Peter Tunner

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Peter Tunner im Jahr 1848

Peter Ritter von Tunner zu Turrach (* 10. Mai 1809 in Deutschfeistritz; † 8. Juni 1897 in Leoben) war ein steirischer Bergbaupionier, der sich vor allem um das Eisenhüttenwesen verdient gemacht hat. Er war der erste Professor an der 1840 eröffneten Steiermärkisch-ständischen Berg- und hüttenmännischen Lehranstalt (Montan Lehranstalt - später Montanuniversität Leoben) in Vordernberg. Seine Forschungen und Lehrfahrten machten ihn zum unentbehrlichen Fachmann der Berg- und Hüttenbetriebe im Bezirk Liezen.

Lebenslauf

Peter Tunners Vorfahren stammten aus Neuhaus am Grimming. Im Jahr 1864 wurde er geadelt und zu Peter Ritter von Tunner zu Turrach ernannt.

Seine Jugend verbrachte er in Turrach, wo sein Vater das Fürst Schwarzenbergische Hochofenwerk leitete. Hier entwickelte Peter Tunner sein Interesse am Berg- und Hüttenwesen. Er absolvierte das Wiener Polytechnische Institut und arbeitete in jungen Jahren im Hammerwerk in Katsch bei Murau, das ebenfalls im Besitz der Schwarzenbergischen Hammerwerke war. 1835 erhielt er die Berufung nach Vordernberg, wo die Steiermärkisch ständische Berg- und hüttenmännische Lehranstalt eröffnet werden sollte. Bis zum Lehrbeginn nutzte er die Zeit für Weiterbildung und machte mehrere Studienreisen und Zusatzausbildungen. 1840 startete er schließlich als erster Professor in der neuen Lehranstalt in Vordernberg, wo er bis 1849 hervorragende Lehrtätigkeit ausführte. Danach übersiedelte die Lehranstalt nach Leoben und Tunner unterrichtete dort weiter. Im Studienjahr 1865/66 zog er sich aus der Lehrtätigkeit zurück und wurde zum Direktor der Bergakademie. Außerdem begann er eine politische Karriere im Steiermärkischen Landtag. 1874 zog er sich in den Ruhestand zurück, blieb jedoch in Leoben bis 1880 Direktor der Landschaftlichen Berg- und Hüttenschule und bis 1893 Obmann im Kuratorium der Schule

Leistungen

Im Zuge seiner Lehrtätigkeit fuhr Peter Tunner jeweils am Ende des Studienjahres vor den Sommerferien mit seinen Studierenden auf Lehrfahrten. Diese führten sie häufig in den Bezirk Liezen. Er fasste im Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann seine Erkenntnisse und Erfahrungen zusammen und bildete damit die Grundlage für viele Berg- und Hüttenbetriebe. So lieferte er bereits in den Anfangsjahren des Jahrbuches beispielsweise eine Handskizze zum Bergbaugebiet Zinkwand und rege Fachdiskussionen zum gesamten Bergbau in der Region Schladming. Auch sein Interesse an den Torfstichen im Ennstal wurde geweckt. Bei seiner "Bergexkursion 1843" bereiste er mit den Studierenden den Sideritbergbau am Blahberg, jenen am Salberg, die Kobalt-, Nickel-, und Fahlerz-Bergbaue in der Region Schladming, den Bergbau in der Walchen, die Wörschacher Schwefelquellen und die Torfstechereien im Wörschacher Moor und in Liezen.

Im Jahr 1844 veranstaltete er eine "Hüttenbereisung". Dabei besuchte er einige Hammerwerke im Ennstal und abermals den Bergbau im Walchental, diesmal samt Verhüttung und Köhlerei.

Seinen jährlichen Exkursionen führten ihn immer wieder in den Bezirk Liezen und seine Forschungstätigkeiten hatten für die hiesigen Betriebe immense Bedeutung. Ab den 1850er Jahren wurden die Erkenntnisse der Lehrfahrten nur mehr eingeschränkt publiziert.

Quellen

  • Köstler, H. P.: Peter Ritter von Tunner 1809 - 1897. Ein eisenhüttenmännisches Lebensbild. in: 150 Jahre Montanuniversität Leoben 1840 - 1990, S 761 - 772, Graz, Hrsg. F. Sturm, 1990
  • Ein Jahrbuch für den innerösterreichischen Berg- und Hüttenmann, I bis VI, Graz
  • Köstler, H. J.: Das Berg- und Hüttenwesen im Bezirk Liezen und die Vordernberger Montan-Lehranstalt (1841 - 1846). in: Da schau her, 18. Jg., 2/1997, S 2 - 6, Trautenfels, Verein Schloss Trautenfels, 1997