Josef Frühwirt

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Pfarrer Josef Frühwirt († 17. März 1910 in Graz) war ein Pionier des Schladminger Fremdenverkehrs.

Leben

Recht vom Eingang in den Grazer Zentralfriedhof überragt ein großes Holzkreuz die Grabstätte des am 17. März 1910 verstorbenen ehemaligen Ordinariatskanzler und Domherrn Josef Frühwirt.

Für die neuere Geschichte Schladmings ist Frühwirt zu den nahmhaftesten Persönlichkeiten der Stadt zu zählen, war er doch zehn Jahre lang, von 1874 bis 1884, katholischer Pfarrer von Schladming, ehe er von Bischof Johannes Zwerger zu höheren geistlichen Ämtern nach Graz berufen wurde. Frühwirts Tätigkeit in Schladming begann zu einer Zeit, da es durch das Ennstal noch keine Eisenbahnlinie gab und Rottenmann von Graz her die Endstation war. So blieb Frühwirt nicht anders übrig, als „per Anhalter" zu versuchen, seinen neuen Dienstposten zu erreichen, da der Pferdepostwagen auch nicht jeden Tag ins obere Ennstal verkehrte. Wie es in der biographischen Beschreibung heißt, hatte Frühwirt in Stainach die Gelegenheit mit einem „heimkehrenden Kälberwagen eines Fleischmeisters" nach Schladming zu gelangen.

Offensichtlich war der neue Pfarrherr von Schladming und seiner Umgebung so begeistert, dass er schon ein Jahr nach seinem Amtsantritt – 1875 – die Eröffnung der Eisenbahnlinie durch das Ennstal zum Anlass nahm, seine Grazer Freunde zum Besuch Schladmings einzuladen. Unter ihnen war auch Hofrat Ritter von Gebell, der erste Sommergast in Schladming, der dann 30 Sommer lang ein treuer Gast der Bergstadt war und immer wieder sagte: „Herr Pfarrer Frühwirt und ich, wir haben Schladming entdeckt – als Sommerfrische.“

Wenig bekannt dürfte auch sein, dass Pfarrer Josef Frühwirt mit Hilfe des Bonifatiusvereines das Weißgärberhaus am Stadttor kaufte und es zu einer Privat-Mädchenvolksschule unter der Leitung der Schulschwerstern adaptieren ließ. Diese Schule wurde 1895 auch für Knaben erweitert.

Eine kleine Begebenheit aus der Schladminger Zeit Josef Frühwirts charaktisierte auch die Herzenswärme des Pfarrherrn. Der Kaplan Isidor Schiefer litt öfter unter Depressionen und klagte einmal seinem Pfarrer über unliebsame nervliche Zustände, die in belasteten. Frühwirt hörte ihm geduldig zu und sagte schließlich beruhigend: „Isidor, jetzt geh'n wir kegelscheiben!"

Quelle