Sage vom Rohrmooser Schlössl

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Die Sage vom Rohrmooser Schlössl findet sich im von Josef Steiner verfasster Wanderführer „Ennsthaler Wanderungen" durch das obere Ennstal aus dem Jahre 1902.

Allgemeines

Bei der Beschreibung Schladmings wird man auch an eine Sage erinnert, die mit dem Rohrmooser Schlössl in Zusammenhang gebracht wird, aber auch Vermutungen aufkommen lässt, dass der in der Sage erwähnte „Gschlößlbauer" auch ein Sympatisant der von Pfarrer Clöter gegründeten „Endzeit-Sekte" gewesen sein könnte. Es wäre damit wie bei vielen Sagen ein kleiner Wahrheitsgehalt gegeben. Josef Steiner berichtet über die Sage:

Der volkskundige Ennsburg wird Meyerhofer erzählte mir über den Gschlößlbauer folgende Sage. Eine der wilden Frauen erschien dem Gschlößlbauer all sonntäglich um mit ihm zu plaudern, sei es von den Schätzen der Berge oder vom gleißenden Golde. Eines schönen Sommertages, nachdem sie ihn früher davon verständigt hatte, kam sie als Schlange mit einem Schlüssel im Rachen, den Schlüssel zu den reichen unterirdischen Schätzen im Säusenstein. Jedoch der zaghafte Gschlößlbauer traute sich nicht der Schlange zu nähern und sie verschwand in dem noch heute sichtbaren Loch unter dem Turm. Der sonst so fleißige Gschlößlbauer legte die Hände in den Schoß und wartete von Woche zu Woche auf das Wiedererscheinen der wilden Frau. Sie kam nicht wieder. Aus Verdruß darüber und um dem Gespött der Leute zu entgehen verkaufte er das schöne Anwesen und reiste mit dem Erlös nach Kaukasien. Sein weiteres Schicksal ist leider·unbekannt."

Das oben erwähnte „heute noch sichtbare Loch unter dem Turm" ist wirklich bis in die neuere Zeit vorhanden gewesen und führte in seinem weiteren Verlauf zu einer Abzweigung einerseits in Richtung Talbach und andererseits nach Westen, wo vor Jahren durch Erdbewegungsarbeiten der weitere Verlauf eines unterirdischen Ganges freigelegt wurde. Damit könnte man den Gang in Zusammenhang bringen, von dem der Volksmund zuberichten weiß, dass es einst zwischen dem Rohrmooser Schlössl und der Katzenburg auf der Ramsauleiten einen unterirdischen Gang gegeben haben soll. Diese Meinung ist aber unwahrscheinlich, da diese lange Strecke für einen unterirdischen Gang für die damalige Zeit ohne technische Schutzmaßnahmen doch zu weit wäre. Vielleicht gab es bei dieser legendären Verbindung zwischen Schlössl und Katzenburg mehrere versteckte Aus- und Eingänge?

In diesem Zusammenhang kann darauf hingewiesen werden, dass im Bereich der Stadt Schladming im Laufe der vergangenen Jahre mehrere konkrete Anhaltspunkte gefunden wurden, die Hinweise erbrachten, dass besonders unter der nördlichen Häuserzeile des Hauptplatzes mehrere untereinander verbundene Räume bzw. Gänge existiert haben.

Bedenken der Hausbesitzer, dass archäologische Untersuchungen zur zeitweiligen Behinderung in der Benützung der Objekte führen könnten, machten bisher Nachforschungen in dieser Richtung nicht möglich. Für die Geschichte der Stadt Schladming würden aber derartige fachkundige Untersuchungen mit aller Wahrscheinlichkeit bedeutungsvolle Ergebnisse bringen.

Quelle