Tamischbachturm-Lawine

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Die tödliche Tamischbachturm-Lawine ergoss sich 1924 vom Tamischbachturm bei Hieflau ins Tal.

Hergang

Kurz vor dem Ausgang der Gesäuseschlucht, wenige Meter vor dem Hieflauer Bahnhof, waren Straße und Gesäusebahn immer wieder von einer mächtigen Lawinen bedroht, welche sich aus den Karen östlich des Tamischbachturms in das enge Ennstal herabwälzten.

Am 8. Februar 1924 raste die Tamischbachturm-Lawine um 10:15 Uhr vormittags durch das Kalktal über Enns und Bahndamm der Kronprinz-Rudolf-Bahn, auf dem gerade eine Verschub-Garnitur mit 13 Kohlewaggons unterwegs war und ein Holzschlitten am Fahrweg oberhalb der Bahntasse. Sowohl der Zug, als auch der Schlitten wurden durch die etwa 360 m breite und 14 m hohe Lawine verschüttet. Vier Bahnbedienstete, zwei Fuhrleute und zwei Pferde kamen zu Tode.

Der Lawinenkegel lag etwa 25 Meter hoch über der Enns. Nach Stunden drang Rauch aus dem Schnee, die Einsatzmannschaften gruben tief hinab und fanden vier Eisenbahner in der Lokomotive und in der Garnitur – erstickt und verbrüht. Die beiden Fuhrleute wurden erst Tage später tot aufgefunden. Mit Hilfe des Militärs, Eisenbahnern und freiwilligen Helfern konnten nach wochenlanger, extrem aufwändiger Arbeit die Schneemassen an den Fahrstrecken beseitigt und der Zug und die Toten geborgen werden. Doch auch bei den Aufräumarbeiten war ein Toter zu beklagen.

Man kann nur durch einen massiven Beton-Stahlkäfig, eine so genannte „Einhausung“, die Verkehrswege vor ihr schützen. Der Auto- und der Bahnverkehr führt dort sicher durch den tunnelartigen Käfig.

Quellen

Das Beiheft als PDF