Moore im Bezirk Liezen

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Der Bezirk Liezen hat mit 73 Mooren, Sümpfen und Quellfluren die mit Abstand größte Zahl dieser Biotoptypen in der Steiermark[1].

Geschichte

Kindinger[2] hatte sich Mitte des 19. Jahrhunderts für die Torfmoore des Ennstales wegen ihrer günstigen Lage in der Nähe der „reichen Erzlagerstätte von Eisenerz" interessiert und berichtete „Von dem Stifte Admont bis Steinach, in einer Längenstrecke von 6 Meilen, hat die Natur an verschiedenen Punkten große Torflager gebildet, deren Area namentlich in nachfolgender Reihe anzuführen ich mir erlaube.

Östlich vom Stifte Admont liegt das Krumauer Moor mit Joch 62, Qdtklftr. 1579
Westlich das Kodner Moor mit Joch 18 Qdtklftr. 656
das Hochfeld Moor mit Joch 46 Qdtklftr. 880
das Frauenberger Moor mit Joch 72 Qdtklftr. 1558
das Aigner Moor mit Joch 83 Qdtklftr. 437
das Buchschachner oder Reitthaler Moor mit Joch 118 Qdtklftr. 850
das Gampner oder Lietzner Moor mit Joch 252 Qdtklftr. 800
endlich das Wörschacher Moor mit Joch 101 Qdtklftr. 589

Erstere 5 Moore sind Eigenthum des Benediktiner-Stiftes Admont, letztere zwei sind in Händen von Privaten, wovon Pesendorfer's Erben mit dem größten Antheil betheiligt, schon seit einer Reihe von Jahren den Torf mit gutem Vortheil zu ihrer Blechfabrikation benützen". 1858 wurden unter der Anleitung Kindingers 1 700 000 Torfziegeln gestochen, die jedoch erst 1859 verhüttet wurden, da sich mit dem „Alter des gestochenen Torfes auch der Effect" steigern soll.

Am 1. November 1901 wurde in Wien an der Landwirtschaftlich-chemischen Versuchsstation eine „Abteilung für Moorkultur und Torfverwertung" gegründet. Ihre erste Aufgabe bestand in der Anlage eines Moorkatasters. Mit Erlass vom 7. Dezember 1903 wurde diese Abteilung mit den moorstatistischen Erhebungen in der Steiermark betraut. Noch im selben Jahr begann V. Zailer mit der „systematischen Erforschung der ausgedehnten Ennsmoore", worüber er 1910 seine weit über den Rahmen der moorstatistischen Erhebung hinausgehende Arbeit über „Die Entstehungsgeschichte der Moore im Flußgebiete der Enns" erschien.

Mit Erlass vom k.k. Ackerbauministerium vom 22. April 1904 folgte die Errichtung einer Moorwirtschaft Admont, aus der später die Meteorologische Beobachtungsstation in Gumpenstein hervorging.

Moore im Ennstal

Die Talmoore im Ennstal gehören zu den wichtigsten Moorgebieten der Steiermark. 1954 werden die Talmoore im Paltental, die Moränenmoore in der Mitterndorfer Senke, die Moränenmoore in der Ramsau und bei Schladming und die Moränenmoore bei Mariazell gemeinsam mit den Talmooren im Ennstal als die bedeutendsten Moore des Bundeslandes genannt.

Aus dem im Jahr 1965 erstellten Moorkataster der Landwirtschaftlich-chemischen Bundesversuchsanstalt Wien sind folgende interessante Zahlen zu entnehmen, die die überragende Anzahl, Ausdehnung und Bedeutung der Moore im Bezirk Liezen im Vergleich zu den anderen Bezirken deutlich erkennen lässt (BH = Bezirkshauptmannschaft, NM = Niedermoor, HM = Hochmoor):

  • BH Bruck an der Mur: 3 NM mit 13,79 ha, 6 HM mit 29,46 ha, gesamt 43,25 ha Moorfläche
  • BH Deutschlandsberg: Keine NM, 2 HM mit insgesamt 27 ha Moorfläche
  • BH Liezen: 15 NM mit 987,50 ha, 23 HM mit 1.030,40 ha, gesamt 2.017,65 ha Moorfläche
  • BH Leoben: Kein NM, 1 HM mit 5 ha
  • BH Mürzzuschlag: 1 NM mit 4,5 ha, 10 HM mit 57,16 ha, gesamt 61,66 ha Moorfläche
  • BH Murau: 8 NM mit 96,0 ha, 4 HM mit 51,50 ha, gesamt 147,50 ha Moorfläche

Hochmoore im Ennstal

Weitere Moore im Ennstal

Moorseen

Quellen und Fußnoten

  1. Moorschutztagung 2011 in der Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein am 27. September 2011 in: Moore in der fachlichen Praxis der steirischen Naturschutz-Verwaltung
  2. Vorname nicht bekannt
  • Wolkinger, Franz: Die Moorforschung in der Steiermark, © Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark, download unter PDF