Schragl

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Die Familie Schragl war eine alteingessene Hammerherrenfamilie in der Gemeinde Kalwang.

Familiengeschichte

Ein Peter Schragl ist erstmals unter den Besitzern von Hammerwerken 1539 erwähnt und 1577 der Stellerhube in Kalwang. Die Familie Schragl taucht in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Kalwang als Hammerherren auf. Schon 1469 findet sich der Name Schragl als Knappen im Teichener Kupferbergbau. Dass diese Familie schon sehr lange im Raum Kalwang sesshaft war, lässt sich auch durch das gleichzeitige Auftreten mehrerer Familien dieses Namens in verschiedenen Lebensstellungen vermuten. Jener Schragl, der 1573 als Bürger und Kupferschmied zu Waidhofen a. d. Ybbs (. genannt wird, dürfte wohl auch aus Kalwang gestammt haben. Die Familie dürfte jedoch in der Zeit der Gegenreformation von Waidhofen ausgewandert sein, da sich später dieser Name im Raum Waidhofen nicht mehr nachweisen lässt. Ein Martin Schragl erwarb dann 1643 mit einer Taxe von acht Talern das Bürgerrecht in Steyr, heiratete eine Tochter des Obervorgehers Hans von Weißenberg und trat in Dienste der Innerberger Hauptgewerkschaft.

Gesichert ist das Geschlecht der Schragl mit Matthias Schragl. Er war Hammergewerke in Kalwang. Er hatte am 24. Oktober 1650 von Johann Döz, bayrisch kurfürstlicher Rat und Regiments-Sekretär in Landshut, einen Wappenbrief erlangte. Er war fünf Mal verheiratet und starb am 18. Juli 1668 in Kalwang.

Die Schragl wurden rasch zu einem der bedeutendsten Geschlechter des Eisenadels. Neben Pochwerken im Liesingtal und in der Stegmühle besaßen sie auch Hämmer in Pöls, Möderbruck und Kapfenberg.

Nachfolger von Matthias war Hans Schragl († 1682), 1655 als Hammergewerke in Kalwang genannt. Im Stammbaum scheint er zwar als Sohn des Matthias auf, dürfte jedoch dessen Bruder gewesen sein. Hans heirate am 10. Februar 1653 Maria Rosina Berger aus Admont und ein zweites Mal am 16. Juni 1671 Margarethe Prunner. Mit Urkunde vom 26. April 1628 verkaufte ein Hans Schragl dem Martin Gaugus in Kalwang sein Anrecht auf das Haslachgut in Kalwang. Mathias Schragl erhielt mit Urkunde vom 27. November 1646 die Ainichhube in der Göß ob Trofaiach verliehen.

Der Sohn von Hans Schragl, Peter Christof Schragl (* 29. April 1663 in Kalwang) war Hammergewerke in Stegmühl. In einem Kaufbrief vom 27. November 1683 bestätigte Breuner von Mautern "...dass ich dem Peter Christofen Schrägl Hammermeister in Stegmühl und all desselben Erben, am Zern-Hammer in der Teichen, mit zwei Feuern unter ainem Tach sambt den dazu gehörigen Khollparn und Hammerhaißl, mit all anderen Recht- und Gerechtigkeiten, wie es von alters herkhomben, und ingehalten worden, sonst zu welches alles Er Schägl nach Absterben Weillant Hannßen Schrägl, als dessen gewesten eheleiblichen Vattern ... an sich genomben ... hiemit kraft dieses Briefes zu ordentlichen Khaufrecht verliehen und bestätigt will haben."

Von seinem Schwiegervater Ludwig von Springenfels erwarb Peter Christof Schragl 1690 das Radwerk Nr. 5 in Vordernberg. Das war der Beginn der Familie Schragl im Kreis der Vordernberger Radmeister, dem die Familie dann durch eineinhalb Jahrhunderte angehörte. Mit seiner ersten Frau Margaretha Constanze von Springenfels († 6. Juni 1720) hatte er drei Kinder: Franz Josef, Maria Theresia und Maria Constanze. Seine zweite Frau, Maria Anna Zeigler aus Sankt Veit an der Glan, starb 1743 kinderlos. Peter Christof Schragl war schon 1733 verstorben.

