Schloss Grafenegg

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Das Schloss um 1830
Georg Matthäus Vischer: Topographia Ducatus Stiria Grafenegg bei Liezen

Schloss Grafenegg war ursprünglich ein Bauerngut in Liezen, das Bauerngut "Graff in der ayöd".

Geschichte

Ende des 16. Jahrhunderts baute Georg Mayer von Gravenegg, Landpfleger auf Wolkenstein das Bauerngut in das Schloss um.

1636 kam das Schloss dann in den Besitz des Benediktinerstiftes Admont. Es sollte jedoch noch weitere Besitzerwechsel. Die Witwe von Nikolaus Dumba stiftet Anfang des 20. Jahrhunderts im Schloss ein "Gouvernanteninstitut". Es wurde als "modern und zweckmäßig eingerichtet" bezeichnet und von Klosterschwestern geführt. Besorgnis beim Gemeinderat erregte die Einrichtung eines ein Heimes für lungenkranke Kinder von Frau Dumba. Die Mitglieder des Gemeinderats hatten Angst um die Gesundheit der Ortsbewohner. Er schrieb Frau Dumba scharfe Vorsichtsmaßnahmen vor, um eine Ansteckungsgefahr für die Bevölkerung zu vermeiden.

Um einer Unterschutzstellung nach dem Denkmalschutzgesetz zuvorzukommen wurde das schon teilweise verfallene Schloss am 17. April 1982 von den Besitzern abgerissen.

Liste der Eigentümer

1585: Georg Mayer (Mayr) von Gravenegg (Grafenegg)
Gallus Brenner (Verweser von Aussee) und Maria Brenner, geborene Grueber: sie kauften 1612 von den Erben des Ehepaares Mayr den „Edelmanssüz Gravenegg“ um 8.000 fl und 100 Taler
Benediktinerstift Admont erwarb 1622[1] den Besitz von der Witwe und dem Sohn des Gallus Brenner um 26.000 fl. Das Stift Admont übergab das Gut am 2. April 1622 dem swiki:Pfleger von Strechau, Wencislaus Stanislaus von Hiernegg, behielt aber die Grund- und Burgfriedsrechte.
Hans Ehrenreich von Tschurtschenthal (Zurtschental - Tschurtschenthaler) erhielt dann 1672 Grafenegg in seinen vollen Besitz, nach seinem Tod ging es in den Besitz seiner Frau
Catarina Margarete, geborene von Stainach, diese beerbte den Sohn
Hans Lazaro Zurtschental (Tschurtschenthal); Hans Lazaro Zurtschental dürfte das südlich befindliche Brauhaus (heute Gasthof Schachner) erbaut haben.
Anna Maria Viktoria von Reinspach, sie war die Schwester des Hans Lazaro Zurtschental, scheint 1746 als Besitzerin auf.
1750: Johann Jakob Ziegler, kauft das Schloß samt dem dazugehörigen Brauhaus
1766: Baltasar Bernkopf, der das Schloss erwibt durch Kauf von seinem Schwiegervater J.J. Ziegler
1789: Benedikt Bernkopf
Franz Bernkopf: Einantwortung[2] vom 28. Juli 1820
Maria Bernkopf: Einantwortungs-Urkunde vom 23. Juli 1849
Franz Bernkopf: Kaufvertrag vom 7. Juni 1852
Heinrich Mayer und Mj. Anna Burgleitner: Kaufvertrag vom 11. Mai 1858
Karl Perl: Kaufvertrag vom 2. Juni 1870
Sparkasse der Stadt Rottenmann mit gerichtlicher Urkunde vom 17. August 1883
Josef Haas jun.: Kaufvertrag vom 10. April 1884
Josef Hottowetz: Kaufvertrag vom 27. Oktober 1888
Sofie von Ivannovics geb. Manno und Pelagin Manno: Kaufvertrag vom 16. und 19. Oktober 1895
Pelagin Manno: Kaufvertrag vom 5. Juli 1902
Verein zur Förderung der Volksgesundheit in Steiermark: Notariatsakt vom 23. Juni 1917
Christlich-Deutscher Elternverein „Frohe Kindheit“ für Steiermark: Abtretungsurkunde vom 21. März 1930
N.S. Volkswohlfahrt e. V. Berlin: Bescheid des Stillhaltekommissars für Vereine, Organisationen und Verbände vom 4. Jänner 1939
NSDAP, Körperschaft öffentlichen Rechts, München, mit Bescheid des Stillhaltekommissars für Vereine, Organisationen und Verbände, Abwicklungsstelle Wien, vom 29. November 1939
Republik Österreich, eingetragen am 15. Juni 1948, Antrag der Finanzprokuratur in Wien vom 9. Juni 1948 auf Grund § 1 Verfassungsgesetz vom 8. Mai 1945
Christlich-Deutscher Elternverein „Frohe Kindheit“ für das Bundesland Steiermark: Rückstellungsbescheid der Finanzlandesdirektion in Graz vom 23. April 1948, eingetragen am 12. April 1949
Hermann und Josefine Derndler: Kaufvertrag vom 20. Mai 1954, eingetragen am 5. Jänner 1956
Josefine Derndler: auf Grund des Ehepakten-Aufhebungsvertrages vom 5. Juli 1980, eingetragen am 18. August 1983

Abbruch aufgrund drohender unter Schutz Stellung durch das Denkmalamt.

Ereignisse

Durch einen Brand am 3. März 1980 wurden Teile des Schlosses vernichtet. Daraufhin wurde von der Gemeinde ein Betretungsverbot des Gebäudes verhängt.

Stellung unter Denkmalschutz

Wegen des schlechten baulichen Zustands des Schlosses hatten die Eigentümer des Schlosses, Hermann und Josefine Derndler, am 2. März 1982 um die Erteilung der Abbruchgenehmigung angesucht. Doch das Bundesdenkmalamt teilte mit Erlass vom 15. März 1982 mit, es beabsichtige, das Schloss Grafenegg wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen und kulturellen Bedeutung unter Denkmalschutz zu stellen. Die Unterschutzstellung hätte zur Folge gehabt, dass ein Abbruch des Objektes sowie jede Veränderung einer Bewilligung des Bundesdenkmalamtes bedurft hätte. Dem kamen die Eigentümer zuvor, indem sie das Schloss ohne Abbruchgenehmigung am 17. April 1982 abtrugen.

Quellen

  • www.liezen.at sowie dortige Quelle:
  • Mitteregger, Gerwald: "Glück und Ende von Grafenegg im Ennstal" in "Liezen im Zeitwandel", Folge 39, Beilage zu den Stadtnachrichten der Stadtgemeinde Liezen, 173. Folge, September 2010
  • Steiermärkisches Landesarchiv, Buch "900 Jahre Liezen 1074 - 1974"
  • Zeitung "Neue Zeit" vom 28. Mai 1982

Einzelnachweisn

  1. selbe Quelle spricht auf anderer Quellenseite von 1636
  2. Anerkennung des Erbes