [[1891]] war Josef Schwarz einer der Mitbegründer der Betriebsgesellschaft "[[Schwarz-Wagendorfer &amp; Companie, Electrisches Werk Aussee in Steiermark]]", die am [[1. Juni]] [[1892]] den Betrieb aufnahm.
Auch an dem Vereinsleben der Marktgemeinde Aussee war Josef Schwarz sehr engagiert. Er war musikalisch begabt und geschult, also trat er, da er eine schöne Stimme hatte, der Ausseer Liedertafel bei und war durch einige Jahre auch deren Vorstand. Als er die Vorstandstelle zurücklegte, wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Auch dem Kirchenchor gehörte Josef Schwarz bis zu seinem Lebensende an und dirigierte oft bei den Aufführungen in der Pfarrkirche. Gleichfalls war er tätiges Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr, wo er dato noch auf der Personen-Galerie zu sehen ist.
[[1899]] August erkrankte Josef Schwarz an einem Magenleiden, wurde in Wien untersucht wobei ihm zu einer dringenden Operation geraten wurde. Er lehnte diese jedoch ab und fuhr sehr deprimiert wieder nach Aussee, wo er kurz darauf verstarb.  Am [[4. März]] 1900 erfolgte das Begräbnis am örtlichen Friedhof von Aussee, in einem dato existierenden Mauergrab, unter sehr großer Anteilnahme der Bevölkerung und vieler Honoratioren. In der Ausgabe der "[[Steirische Alpenpost|Steirischen Alpenpost]]" vom [[10. März]] 1900 wird dies detailliert aufgelistet wer anwesend war, wer welchen Kranz gelegt hat und schildert minutiös den Ablauf des Begräbnis.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apt&datum=19000310&seite=2&zoom=33&query=%22Josef%2BSchwarz%22&ref=anno-search ANNO], "Steirische Alpenpost", Ausgabe vom 10. März 1900, Seite 2</ref>
== Berichte über das Ableben ==
Berichte über das Ableben von Schwarz in der "[[Steirische Alpenpost|Steirischen Alpenpost]]", hier in der Ausgabe vom 2. März 1900:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apt&datum=19000303&query=%22Josef+Schwarz%22+%22Aussee%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "Steirische Alpenpost", Ausgabe vom 2. März 1900, Seite 3</ref>
Berichte über das Ableben von Schwarz in der "[[Steirische Alpenpost|Steirischen Alpenpost]]", hier in der Ausgabe vom 2. März 1900:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apt&datum=19000303&query=%22Josef+Schwarz%22+%22Aussee%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "Steirische Alpenpost", Ausgabe vom 2. März 1900, Seite 3</ref>
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''Aussee 2. März, 1900. — Josef Schwarz † Freitag den 2. l. M. starb hier nach längeren schweren Leiden in seinem, 65. Lebensjahre Herr Josef Schwarz, Gemeinde- und Armenrath, Obmann des Sparcassa-Ausschusses, Mitglied der Curcommission und des Kirchenconcurrenz-Ausschusses, Realitätenbesitzer in Aussee. Das Leichenbegängnis des Verblichenen findet am Sonntag den [[4. März|4. l. M.]] nachm, halb 4 Uhr vom Sterbe­hause, Parkgasse Nr. 164, aus, statt. Die Beerdigung er­folgt auf dem hiesigen Friedhofe in der Familiengruft. Der Trauergottesdienst wird Montag den [[5. März]] um 10 Uhr vormittags in der hiesigen Pfarrkirche abgehalten. In der nächsten Nummer dieses Blattes werden wir dem Lebenslauf und der öffentlichen Thätigkeit des Verstorbenen einen längeren Artikel widmen.</blockquote>
''Aussee 2. März, 1900. — Josef Schwarz † Freitag den 2. l. M. starb hier nach längeren schweren Leiden in seinem, 65. Lebensjahre Herr Josef Schwarz, Gemeinde- und Armenrath, Obmann des Sparcassa-Ausschusses, Mitglied der Curcommission und des Kirchenconcurrenz-Ausschusses, Realitätenbesitzer in Aussee. Das Leichenbegängnis des Verblichenen findet am Sonntag den [[4. März|4. l. M.]] nachm, halb 4 Uhr vom Sterbe­hause, Parkgasse Nr. 164, aus, statt. Die Beerdigung er­folgt auf dem hiesigen Friedhofe in der Familiengruft. Der Trauergottesdienst wird Montag den [[5. März]] um 10 Uhr vormittags in der hiesigen Pfarrkirche abgehalten. In der nächsten Nummer dieses Blattes werden wir dem Lebenslauf und der öffentlichen Thätigkeit des Verstorbenen einen längeren Artikel widmen.</blockquote>


