RHI Magnesita-Werk Trieben
Das RHI Magnesita-Werk in Trieben war ein Unternehmen der internationalen Unternehmensgruppe RHI Magnesita.

RHI Magnesita
Das Unternehmen mit Firmensitz in Wien beschäftigt weltweit rund 14 000 Mitarbeiter über 35 Ländern. Es produziert jährlich 2,9 Mio. Tonnen Feuerfestmaterialien, die die Hochtemperaturproduktion von Stahl, Zement und Glas und anderer Materialien ermöglichen.
RHI Magnesita-Werk in Trieben
Das Magnesit für das Werk in Trieben kam teilweise aus dem etwa vier Kilometer südlich gelegenen Bergwerk im sogenannten Sunk in Hohentauern, Bezirk Murtal. Weiterer Magnesit-Bergbau befand/befinden sich in den Bergwerken im Kärntner Radenthein, in der obersteirischen Veitsch, in der Breitenau (ebenfalls Steiermark) sowie im Tiroler Hochfilzen.
Die Mine im Sunk im Gebiet der Kreutbauernalm wurde Anfang der 1990er-Jahre stillgelegt. Das Werk in Trieben war zunächst im Eigentum der Veitscher Magnesitwerke, dann Veitsch-Radex und schließlich der RHI bzw. RHI Magnesita – anfangs einer der größten Arbeitgeber in der Region mit rund eintausend Beschäftigten in der sogenannten Feuerfestindustrie. Im Werk Trieben waren im Herbst 2018 rund 260 Mitarbeiter inklusive Zeitarbeiter beschäftigt. Dieser Beschäftigungsstand wurde Anfang 2019 auf 230 reduziert und Anfang 2020 waren es nur noch 120 und bis zum Sommer 2020 wurden weitere 100 Mitarbeiter gekündigt. Im Oktober 2020 betrug der Mitarbeiterstand dann nur mehr 20 Personen.
Für Trieben war dann die Schließung 2023, nach der Auslagerung des Maco-Werks nach Polen, ein weiterer schwerer Schlag in Bezug auf die Arbeitsmarktsituation im Paltental.
Der Eigentümer des Areals, die deutsche Firma 2B2R Trigent GmbH, plante 2025 hier Betriebsansiedelungen. Doch Anfang Oktober 2026 wurde bekannt, dass Siemens das ehemalige RHI-Gelände in Trieben übernommen hat. Siemens Mobility wird ein Rail Service Center für die Wartung von Schienenfahrzeugen errichten. Zu den zukünftigen möglichen Kunden zählen demnach Eisenbahnunternehmen aus Österreich sowie aus den angrenzenden Ländern. Die zentrale Lage von Trieben sei günstig für den Standort. Erste Wartungsarbeiten sollen schon zu Beginn des Jahres 2027 durchgeführt werden, hieß es am 6. Oktober 2026 in einer Aussendung. Über den Kaufpreis wurde mit der Zöchling Unternehmensgruppe Stillschweigen vereinbart, aber es ist davon auszugehen, dass sich die Summe im unteren einstelligen Mllionen-Euro-Bereich bewegt. Mit Trieben entstehe die bereits dritte Betriebsstätte von Siemens Mobility in der Steiermark: Am Standort in Graz mit seinem hohen Exportanteil von mehr als 90 Prozent arbeiten etwa 1 600 Mitarbeiter. Zusätzlich wurden erst vor wenigen Monaten rund 40 Mio. Euro in einen Fertigungs-, Service- und Logistikhub in Fürstenfeld investiert. Dort arbeiten rund 150 Beschäftigte. In ganz Österreich beschäftigt Siemens Mobility laut eigenen Angaben mehr als 4 500 Mitarbeiter, etwa 300 Lehrlinge werden ausgebildet.[1]
Ereignisse
Das Werk war Mitte April 2004 Schauplatz einer Katastrophenschutzübung im Rahmen der großen Bundesheer- und Einsatzkräfteübung "Schutz 04". Übungsannahme war ein Terroranschlag im Magnesitwerk.
Weblink
- fotoclick.at/T-online Die einzigartige Aussicht vom "Langen Ernst" aus dem Jahr 2012 bestehend aus ~ 340 Bildern in voller Auflösung
Bilder
- RHI Magnesita-Werk Trieben – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki
Quellen
- www.stepstone.at, abgefragt am 6. Februar 2020
- "Kleine Zeitung" vom 6. Februar 2020
- meinbezirk.at/liezen, 14. Dezember 2022: RHI Magnesita Werk Trieben an 2B2R Trigent GmbH verkauft
- derstandard.at, 18. Oktober 2025: "Langer Ernst" ist gefallen: Spektakuläre Sprengung eines steirischen Industriedenkmals
Einzelnachweis
- ↑ sn.at, swiki:Salzburger Nachrichten, online 6. Oktober 2026