Silbererzbergbau: Unterschied zwischen den Versionen

K Textersetzung - „„“ durch „"“
 
(Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt)
Zeile 3: Zeile 3:


== Einleitung ==
== Einleitung ==
Silber erlangte im [[Mittelalter]] seine große Bedeutung durch die Verwendung als Münzmetall. Daher erreichte mit dem Aufblühen des Handels seit Beginn des [[13. Jahrhundert]]s die Suche nach Silbererz- und anderen Edelmetallagerstätten ihren Höhepunkt. Neben [[Schladming]] wurde Oberzeiring (Murtal) zu einer der bedeutendsten Bergbauorte dieser Zeit in der [[Steiermark]]. Im heutigen [[Bezirk Liezen]] hatte die Silbererzgewinnung mit Ausnahme der bekannten Bergbaue südlich von Schladming in den [[Schladminger Tauern]] und des vor allem wegen seiner Kupfergewinnung bedeutenden Bergbaues in der [[Walchen]] bei [[Öblarn]] keinen nennenswerten Stellenwert erreicht.  
Silber erlangte im [[Mittelalter]] seine große Bedeutung durch die Verwendung als Münzmetall. Daher erreichte mit dem Aufblühen des Handels seit Beginn des [[13. Jahrhundert]]s die Suche nach Silbererz- und anderen Edelmetallagerstätten ihren Höhepunkt. Neben [[Schladming]] wurde Oberzeiring (Murtal) zu einer der bedeutendsten Bergbauorte dieser Zeit in der [[Steiermark]]. Im heutigen [[Bezirk Liezen]] hatte die Silbererzgewinnung mit Ausnahme der bekannten Bergbaue südlich von Schladming in den [[Schladminger Tauern]] und des vor allem wegen seiner Kupfergewinnung bedeutenden Bergbaues in der [[Walchen]] in [[Öblarn]] keinen nennenswerten Stellenwert erreicht.  


==Silbererzabbau im Mittelalter==
==Silbererzabbau im Mittelalter==
Der Schladminger Silbererzbergbau dürfte schon zu Ende des [[13. Jahrhundert]]s in Blüte gestanden sein. Im Bereich der heutigen Altstadt entstand ein Markt; an der Mündung des [[Talbach]]es in die [[Enns]] wurden sukzessive Schmelzhütten, [[Kohlstatt (Hopfriesen)|Kohlstätten]] und [[Knappenhäuser in Schladming|Knappenhäuser]] gebaut. [[1304]] erhielt das Dorf Schladming Rechte, die seine ''Bewohner den Bürgern anderer Märkte gleichstellten''. Dieser [[Freibrief]] gilt als eine der wichtigsten Grundlagen für die weitere Entwicklung Schladmings; schon [[1322]] hatte der ''Silberort'' das Stadtrecht inne.
Der Schladminger Silbererzbergbau dürfte schon zu Ende des [[13. Jahrhundert]]s in Blüte gestanden sein. Im Bereich der heutigen Altstadt entstand ein Markt; an der Mündung des [[Talbach]]es in die [[Enns]] wurden sukzessive Schmelzhütten, [[Kohlstatt (Hopfriesen)|Kohlstätten]] und [[Knappenhäuser in Schladming|Knappenhäuser]] gebaut. [[1304]] erhielt das Dorf Schladming Rechte, die seine "Bewohner den Bürgern anderer Märkte gleichstellten". Dieser [[Freibrief]] gilt als eine der wichtigsten Grundlagen für die weitere Entwicklung Schladmings; schon [[1322]] hatte der Silberort das Stadtrecht inne.


Der Abbau von Silber fand in den heute noch bekannten Gruben bei den [[Giglachseen]] (Giglerbaue), im [[Eiskar (Obertal)|Eiskar]], im [[Vetternspitzen|Vetterngebirge]] und in der [[Zinkwand]] auf 1 800 bis über 2 200 [[m ü. A.]] statt, stets unter großen Mühen und Gefahren und über fünf Stunden von der nächsten Behausung entfernt.
Der Abbau von Silber fand in den heute noch bekannten Gruben bei den [[Giglachseen]] (Giglerbaue), im [[Eiskar (Obertal)|Eiskar]], im [[Vetternspitzen|Vetterngebirge]] und in der [[Zinkwand]] auf 1 800 bis über 2 200 [[m ü. A.]] statt, stets unter großen Mühen und Gefahren und über fünf Stunden von der nächsten Behausung entfernt.


