Schwartlinganschneider

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Schwartlinganschneider sind aus Altirdning im Ennstal überliefert.

Geschichte

Gertrud Berger aus Altirdning schildert im Buch So war's der Brauch (Seite 72) davon. Kurz vor Weihnachten hatte man in der Familie Kletzenbrot gebacken. Am Vortag des Backen wurde der Backtrog mit dem Mehl in die Küche gestellt, damit sich das Mehl erwärmen konnte und es wurde das Sauerteig-Dampfl angerührt. Der nächste Tag sehr früh, um den Teig zu kneten. Er wurde "gewircht" wie man bei den Bergers sagte. Dann wurde er zwei Stunden gehen gelassen.

Im Anschluss an die Ruhezeit erhielt jede Sennerin und Dirn ein Stück vom Teig. Dieses konnten sie selbst weiterverarbeiten und entwickelten dabei den Ehrgeiz, ein besonders gutes Stück Kletzenbrot zu machen.

Denn am Stefanitag sind die Schwartlinganschneider gekommen. So nannte man die Verehrer der jungen Frauen und für die wollten sie natürlich das beste Kletzenbrot haben! Die Schwartlinganschneider bekamen aber nur den Anschnitt, das Scherzl und steckten dafür ein Geldstück in den Laib. Für Heiterkeit sorgte aber, wenn sie den Drahtring oder den Kienspan erwischt hatten, den die Knechte heimlich hineingedrückt hatten.

Die Begehrlichkeit des Dirndls drückte sich in der Anzahl der Schwartlinganschneider aus.

Quelle

  • So war's der Brauch, Seite 72