Kunstprojekt Gloria

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Silwa Sedlak, einer der beiden Künstler, in der Annakapelle
Kunstprojekt Gloria
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Kunstprojekt Gloria

Das Kunstprojekt Gloria, "Gloria - Sport im sakralen Raum" war eine Installation in der Schladminger Annakapelle während der FIS Alpinen Ski WM 2013 in Schladming.

Das Kunstprojekt Gloria

Günther Silwa Sedlak, gebürtiger Schladminger und Günter Jost aus Klagenfurt, Kärnten, haben im Jahr 2006 die Künstlergruppe haptic gegründet. Bei der Entwicklung des Projekts "Gloria" wurden die Kernelemente ihres bisherigen künstlerischen Schaffens - Strategie, Architektur und Kommunikation, in Form eines überzeugenden Gesamtkonzeptes verwirklicht.

Das eigentliche Hauptereignis der FIS Alpinen Ski WM 2013 in Schladming, die Medaillenjagd, wird im Zuge dieses Projekts mit der "erdabgewandten Seite dieser Geschichte" konfrontiert. In dieser, während der FIS Alpinen Ski WM, frei zugänglichen Ausstellung, gelingt ein herausfordernder Spagat zwischen Spitzensport und Sakralem, der Ansatz zu einer Deutung der Themen Mensch und Sein. Die Aspekte Ehre und Ruhm beziehen sich dabei sowohl auf die Ebene Gottes, als auch auf die Ebene des Menschen.

Die vor 2011 vollständig neu renovierte Annakapelle bildete als Ort für diese Installation eine wirksame Entsprechung zu den künstlerischen Inhalten. Sowohl der Vorplatz (Freistatt), als auch der Kapellenraum und der Karner waren in das Konzept der Ausstellung eingebunden.

Die Trinitas, die Dreiheit zwischen Gott, Mensch und Geist findet ihre Entsprechung in den Medaillengewinnern ebenso, wie in Form eines künstlerisch in Szene gesetzten Siegespotestes im Karner. Auch die drei Bildtafeln im Außenbereich symbolisierten diese Dreiheit. Ein überdimensionaler Wächter übernahm als Zeremonienmeister und Schiedsrichter die Kontrolle des Eingangsbereichs.

Ein Parcours in Form eines Slaloms des Lebens im Kapellenraum symbolisierte den Lebensweg des Menschen in seinen gesamtheitlichen Bedingungen und Anforderungen. In der Apsis konfrontiert eine Kopf-Skulptur mit den Aspekten Gott als Mensch und dem Göttlichen im Menschen.

Der aufmerksame Besucher der Ausstellung erfuhr die Einladung zu einem lebensgeschichtlichen, philosophischen und theologischen Diskurs. Die überwältigende Stringenz und Präzision der vorgenommenen Installationen der beiden Künstler eröffnet ein glasklares Profil am Puls der Zeit. Um die gesamte Dimension des Einsatzes eines Menschen im Spitzensport in Erfahrung bringen zu können, tat jeder Besucher der sportlichen Bewerbe dieser Skiweltmeisterschaft gut daran, sich auch mit den Inhalten der Installation „GLORIA“ auseinanderzusetzen.

Installation im Karner

Hauptartikel: Kunstprojekt Gloria - Installation im Karner

Mit der Installation im Karner wurde dem unvergleichlichen Spannungsfeld zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Erfolg und Scheitern, zwischen Sterblichkeit und Unsterblichkeit, zwischen Ruhm und Vergessen, Rechnung getragen.

Das Konzept

1. Der Ausgangspunkt

Das Kunstprojekt GLORIA setzte sich mit den Beziehungen zwischen Sport und dem Sakralen auseinander. Der Ort des Projekts stand sinnbildlich für dieses Spannungsfeld: Ski/Sport, Ort Schladming, Annakapelle. Zentrale Bedeutung hatte der Mensch, der durch dieses Spannungsfeld definiert wird, visualisiert durch den Kopf als Identitätsmetapher.

2. Der Name des Kunstprojekts

Der Titel GLORIA gibt das Grundthema vor (Sport und Sakrales). Ehre/Ruhm bezieht sich dabei auf beide Aspekte, auf den sakralen Begriff des „Gloria in excelsis deo“ (Ehre sei Gott in der Höhe) und den auf den Menschen bezogenen Begriff der Ehre/Ruhm in sportlicher Hinsicht (Hall of fame, Sieger-Ehrung, Berühmtheit).

3. Der Ort

Die Annakapelle als Ort des Kunstprojekts gliederte sich in drei Bereiche, die sowohl baulich als auch inhaltlich in Beziehung zueinander standen:

a) der Außenraum > Die Trinitas b) die Annakapelle > Der Mensch c) der Karner > Die Sieger

a) Die Trinitas

Die Entfaltung der sakralen/menschlichen Identität in ihrer symbolischen Dreiheit (Gott-Mensch-Geist). In sportlicher Hinsicht als trinitarische Siegereinheit der Medaillengewinner. Drei Bild-Tafeln in einem Rahmengerüst als Stahl-Profilen wurden der Kapellenfassade vorgesetzt.

b) Der Mensch

Eine große Kopf-Skulptur in der Apsis thematisierte den theologischen Aspekt des „vere homo“-Gott als Mensch bzw. der göttliche Mensch. Beide Aspekte interagierten symbolisch.

Der Parcours im Kapellenraum symbolisierte den Menschen in seinen Bedingungen und Anforderungen. Das Leben als Versuch der Überwindung von Hindernissen (Slalom/Spießrutenlauf) oder auch das Scheitern daran (Anklänge an die Kreuzweg-Symbolik).

Sechs von der Decke verkehrt herabhängende RTL-Tore bildeten den Rahmen für einen Zyklus von 12 Bild-Tafeln, die die Torbeflaggung ersetzen (vorder- und rückseitig).

Der Wächter vor dem Eingang in die Kapelle stand für die äußeren Bedingungen und Einflüsse des Menschen: Umwelt, Klima und Wetter verbinden sich materialiter mit der überdimensionierten Kopf-Skulptur des „Wächters“. Er ist Zeremonienmeister, Schiedsrichter, Schutzengel, Dämon und Natur.

c) Die Sieger

Der Karner als Themenort der Sieger befindet sich unter der Kapelle, am tiefsten Punkt dieses Ortes. Durch die (sakrale) Umdeutung von Oben und Unten (die Letzten werden die Ersten sein...) konfrontierte ein Siegespodest mit dem Spannungsfeld Sterblichkeit und Unsterblichkeit, Ruhm und Vergessen. Berühmtheit und Namenlosigkeit wurden in ihrer inneren Beziehung zueinander dargestellt. Licht leuchtet in der Finsternis.

Namen wurden zu Sedimenten aus Buchstaben und erhoben sich gleichzeitig aus dem Vergessen.

Installation eines Sieger-Podestes aus Glas, befüllt mit textilen Namens-Fagmenten, unterleuchtet.

Öffnungszeiten

Annakapelle in Schladming
Dienstag, 5. Februar 2013 bis Samstag, 16. Februar 2013
täglich von 14 Uhr bis 17 Uhr und 19 Uhr bis 21 Uhr

Bildergalerie

Weblink

Quelle