Verkehrsunfälle

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Dieser Artikel schildert erwähnenswerte Verkehrsunfälle im Ennstal im Laufe der Geschichte der Motorisierung.

Aus den 1920er Jahren

Schon immer war der Straßenverkehr mit Gefahren verbunden, wenn auch die Ursachen von Verkehrsunfällen vor der Motorisierung anders geartet waren, so gab es doch oftmals für die Betroffenen schwerwiegende Folgen. Bei der Durchsicht des „Ennstaler" aus den Jahren 1924 und 1926 findet man so manchen Bericht über Unfälle, die man heute keineswegs als alltäglich bezeichnen kann.

Unglück durch scheues Pferd

"Am 17. d. M. fuhr der Ramsauer Besitzer vulgo Berlechner mit einem beladenen Fuhrwagen von Schladming auf die Ramsau. Als er an einer Straßenkehre anlangte, sprangen einige mit Beerenpflücken beschäftigte Kinder vom anschließenden Hang auf die Straße herab. Das Pferd wurde dadurch scheu, wich zurück und kollerte samt dem Wagen über die steile Straßenböschung hinab. Berlechner kam unter das Pferd und erlitt eine derart schwere Rückenmarkverletzung, dass an seinem Aufkommen gezweifelt wird."

Kaum zu glauben, dass es mitten auf dem Hauptplatz in Schladming 1924 einen Unfall mit einer - Kuh (!) gegeben hat. Der „Ennstaler" berichtete darüber:

Am 28. August erlitt der Taglöhner Franz Berger vulgo Aigner einen schweren Unfall. Als er mit einem Fuhrwagen durch den Markt fuhr, wurde ihm eine Kuh scheu, stieß ihn zu Boden und versetzte ihm einen Tritt aufs Knie. Mit zerschmetterter Kniescheibe musste der Verunglückte von der Stelle geschafft werden."

Einen Unfallbericht aus dem Jahre 1926 im „Ennstaler“ kann man entnehmen, dass die Verkehrsteilnehmer scheinbar viel zu schnell im Stadtbereich von Schladming unterwegs waren - daher die Warnung am Ende des Berichtes.

Ein bedauerlicher Unfall ereignete sich am 12 d. M. auf dem Platze vor der Kirche. Die taube, bei 70 Jahre alte Maria Lohr ging gerade über die Straße, als der Coburg'sche Pferdewärter mit 2 Pferden und 2 Wirtschaftswagen in schnellster Fahrt daher gefahren kam. Da die taube Lohr die Warnungsrufe nicht hörte und der Lenker die Pferde nicht mehr in ihrem schnellen Lauf aufhalten konnte, kam die Lohr unter die Räder und blieb bewusstlos liegen. Der herbeigeeilte Arzt stellte einen Nasenbeinbruch und Hautabschürfungen fest; auch eine Gehirnerschütterung und innere Verletzungen dürften vorliegen. Es sei hier nicht entschieden, ob es alleinige Schuld des Pferdelenkers, oder nur unglücklicher Zufall war, gewarnt sei aber vor allzuschnellem Fahren in der Stadt, zumal da man vom Hauptplatz herunter gegen die Kirche und das Stadttor keine freie Aussicht hat. Die Schnellfahrer (gleich ob Pferdefuhrwerk, Auto oder Rad) mögen sich diesen Unfall eine Warnung sein lassen."

Autounfall

Schon im Jahre 1924 gab es einen Autounfall, bei dem ein Sommergast aus Schladming den Verletzungen erlag. Der „Ennstaler" berichtete darüber:

"Am 22. Juli um 10:45 Uhr fuhr der Kaufmann Otto Pirker aus Eggenberg mit dem Kaufmanne Friedrich Gelpke aus Graz mit einem Personenauto von Pichl-Preunegg gegen Schladming. Pirker steuerte das Auto selbst; das Auto war schadhaft, besonders die Hand- und die Fußbremse funktionierten nicht gut. Trotzdem fuhr er über die abfallende Straße nächst dem Pichlmayrgut herunter, obwohl er sehen musste, dass auf der Straße Personen verkehrten und gefährdet wurden. Etwa 80 Meter vom Gutshofe entfernt, fuhr er mit dem Auto in eine Gruppe von Personen hinein, wodurch Rosa Tintner, deren 5 Jahre altes Kind Edith, die beiden Kinder des Finanz-Oberkommissärs Steiner aus Schladming, und zwar der 13 Jahre alte Felix und die 9 Jahre alte Emma körperlich schwer verletzt wurden. Frau Rosa Tintner, welche als Sommergast in Schladming weilte ist am 24. Juli den erlittenen Verletzungen erlegen."

Anekdote mit von Karajan

Am 23. Juli 1893 um 4 Uhr nachmittags ereignete sich am Hauptplatz anlässlich einer Platzmusik ein Unfall, der indirekt an einen Sommeraufenthalt der Familie von Karajan in Schladming erinnert. Die Steirische Alpenpost vom 3. August 1893 berichtete, dass während des Konzertes der Bürgermusikkapelle Schladming der Gutsbesitzer Herr Franz Junghanns samt Frau in einem mit zwei Pferden bespannten Wagen, aus Haus im Ennstal kommend, daherfuhr. Da sprang der zweijährige Sohn des Josef Walcher vlgo. Weickl vom Musikpavillon, wo er ohne Aufsicht war, über die Straße und wurde von den Pferden umgestoßen, geriet unter die Hufe derselben, kam aber glücklicherweise mit einer Hautabschürfung am Kopfe davon. Herr Dr. Ernst von Karajan, welcher Gast in Schladming war, leistete dem Verunglückten Erste Hilfe. Die Schuld an diesem Unfalle trifft die Kindeswärterin Johanna Rappl, welche das Kinde allein herumlaufen ließ.

Quellen