Ulrich Speckmoser

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Ulrich S Speckmoser (* 2. April 1781 Stegmühl in Obersteiermark in Wald am Schoberpass; † 4. Mai 1845 in Marburg, heute Maribor, Slowenien) war ein Benediktiner des Benediktinerstiftes Admont, Schulmann, Dichter und Botaniker.

Leben

Er wurde als Sohn des Hammerverwesers der dem Stifte Admont gehörigen Hammerwerke, Adam Speckmoser und der Triebener Mauteinnehmerstochter Victoria Pollheimer, geboren. Vater Adam Speckmoser stammte aus der Pfarre Pürgg.

Nach dem Studium im Stift Admont trat in dieses Stift ein. Am 22. September 1805 wurde er zum Priester geweiht wurde und tauschte seinen Taufnamen Alois mit dem Klosternamen Ulrich. Der Siftsabt Gotthard Kuglmayr erkannte die hervorragenden pädagogischen Fähigkeiten des jungen Kapitulars und teilte ihm im Dienst der Schule und des Unterrichtes ein. 1807 wurde er zum Lehrer an den Humanitätsclassen (Obergymnasium) des Admonter Gymnasium in Graz ernannt, dessen Lehrstellen von 1804 bis 1870 mit Benediktinern aus dem Stifte Admont besetzt wurden. Hier wirkte er bis 1836 als Gymnasiallehrer, nebenbei 1807–1813 als Präfekt des k. k. Konviktes, 1808–1812 als Supplent der griechischen Philologie und 1814 der lateinischen Philologie am k. k. Lyceum. Aufgrund seiner Fähigkeiten wurde er am 18. März 1837 zum Präfekten des k. k. Gymnasiums in Marburg an der Drau in Untersteiermark berufen, wo er dann auch 1845 im Alter von 62 Jahren starb.

In dieser Stellung entfaltete er eine so segenbringende pädagogische und didaktische Thätigkeit, daß er bald als der Liebling der ganzen Stadt, als der wärmste Freund der ihm unterstehenden Lehrer und als der Vater seiner Schüler verehrt wurde. Außer diesem seinem amtlichen Wirken, war er aber auch litterarisch und wissenschaftlich thätig.[1]

Er war von kleinerer, schmächtiger Gestalt, mit einem von Blatternnarben übersätem Gesicht, besaß aber eine Seelengüte und Herzensreinheit. Er war ein Kenner der römischen und griechischen Sprache, der Geschichte des Altertums und ein Freund der Poesie und dichtete aus selbst. Er verstand es durch seinen Vortrag die Aufmerksamkeit seiner Schüler zu fesseln. Seine angeborene Kurzsichtigkeit verhinderte ihn, manche verübte Unart und Ungezogenheit seiner Schüler zu bemerken.[2]

Herbarium im Benediktinerstift Admont

Schon während seines Aufenthalts in Graz veröffentlichte er eine Reihe lyrischer Dichtungen im „Der Aufmerksame“, der Beilage der „Grazer Zeitung“. Darüber hinaus beschäftigte er sich intensiv mit dem Studium und der Pflege der Botanik. Während der Ferien durchstreifte er die Obersteiermark und erwarb sich dadurch eine genaue Kenntnis der naturhistorischen und topographischen Verhältnisse dieser Region, in der auch Pflanzen sammelt. Er hinterließ dem Benediktinerstift Admont ein Herbarium von mehr als 11 000 Exemplaren, unter denen sich auch viele tropische Pflanzen befanden, die er durch Tausch erworben hatte. Als Botaniker erfreute er sich eines ehrenvollen weitreichenden Rufes. Als Freund der Wissenschaft und der schönen Litteratur hinterließ er auch eine reichhaltige Büchersammlung, welche ebenfalls dem Stifte Admont zufiel und der dortigen berühmten Bibliothek einverleibt wurde.

Er starb in Marburg am 4. Mai 1845 im 64. Lebensjahr. Ein ihm gewidmeter Nachruf charakterisirt ihn in folgender Weise: „In ihm verlor das Gymnasium eine seiner schönsten Zierden und Stützen. Seine Kenntnisse in der schönen Litteratur, in der Länder- und Völkerkunde, vorzüglich aber in der Botanik waren ausgebreitet; sein persönlicher Charakter war ebenso einfach und anspruchslos, als achtungs- und liebenswürdig. Das Andenken dieses trefflichen Mannes wird in der Erinnerung seiner dankbaren [85] Schüler, der Lehrer dieses Gymnasiums, und seiner vielen ihm treuergebenen Freunde unvergeßlich fortleben.

Quellen

  • de.wikisource.org Puff, Marburg in Steiermark. Gratz 1847, I, 320 – 231. – Festprogramm des k. k. Gymnasiums in Marburg, 1858, S. 100. – Arabesken. Reise-, Zeit- und Lebensbilder aus Steiermark (Graz o. J.) S. 86. – Jahresbericht des k. k. I. Staatsgymnasiums in Graz, 1873. S. 18. – Wurzbach, Biographisches Lexikon, XXXVI, 132–138. – Wichner, Geschichte des Benediktinerstiftes Admont von 1466 bis auf die neueste Zeit (Graz 1880) S. 403 und 410.
  • Ulrich Speckmoser im Biographishcen Lexikon
  • Forschungsarbeit in div. Pfarrmatriken, Aufsätzen etc., unveröffentlichtes Manuskript von Benutzer:Dietersdorff

Einzelnachweis

  1. Zitat nach Quelle - siehe Quelle
  2. ANNOGrazer Tagblatt, Ausgabe vom 12. April 1892, Seite 1