Katholische Pfarre Irdning

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Die Katholische Pfarre Irdning ist eine Pfarre im mittleren Ennstal in der Steiermark.

Päpste Pius II. und Pius III. und Irdning

Papst Pius II.

Mit Aeneas Silvio Piccolomini (* 18. Oktober 1405 in Corsignano, heute Pienza [nach ihm benannt], Toskana, Italien; † 15. August 1464 in Ancona, Marken, Italien), dem damaligen Bischof von Siena, Toskana, und kaiserlichen Rat, der als großer Gelehrter, Theologe, Staatsmann und Humanist eine der hervorragenden Gestalten des 15. Jahrhunderts galt, verbindet die Pfarre etwas Besonderes. Piccolomini war nämlich von Jänner 1455 bis August 1458 Pfarrer von Irdning[1], wahrscheinlicher gilt aber, dass er Pfründeninhaber[2](„Commendator“) der Pfarre war[3]. Es gilt als [sehr] unwahrscheinlich, dass sich Piccolomini persönlich im Ennstal aufgehalten hatte.

Zu seinem Nachfolger nach seiner Wahl zum Papst Pius II. am 25. August 1458 ernannte er seinen Neffen Franz Piccolomini, der ebenfalls Bischof von Siena war und später zum Papst Pius III. gewählt wurde. 1503 übernahm der Notar und Kämmerer des Kardinals, Georg Perler, die Pfarre, der allerdings im Jahre 1514 resignierte, so dass Papst Leo X. die Pfarre Irdning dem Augustiner-Chorherrenstift Rottenmann einverleibte. In dem unter Dechant Hölbling umgebauten Pfarrheim befindet sich der sogenannte „Piccolomini-Saal“.

Zu diesen beiden "Pfarrern" erläuterte Dr. Johann Tomaschek auf Nachfrage von EnnstalWiki, Piccolomini zwar tatsächlich von 1455 bis 1458 Pfründeninhaber, nicht aber Pfarrer von Irdning war. Piccolomini hat sich selbst in diesem Zusammenhang stets als „commendator“, nicht aber als „parochus“ bezeichnet. Das Gleiche gilt auch für seinen Neffen Francesco. Weitere Einzelheiten über diese beiden Kirchenfürsten und ihre (kirchenrechtlichen und ökonomischen) Beziehungen zur Pfarre Irdning kann man in der von Walter Brunner 1990 veröffentlichten Chronik von Irdning auf den Seiten 249 bis 254 nachlesen.

Brunner hatte noch angenommen, dass der spätere Papst Pius II. einmal selbst in Irdning war und den Grimming als „mons Styriae altissimus“ (höchsten Berg der Steiermark) bezeichnet hat. Diese Bezeichnung stammt allerdings erst von Georg Matthäus Vischer und ist erstmals auf seiner Steiermark-Karte von 1678 zu finden. Dr. Tomaschek ist der Sache schon vor Jahren einmal nachgegangen und zur Überzeugung gelangt, dass Piccolomini nie im Ennstal gewesen sein kann. Denn, wie aus seinen Schriften hervorgeht, konnte er die Frage nicht beantworten, ob die Enns ein Grenzfluss zwischen Österreich und Bayern war, und der einzige steirische Berg, der in seinen Schriften vorkommt (er nennt ihn sogar „ungeheuer“) ist der Grazer Schlossberg.

Quellen

Einzelnachweise

  1. so die Quelle www.pfarre-irdning.at
  2. Pfründe ist die einem kirchlichen Amtsträger zustehende Unterhaltsleistung aus den Erträgnissen eines Vermögens. Pfründe , Benefizium, nach früherem katholischem Kirchenrecht ein Kirchenamt, das mit einer Vermögensausstattung (Land, Geldvermögen u. a.) verbunden war, deren Erträge zum Unterhalt des Amtsinhabers (Pfründner, Benefiziat) bestimmt waren. Quelle www.enzyklo.de
  3. so Quelle www.meingrimming.at