Krampus

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ein Krampus im Ennstal
Krampus in Schladming

Den Krampus kennt man nicht nur in Österreich, sondern gesamten östlichen Alpenland, in Ungarn, Slowenien, Tschechien, Teilen Norditaliens und Teilen Kroatiens.

Allgemeines

In den erwähnten Ländern tritt er stets als schrecklicher Begleiter des Nikolaus auf. In dieser Begleitfunktion bestraft er Unartige und ähnelt in seiner Tätigkeit Knecht Ruprecht. Aber eigentlich tritt der Krampus immer in einer größeren Gruppe auf, einer Pass.

War sein Erscheinen bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts noch strickt auf den 5. Dezember begrenzt, finden seither immer mehr Veranstaltungen bereits ab Mitte November mit diesem Gesellen statt. Und die letzte Male sieht man ihn noch in den ersten Tagen des Neuen Jahres.

Geschichte

Ein Krampus stellt ein Teufels(ab)bild dar. Die Bibel beschreibt zwar mit keinem Wort das Aussehen eines Teufels, bietet aber Vergleiche für das Böse wie Schlange, Löwe oder Drache.

Im 12. Jahrhundert entwickelte sich ausgehend von Deutschland und England eine Teufelsvorstellung nach Götterbildern. So stellte die Satyr-Gestalt des Mittelalters ein Wesen aus einer Verbindung eines menschlichen Oberkörpers mit Bocksbeinen dar. Dieses Wesen hatte einen Schwanz, Hörner, lange Tierohren, ein zottiges Fell oder gesträubtes Haar.

Der Krampusbrauch war ursprünglich im ganzen Habsburger-Reich und angrenzenden Gebieten verbreitet. In der Zeit der Inquisition wurde er dann verboten, da es bei Todesstrafe niemandem erlaubt war, sich als teuflische Gestalt zu verkleiden. Der Brauch überlebte aber im Winter in schwer zugänglichen Gegenden.

Ausgehend von den Klosterschulen (Kinderbischofsfest) entwickelte sich seit Mitte des 17. Jahrhunderts der Einkehrbrauch. Dabei wird der Nikolaus von Schreckgestalten, Teufeln und Tiermasken (Habergeiß) begleitet. Er prüft und beschenkt die Kinder, während die Unartigen vom Krampus bestraft werden.

Dann entstanden die Krampuspassen parallel zum Perchtenlauf. Dabei durften nur die wehrfähigen, unverheirateten Männer des Dorfs teilnehmen. Diese Veranstaltung ist seit dem mittleren 19. Jahrhundert wieder öffentlich zugelassen gewesen.

Name

Der Name leitet sich vom Mittelhochdeutschen Krampen für „Kralle“ oder bayrisch Krampn im Sinne von „etwas Lebloses, Vertrockendes, Verblühtes oder Verdorrtes“. Von dieser letzten bayrischen Deutung leitet sich der Name Krampus vom Wort für „Vertrocknetes“ ab. Der deutsche Verhaltensforscher Otto König hat sich ausgiebig mit der Figur des Krampus auseinander gesetzt. Er leitet das Wort vom griechischen κράμπους (krampos) ab, was Dörrobst bedeutet. Daran erinnerte der noch vor 30 oder Jahren sehr populäre Zwetschkenkrampus, den es in der Adventzeit gab.

In Bayern und im Salzkammergut wird er oft auch „Kramperl“ genannt, hingegen in Tirol nennt man ihn vom „Tuifl“, abgeleitet vom Teufel persönlich.

Ursprünglich war der Krampus eine Mischung aus Teufel und mystischer Tiergestalt, der ein Ganzkörperfell mit Glocken trägt. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird er aber immer öfter mit Brustpanzer, einen Pferde- bzw. Kuhschwanz als Rute und einer Maske mit oder ohne Hörnern dargestellt. In manchen Teilen Niederbayerns ist es immer noch üblich, dass sich der Teufel in Kartoffelsäcke kleidet. In dieser Gegend gibt es auch sogenannte Fellkrampusse, die keine Maske, sondern nur Fell und Hörner tragen.

Die Rasseln oder Schellen gehören nicht zu Krampussen Diese werden nur von Schiachperchten verwendet. Vollkommen abgekommen ist man mittlerweile von der Eisenkette zum Rasseln. Masken, die den ganzen Kopf bedecken, wurden von Masken verdrängt, die Kinn und Mundpartie freihalten. Diese dann sichtbaren Gesichtsteile werden in den selben Farben der Maske eingefärbt. Die so gewonnene Beweglichkeit bringt wieder mehr Leben in das sonst so starre Maskengesicht.

Quellen


Ein Beitrag im Rahmen des Leader-Projekts "Heimatkunde - heimatkundig"
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