Aus einer urbarialen Aufzeichnung im Jahr 1686 geht hervor, dass Margaretha von Springenfels, verwitwete Schragl, in einem Umschreibungsbuch Grundstücke in Kammern auf ihren Sohn Hans Adam Schragl umschreiben lies. In der Stammtafel der Familie von Schragl nach Anton von Pantz scheint jedoch kein Sohn Hans Adam der Margaretha von Springenfeld auf. Es ist ein Umschreibungsgesuch der Margaretha von Springenfels erhalten über 4 Pfund 7 Schillinge 14 Pfennig, bestehend aus einem Haus in Kalwang mit 2 Pfund 7 Schilling 8 Pfennig, einem Grundstück in Kammern mit 1 Schilling 6 Pfennige und drei Tagwerken, an der Leiten mit 7 Schilling, von Hans Schragl auf ihren Sohn Hanns Adam Schragl im Jahre 1686; gleichfalls eine Umschreibung von 6 Schilling 16 Pfennig, bestehend aus dem Hübl am Stadlsberg mit der halben Hochalm mit 16 Pfennig und einem Haus und einer Schmiede in Kalwang mit 6 Schilling, von Hans Schragl auf seinen Sohn Peter Christof Schragl im Jahre 1686. Im Jahre 1712 erfolgte die Umschreibung dieser 6 Schilling 16 Pfund auf Christof Andree von Springenfels, Hammermeister in Kalwang; ebenso wurden die obigen 3 Pfund 7 Schilling 14 Pfennig im Jahre 1717 auf Christof Andree von Springenfels umgeschrieben. Im Jahre 1747 erfolgte dann die Umschreibung der vorstehenden Gülten[1] mit insgesamt 4 Pfund 6 Schilling auf Franz Anthoni Hackh, Hammerherr in Kalwang und seine Frau Maria Theresia, geb. Springenfels. Am 12. Jänner 1750 erfolgte die Einlage über das mit 4 Pfund 6 Schilling beansagte Freigut (Raffelherberge) mit einer Schmiede in Kalwang durch Franz Anthoni Hackh, Hammergewerke in Kalwang.

Das Geschlecht der Schragl teilte sich mit Hans Josef (* 1654) und Peter Christof (* 1663; † 1733), den Söhnen des 1682 in Kalwang verstorbenen Hans Schragl in zwei Stämme.

Der jüngere, mit Peter Christof, gegründete Stamm teilte sich mit seinen Enkeln Karl Thaddäus († 21. Oktober 1748 in Vordernberg) und Franz Cajetan in weitere zwei Linien. Die letztere besaß Hammerwerke bei Kapfenberg (Erlachhammer) und erlosch vor der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die ältere Linie des Karl Thaddäus, der von seinem Großvater das Radwerk Nr. 5 in Vordernberg übernommen hatte, teilte sich durch seine Söhne Johann Joachim († 1744), Johann Karl (* 1735) und Ignaz Christof (* 1744) wiederum in drei Zweige, von welchen der älteste sich dem Eisenwesen entfremdete. Johann Joachim erlangte als landesfürstlicher Rat in Krain 1777 den Adel. Seine Nachkommen verschwanden Mitte des 20. Jahrhunderts.

Die Hammerwerke in Kalwang übernahm Johann Karl, an dessen Nachkommen nach dem Tode seines kinderlos gebliebenen Bruders , Franz Sales († 1791) und seiner Witwe Eva Rosina, geb. Ledermayer von Maynfeld († 1809), das Radwerk Nr. 5 in Vordernberg fiel.