Der [[1408]] vom [[Bergrichter]] [[Leonhard Eggelzain]] erlassene [[Schladminger Bergbrief]] gilt als Meilenstein des Schladminger Montanwesens. Dieses von Eggelzain notierte ''Gewohnheitsrecht'' behandelte bergrechtliche und bergbauliche Fragen aber auch soziale Komponenten. Aufgrund seines teils allgemeingültigen Inhaltes beeinflusste der Schladminger Bergbrief mehrere Bergordnungen in anderen Gebieten Mitteleuropas.
Der [[1408]] vom [[Bergrichter]] [[Leonhard Eggelzain]] erlassene [[Schladminger Bergbrief]] gilt als Meilenstein des Schladminger Montanwesens. Dieses von Eggelzain notierte Gewohnheitsrecht behandelte bergrechtliche und bergbauliche Fragen aber auch soziale Komponenten. Aufgrund seines teils allgemeingültigen Inhaltes beeinflusste der Schladminger Bergbrief mehrere Bergordnungen in anderen Gebieten Mitteleuropas.


Zu Beginn des [[16. Jahrhundert]]s waren in Schladming an die 1 500 Knappen tätig.
Zu Beginn des [[16. Jahrhundert]]s waren in Schladming an die 1 500 Knappen tätig.
Zeile 21: Zeile 21:
Unter Maria Theresia kam es um [[1763]] neuerlich zur intensiven Suche nach Lagerstätten von Silbererz, bewirkte aber die Gewinnung und Verarbeitung der mit Silber gemeinsam auftretenden [[Kobalterzbergbau|Kobalterze]]. Die Gewinnung des Kobalts dauerte bis 1818 an.
Unter Maria Theresia kam es um [[1763]] neuerlich zur intensiven Suche nach Lagerstätten von Silbererz, bewirkte aber die Gewinnung und Verarbeitung der mit Silber gemeinsam auftretenden [[Kobalterzbergbau|Kobalterze]]. Die Gewinnung des Kobalts dauerte bis 1818 an.


Insgesamt konnte ein Niedergang der [[Schladminger Bergbau]]e jedoch nicht mehr aufgehalten werden, dies zeigt auch die Aufhebung des Schladminger Berggerichtes [[1767]]. Im Zuge der Kobalt- und der Nickelgewinnung (1832 - 1876) sonderte man zwar immer die silberhältigen Fahlerze aus, doch der Ertrag war minimal.
Insgesamt konnte ein Niedergang der [[Schladminger Bergbau]]e jedoch nicht mehr aufgehalten werden, dies zeigt auch die Aufhebung des [[Schladminger Berggericht]]es [[1767]]. Im Zuge der Kobalt- und der Nickelgewinnung (1832 - 1876) sonderte man zwar immer die silberhältigen Fahlerze aus, doch der Ertrag war minimal.


Trotzdem hat es an übereifrigen Versuchen, den Silber- und fallweise auch Bleierzabbau wieder in Schwung zu bringen, nicht gefehlt. Im Montan-Handbuch [[1890]] liest man:
Trotzdem hat es an übereifrigen Versuchen, den Silber- und fallweise auch Bleierzabbau wieder in Schwung zu bringen, nicht gefehlt. Im Montan-Handbuch [[1890]] liest man:
Zeile 33: Zeile 33:
-  Silber- und Bleierzbergbau in Bromriese des F. H. Ascher und F. Wehrhan; 4 Grubenmaße.
-  Silber- und Bleierzbergbau in Bromriese des F. H. Ascher und F. Wehrhan; 4 Grubenmaße.


-  Silber -, Fahl - und Bleierzbergbau auf der [[Eschachalpe]] bei Schladming des F. H. Ascher und F. Wehrhan; 4 Grubenmaße.
-  Silber-, Fahl- und Bleierzbergbau auf der [[Eschachalm|Eschachalpe]] in Schladming des F. H. Ascher und F. Wehrhan; 4 Grubenmaße.


-  Silber- und Bleierzbergbau in [[Roßblei]] bei Schladming des F. H. Ascher und F. Wehrhan; 12 Grubenmaße.
-  Silber- und Bleierzbergbau in Roßblei in Schladming des F. H. Ascher und F. Wehrhan; 12 Grubenmaße.


-  Fahlerzbergbau in [[Krombach]] bei Schladming des F. H. Ascher und F. Wehrhan; 8 Grubenmaße.
-  Fahlerzbergbau in Krombach in Schladming des F. H. Ascher und F. Wehrhan; 8 Grubenmaße.


