Martha Wölger

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Martha Wölger, die Heimat- und Mundartdichterin
das Wohnhaus in Hall

Martha Wölger, geborene Goldgruber, (* 4. August 1920 im Freingraben bei Mariazell; † 27. Mai[1] 1992 in Hall) war eine tief religiöse steirische Mundart- und Heimatdichterin.

Leben

Martha Wölger wuchs in dem spärlich besiedelten Gebirgstal Freingraben der Gemeinde Halltal im Bezirk Bruck an der Mur als Tochter eines Holzfällers und einer Nebenerwerbslandwirtschafterin in bescheidenen Verhältnissen auf und erfuhr bereits in frühen Jahren die Liebe zur Natur. Im Schulalter verzog Martha Wölger mit ihrer Familie in die kleine Ortschaft Rasing unweit von Mariazell. In dieser Lebensphase festigte sie durch die Gläubigkeit ihrer Eltern und den Wallfahrten in das nahe gelegene Mariazell ihren eigenen religiösen Glauben, der sie das ganze Leben begleitete. Nach der Pflichtschule arbeitete Martha Wölger in einer Bäckerei. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie in der Steiermark zur Rotkreuz-Schwester ausgebildet und kam dann folglich in der Steiermark, Berlin und in Hamburg in Lazaretten[2] als Krankenschwester zum Einsatz. Vom Leid des Krieges und Auswirkungen gekennzeichnet und erkrankt flüchtete sie nach dem Kriegsende auf spektakuläre Art mit einem Fahrrad von Berlin in die Steiermark.

In ihrer Heimat arbeitete sie dann im Grazer Grabenlazarett wieder als Krankenschwester. Dabei lernte sie ihren späteren Ehemann und kriegsversehrten Gärtnermeister Otto Wölger kennen. Sie lebte mit ihrem Mann in der Gemeinde Radmer, danach in der Marktgemeinde Haus im Ennstal, bis sie schlussendlich in die Gemeinde Hall zogen, wo sie am Sonnberg in Abgeschiedenheit ein Holzhaus bewohnten. Im Juni 1992 verstarb Martha Wölger durch Herzversagen. Sie gebar in ihrer Ehe fünf Kinder.

Schreibbiografie

Martha Wölger betätigte sich bereits als junges Mädchen während der Hauptschulzeit als poetische Schreiberin. Sie schrieb Zeit ihres Lebens an Gedichten, Versen und Heimattexten, wobei ihr Schaffenshoch am Sonnberg in Hall bei Admont begann.

Geschriebene Werke in Mundart und Schriftsprache

Erscheinungsjahr Titel
1955 Dahoam
1957 In da Oanschicht
1957 Der Sohn
1957 Bergnot
1963 Unsere liebe Frau. Ein Marienleben in steirischer Mundart
1964 Obersteirischer Hoamatkalender
1970 Fuchs Rotrock. Der steirische Reineke.
1974 A goldne Bruckn und andere Mundartdichtungen
1975 Steirische Mess
1977 Wir beten wieder Rosenkranz
1978 Wird olls wieder guat. Geschichten ausn Freingrobn.
1978 Derweil noh neamd wos woaß (Verserzählung über das Problem eines ungewollten Kindes)
1984 Va meine Leut. Neue Geschichtn ausn Freingrobn.
1986 Erlebnisse mit Tieren
1990 Rund uman Sunnberg. Neue Geschichtn ausn Freingrobn.

Auszeichnungen und Ehrungen

Martha Wölger erhielt 1959 vom Land Steiermark den Förderungspreis. 1961 wurde im Benediktinerstift Admont eine Dahlien Neuzüchtung auf den Namen Frau Martha Wölger getauft. 1971 erhielt sie den Peter Rosegger-Literaturpreis des Landes Steiermark.

Am 15. September 1973 wurde im Stift Admont eine Fuchsienzüchtung auf den Namen Martha Wölger getauft. 1980 wurde zu Ehren der Dichterin der Martha Wölger Fuchs-Rotrock Brunnen errichtet. Im selben Jahr wurde ihr das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark, die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Hall bei Admont und der Ehrenring der Marktgemeinde Admont verliehen.

In Hall in Admont befindet sich der Rundweg Martha-Wölger-Gedenkweg auf den Sonnberg.

Bilder

  • Martha Wölger – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

Einzelnachweise

  1. ein erster Eintrag sprach von Juni als Sterbemonat, dafür gab es aber keine weiteren Quellen, eine neuerliche Wikikpedia-Abfrage am 27. Mai 2013 ergab dort die Eintragung "27. Mai", was durch eine weitere Quelle www.neuesland.at, abgefragt am 27. Mai 2013, bestätigt wurde; der Eintrag Sterbedatum "1. Dezember" stammte aus dem Ennstaler, der in seiner Ausgabe vom 14. Dezember 2012 berichtete: ... Anlässlich des 20. Todestages der Heimatdichterin Martha Wölger veranstalteten die Haller einen berührenden und packenden Adventbeginn zum Gedächtnis ihrer Ehrenbürgerin. Am Nachmittag des 1. Dezember fand in der Haller Kirche eine Lesung aus dem reichen Schaffen der vielfach geehrten Dichterin statt...
  2. Militärkrankenhäuser

Quellen