Hier der Beitrag aus der nächsten Nummer:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apt&datum=19000310&seite=2&zoom=33 ANNO], "Steirische Alpenpost", Ausgabe vom 10. März 1900, Seite 2 und 3</ref>
In der Ausgabe der "[[Steirische Alpenpost|Steirischen Alpenpost]]" vom [[10. März]] 1900 wird dies detailliert aufgelistet wer anwesend war, wer welchen Kranz gelegt hat und schildert minutiös den Ablauf des Begräbnis. Nachstehend ein Auszug. <ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apt&datum=19000310&seite=2&zoom=33&query=%22Josef%2BSchwarz%22&ref=anno-search ANNO], "Steirische Alpenpost", Ausgabe vom 10. März 1900, Seite 2</ref>
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''Josef Schwarz †. Wieder ist einer aus den Reihen jener Bürger dahin­geschieden, welche bei der Gründung unseres Curortes und den ersten Einrichtungen dazu thätig waren. Wie wir schon in der vorigen Nummer unseres Blattes kurz berichteten, starb am 2, d. M. hier der bürgerliche Sattlermeister und Realitätenbesitzer Herr Josef Schwarz in seinem 65. Lebensjahre. Es obliegt uns nun, dem Lebenslaufe und der öffentlichen Thätigkeit des Verstorbenen, der durch eigene Kraft sich zu Wohlstand und Ansehen emporarbeitete, einige Worte ehrenden Gedenkens zu widmen. Herr Schwarz wurde am 21. März 1835 zu Texing, Bezirk Melk in Niederösterreich, als der Sohn des dortigen Lehrers Matthias Schwarz und dessen Frau Francisco, geborene Binder, einer Schwester des nun schon verstorbenen Bischofs von St. Pölten, Matthäus Binder, geboren. Er besuchte die Schule bei seinem Vater. Seine Eltern waren beide sehr musikalisch; die Mutter spielte fast alle Instrumente, der Vater war ein tüchtiger Organist und componierte viele kirchliche Lieder und Chöre. Es ist daher begreiflich, dass auch die Kinder musikalischen Unterricht erhielten. So wurde auch bei Herrn Josef Schwarz schon im Elternhause der Sinn für Gesang und Musik geweckt, und er suchte und fand später als Jüngling und Mann in seinem arbeitsvollen Leben Erholung und Freude in der eifrigen Bethätigung desselben.  
''Josef Schwarz †. Wieder ist einer aus den Reihen jener Bürger dahin­geschieden, welche bei der Gründung unseres Curortes und den ersten Einrichtungen dazu thätig waren. Wie wir schon in der vorigen Nummer unseres Blattes kurz berichteten, starb am 2, d. M. hier der bürgerliche Sattlermeister und Realitätenbesitzer Herr Josef Schwarz in seinem 65. Lebensjahre. Es obliegt uns nun, dem Lebenslaufe und der öffentlichen Thätigkeit des Verstorbenen, der durch eigene Kraft sich zu Wohlstand und Ansehen emporarbeitete, einige Worte ehrenden Gedenkens zu widmen. Herr Schwarz wurde am 21. März 1835 zu Texing, Bezirk Melk in Niederösterreich, als der Sohn des dortigen Lehrers Matthias Schwarz und dessen Frau Francisco, geborene Binder, einer Schwester des nun schon verstorbenen Bischofs von St. Pölten, Matthäus Binder, geboren. Er besuchte die Schule bei seinem Vater. Seine Eltern waren beide sehr musikalisch; die Mutter spielte fast alle Instrumente, der Vater war ein tüchtiger Organist und componierte viele kirchliche Lieder und Chöre. Es ist daher begreiflich, dass auch die Kinder musikalischen Unterricht erhielten. So wurde auch bei Herrn Josef Schwarz schon im Elternhause der Sinn für Gesang und Musik geweckt, und er suchte und fand später als Jüngling und Mann in seinem arbeitsvollen Leben Erholung und Freude in der eifrigen Bethätigung desselben.  
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''Zahlreiche Bekannte und Freunde traten an den Sarg, um Abschied von dem Verstorbenen zu nehmen. Das Leichenbegängnis fand am Sonntag, den 4. d. M. unter sehr großer Betheiligung aller Kreise der Bevölkerung statt. Die Corporationen und Vereine denen der Verstorbene angehört hatte, folgten corporativ seinem Sarge zur letzten Ruhestätte. Die [[Bürgermusikkapelle Bad Aussee|Bürgerkapelle]] spielte die Trauermusik und die Liedertafel brachte ihrem langjährigen Mitgliede und Ehrenmitgliede den letzten Sängergruß am Grabe. Ein wohlgetroffenes Bild des Verstorbenen liegt dieser Nummer unseres Blattes bei.</blockquote>
''Zahlreiche Bekannte und Freunde traten an den Sarg, um Abschied von dem Verstorbenen zu nehmen. Das Leichenbegängnis fand am Sonntag, den 4. d. M. unter sehr großer Betheiligung aller Kreise der Bevölkerung statt. Die Corporationen und Vereine denen der Verstorbene angehört hatte, folgten corporativ seinem Sarge zur letzten Ruhestätte. Die [[Bürgermusikkapelle Bad Aussee|Bürgerkapelle]] spielte die Trauermusik und die Liedertafel brachte ihrem langjährigen Mitgliede und Ehrenmitgliede den letzten Sängergruß am Grabe. Ein wohlgetroffenes Bild des Verstorbenen liegt dieser Nummer unseres Blattes bei.</blockquote>


== Quellen ==
== Quelle ==
* [[Franz Hollwöger |Hollwöger Franz]]; Ausseer Land, Geschichte der Gemeinden Bad Aussee, Altaussee, Grundlsee, Mitterndorf und Pichl, 1955, Seite 260
 
=== Einzelnachweise ===
<references/>
<references/>


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[[Kategorie:Wirtschaftstreibender]]
[[Kategorie:Wirtschaftstreibender]]
[[Kategorie:Unternehmer]]
[[Kategorie:Unternehmer]]
[[Kategorie:Unternehmer (Geschichte)]]
 
[[Kategorie:Ehrenamt]]
[[Kategorie:Ehrenamt]]
[[Kategorie:Handwerk]]
[[Kategorie:Handwerk]]