Julfest

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Das Julfest ist das Fest der Wintersonnenwende in Skandinavien, das aber auch im Ennstal gefeiert wird.

Herkunft

In den skandinavischen Sprachen heißt Weihnachten heute jul oder jol. In Skandinavien wird das Julfest noch immer gefeiert, man wünscht sich „God Jul“, das heißt „Frohe Weihnachten“.

Beschreibung

Die Rituale rund um das Julfest orientieren sich an der Wintersonnenwende des germanischen Jahreskreises. Am 21. Dezember, der Wintersonnenwende als längste Nacht des Jahres, gebiert die Göttin tief im Innersten der Erde in der stillsten aller Stunden, das wiedergeborene Sonnenkind.

Dieser Mythos ist in allen Weltkulturen vertreten.

Der Name Jul oder Jol hat auch eine Verbindung zum germanischen Gott Odin, der den Beinamen „Jolnir“ trug. Seine wilden Ritte in der Winterzeit und zu den Raunächten („Wilde Jagd“) mit dem wilden Heer hießen „Jolareidi“. Vom Wortstamm erinnert das an das alpenländische Jodeln.

Zur Sonnenwende, der Zeit des wiederkehrenden Lichts gab es in jedem Haus Turm- oder Julleuchter. Die darauf entzündete Kerze bildete als Symbol den Sieg des Lichts über die Dunkelheit, war aber auch gleichzeitig ein Symbol für den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen. Zentrales Moment ist das gemeinsame Mahl in der Familie, die Ehrung der Familienahnen und die Erwartung des wiederkehrenden Sonnenlichtes. Mit der Darbietung von Gebeten und Opfern verband sich das Anzünden von großen Feuern auf Bergspitzen und das Abrollen von Feuerrädern. Diese „Funken“ symbolisierten die in der Sonne waltende Gottheit.

Bei den Germanen war das Julfest das wichtigste Fest im Jahr. Gefeiert wurde die wiedergeborene Sonne und das Längerwerden der Tage, ein Wechsel der seit Menschengedenken für den Rhythmus von Aussaat und Ernte von überlebenswichtiger Bedeutung war.

Das Julfest bildete eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen geschmückt wurden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschrieb. Das Haus wurde in dieser Zeit geräuchert, Gastfreundschaft bildete ein zentrales Element der Julzeit. Der sogenannte „Julklotz“ brannte zwölf Tage und Nächte im Herd.

Diese „geweihten Nächte“ verhießen das Wissen um die große Umkehr, um den Wiederaufstieg des Lichts und die Geburt des neuen Lebens. In den Raunächten wurden die Orakel befragt. Dieser germanische Brauch ist noch heute im Bleigießen zu Silvester verankert.

Papst Hippolytos setzte im Jahr 217 den 25. Dezember als Tag von Christi Geburt ein. Um 330 erklärte Kaiser Konstantin das Christentum zur römischen Staatsreligion und der alte Sonnengott wurde in den neuen christlichen Gott verwandelt, der als „lux mundi“, - als Licht der Welt – gefeiert wurde.

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es das Bemühen die christlichen Feste in einer Weise umzugestalten, dass diese den nationalsozialistischen Vorstellungen von scheinbar „germanischem Erbe“ entsprachen. Das christliche Weihnachtsfest sollte durch das „altgermanische“ Julfest ersetzt werden.

Die völlige Ablehnung des heidnischen Gedankengutes durch das Christentum und das radikale Bemühen der Nationalsozialisten, alte Bräuche unserer Vorfahren zum Teil wieder zu beleben, mag wohl eine zentrale Ursache dafür bilden, dass uns der Zugang zum Urwissen unserer Vorfahren verwehrt geblieben ist.

Julfeier 2011 des ATV Schladming im Congress Schladming

Der große Saal im neu errichteten Congress Schladming war am 18. Dezember 2011 festlich für die Julfeier 2011 geschmückt. Obfrau Sabrina Eschbacher führte durch das Programm, das von den einzelnen Turnerriegen wieder äußerst abwechslungsreich und engagiert präsentiert wurde. Für die anwesenden Familienmitglieder der Akteure und viele Gäste ist es regelmäßig der Höhepunkt im Turnjahr, wenn die jungen Schützlinge unter sachkundiger Leitung der Vorturner ihr Können unter Beweis stellen.

Es ist ein richtiges Familienfest, das Jahr für Jahr als Weihnachtsfest, eines der größten Schladminger Vereine, in einem festlichen und würdigen Rahmen zur Durchführung gelangt. Die Darbietungen der jungen Turner zeugen auch vom unermüdlichen, ganzjährigen Einsatz zahlreicher engagierter Idealisten innerhalb des ATV Schladming, ohne deren Einsatz ein Vereinsleben in der dargebotenen Form nicht möglich wäre.

Das Programm wurde von der Kleinkinderriege, der Mädchenriege I, der Knabenriege, der Badmintongruppe, der Leistungsriege und erstmals auch von einer Riege der Vorturnerinnen und Vorturner gestaltet und kurzweilig umgesetzt.

Immerhin zwei steirische Meisterinnen und hervorragende Platzierungen in einzelnen Mannschaftswertungen, konnte die Leistungsriege der Mädchen des ATV Schladming auch in diesem Jahr, anlässlich der Steirischen Landesmeisterschaften in Leibnitz stellen. Wie jedes Jahr wurde die Julfeier mit dem Einmarsch der Turngruppen, gemeinsam mit Knecht Ruprecht beendet.

Quellen