Auch das letzte vor dem [[Zweiten Weltkrieg]] erschienene ''Montan-Handbuch'' gibt die außer Betrieb stehenden Bergbaue [[Bromriesen]], [[Roßblei]], [[Eschachalm|Eschachalpe]] und [[Krombach]] mit insgesamt 126,3 ha verliehener Feldesfläche an, während diese Bergbaue im ersten ''Nachkriegs-Montan-Handbuch'' 1948 (für 1947) nicht mehr vertreten sind.
Auch das letzte vor dem [[Zweiten Weltkrieg]] erschienene ''Montan-Handbuch'' gibt die außer Betrieb stehenden Bergbaue [[Bromriesen]], Roßblei, Eschachalpe und Krombach mit insgesamt 126,3 ha verliehener Feldesfläche an, während diese Bergbaue im ersten ''Nachkriegs-Montan-Handbuch'' 1948 (für 1947) nicht mehr vertreten sind.


Weitere Silberbergbaue im Ennstal gab es am [[Neßlkar]] bei [[Irdning]], wo Mitte des 16. Jahrhunderts ein Bergbau auf Silber und Kupfer (Kiesbergwerk) verliehen wurde. Nach Unstimmigkeiten über die rechtmäßige Verleihung und vor allem wegen zu geringen Metallgehaltes scheint die Grube [[1556]] aufgegeben worden zu sein.
Weitere Silberbergbaue im Ennstal gab es am Neßlkar in [[Irdning]], wo Mitte des 16. Jahrhunderts ein Bergbau auf Silber und Kupfer (Kiesbergwerk) verliehen wurde. Nach Unstimmigkeiten über die rechtmäßige Verleihung und vor allem wegen zu geringen Metallgehaltes scheint die Grube [[1556]] aufgegeben worden zu sein.


Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gewältigte die [[Innerberger Hauptgewerkschaft]] am [[Sagschacherberg]] bei [[Donnersbach]] einen "silberhaltigen Bleierzbergbau", der noch vor 1820 wieder zum Erliegen kam.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gewältigte die [[Innerberger Hauptgewerkschaft]] am Sagschacherberg [[Donnersbach]] einen "silberhaltigen Bleierzbergbau", der noch vor 1820 wieder zum Erliegen kam.


==Goldsuche im Ennstal==
==Goldsuche im Ennstal==
Bei der Verschmelzung der Walchener Erze fielen nicht unbeträchtliche Mengen an Gold an. Auch ist für das Jahr 1559 ist die Errichtung eines Goldwaschwerkes in Donnersbach belegt, das nach anfänglichen Erfolgen um 1567 eingestellt wurde. Rund um Schladming sind hingegen keine nennenswerten Goldvorkommen zu finden.
Bei der Verschmelzung der Walchener Erze fielen nicht unbeträchtliche Mengen an Gold an. Auch ist für das Jahr 1559 ist die Errichtung eines Goldwaschwerkes in Donnersbach belegt, das nach anfänglichen Erfolgen um 1567 eingestellt wurde. Rund um Schladming sind hingegen keine nennenswerten Goldvorkommen zu finden.


== Quelle ==
== Quellen ==
*''Bergbau und Hüttenwesen im Bezirk Liezen. Kleine Schriften der Abteilung des [[Schloss Trautenfels|Schloß Trautenfels]] am Steiermärk'', Landesmuseum Joanneum, Heft 24, Trautenfels 1993
* Posch, Fritz: "Zur Geschichte des Gold- und Silberbergbaues im Enns- und Paltental", in: Sonderbände der Zeitschrift des [[Historischer Verein für Steiermark|Historischen Vereines für Steiermark]] 14 (1967) → [https://historischerverein-stmk.at/wp-content/uploads/Z_SB14_Fritz-POSCH-Zur-Geschichte-des-Gold-und-Silberbergbaues-im-Enns-und-Paltental.pdf historischerverein-stmk.at], pdf
* [[Hubert Preßlinger|Preßlinger, Hubert]];  [[Hans Jörg Köstler|Köstler, Hans Jörg]] (Hrsg.) (1993). "[[Bergbau und Hüttenwesen im Bezirk Liezen]]". Trautenfels: [[Verein Schloss Trautenfels]]




[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Wirtschaft]]
[[Kategorie:Wirtschaft (Geschichte)]]
[[Kategorie:Bergbau]]
[[Kategorie:Bergbau]]
[[Kategorie:Silbererzbergbau|!]]
[[Kategorie:Silbererzbergbau|!]]