Der Sohn Johann Karls, Carl Maria (* 1769; † 1816 in Graz), war Hammergewerke in Kalwang. Er heiratete Kunigunde Blumauer. Joachim Schragl (* 1803; † 8. August 1888 in Graz), ein Sohn Carl Marias, scheint noch 1840 als Oberschützenmeister der Kalwanger Schützengesellschaft auf. 1843 verkauften seine Kinder das Vordernberger Radwerk Nr. 5 am Plotsch an Erzherzog Johann. 1844 verkaufte er selbst seinen ganzen Besitz in Kalwang, zu dem auch das Hammerwerk Kaiserau in der Teichen gehörte, an das Benediktinerstift Admont. Damit trennte sich dieser Zweig der Schragl vom Eisenwesen, der mehrhundertjährige Besitz ging in fremde Hände über. Bereits nach zwei Jahren (1846) musste das Stift Admont den Betrieb in den Hämmern wegen Mangel an Holzkohle und des hohen Preises derselben einstellen. Es verkaufte den eben erst erworbenen Besitz samt den alten stiftischen Hämmern in Stegmühl und Kalwang an die Vordernberger Radmeister-Kommunität.

1802 findet man noch auf der Primschhube einen Martin Schragl. Ein Matthäus Schragl († 1734), Radwerksbeamter in Vordernberg, hinterließ zwei Töchter: Maria ∞ Franz Anton von Scheuchenstuel, Kastner in Weißenbach an der Enns, die zweite Tochter ∞ Martin Ehrenreich Walzl, Arzt in Rottenmann.

Unter den in Vordernberg vorhandenen Inventaren befindet sich auch jenes, das nach dem Ableben des Radmeisters Karl Thaddäus Schragl aufgenommen wurde. Karl Thaddäus war Hammergewerke in der Kaiserau bei Kalwang und Radmeister in Vordernberg. Er heiratet am 28. Jänner 1734 in Kalwang Anna Christina Thinn, die nach dem Tode ihres Mannes, 1751 Johann Paul von Weissenberg zu Treuenburg und Spatenbau heiratete.

Das oben erwähnte, nach dem Ableben des Karl Thaddäus Schragl aufgenommene Inventar"... gewährt einen tiefen Einblick in das behagliche und wohlbestellte Hauswesen eines vermögenden Gewerken jener Zeit. Karl Thaddäus Schragl besaß in Vordernberg ein Wohnhaus, mit 1.000 fl. bewertet, zwei Häuser (600 und 366 fl.) und Grundstücke im Werte von 3.227 fl. Das Vordernberger Radwerk Nr. 5 wurde auf 1.000 fl., das Radwerksinventar auf 600 fl., dir fünf Erzrechte auf 2.567 fl., Holz- und Kohlarbeiten auf 1.090 fl. geschätzt. Das Hammerwerk in der Kaiserau bei Kalwang ist mit 2.214 fl., ein Weingarten in Silberberg mit 2.100 fl., zwei Huben unter dem Koster Göß sind mit 3.545 fl., Wälder und Almen mit 10.172 fl. bewertet."

Erhebung in den Ritterstand

Johann Karl Schragl, Leutnant a. D. und Hammergewerke in Kalwang und sein Bruder Franz Sales, Radgewerke in Vordernberg, wurden am 20. August 1791 in den österreichischen Ritterstand mit dem Ehrenworte Edler von erhoben.

Das Wappen der Familie Schragl

es stellt einen geviertes Schild dar, 1 und 4 in Gold ein schwarzer einköpfiger Adler mit ausgebreiteten Flügeln, 2 und 3 in Rot ein springender silbener, golden gekrönter Löwe mit einem Buschen Stabeisen in den Vorderpranken. Geschlossener gekrönter Helm mit rechts schwarz-gelben, links rot-weißen Decken.

Quelle

Einzelnachweise

  1. Pfandrecht, siehe wikipedia Gült (Pfand)