Herrschaft Gstatt

Die Herrschaft Gstatt war eine Grundherrschaft und entstand bereits im 12. Jahrhundert mit dem Zweck zur Verwaltung der Grundstücksterritorien der jeweiligen Besitzer.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Herrschaft Gstatt hatte größtenteils ihrer Besitzungen im Ennstal. Viele dieser Territorien wurden gegen Zinspflicht verpachtet. Als Verwaltungshaus diente (bis heute) das Schloss Gstatt mit seinen Nebengebäuden. Die Besitztümer der Herrschaft Gstatt werden über die Fürstlich Colloredo-Mannsfeld'schen Familienstiftung verwaltet.

Geschichte

1138 wurde durch das deutsche Stift Rein das Gut Stad als freies Eigen der Herren von Stade erstmals urkundlich genannt. Um das Jahr 1170 ging das Gut Stad auf das Benediktinerstift Admont über. Nachdem Stad 1335 an den Verwalter Heinrich der Payr und in der Folge an dessen Sohn Weichart überging, kam das Benediktinerstift Admont 1383 wieder in den Besitz des Herrschaftsgutes und wurde 1394 deren Sitz einer Propstei[1] zur Verwaltung der Ennstaler Besitzungen. Eine wichtige Aufgabe der Herrschaft Gstatt oder ehemals Probstei Gstadt war die Kontrolle der Überfuhr auf der Enns zwischen Öblarn und Gstatt. Das Stift Admont verpfändete die Propstei Gstadt 1533 an Andreas von Stainach, kaufte es jedoch 1573 wieder zurück. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts umfasste die Herrschaft Gstatt rund 150 zinspfichtige Bauern.

Die Wälder wurden damals vorwiegend zur Kohl-und Grubenholzgewinnung für den der Familie Stampfer und später der Innerberger Hauptgewerkschaft unterstehenden, bis auf die Römerzeit zurückgehenden Kupfer- und Eisenerzbergbau im Walchental. Auch die örtlichen Bauern und Gewerbetreibenden nutzen das Holz für den Haus- und Eigenbedarf.

1811 verkaufte das Stift Admont einen Teil der Wälder an die Innerberger Hauptgewerkschaft. 1892 wurde das Schloss Gstatt und die Grundherrschaft an Graf Charles Francois Bardeau verkauft. Seit der Bauernbefreiung 1848 umfasste die Herrschaft Gstatt ungefähr 8 000 ha Eigenbesitz. Der Graf erweiterte sie durch Zukäufe auf rund 13 000 ha. Die Jagdfläche wird durch Zupachtungen nochmals annähernd verdoppelt. Diese Größe spiegelt den hohen Stellenwert des Jagdwesens im ausgehenden 19. Jahrhundert widert. Schloss Gstatt und das Verweserhaus („Herrschaftsamt“) in Öblarn wurden großzügig umgebaut und erweitert.

Während der Wirtschaftskrise der 1920er Jahre wird Verwaltung der Herrschaft von der Boden-Creditanstalt übernommen. Von dieser erwarb Hieronymus Graf Colloredo-Mannsfeld aus dem „böhmischen“, fürstlichen Zweig der Familie die Herrschaft Gstatt im Jahre 1929.

1942 zog die Gestapo durch Verfügungen alle Güter der fürstlichen Familie Colloredo-Mannsfeld in Böhmen und in der „Ostmark“ wegen derer „reichsfeindlichen Bestrebungen“ ein und werden der Reichsforstverwaltung unterstellt. Der (böhmischstämmige) Forstverwalter, Ing. Jaroslav Beran, durfte jedoch auf seinem Posten verbleiben. Er führte den Besitz, der Familie loyal verbunden, umsichtig durch die Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit. 1948 wurde das Gut dem ältesten Sohn und Erben des Grafen Hieronymus († 1942), Dr. Josef Colloredo-Mansfeld (* 1910; † 1990), restituiert.

Dessen Erben nehmen 1988 eine Realteilung vor. Schloss Gstatt mit dem Mitterberger Wald und dem Revier Rohrmoos-Untertal wurden Kristina Colloredo-Mansfeld zugesprochen. Die damit im Wesentlichen wieder auf das einst „stiftische“ Ausmaß verkleinerte Herrschaft Gstatt erhielt DI Jerome Colloredo-Mannsfeld. 1988 wurde sie vorübergehend in das Eigentum von Livia Colloredo-Mannsfeld überführt. Sie brachte dann 1992 die Besitzgüter in die zu diesem Zweck gegründete Fürstlich Colloredo-Mannsfeld'sche Familienstiftung mit Sitz in Vaduz, Liechtenstein, ein.

Die Herrschaft Gstatt heute

Dem Forstamt Gstatt in Öblarn unterstehen die Reviere Walchen-Prellegg (2 820 ha) bei Öblarn und das Revier Schwarzensee (5 440 ha) im Kleinsölktal, das fast ein Drittel der Gesamtfläche des Naturparkes Sölktäler einnimmt.

Quellen

Einzelnachweise

  1. kirchlicher Verwaltungsbereich