Thomas Maischberger

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Thomas Maischberger (* 13. Februar 1857 in Mariazell, Steiermark; † 12. August 1946 in Liezen) war ein österreichischer Bergsteiger.

Leben

Der Sparkassenbeamter in Wien war ab 1883 Bergsteiger, intensiver setzte er sich ab 1889 mit dem Bergsteigen auseinander und schlug die strengster Richtung ab 1896. 1904 stürzte er im Alleingang beim Abstieg vom Hohen Dachstein ab. Dabei erfror sein linke Beins, das ihm unter dem Knie abgenommen werden musste. Seine späteren Touren ab 1906 unternahm er mit einer Prothese. Bis 1932 führte er so auch noch großzügige Bergfahrten durch.

Maischberger zählte zu den ganz großen Wiener Bergsteiger um die Jahrhundertwende. Von 1894 bis zu seinem Tod 1946 war er Mitglied des Österreichischen Alpenklubs, wo er auch ein langjähriges Ausschussmitglied, ab 1921 Ehrenausschussmitglied und ab 1938 Ehrenmitglied war.

Zu seinen Berggefährten zählten u. a. H. Biendl, Bergführer P. Dangl, P. Gelmo, A. Gruber, Th. Keidel, F. Kleinwächter, L. Nemetschek, Heinrich Pfannl, V. Wessely und F. Zimmer.

Bergfahrten

Erstbesteigungen:

Schneeklammkopf und Melkerlochkopf, Mandlwand im swiki:Hochkönigstock (beide 1896);
Vorderes Fieberhorn (1897), swiki:Tennengebirge;
Hahnstein in Admont (1899)

Erste Begehungen:

Griesmauer unmittelbar vom Geyerkamin (1896), Pfaffenstein, Westgrat (1900), beide Hochschwabgruppe;
Kleiner Buchstein von Süden und Ostgrat (beide 1896), Westgrat (1899), Grat vom Kleinen zum Großen Buchstein (1896), Großer Buchstein, Buchsteinmauergrat (1896), Westgrat (1898), Südwand (1899), Südostgrat (1901), Hochtor, unmittelbare Nordwand (1896), Großer Ödstein (Ödsteinkarwand) vom Norden (1897), Hochturm von Westen (1897), Totenköpfl, erste Überschreitung von Ost nach West (1897), Admonter Reichenstein von Osten (1898) und unmittelbare Nordostwand (1901), Sparafeld, Ostgrat im Abstieg (1898), Hallermauerngrat, erste Überschreitung (1898), Tamischbachturm, Nordwand (1901), alle Ennstaler Alpen;
swiki:Watzmann, Südgipfel, Abstieg nach Westen (1896);
Daint de Mesdi, teilweise neuer Aufstieg (1896), Sellagruppe;
swiki:Werfener Hochthron, Südwand (1896), Vorderes Fieberhorn, Änderung am Südanstieg (1897) und erste Überschreitung. von Norden nach Süden (1900), alle swiki:Tennengebirge;
Gratübergang vom Marchanthorn zum Großen Dreizinthorn und Nordanstieg auf dieses (1897), swiki:Leoganger Steinberge;
Vordere Karlspitze, Südwand, und Ellmauer Haltspitze, Südwand (beide 1897), Wilder Kaiser;
Vierrinnenköpfe, Kleine Gamsleitenköpfe und Melkerlochkopf, alle in der Mandlwand, verschiedene Erstbegehungen (1899 – 1901), alle swiki:Hochkönigstock;
Südliches Türndl (Hohes Dirndl), Südwand (1899), Torstein, Südwandpfeiler und östliche Südwand („Torbogen-Südwand“) (1899), Anstiegsänderung am Windlegergrat (1901), Mitterspitz, Südostgrat (1901, im Abstieg), Dachstein-Hauptstock von West nach Ost (1901), alle Dachsteinmassiv;
Mont Blanc, Peutereygrat, zweite (erste führerlose) Begehung, Dent du Géant, Nordostgrat und damit erste Überschreitung (beide 1900), Mont Blanc-Gruppe;
Krimmler Kamm von den Maurerkeesköpfen zur swiki:Dreiherrnspitze (1902), swiki:Venedigergruppe; Gratübergang Reichenspitze-swiki:Wildgerlosspitze (1902), alle swiki:Zillertaler Alpen

Publikationen

  • Tourenberichte in der ÖAZ, 1896 – 1901

Quellen

→ ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 26, 1973), S. 22