Margarete Aigner

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Schulrätin Margarete Aigner (* 3. Juni 1900 in Kammern im Liesingtal, Bezirk Leoben; † 9. Juni 1992) war Lehrerin und Historikerin.

Leben

Ihre Eltern waren Emma Aigner (* 16. April 1862 in Liezen; † 1945 ebenda), geborene Herbst, wohnhaft in Liezen und Franz Aigner (* 6. Jänner 1860 in Liezen; † 1911 in Kammern, Kaufmann. Sie hatte noch zwei Brüder, die Liezener Kaufleute Franz (* 1891) und Fritz Aigner.

Sie besuchte zunächst in Kammern die Volksschule, dann, vom 20. Februar 1912 bis zum Ende des Schuljahres 1912/13 die Volksschule in Liezen. Anschließend besuchte sie die Bürgerschule in Bruck an der Mur.

Ihre Tätigkeit als Lehrerin führte sie in die Ennstal Gemeinden Hall, Liezen, Weißenbach bei Liezen sowie nach Tillmitsch im Bezirk Leibnitz in der Südsteiermark.

Von Hall übersiedelte sie am 1. September 1939 nach Liezen. Am 11. September 1947 verzog sie nach Tillmitsch bei Leibnitz (Südsteiermark), wo sie im Schulhaus wohnte.

Erinnerungen an die letzten Kriegstage

Todesmarsch 1945: von Liezen auf den Pyhrnpass: Die langjährige Oberlehrerin Margarete Aigner erinnerte sich an die letzten Kriegstage. Ihre schriftlichen Aufzeichnungen sind im Landesarchiv verwahrt.

15. April: Vormittags ein Zug Kazettler durch den Ort geführt worden. Diesem Zuge folgte ein Zug von circa 1 000 Juden, ein Bild des Elends. Matt, gebeugt, die Füße mit Fetzen umwickelt, schlichen sie in der Kolonne dahin, Reihe um Reihe. Sie wurden von der ungarischen Grenze dahergeführt und über den Pyhrn nach Oberösterreich. Bei der Ennsbrücke haben sie auf einer Wiese übernachtet. Vor Hunger aßen sie Gras und Schnecken. Ein Hiesiger wollte ihnen ein Brot geben. Er wurde von der Wache mit dem Erschießen bedroht. Einer Frau im Ort, die zufällig mit einer Schüssel Erdäpfelschalen aus einem Haus kam, wollten Juden solche Schalen aus der Schüssel nehmen und sie gierig essen. Der Wächter war sofort da und wies die Frau energisch in das Haus zurück.

Werke

Sie hat in ihrem fünften, sechsten und siebten Lebensjahrzehnt handschriftlich ein siebenbändiges Werk über die Geschichte Liezens verfasst.

Quelle