Oberostalpin

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Das Oberostalpin macht, im Vergleich zum Unterostalpin, in Summe bei weitem die Hauptmasse der ostalpinen Einheiten aus. So ist es auch im Bezirk Liezen.

Gliederung

Das Oberostalpin wird vom Liegenden ins Hangende in folgende Deckensysteme untergliedert:

Die Gesteinseinheiten des Silvretta-Seckau, Koralpen-Wölz (Hochdruck-), Ötztal-Bundschuh und Drauzug-Gurktal Deckensystems, hatten ihren Ursprung lange vor der alpidischen Orogenese. Sie sind metamorphe paläozoische Sedimente bzw. altkristalline Gesteine, die vermutlich bereits von einer früheren Orogenese, der variszischen Orogenese, überprägt wurden.

Die Grauwackenzone und die Nördlichen Kalkalpen sind hingegen jüngeren Ursprungs (Perm bis Paläogen) und erfuhren ausschließlich die alpidische Orogenese.

Bedeutung für den Bezirk Liezen

Sowohl das Kristallin des steirischen Anteils der Niederen Tauern, als auch die Grauwackenzone und die Nördlichen Kalkalpen sind Teil des Oberostalpins. Die Gesteinseinheiten der Schladminger- und Rottenmanner Tauern gehören demnach zum Silvretta-Seckau Deckensystem. Die Gesteinsheinheiten der Wölzer Tauern hingegen werden dem Koralpen-Wölz (Hochdruck-)Deckensystem zugeordnet.

Quelle

  • Schmid, et al. (2004). Tectonic map and overall architecture of the Alpine orogen. Basel: Eclogae geol. Helv., 97:93-117